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Clematis (Waldrebe)

Clematis – Kletterpflanzen für Pergola, Zaun und Steingarten

Kletternde Sträucher, Halbsträucher oder ausdauernde Stauden mit auffälligen Blüten.

  • Standort: Halbschatten, eher lehmige, durchlässige Böden.

  • Höhe: meist zwischen 2 und 4 m.

  • Blütezeit: je nach Art Mai–Oktober.

  • Vermehrung: durch Aussaat, Stecklinge oder Veredelung.

Die Waldreben gehören zur Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae). Es sind Lianen mit gegenständigen, dreizähligen oder unpaarig gefiederten, unregelmäßig zusammengesetzten oder einfachen Blättern. Die meist zwittrigen Blüten sind röhrig bis tellerförmig mit vielen Übergangsformen und stehen einzeln oder in end- und seitenständigen Rispen. Sie haben in der Regel 4, selten 5, 6 oder 8 Blütenblätter sowie zahlreiche Staubblätter und Stempel. Aus dem Stempel entwickelt sich ein Nüsschen mit bleibendem Griffel, der sich oft in einen federig behaarten Anhang verwandelt.

Rund 250 Arten sind auf der Nordhalbkugel verbreitet, einige auch in Australien und Neuseeland. Die meisten Arten kommen in Ostasien, in Nordamerika und in Europa (10 Arten) vor. Neben einigen Wildarten werden in den Gärten vor allem großblütige Hybriden kultiviert.

Clematis-Arten und Wildarten: Überblick der botanischen Arten

Die botanischen Clematis-Arten sind anspruchsloser als die großblütigen Hybriden und kommen im Garten auch ohne regelmäßigen Schnitt zurecht. Der Überblick beginnt bei niedrigen Arten für den Steingarten und endet bei wüchsigen Lianen für die Pergola.

Alpen-Waldrebe (Clematis alpina)

Alpen-Waldrebe (Clematis alpina)

Die Alpen-Waldrebe wächst schwächer und erreicht 2-3 m Höhe. Sie trägt einzelne, lang gestielte Blüten und blüht im Mai und Juni. Die Blütenblätter sind 3-4 cm lang, schmal, weit ausgebreitet und in verschiedenen Blautönen gefärbt. Von der in den Alpen heimischen Art leiten sich mehrere Sorten ab:

Francis Rivis“ mit großen, tief blauen Blüten; 

Pamela Jackman“ hat sehr schmale, tief azurblaue Blütenblätter und remontiert leicht; 

White Moon“ blüht spät mit weißen, gefüllten Blüten.

Die reich blühende Art gehört mit ihren Sorten zu den schönsten Wildwaldreben für kühlere Lagen. Im Steingarten kommt sie besonders gut zur Geltung.

Bärenklau-Waldrebe (Clematis heracleifolia)

Bärenklau-Waldrebe (Clematis heracleifolia)

Die Bärenklau-Waldrebe ist ein 1 m hoher Halbstrauch. Die Blüten sind 2-2,5 cm lang, röhrig, hellblau und erinnern an Hyazinthen. Sie stehen in reichen Büscheln über den Blättern. Die Blütezeit reicht von August bis September. Diese robuste Waldrebe aus Ostchina ist im Garten als blühender Zierstrauch vielseitig einsetzbar.

Ganzblättrige Waldrebe (Clematis integrifolia)

Ganzblättrige Waldrebe (Clematis integrifolia)

Die Ganzblättrige Waldrebe ist eine 50-70 cm hohe Staude mit zunächst aufrechten, später niederliegenden Trieben. Sie blüht von Juni bis August. Die Blüten hängen einzeln an langen Stielen an den Triebenden. Die vier Blütenblätter sind flach ausgebreitet. Im Herbst glänzen zahlreiche silbrige Fruchtstände an der Pflanze. Die Ganzblättrige Waldrebe ist verhältnismäßig anspruchslos und eignet sich für größere Steingärten. Sie ist von Südosteuropa bis Mittelrussland heimisch.

Jackmans Waldrebe (Clematis × jackmanii)

Jackmans Waldrebe (Clematis × jackmanii)

Sie klettert 3-4 m hoch und blüht von Juli bis Oktober. Die zahlreichen Blüten sind 10-14 cm breit, violettpurpurn, haben 4 flach ausgebreitete Blütenblätter und einen langen Stiel. Sie entstehen an den Enden der diesjährigen Triebe.
Diese Kreuzung entstand 1860 in der englischen Baumschule Jackman. Sie ist das Ergebnis der ersten Kreuzung zwischen einer europäischen und einer ostasiatischen Art. Die erste daraus gezüchtete Sorte mit großen blauen, tellerförmigen Blüten wurde später in der Züchtung vieler großblütiger Hybriden eingesetzt. Clematis × jackmanii gehört bis heute zum Standardsortiment der sehr reich blühenden und vielseitig verwendbaren Waldreben.

