Waldmeister
Bodendecker für den Schatten unter Bäumen. Er duftet erst nach dem Welken — und trägt dann Sirup und Maibowle.
Waldmeister pflanzen und pflegen

(Galium odoratum)
Waldmeister (Galium odoratum) gehört botanisch zur Gattung Labkraut (Galium); der ältere Name Asperula odorata ist regional bis heute in Gebrauch. Die Gattung zählt zur Familie der Rötegewächse (Rubiaceae).
Er ist eine beliebte Pflanze der Volksheilkunde und zugleich ein dankbarer Gartenbewohner. Waldmeister zu pflanzen ist ziemlich einfach, deshalb steht er in vielen Gärten, Steingärten und Vorgärten. Ein paar Grundregeln genügen:
Standort: Waldmeister mag halbschattige bis schattige Plätze mit feuchtem Boden. Ideal ist ein Platz unter Bäumen, wo er etwas Morgensonne bekommt, in den heißen Stunden des Tages aber vor direkter Sonne geschützt ist.
Boden: Waldmeister bevorzugt feuchten, humosen und gut durchlässigen Boden. Es lohnt sich, Kompost oder Laubhumus einzuarbeiten, damit der Boden die Feuchtigkeit besser hält.
Pflanzung: Am besten vermehrt man Waldmeister über Ausläufer oder Teilung. Sie können ihn als Jungpflanze kaufen oder Ausläufer von anderen Gärtnern bekommen. Gepflanzt wird im Frühjahr oder im Herbst. Halten Sie genug Abstand zwischen den Pflanzen ein, denn Waldmeister breitet sich schnell aus.
Gießen: Halten Sie den Boden rund um den Waldmeister gleichmäßig feucht, aber nicht nass.
Düngen: Einmal im Jahr im Frühjahr genügt ein organischer Dünger. Zu viel Dünger lässt die Pflanze zu schnell wachsen, und die Blätter verlieren ihren typischen Duft.
- Ausbreitung: Waldmeister breitet sich schnell aus und bildet dichte Teppiche. Wenn Sie ihn begrenzen wollen, stechen Sie den Rand des Bestands mit dem Spaten ab und ziehen Sie die unterirdischen Ausläufer heraus — bloßes Abmähen des Krauts hält ihn nicht auf.
Überwintern: Waldmeister ist eine winterharte Staude und kommt ohne Schutz durch den Winter. Größere Pflanzgefäße stellen Sie über den Winter besser an einen geschützten Platz.
Waldmeister: Wirkung und Verwendung
🚨 Waldmeister enthält Cumarin — den Stoff, dem er seinen typischen Heuduft verdankt. In größeren Mengen oder über längere Zeit verursacht Cumarin Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit und belastet die Leber. Deshalb lässt man Waldmeister für die Maibowle nur kurz ziehen, und deshalb ist der Cumaringehalt in Lebensmitteln und Getränken mit Waldmeister in Deutschland rechtlich begrenzt.
Die folgende Übersicht beschreibt die traditionelle Verwendung in der Volksheilkunde, keine belegte Heilwirkung. Geben Sie Waldmeister nicht an Kinder, verzichten Sie in der Schwangerschaft und bei der Einnahme blutgerinnungshemmender Medikamente darauf und sprechen Sie bei Beschwerden mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Waldmeister (Galium odoratum) hat in der Volksheilkunde eine lange Geschichte. Im Folgenden nennen wir die Anwendungen, die ihm traditionell zugeschrieben werden:
Beruhigende Wirkung: Waldmeister ist für seine leicht beruhigende Wirkung bekannt. Sein Aroma und seine Inhaltsstoffe sollen Anspannung lösen, Stress mindern und den Schlaf verbessern. Traditionell wurde er zur Entspannung und zur inneren Ruhe eingesetzt.
Harntreibende Wirkung: Waldmeister gilt als harntreibend, soll also die Harnbildung anregen und dem Körper beim Ausscheiden helfen. Traditionell wurde das zur Unterstützung der Nierenfunktion genutzt.
Verdauung: Waldmeister wurde und wird zur Unterstützung der Verdauung verwendet. Ein Aufguss soll Beschwerden wie Blähungen, Völlegefühl oder Krämpfe im Bauch lindern.
Duft: Der typische Heuduft entsteht erst beim Welken — getrocknete Sträußchen legte man früher zwischen die Wäsche.
Entzündungshemmende Wirkung: Die Pflanze enthält bioaktive Verbindungen, denen eine entzündungshemmende Wirkung zugeschrieben wird. Das soll Entzündungen im Körper mildern und das allgemeine Wohlbefinden unterstützen.
Äußerliche Anwendung: In der Volksheilkunde wurde ein Absud für Umschläge auf kleine Verletzungen verwendet.
Lymphsystem: In der Volksheilkunde wurde Waldmeister zur Unterstützung des Lymphsystems genutzt, das als Teil der Immunabwehr beim Abtransport von Stoffwechselprodukten hilft. Dafür eignet sich am besten ein Tee beziehungsweise ein Aufguss.
Waldmeistersirup selber machen

