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Rasen erneuern: die komplette Schritt-für-Schritt-Anleitung

Verunkrauteter oder vermooster Rasen? Hier lesen Sie, wie Sie den Rasen selbst erneuern – vom Vertikutieren über die Aussaat bis zum richtigen Bewässern.

Rasen voller Moos und Unkraut? Wir zeigen Ihnen, wie Sie sowohl die Teilreparatur als auch die komplette Rasenerneuerung schaffen – Vertikutieren, Aussaat und richtiges Düngen.

Wann und warum den Rasen erneuern – ganz oder nur stellenweise?

Aus alt mach neu

Ist Ihr Rasen schon unansehnlich, lückig, vermoost und so stark verunkrautet, dass vom Gras kaum noch etwas zu sehen ist? Dann muss er erneuert werden!

Sind die Schäden örtlich begrenzt, genügt es, sie stellenweise auszubessern. Betreffen sie dagegen die ganze Fläche, muss der Rasen von Grund auf erneuert werden.

Gepflegter, dichter Rasen vor einem Wohnhaus
Nahaufnahme dichter Grashalme mit Rasenfilz am Boden

Teilreparatur: Nachsaat und Sodenwechsel an beschädigten Stellen

Teilreparatur

Ist der Rasen nur stellenweise und auf abgegrenzten Flecken beschädigt – etwa durch Auswinterung beim Schneeschmelzen oder durch punktuelle Belastung –, lässt er sich anders behandeln als eine große Fläche.

➤ Nachsaat: Zuerst entfernen Sie alle abgestorbenen Grasreste. Danach wird der Boden leicht gelockert und – je nach Bedarf – etwas Komposterde oder Sand eingearbeitet (bei Schäden durch Nässe). Die Oberfläche drücken Sie mit einem Brett leicht an und säen frisch ein.

➤ Sodenwechsel: Die beschädigten Soden stechen Sie mit dem Spaten ab und heben sie mit der Schaufel aus. Aus einem abgelegenen Teil des Rasens stechen Sie ein gleich großes Stück Sode aus, tragen es herüber und setzen es an die beschädigte Stelle. Die restlichen Lücken werden nachgesät.

Alten Bewuchs entfernen: Moos und Unkraut im Rasen loswerden

Alten Bewuchs entfernen

Bei sehr starker Verunkrautung wurde der alte Bewuchs früher oft mit einem Totalherbizid behandelt – im Haus- und Kleingarten sind glyphosathaltige Mittel in Deutschland jedoch nicht mehr zugelassen. Gehen Sie deshalb mechanisch vor: tief mähen, vertikutieren und die alte Grasnarbe abschälen. Greifen Sie höchstens zu Präparaten, die ausdrücklich eine Zulassung für den Haus- und Kleingarten gegen Unkraut im Rasen haben; welche das sind, zeigt das Pflanzenschutzmittel-Verzeichnis des BVL.

Rasen erneuern

Die beste Zeit für eine komplette Rasenerneuerung ist der Mai oder der August und September. Wenn Sie so vorgehen, wie es im Folgenden beschrieben ist, haben Sie schon nach wenigen Wochen einen neuen, dichten Rasen.

Hände mit Gartenhandschuhen entfernen abgestorbene Grasnarbe und Moos

➤ Tiefer Schnitt: Stellen Sie den Rasenmäher zum Mähen des alten Rasens auf die niedrigste Schnitthöhe. Das schwächt den alten Bewuchs und gibt den neuen Gräsern eine bessere Startchance. Das Schnittgut nehmen Sie restlos von der Fläche.

Vertikutieren, Aussaat und Düngen: die wichtigsten Schritte

Tiefes Vertikutieren: Vertikutieren Sie den kurz geschnittenen Rasen mehrmals längs und quer. Je tiefer Sie dabei gehen, desto besser. So sichern Sie einen guten Kontakt des neuen Saatguts mit dem Boden und ideale Keimbedingungen. Nach der Bearbeitung können Sie bei Bedarf kleine Unebenheiten ausgleichen, wo die Fläche abgesackt oder aufgeworfen ist.

➤ Startdüngung und Aussaat: Damit die Grassämlinge besser versorgt sind, düngen Sie die Fläche mit einem Startdünger mit höherem Phosphoranteil – dafür eignet sich auch DÜNGEE. Anschließend säen Sie etwa 20–25 g Saatgut pro m² aus. Verwenden Sie dafür am besten einen Streuwagen. Je gleichmäßiger Saatgut und Dünger verteilt sind, desto besser wird das Ergebnis.

1 Vertikutieren

Nachdem Sie den alten Bewuchs kurz geschnitten haben, fahren Sie ihn mehrmals längs und quer mit dem Vertikutierer ab. Die Reste harken Sie ab.

2 Aussaat

Streuen Sie vor der Aussaat einen speziellen Startdünger aus. Dünger und Saatgut verteilen Sie am besten mit einem Streuwagen.

Mit Torf abdecken und nach der Aussaat richtig bewässern

Rasenfläche von oben mit vertrockneten Halmen zwischen dem Grün

➤ Abdecken: Für einen guten Kontakt des Saatguts mit dem Boden streuen Sie nun Torf oder ein ähnliches ungedüngtes Substrat über die Fläche – torffrei eignet sich zum Beispiel Rindenhumus – und verteilen es mit dem Rechen in einer höchstens 0,5 cm dünnen Schicht. Die Abdeckung schützt das Saatgut und zeigt Ihnen, sobald sie heller wird, dass der neue Rasen bewässert werden muss.

➤ Bewässern: Die einzelnen Gräserarten einer Mischung keimen innerhalb von 1–3 Wochen. In dieser Zeit entscheidet eine gute Bodenfeuchte über den Keimerfolg. Bei trockenem Wetter müssen Sie den Regner 4–5-mal täglich für jeweils etwa 10 Minuten laufen lassen.

➤ Abdecken

Torf oder magere Erde schützt das Saatgut vor Erosion und vor naschenden Vögeln. Streuen Sie das Material mit der Schaufel aus und harken Sie es ein.

Rasenmäher beim tiefen Mähen des alten Rasens, das Schnittgut fliegt auf

Was Sie brauchen: Zeit, Material und Werkzeug zum Rasen erneuern

Rasen erneuern

Zeitaufwand: 2,5 Stunden je 100 m² Rasen

Material: Startdünger für Rasen, Rasensamen-Mischung, Torf oder ein anderes ungedüngtes Substrat

Werkzeug: Schaufel, Rasenmäher, Vertikutierer (lässt sich auch leihen), Metallrechen zum Abharken der Reste nach dem Vertikutieren und zum Verteilen der Abdeckung, Streuwagen, Regner für gleichmäßiges Bewässern

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Tipp: Der Herbst ist zugleich die beste Zeit zum Nachdüngen — lesen Sie die Anleitung zur Herbstdüngung des Rasens.