Großblütige Waldrebe (Clematis macropetala)

Großblütige Waldrebe (Clematis macropetala)

Die Großblütige Waldrebe ist ein Kletterstrauch, der 2-3 m hoch wird. Im Mai und Juni erscheinen einzeln die nickenden, bis 10 cm breiten blauen oder blauvioletten Blüten mit vier Blütenblättern. Sie stammt aus Nordchina, der Mandschurei und Sibirien und wirkt im Steingarten sehr gut. Ihre zahlreichen Blüten wirken wie gefüllt, die Blätter haben einen bronzefarbenen Schimmer. Die gezüchteten Sorten unterscheiden sich von der Art vor allem durch die Blütenfarbe:
„Bluebird“ hat fast schwarzblaue und sehr große Blüten, „Maidwell Hall“ halbgefüllte lavendelblaue; „Marham’s Pink“ ist eine purpurrosa Sorte; „Rosy O’Grady“ hat halbgefüllte, sternförmige, rosa Blüten; „White Moth“ blüht reinweiß.

Maximowicz-Waldrebe (Clematis maximowicziana)

Maximowicz-Waldrebe (Clematis maximowicziana)

Sie ist eine starkwüchsige, bis 8 m hohe Waldrebe aus Japan. In reichen Rispen trägt sie weiße, duftende, 3 cm breite Blüten. Sie blüht reich im Herbst, von September bis Oktober, und bevorzugt sonnige und warme Standorte.

Berg-Waldrebe (Clematis montana)

Berg-Waldrebe (Clematis montana)

Sie blüht im Mai und wird 8 m hoch. Die weißen, schwach duftenden Blüten stehen zu 1-5 in Büscheln am alten Holz. Ihre 4 Blütenblätter sind weit ausgebreitet. Die Berg-Waldrebe stammt aus dem Himalaja sowie aus Mittel- und Westchina. In den Gärten wird sie am häufigsten gepflanzt, denn sie blüht reich, wächst kräftig, ist anspruchslos und begrünt auch große Flächen an Fassaden, Lauben und Pergolen rasch. Von den zahlreichen Formen ist die var. rubens mit vor allem beim Austrieb purpurnen Blättern und rosaroten Blüten bedeutend. Die Sorte Tetrarosa wächst stark und hat lilarosa Blüten von bis zu 8 cm Breite.

Orientalische Waldrebe (Clematis orientalis)

Orientalische Waldrebe (Clematis orientalis)

Sie klettert 3-5 m hoch. Die glockigen gelben Blüten sind 3 bis 5 cm breit und haben 4 dick fleischige Blütenblätter. Die Orientalische Waldrebe blüht im August und September und bildet nach der Blüte zahlreiche silbrige Fruchtstände. Sie ziert mit den gelben Blüten und den farnartig geteilten Blättern. In der Natur ist sie von Südeuropa bis Nordchina und in die Mandschurei verbreitet.

Aufrechte Waldrebe (Clematis recta)

Aufrechte Waldrebe (Clematis recta)

Sie ist eine 1 m hohe Staude mit aufrechten oder unten liegenden, also nicht kletternden Trieben. Die Blüten sind milchweiß, 1,5 cm lang, sehr zahlreich und in großen aufrechten Rispen angeordnet. Die Aufrechte Waldrebe blüht im Juni und Juli. Sie ist eine sehr langlebige Staude für sonnige bis halbschattige Plätze am Gehölzrand und stammt aus Süd- und Mitteleuropa sowie aus den gemäßigten Gebieten Asiens.

Gold-Waldrebe (Clematis tangutica)

Gold-Waldrebe (Clematis tangutica)

Sie ist in der Mongolei und in Nordchina heimisch. In den Gärten gehört sie zu den schönsten und anspruchslosesten gelb blühenden Waldreben. Sie wird 5 m hoch, ihre nickenden, meist einzeln stehenden Blüten sind bis 8 cm breit, anfangs breit glockig, später weit geöffnet. Die Blütezeit verteilt sich auf Juni und Juli sowie auf September und Oktober. Nach der Blüte trägt die Pflanze viele federige Früchte von silbriger Farbe.

