Amerikanischer Stachelbeermehltau
Weißer Belag auf Blättern und Früchten, der die ganze Ernte kosten kann. Resistente Sorten, Vorbeugung und was Sie heute gegen Mehltau an Stachelbeeren wirklich einsetzen dürfen.
Amerikanischer Stachelbeermehltau – Mehltau an Stachelbeere und Johannisbeere

Der Amerikanische Mehltau an Stachelbeeren ist eine Krankheit, die durch den Pilz Podosphaera mors-uvae. Die Krankheit führt zu einem weißen, mehligen Belag auf Blättern, Trieben, Blüten und Früchten der Stachelbeere. Befallene Pflanzenteile verformen sich außerdem, was am Ende oft den ganzen Ertrag mindert.
Die Krankheit breitet sich vor allem bei warmer, feuchter Witterung aus und kann während der gesamten Vegetationszeit auftreten.
Der Pilz überwintert an befallenen Trieben und im Falllaub, deshalb kehrt er jedes Jahr an dieselbe Stelle zurück. Die Grundlage der Abwehr ist daher nicht die Spritzung, sondern ihm die Bedingungen zu nehmen, unter denen er gedeiht:
- Auslichtungsschnitt — ein dichter Strauch trocknet nach Regen und Tau lange nicht ab, und genau das braucht der Mehltau. Schneiden Sie alte und nach innen wachsende Triebe heraus, damit Luft durch den Strauch zieht.
- Entfernen Sie befallene Triebspitzen, sobald Sie den weißen Belag bemerken. Den abgeschnittenen Trieb entsorgen, nicht auf den Kompost geben.
- Nicht mit Stickstoff überdüngen. Üppige, weiche Triebe sind das Beste, was ein Gärtner dem Mehltau bieten kann — bei Stachelbeeren lohnt sich deshalb ein natürlicher Dünger, der die Nährstoffe nach und nach abgibt, statt einer kräftigen Mineraldüngergabe.
- Im Herbst das Falllaub zusammenrechen und entsorgen, in dem der Erreger überwintert.
- Pflanzen Sie Stachelbeeren nicht in schattige, geschlossene Ecken und halten Sie Abstände ein, damit sich die Sträucher nicht berühren.
- Wählen Sie widerstandsfähige Sorten — bei einer Neupflanzung ist das eindeutig die wirksamste Maßnahme.
Mehltauresistente Stachelbeersorten

Eine der besten Möglichkeiten, einen Mehltaubefall der Stachelbeere zu vermeiden, ist die Wahl einer Sorte, die widerstandsfähig beziehungsweise resistent gegen diese Krankheit ist. Dazu zählen zum Beispiel: „Invicta“, „Rokula“, „Remarka“, „Pax“, „Rolonda“ oder „Redeva“.
Und weil der Mehltau auch die Johannisbeere befällt, haben Sie auch hier die Wahl unter robusten Sorten: „Rovada“, „Rondom“ und „Red Lake“ bei den roten, „Blanka“ und „Weiße Versailler“ bei den weißen und „Titania“, „Ometa“ oder „Ben Sarek“ bei den schwarzen.
Mehltau an Stachelbeeren bekämpfen: Spritzung und Netzschwefel

