Sprühen und Gießen mit Düngee: so bereiten Sie einen Aufguss zu
Das Granulat wirkt langsam und lange. Wenn die Nährstoffe schnell bei der Pflanze ankommen sollen, setzen Sie einen Aufguss an — über Nacht und ganz ohne Rühren.
Warum ein Aufguss, wenn ich Granulat habe
Düngee wird normalerweise als Granulat in den Boden eingearbeitet, und die Pflanze zieht die Nährstoffe nach und nach über die ganze Saison. Das ist sein größter Vorzug — bedeutet aber auch, dass über Nacht nichts passiert.
Ein Aufguss ist eine wässrige Lösung, in die der lösliche Anteil des Düngers übergeht. Mit diesem Wasser können Sie die Pflanze an die Wurzeln gießen und auf die Blätter sprühen, sodass die Nährstoffe gleichmäßig dorthin kommen, wo Sie sie brauchen. Besonders sinnvoll ist das bei Zimmerpflanzen im Topf, bei Jungpflanzen, bei Balkonkästen und überall dort, wo sich Granulat schlecht einarbeiten lässt.
Was Sie brauchen
- Einen Eimer oder ein anderes Gefäß — je nachdem, wie viel Lösung Sie ansetzen wollen
- Düngee — rechnen Sie mit einem Esslöffel pro Liter Wasser im Gefäß
- Wasser — abgestanden, zimmerwarm
- Sprühflasche und Gießkanne — für Blatt und Wurzeln
- Optional einen Ausströmerstein aus dem Aquarium — er ersetzt das Rühren
- Optional Wurmhüllen — eine natürliche Bodensubstanz, die die natürliche Immunität der Pflanzen unterstützt
Aufguss ansetzen: Schritt für Schritt
- Füllen Sie Wasser in das Gefäß und merken Sie sich die Menge.
- Geben Sie Düngee im Verhältnis ein Esslöffel pro Liter Wasser dazu. Bei zehn Litern im Eimer also zehn Esslöffel.
- Gut umrühren. Oder Sie sparen sich die Arbeit und legen einen Ausströmerstein aus dem Aquarium hinein — die Bläschen durchmischen den Inhalt von selbst.
- Über Nacht stehen lassen. In dieser Zeit zieht der Dünger schön durch.
- Am Morgen die Belüftung abschalten und ein paar Minuten warten. Der ungelöste Rest sinkt zu Boden, sodass Sie das klare Wasser oben abgießen und direkt in die Sprühflasche füllen können — nichts verstopft die Düse.
Aufguss mit Wurmhüllen
In dasselbe Gefäß können Sie auch Wurmhüllen geben. Sie sind sehr leicht und schwimmen oben auf, Sie müssen sie also untertauchen — am einfachsten mit der Hand oder indem Sie sie vom Luftstrom der Belüftung umwälzen lassen.
Wurmhüllen lassen sich auch allein ansetzen, in einem eigenen Aufguss ohne Dünger. Wenn Sie gleichzeitig düngen möchten, mischen Sie beides zusammen in ein Gefäß.
Anwendung: erst aufs Blatt, dann an die Wurzeln
Bewährt hat sich, die Menge zu teilen. Sprühen Sie die Pflanze zuerst auf die Blätter — mit dem abgegossenen klaren Wasser aus der Sprühflasche. Den Rest des Aufgusses gießen Sie dann mit der Gießkanne an die Wurzeln. So bekommt die Pflanze die Nährstoffe auf beiden Wegen.
Absieben ist nicht nötig. Dünger und Wurmhüllen lassen sich später mit klarem Wasser von den Blättern abbrausen. Wenn es Sie nicht stört, dass eine Weile etwas auf den Blättern liegt, können Sie auch den ganzen Eimer samt Bodensatz nehmen und die Pflanze von Kopf bis Fuß damit übergießen.
Möchten Sie die Pflanzen dagegen nicht übergießen, sieben Sie den Aufguss durch ein feines Sieb und verwenden nur das Wasser in der Sprühflasche.
Variante ohne Aufguss: anfeuchten und bestreuen
Wenn die Zeit fehlt, den Aufguss über Nacht stehen zu lassen, funktioniert auch die Abkürzung: Feuchten Sie die Blätter mit klarem Wasser an und bestreuen Sie sie dann mit Düngee. Das Granulat haftet auf dem feuchten Blatt und die Nährstoffe werden nach und nach frei, während die Blätter abtrocknen und beregnet werden.
Das Ergebnis ist mit Sprühen und Gießen aus dem Aufguss vergleichbar, es dauert nur länger, bis sich der Dünger löst.
Wann und wie oft
- Sprühen Sie morgens oder gegen Abend, nicht in der prallen Mittagssonne — die Tropfen auf den Blättern würden schnell eintrocknen und die Pflanze hätte nichts davon.
- Verwenden Sie den Aufguss frisch, am besten am selben oder am folgenden Tag.
- Wiederholen Sie nach Bedarf der Pflanze. Das Gießen mit Aufguss ergänzt die Grunddüngung mit Granulat, es ersetzt sie nicht — wie viel Granulat wie oft in den Boden gehört, steht in der Dosierungstabelle.
- Düngee hat einen neutralen pH-Wert und gibt die Nährstoffe langsam ab, beim Aufguss müssen Sie also nicht befürchten, die Pflanze zu verbrennen wie mit konzentrierten Mineraldüngern.
Häufige Fragen
Wie viel Düngee kommt ins Wasser?
Ein Esslöffel pro Liter Wasser. In einem Zehn-Liter-Eimer also zehn Esslöffel.
Wie lange muss der Aufguss ziehen?
Über Nacht. Wenn Sie den Inhalt mit einer Belüftung umwälzen, genügt auch weniger, aber eine Nacht ist ein bequemes und verlässliches Intervall.
Muss ich den Aufguss absieben?
Nein. Es reicht, den Bodensatz absinken zu lassen und nur das klare Wasser oben abzugießen — so gelangt nichts in die Sprühflasche, was die Düse verstopfen könnte. Durch ein Sieb zu gießen lohnt sich nur, wenn wirklich nichts auf den Blättern zurückbleiben soll.
Bleiben Flecken auf den Blättern?
Kleine Reste von Dünger oder Wurmhüllen können auf den Blättern bleiben. Sie lassen sich jederzeit mit klarem Wasser abbrausen, oder der nächste Regen spült sie ab.
Kann ich damit auch Zimmerpflanzen gießen?
Ja, gerade bei Zimmerpflanzen ist es am sinnvollsten — im Topf lässt sich Granulat schlecht einarbeiten, und der Aufguss erreicht alle Wurzeln gleichmäßig. Halten Sie das gleiche Verhältnis von einem Esslöffel pro Liter ein.
Kann ich nur Wurmhüllen ansetzen, ohne Dünger?
Ja. Wurmhüllen lassen sich allein aufgießen. Wenn Sie die Pflanze gleichzeitig düngen möchten, mischen Sie beides in ein Gefäß.
