Salbei - Salvia
Reichblühende Stauden, alte Heil- und Kulturpflanzen
Standort: volle Sonne; nährstoffreiche, durchlässige, kalkhaltige Böden
Höhe: 20–100 cm, je nach Art
Blütezeit: Mai–November, je nach Art
Vermehrung: durch Teilung oder Aussaat
Die sehr umfangreiche Gattung Salvia aus der Familie der Lippenblütler umfasst über 600 Arten. Neben den ausdauernden Vertretern haben gartenbaulich auch einige einjährige bzw. bei uns als einjährig kultivierte Pflanzen Bedeutung. Die meisten Arten stammen aus Europa, Nordamerika oder Vorderasien. Charakteristisch sind die viereckigen Stängel und die kreuzgegenständig angeordneten Blätter. Die Blumenkrone mit der sehr stark ausgeprägten Oberlippe ragt weit über die Kelchblätter hinaus. Eine weitere gemeinsame Eigenschaft ist, dass die Pflanzen durchweg reich an ätherischen Ölen sind.
Salbei wird auf offenen Flächen oder in Rabatten verwendet. Er bevorzugt in der Regel vollsonnige Standorte und insbesondere kalkhaltige Böden. Um eine lang anhaltende und reiche Blüte zu gewährleisten, ist es wichtig, verblühte Teile zurückzuschneiden.
Stauden für Außenflächen
Die hier aufgeführten Salbeiarten werden auf offenen Flächen verwendet, am besten in kleinen Gruppen. Als Nachbarpflanzen eignen sich u. a. Schafgarbe (Achillea), Mädchenauge (Coreopsis grandiflora) oder Nachtkerze (Oenothera missouriensis):
- Salvia argentea, Silberblättriger Salbei, stammt aus Südeuropa und erreicht eine Höhe von bis zu 70 cm. Die weißen Blüten erscheinen im Juni bis Juli. Die bodenständige Blattrosette ist filzig behaart. Die Pflanzen versamen sich gerne an geeigneten Standorten.
- Salvia azurea, Blauer Salbei, eine aus Nordamerika stammende Art, wird 90–100 cm hoch. Die dunkelblau Blüten blühen spät im Herbst, von Oktober bis November. Diese Eigenschaft wird besonders geschätzt. Die Pflanzen bevorzugen frische Böden, die lehmig und dennoch durchlässig sind. Im Handel ist meist die bis zu 1,5 m hohe Sorte ‚Grandiflora‘ erhältlich.
- Salvia jurisicii, Serbischer Salbei, erreicht nur eine Höhe von 30 cm. Wenn Sie ihn in größeren Gruppen verwenden, erhalten Sie im Juli und August im Beet ein sehr reizvolles hellviolettes Blütenspiel. Auffällig sind die behaarten, gefiederten Blätter.
- Salvia nemorosa, Hain- oder Sommersalbei, zeichnet sich durch dichten, horstig-buschigen Wuchs aus. Die Blüten erscheinen von Juni bis Juli. Er bevorzugt frische Böden, die gelegentlich austrocknen dürfen. Er kann auch als Beetstaude verwendet werden. Die einzelnen Sorten sind wertvolle Stauden.
- Salvia officinalis, Garten-Heilsalbei, der aus den gebirgigen Teilen Südeuropas stammt, wurde wahrscheinlich bereits von den Römern im frühen Mittelalter nach Mitteleuropa gebracht. Seitdem wird er als Heil- und Kulturpflanze angebaut. Der Salbei hatte stets einen festen Platz in Bauerngärten. Als Wildpflanze kommt S. officinalis bei uns nicht vor.
Sortenübersicht des Hain- bzw. Sommersalbeis
| Odrůda | Výška (cm) | Barva květů |
|---|---|---|
| 'Blauhügel' | 40 | světle modrofialová |
| 'Mainacht' | 30 | sytě modrofialová (kvete opakovaně) |
| 'Ostfriesland' | 40 | tmavě fialová |
Der aufrecht wachsende Halbstrauch hat vierkantige, an der Basis verholzende Stängel. Die sehr aromatischen Blätter sind kreuzgegenständig angeordnet, schmal bis eiförmig und haben aufgrund der netzartigen Nervatur ein leicht runzeliges Aussehen. Am Blattstiel wachsen häufig noch zwei kleine Öhrchen. Stängel und Blätter sind weiß filzig behaart. Die blauvioletten Blüten erscheinen ab Mai in Scheinquirlen und werden gerne von Bienen besucht.