Waldmeistersirup zu kochen ist einfach — und es ist zugleich eine Art, den Duft für den Winter aufzuheben.
Was Sie brauchen:
- 2 Handvoll frische oder getrocknete Waldmeisterblätter,
- 2 Tassen Wasser,
- 2 Tassen Zucker (oder nach Geschmack),
- den Saft von 1–2 Zitronen.
So geht es:
Wenn Sie frische Blätter verwenden, spülen Sie sie unter fließendem Wasser ab und lassen Sie sie abtropfen. Getrocknete Blätter können Sie einfach abmessen.
Mischen Sie Wasser und Waldmeisterblätter in einem großen Topf. Bringen Sie alles zum Kochen und lassen Sie es etwa 10–15 Minuten kochen.
Nehmen Sie den Topf dann von der Platte und lassen Sie die Mischung abkühlen. Anschließend seihen Sie die Kräuter durch ein Sieb oder ein Tuch ab, sodass Sie den Kräuterauszug erhalten.
Geben Sie den Auszug zurück in den Topf und fügen Sie den Zucker hinzu. Erwärmen Sie die Mischung langsam und rühren Sie, bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat.
Sobald der Zucker gelöst ist, geben Sie den Zitronensaft dazu. Er gibt dem Sirup nicht nur eine erfrischende Säure, sondern verlängert auch seine Haltbarkeit.
Kochen Sie die Mischung danach bei mittlerer Hitze langsam ein, bis der Sirup die gewünschte Konsistenz hat. Denken Sie daran, dass er nach dem Abkühlen noch dickflüssiger wird.
Füllen Sie den noch warmen Sirup in sterilisierte Flaschen. Verschließen Sie sie fest und lassen Sie sie auf Zimmertemperatur abkühlen. Danach bewahren Sie die Flaschen im Kühlschrank auf.
Waldmeistersirup können Sie als Süße für Getränke, Cocktails, Desserts, Obstsalate und andere Speisen verwenden.
Färber-Waldmeister ist eine ganz andere Art

Der Färber-Waldmeister (Asperula tinctoria) ist trotz des ähnlichen Namens eine ganz andere Art. Er blieb in der Gattung Asperula, aus der der echte Waldmeister ausgegliedert wurde, und gehört ebenfalls zur Familie der Rötegewächse (Rubiaceae). Diese Pflanze wurde traditionell wegen ihrer färbenden Eigenschaften genutzt — für Naturfarben auf Stoffen und in Lebensmitteln.
Der Grund, warum der Färber-Waldmeister früher angebaut und gesammelt wurde, sind die Inhaltsstoffe, die als Naturfarbstoff dienen. Der Farbstoff sitzt in den Wurzeln, ähnlich wie beim verwandten Färberkrapp (Rubia tinctorum), und ergibt rote bis rosa Töne; je nach Sud und Beize sind auch Töne ins Orange möglich.
Wenn Sie sich heute noch einen Naturfarbstoff ansetzen möchten, gehen Sie so vor:
Graben Sie die Wurzeln älterer Pflanzen aus — der Farbstoff steckt dort, nicht im Kraut. Im Herbst ist der Gehalt am höchsten.
Reinigen und zerkleinern Sie die gesammelten Wurzeln und setzen Sie sie in Wasser, Alkohol oder einem anderen Lösungsmittel an. So löst sich der Farbstoff aus der Pflanze.
Erwärmen Sie den Ansatz langsam, lassen Sie ihn aber nicht kochen. Dadurch werden die färbenden Stoffe frei und aktiv.
Durch Abseihen oder Filtern entfernen Sie die Pflanzenreste und erhalten die Flüssigkeit mit dem Naturfarbstoff.
Den gewonnenen Farbstoff können Sie zum Färben von Stoffen, Wolle, Papier oder Lebensmitteln verwenden. Je nach pH-Wert und weiteren Faktoren erhalten Sie unterschiedliche Farbtöne.
Naturfarben sind schön und geben Ihnen das Gefühl, etwas selbst gemacht zu haben — beachten Sie aber, dass Naturfarben weniger licht- und alterungsbeständig sind. Die Farbe kann also schneller verblassen als bei gekaufter synthetischer Farbe.
Häufige Fragen: Waldmeister
Welche Wirkung hat Waldmeister?
Traditionell werden ihm eine leicht beruhigende, harntreibende und verdauungsfördernde Wirkung zugeschrieben; er enthält außerdem entzündungshemmende Stoffe. In der Volksheilkunde wurde er auch zur Unterstützung des Lymphsystems genutzt. Vorsicht beim Cumarin — in größeren Mengen verursacht es Kopfschmerzen und Schwindel und belastet die Leber, deshalb bekommen Kinder und Schwangere keinen Waldmeister. Sprechen Sie bei Beschwerden mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Wie wird Waldmeister verwendet?
Am häufigsten als Tee oder Aufguss, beliebt sind auch selbst gemachter Sirup und die Maibowle. Das beruhigende Aroma wird traditionell für besseren Schlaf und zur Entspannung genutzt.
Wie macht man Waldmeistersirup?
Zwei Handvoll Blätter 10–15 Minuten in zwei Tassen Wasser kochen, abseihen, Zucker und Zitronensaft zugeben und langsam einkochen. Den fertigen Sirup im Kühlschrank aufbewahren.
Wie pflanzt man Waldmeister?
Er mag Halbschatten bis Schatten und feuchten, humosen Boden — ideal unter Bäumen. Vermehrt wird er über Ausläufer oder Teilung, und er bildet schnell dichte Teppiche, die Sie bei Bedarf im Zaum halten.
Womit düngt man Waldmeister?
Einmal im Jahr im Frühjahr genügt ein organischer Dünger, zum Beispiel der natürliche DÜNGEE. Übertreiben Sie es nicht — zu viele Nährstoffe führen zu schnellem Wuchs, und die Blätter verlieren ihren typischen Duft.
Die genaue Dosierung für einzelne Pflanzen finden Sie auf der Seite Dosierung von DÜNGEE.