Beim Mehltau ist der Zeitpunkt wichtiger als die Wahl des Mittels. Behandelt wird zweimal nach der Blüte, im Abstand von zehn bis vierzehn Tagen, und danach noch einmal nach der Ernte. Eine Spritzung zu einem Zeitpunkt, an dem der Strauch schon ganz weiß ist, dreht die Sache nicht mehr um — Mehltau lässt sich nur am Anfang aufhalten.
🚨 Vorsicht bei älteren Empfehlungen — auch bei der, die hier früher stand. Die Wirkstoffe Triadimefon (früher unter anderem in Bayleton 25 WP) und Fenarimol (Rubigan 12 EC) tauchen in Ratgebern und auf Gartenseiten bis heute auf, doch beide Wirkstoffe hat die EU um 2008 und 2009 aus der Zulassung genommen. Diese Mittel dürfen also nicht mehr angewendet werden und sind nicht mehr im Handel.
Was Sie vor dem Kauf prüfen sollten: Zulassungen ändern sich jedes Jahr, verlassen Sie sich deshalb auf keinen Artikel — auch nicht auf diesen. Verbindlich ist die Online-Datenbank für Pflanzenschutzmittel des BVL: Dort wählen Sie die Kultur (Stachelbeere oder Johannisbeere) und den Schadorganismus (Echter Mehltau) und erhalten genau das, was aktuell zugelassen ist, samt Aufwandmenge und Wartezeit. Auf der Packung müssen Stachelbeere oder Johannisbeere genannt sein — ein Mittel, das gegen Mehltau an Rosen zugelassen ist, darf an Stachelbeeren nicht eingesetzt werden. Im Hausgarten dürfen Sie außerdem nur Mittel verwenden, die ausdrücklich für den Haus- und Kleingarten zugelassen sind.
Für den Garten ist gut zu wissen, dass gegen Mehltau seit Langem auch Präparate auf Schwefelbasis (Netzschwefel) eingesetzt werden, die auch im ökologischen Anbau zulässig sind. Aber auch hier gilt: Prüfung in der Zulassungsdatenbank und Etikett lesen, denn Schwefel verträgt sich mit manchen Sorten nicht und kann bei hohen Temperaturen die Blätter verbrennen.
Wenn Sie Spritzungen ganz vermeiden möchten, kaufen Sie am besten mehltauresistente Sorten (siehe oben), halten Sie die Bestände von Stachel- und Johannisbeeren luftig, überdüngen Sie die Pflanzen nicht mit Stickstoff (wählen Sie also lieber einen natürlichen Dünger als einen schnell löslichen Mineraldünger), entfernen Sie konsequent befallene Teile der Stachelbeeren und Johannisbeeren und rechen Sie im Herbst das Falllaub zusammen, in dem der Erreger überwintert.
Stachelbeermehltau erkennen
Der Amerikanische Stachelbeermehltau hat einen Verlauf, den man gut wiedererkennt — und genau daran unterscheidet er sich von anderen Problemen:
- Er beginnt an den Triebspitzen, nicht an alten Blättern. Auf den jüngsten Blättchen zeigt sich ein weißer, mehliger Belag, der sich mit dem Finger abwischen lässt.
- Er wandert von oben nach unten am Trieb entlang und erreicht auch die Früchte.
- Der Belag wird später braun und filzig — aus dem weißen Mehl wird eine rostbraune Kruste. Das ist das typischste Merkmal und zugleich die Phase, in der sich nichts mehr machen lässt.
- Die Triebe verformen sich, krümmen sich und bleiben kümmerlich, die Blätter rollen sich ein.
- Früchte mit braunem Belag kann man essen, wenn man sie schält, verkaufen oder lagern lassen sie sich aber nicht, und der Geschmack ist mäßig.
Nicht mit dem Europäischen Stachelbeermehltau verwechseln. An Johannis- und Stachelbeeren tritt außerdem der Europäische Stachelbeermehltau (Microsphaera grossulariae) auf, der seinen Belag auf der Blattunterseite älterer Blätter bildet und nicht braun wird. Der Amerikanische Mehltau ist der, der Triebspitzen und Früchte befällt — und das ist die schädlichere Variante.
Häufige Fragen
Kann man vom Mehltau befallene Früchte essen?
Ja, geschält oder gewaschen schon — Mehltau ist für den Menschen nicht giftig. Der braune, filzige Belag verdirbt allerdings den Geschmack, und die Früchte bleiben kleiner und härter. Für Kompott oder Marmelade lassen sie sich verwenden, zum Lagern und zum Verkauf nicht.
Wann spritzt man gegen Stachelbeermehltau?
Zweimal kurz nach der Blüte, im Abstand von zehn bis vierzehn Tagen, und dann noch einmal nach der Ernte. Der Zeitpunkt ist wichtiger als die Wahl des Mittels — in einen weißen, bereits befallenen Strauch gespritzt ist der größte Teil des Aufwands verloren.
Welche Stachelbeersorten sind mehltauresistent?
Widerstandsfähig sind zum Beispiel „Invicta“, „Rokula“, „Remarka“, „Pax“, „Rolonda“ und „Redeva“. Bei den Johannisbeeren sind es bei den roten „Rovada“, „Rondom“ und „Red Lake“, bei den weißen „Blanka“ und „Weiße Versailler“, bei den schwarzen „Titania“, „Ometa“ und „Ben Sarek“. Bei einer Neupflanzung ist die Wahl einer resistenten Sorte die wirksamste Maßnahme überhaupt — sie erspart Ihnen Jahre voller Spritzungen.
Befällt der Stachelbeermehltau auch die Johannisbeere?
Ja, der Amerikanische Stachelbeermehltau befällt Stachelbeeren und Johannisbeeren, bei der Johannisbeere meist mit milderem Verlauf. Deshalb macht man Behandlung und Vorbeugung bei beiden gleichzeitig — und deshalb bringt es nichts, sich nur um einen Strauch zu kümmern, wenn der zweite daneben steht.
Hilft ein Rückschnitt gegen Mehltau?
Er hilft, und zwar deutlich. Der Auslichtungsschnitt ist eine der wirksamsten Maßnahmen: In einem dichten Strauch bleibt es nach Regen lange feucht, und genau das braucht der Mehltau. Befallene Triebspitzen entfernen Sie außerdem sofort, sobald Sie sie bemerken, und geben sie nicht auf den Kompost.
Darf ich ein älteres Mittel verwenden, das ich noch im Schrank habe?
Nein. Eine ganze Reihe früher empfohlener Mittel, darunter Bayleton 25 WP und Rubigan 12 EC, enthält heute nicht mehr zugelassene Wirkstoffe, und ihre Anwendung ist rechtswidrig. Die aktuelle Liste der zugelassenen Mittel finden Sie in der Online-Datenbank für Pflanzenschutzmittel des BVL — und nur dort.