Der würzige Duft der Blätter weist auf einen hohen Gehalt an ätherischem Öl hin. Außerdem sind Gerbstoffe und Bitterstoffe enthalten. Salbeiöl kann in vielerlei Hinsicht giftig sein, weshalb es sehr vorsichtig dosiert werden muss.
Im Garten benötigt diese beliebte Heilpflanze einen sonnigen, windgeschützten Standort mit durchlässigem, leicht kalkhaltigem und ausreichend nährstoffversortem Boden (z. B. reifer Kompost). Da die Stängel mit der Zeit immer stärker verholzen, sollten die Pflanzen alle 4–5 Jahre durch Stecklinge oder Ableger erneuert werden.
Geerntet werden Blätter und Triebspitzen, die vor der Blüte am aromatischsten sind. Sie lassen sich gut trocknen und müssen luftdicht aufbewahrt werden. Für den Frischverbrauch können die Blätter laufend gepflückt werden. Um Schäden am Bestand zu vermeiden, sollte die Pflanze vor dem Winter noch genügend Blätter haben. Im Frühjahr wird sie dann bis ins alte Holz zurückgeschnitten, damit der Strauch wieder gut austreibt.
Aus den vielen Wirkungsbereichen des Salbeis seien hier nur einige erwähnt. Besonders hervorzuheben ist die schweißhemmende Wirkung; darüber hinaus reduziert er die Sekretion der Milchdrüsen und hat einen positiven Einfluss auf den Blutzuckerspiegel bei Diabetikern. Auch im Mund- und Rachenbereich werden die entzündungshemmenden Eigenschaften des Salbeis vielfach genutzt.
In der Küche verleiht Salbei vielen Fleischgerichten das richtige Aroma, macht Braten, Wild und Geflügel bekömmlicher und eignet sich auch gut zu vielen Fischgerichten.
Vor allem wegen der dekorativen Blätter werden im Handel einige Sorten angeboten (alle sind etwa 50 cm hoch).
Auswahl an Gartensorten des echten Salbeis
| Odrůda | Barva listů a růst |
|---|---|
| 'Aurea' | zlatožlutá |
| 'Berggarten' | široký, trsnatý růst |
| 'Purpurascens' | červenavá |
| 'Tricolor' | šedozelená, žlutavě bílá, světle fialová |
Salvia pratensis, Wiesensalbei
ist bei uns heimisch und blüht im Juni und Juli blauviolett. Die Blüten sitzen in verzweigten Scheinähren. Die Pflanzen erreichen eine Höhe von bis zu 50 cm.
- Salvia pratensis haematoides wird bis zu 80 cm hoch und zeichnet sich durch einen reich verzweigten Wuchs aus. Besonders reizvoll ist die Sorte ‚Mittsommer‘, die lavendelblau blüht.
Salvia sclarea, Muskatellersalbei
stammt aus dem Mittelmeerraum und erreicht bei uns eine Höhe von bis zu 1 m. Die rosafarbenen Blüten sind in verzweigten Rispen angeordnet und erscheinen von Juni bis August. Die Pflanzen verbreiten einen intensiven Duft und werden sowohl in der Küche als auch in der Volksmedizin verwendet.
Stauden für den Gehölzrand
Salvia glutinosa, Klebriger Salbei
ist eine Ausnahme unter den im Garten verwendeten Salbeiarten; sie bevorzugt halbschattige Standorte, zum Beispiel unter lichten Baumkronen. Die gelben Blüten erscheinen von Juli bis September und verbreiten einen angenehmen Duft. Der breite, beeindruckende Wuchs (bis zu 1 m hoch) wird durch zahlreiche grob gesägte Blätter unterstrichen.