Texanische Waldrebe (Clematis texensis)

Texanische Waldrebe (Clematis texensis)

Sie wächst als 2 m hoher Halbstrauch oder nur als Staude. Von Juli bis September erscheinen an ihr einzelne krugförmige Blüten, 2-3 cm lang und scharlachrot oder karminrot gefärbt. Die gezüchteten Sorten unterscheiden sich von der Art durch größere glockige Blüten und reicheres Blühen.

Gewöhnliche Waldrebe (Clematis vitalba)

Gewöhnliche Waldrebe (Clematis vitalba)

Sie ist unsere heimische Art. Sie kommt in West- und Mitteleuropa vor und reicht bis zum Kaukasus. Sie wächst üppig und schnell bis 10 m hoch. Die schwach duftenden weißen Blüten sind etwa 2 cm breit und haben viele Staubblätter. Sie blüht von Juli bis September. In der Natur siedelt sie in Auwäldern, wächst an feuchten Waldrändern und an halbschattigen bis schattigen Hängen mit nährstoffreichem, durchlässigem Boden. Sie wächst so stark, dass sie ganze Strauchgruppen überdeckt und bis in die Kronen hoher Bäume hinaufwächst. Für kleinere Gärten ist sie nicht geeignet.

Italienische Waldrebe (Clematis viticella)

Italienische Waldrebe (Clematis viticella)

Sie ist von Südeuropa bis zum Kaukasus verbreitet. Sie klettert 4 m hoch und blüht von Juli bis September, meist mit einzelnen Blüten an langen Stielen. Die Blüten sind 3-5 cm breit, purpurrosa bis violett und haben 4 flach ausgebreitete Blütenblätter. Die Italienische Waldrebe wird in den Gärten schon seit Jahrhunderten kultiviert. Im vergangenen Jahrhundert wurde sie mit neu eingeführten ostasiatischen Arten gekreuzt und war so an der Entstehung der großblütigen Hybriden beteiligt.

Unter den Viticella-Sorten finden sich nicht nur großblütige Sorten, sondern auch solche mit verhältnismäßig kleinen Blüten, die etwas von der ursprünglichen natürlichen Schönheit der Wildart bewahrt haben.

Großblütige Clematis-Hybriden: Sorten und Blütezeit

In den Gärten haben in der Regel die Kreuzungen mit großen, auffällig gefärbten Blüten Vorrang vor den Wildarten. An der Entstehung dieser großblütigen Hybriden waren nur wenige Arten beteiligt: die europäischen Arten Italienische Waldrebe (Clematis viticella) und Ganzblättrige Waldrebe (Clematis integrifolia) sowie die aus China und Japan stammenden Arten Reichblütige Waldrebe (Clematis florida), Ausgebreitete Waldrebe (Clematis patens) und Wollige Waldrebe (Clematis lanuginosa). Die erste Kreuzung europäischer Arten mit einer ostasiatischen Art gelang 1860 in England. Aus den Sämlingen, die daraus heranwuchsen, wurde einer ausgewählt und als Jackmans Waldrebe (Clematis × jackmanii) bezeichnet. Die großblütigen Clematis-Hybriden bilden heute eine umfangreiche Gruppe von mehr als 500 Sorten, von denen jedoch nur ein Teil gärtnerische Bedeutung hat.

In der folgenden Tabelle stehen die Sorten, die von der niederländischen Prüfungsanstalt positiv bewertet wurden. 

Sorte Blütenfarbe Blütezeit
‚Barbara Jackman‘ dunkelviolett, rote Mittelstreifen Mai-Juni
‚Boskoop Beauty‘ hellblau, violettpurpurne Mittelstreifen Juni-Juli
‚Capitaine Thuilleaux‘ hellrosa, purpurrosa Mittelstreifen Mai-Juni
‚Dorothy Walton‘ hellpurpurn Juli-September
‚Dr. Ruppel‘ weißlich rosa, purpurrosa Mittelband Mai-Juni
‚Duchess of Edinburgh‘ cremeweiß, gefüllte Blüte Juli-September
‚Ernest Markham‘ petunienrot Juli-September
‚Etoile de Malicome‘ violettweiß, violett gestreift Mai-Juni
‚Etoile Violette‘ dunkelpurpurn Juni-September
‚General Sikorski‘ violettblau Juni-Juli
‚Gipsy Queen‘ purpurne Mittelstreifen Juli-September
‚Guiding Star‘ dunkelpurpurn, rötliche Aderung Juli-September
‚Hagley Hybrid‘ kräftig rosa Juli-September
‚Henryi‘ weiß Juli-September
‚Huldine‘ perlweiß Juli-September
‚Jackmanii‘ dunkelblau Juli-September
‚Jackmanii Superba‘ dunkelpurpurblau Juli-September
‚Kathleen Dunford‘ hellpurpurn Mai-Juni
‚Lady Betty Balfour‘ purpurblau September-Oktober
‚Lady Northcliffe‘ hellpurpurn Juni-Juli
‚Lasurstern‘ lavendelblau Juni-Juli
‚Madame Julia Correvon‘ kräftig weinrot Mai-Juni
‚Madame le Coultre‘ weiß Juli-September
‚Margaret Hunt‘ mattpurpurrosa Mai-Juni
‚Miss Bateman‘ weiß Juli-September
‚Mrs. Cholmondeley‘ lavendelblau Juli-September
‚Mrs. N. Thompson‘ violettblau, purpurrote Mittelstreifen Mai-Juni
‚Niobe‘ samtig dunkelrot Juli-September
‚Perle d’Azur‘ himmelblau Juli-September
‚Pink Fantasy‘ hellrosa Mai-Juni
‚Rouge Cardinal‘ kräftig rot bis dunkelpurpurrot Juli-September
‚Silver Moon‘ violettweiß Juli-September
‚The President‘ violettblau Juli-September
‚Twilight‘ dunkelrosa Mai-Juni
‚Ville de Lyon‘ purpurrot Juli-September
‚Violet Charm‘ dunkelpurpurblau Juli-September
‚Vyvyan Pennell‘ violettblau Juli-September
‚W. E. Gladstone‘ dunkelpurpurrot Mai-Juni
‚William Kennett‘ hell violettblau Juli-September
‚Xerces‘ hell violettblau Juli-September

Großblütige Hybriden – Sorten nach Blütenfarben gruppiert

Bei den bereits erwähnten Prüfungen in den Niederlanden wurden die Sorten nach den Kriterien „Zierwert“ und „Wuchs“ bewertet (van de Laar 1985) und dabei nach der Blütenfarbe in Gruppen geordnet.

Farbe Reinweiß / Hellrosa Cremeweiß / Dunkelrot Violettweiß / Dunkelrosa
Weiß reinweiß
‚Henryi‘
‚Madame le Coultre‘
‚Miss Bateman‘
cremeweiß
‚Duchess of Edinburg‘
‚Silver Moon‘
violettweiß ‚Huldine‘
Rosa hellrosa
‚Pink Fantasy‘
rosa
‚Comtesse de Bouchaud‘
‚Hagley Hybrid‘
‚Margaret Hunt‘
‚Mr. Spencer Castle‘
dunkelrosa ‚Twilight‘
Rot rot ‚Rouge Cardinal‘ dunkelrot
‚Madame Jules Correvon‘
‚Niobe‘
purpurrot
‚Ernest Markham‘
‚Ville de Lyon‘
Purpurn hellpurpurn ‚Dorothy Walton‘
‚Kathleen Dunford‘
purpurblau
‚Lady Betty Balfour‘
‚Prins Hendrik‘
‚Violet Charm‘
‚Vyvyan Pennell‘
‚Xerces‘
dunkelpurpurblau
‚Etoile Violette‘
‚Gipsy Queen‘
Jackmanii Superba‘
‚Lilacina Floribunda‘
‚Star of India‘
Blau hellblau
General Sikorski‘
‚Lawsoniana‘
‚Mrs. Cholmondeley‘
‚Perle d’Azur‘
‚W.E. Gladstone‘
‚William Kennett‘
blau
‚Lady Northcliffe‘
‚Lasurstern‘
dunkelblau
Jackmanii‘
‚The President‘
Gestreift rosaweiß
purpurrosa
‚Bees Jubilee‘
‚Captaine Thuilleaux‘
‚Dr.Ruppel‘
‚John Paul II.‘
‚Nelly Moser‘
violettweiß/
violettpurpurn
‚Barbara Jackman‘
‚Boskoop Beauty‘
‚Etoile de Malicorne‘
violettblau/
purpurrot
‚Mrs. N. Thompson‘

Clematis pflanzen und pflegen: Standort, Pflanzung und Schnitt

Verwendung: Waldreben gehören zu den schönsten winterharten Kletterpflanzen. