Steinobstschorf (Venturia carpophila)
Steinobstschorf an Aprikose und Pfirsich: Symptome, Vorbeugung und Behandlung der Pilzkrankheit an Obstbäumen – und wie sich befallene Früchte noch verwerten lassen.
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Steinobstschorf an Aprikose und Pfirsich

(Venturia carpophila)
Steinobstschorf ist eine Krankheit, die der Pilz Venturia carpophila verursacht; er befällt Obstbäume und Sträucher aus der Familie der Rosengewächse. Am häufigsten tritt die Krankheit an Pfirsich und Aprikose auf, sie kann aber auch Mandelbäume und weitere Gehölze befallen. Nicht zu verwechseln mit der Schrotschusskrankheit (Wilsonomyces carpophilus): Sie trägt zwar denselben Artnamen, ist aber ein anderer Pilz und stanzt Löcher in die Blätter.
Zu den Symptomen eines Befalls durch diesen Pilz gehört die Bildung brauner Flecken auf den Früchten (meist im Bereich des Stiels) und auf den Blättern. Diese Flecken vergrößern sich nach und nach und werden insgesamt dunkler. Befallene Früchte faulen schnell, reißen auf und sind deformiert. Flecken können auch an den Jungtrieben entstehen; bei den Blättern kann das Gewebe innerhalb der Flecken herausfallen.
Die Krankheit breitet sich in der Regel in Regenwetterperioden aus, wenn die Pflanzen feucht sind, oder bei starken Temperaturschwankungen. Der Erreger überwintert an den Jungtrieben oder in der Rinde. Die Infektion erfolgt dann 3 bis 4 Wochen nach der Blüte.
Die Vorbeugung besteht darin, befallene Teile der Bäume und Sträucher zu kontrollieren und zu entfernen. Tritt die Krankheit an einer Pflanze auf, lässt sich eine Behandlung mit einem Fungizid einsetzen, um die weitere Ausbreitung zu verhindern.
Gesundheitsrisiken – kann man befallene Früchte essen?

Sind die Früchte vom Schorf befallen, zeigen sie unansehnliche Flecken, reißen häufig auf und können bei Regenwetter später auch von der Monilia-Fruchtfäule befallen werden, die der Pilz Monilia laxa verursacht (siehe eigener Artikel). Die Früchte sind selbstverständlich von minderer Qualität, lassen sich nicht verkaufen und schlechter verarbeiten. Von der Fäule befallene Früchte sind überhaupt nicht mehr essbar, bei ihrem Verzehr drohen Gesundheitsrisiken! Früchte, die nur durch Flecken verformt sind, lassen sich zu Hause schälen und beispielsweise zu Marmelade, Konfitüre oder Kompott verarbeiten.
Steinobstschorf – wann spritzen
Der beste Schutz ist zwar die Vorbeugung – also widerstandsfähige Sorten kaufen (bei Aprikosen nahezu alle außer der Sorte Paviot), luftige Baumkronen und Bestände pflegen sowie Standort und Grundstück so wählen, dass es dort nicht so häufig regnet –, manchmal ist aber auch eine chemische Spritzung nötig. Spritzen dürfen Sie nur mit Mitteln, die eine Zulassung für den Haus- und Kleingarten haben, am besten 3 bis 4 Wochen nach der Blüte.
Zu den zugelassenen Wirkstoffen gehören zum Beispiel:
- Captan – Dosierung nach Gebrauchsanleitung des Präparats,
- Triazole wie Difenoconazol oder Tebuconazol – Dosierung nach Gebrauchsanleitung des Präparats.
- Welche Präparate aktuell zugelassen sind, führt das BVL in seiner Online-Datenbank – prüfen Sie das vor jeder Spritzung.
Denken Sie dennoch immer daran, dass chemische Spritzmittel potenziell gefährlich für Menschen, Tiere und die umgebende Natur sein können.
Verwenden Sie stets Schutzausrüstung wie Schutzbrille, Schutzhandschuhe und Schutzkleidung.
Bei der Anwendung von Spritzmitteln essen, trinken und rauchen Sie nicht.
Führen Sie Spritzungen nur bei windstillem Wetter oder höchstens bei leichter Brise durch.