Übersicht der Sorten des Mehlsalbeis
| Odrůda | Výška (cm) | Poznámky | Barva květu |
|---|---|---|---|
| 'Feuerzauber' | 30 | bohatě kvete | sytě červená |
| 'Fury' | 20 | časně kvetoucí | zářivě šarlatově červená |
| 'Red Cardinal' | 25 | intenzivně šarlatově červená, kompaktní růst | sytě červená |
| 'Carabiniere' | 20 | husté laty květů | šarlatově červená |
| 'Laser Purple' | 25 | kompaktní růst | tmavě fialová až modrá |
Einjährige Pflanzen
Salvia farinacea - Mehlsalbei blau
stammt aus dem südlichen Teil Nordamerikas und wächst dort ausdauernd. Die Pflanzen erreichen eine Höhe von bis zu 80 cm, haben einen dicht büscheligen Wuchs mit grauweißlich behaarten Blättern. Die violetten Blütenquirle erscheinen von Juli bis Oktober. Da die Art den Charakter einer Wildpflanze bewahrt hat, eignet sie sich hervorragend als Ergänzung für Staudenbeete. Die Sorte ‚Viktoria‘ ist nur 50 cm hoch, besticht jedoch durch leuchtend violettblaue Blüten. Sie wird gerne in Einjährigenbeeten und Rabatten verwendet.
Salvia patens - Himmelsblauer Salbei
ist in Mexiko heimisch und wächst dort ebenfalls ausdauernd. Die großen Blüten in Marineblau erscheinen Ende Juli bis Anfang August und halten bis zu den ersten frühen Frösten an. Die Pflanzen haben behaarte, eiförmige Blätter und erreichen eine Höhe von bis zu 70 cm. Sie bevorzugen trockene, nicht zu nährstoffreiche Böden und lassen sich gut in Kombination mit Steinen verwenden.
Salvia patens bringt ab dem Hochsommer leuchtend blaue Blüten
Salvia splendens, Leuchtender Salbei
stammt aus Brasilien und gehört zu den bekanntesten einjährigen Salbeiarten. Besonders auffällig sind die leuchtend roten Blüten, die von Juni bis Oktober erscheinen. Die angebotenen Zuchtsorten haben meist einen kompakten Wuchs und eignen sich für Sommerblumenbeete, Einfassungen sowie als Balkonpflanzen.
Einjährige Salbeiarten werden durch Aussaat ab Anfang März unter Glas vermehrt. Nach dem Pikieren werden die Pflänzchen einzeln in Töpfe gesetzt und zur Abhärtung in ein Frühbeet gestellt. Ab Ende Mai kommen sie dann an ihren endgültigen Standort.
Salvia splendens aus der Serie Cleopatra eignet sich als Balkonpflanze
Salbei in der Schwangerschaft
Salbei kann bestimmte Wirkungen auf den Körper haben, die die Schwangerschaft beeinflussen könnten, und sollte daher mit Vorsicht angewendet werden. Einige Quellen empfehlen, dass schwangere Frauen Salbei vollständig meiden sollten.
Es besteht nämlich das Risiko, dass Salbei Gebärmutterkontraktionen auslösen und zu einer Fehlgeburt oder Frühgeburt führen kann. Darüber hinaus kann er auch die Milchproduktion bei stillenden Müttern verringern.
Daher empfehlen wir, dass schwangere Frauen mit ihrem Arzt oder ihrer Hebamme konsultieren, ob die Anwendung von Salbei sicher ist, und wenn ja, welche Anwendungsweise am geeignetsten ist. In jedem Fall sollte Salbei vorsichtig und in kleinen Mengen verwendet werden. Unbedenklich ist jedoch die äußerliche Anwendung, zum Beispiel beim Gurgeln.
Salbeitee
Salbeitee wird traditionell als Mittel zur Förderung der Verdauung und zur Behandlung von Erkältungen verwendet. Er wird zubereitet, indem Sie frischen oder getrockneten Salbei (1 Teelöffel) mit 250 ml kochendem Wasser übergießen, 10 bis 15 Minuten ziehen lassen, abseihen und warm trinken. Die empfohlene Dosierung beträgt 3 Tassen täglich, und zwar für maximal 14 Tage.
Wenn Sie schwanger sind oder stillen, empfehlen wir, den Konsum von Salbeitee vollständig zu vermeiden. In anderen Fällen achten Sie bitte auf die Qualität des Tees und beobachten Sie die Menge, die Sie trinken. Salbei kann einen hohen Gehalt an Thujon aufweisen, einer Substanz, die in zu großen Mengen toxisch sein kann. Daher ist es am besten, Salbeitee in kleinen Mengen und nicht zu häufig zu konsumieren.
Wenn Sie gesundheitliche Probleme haben oder Medikamente einnehmen, empfehlen wir, sich mit einem Arzt zu beraten, ob die Einnahme von Salbeitee für Sie sicher ist.
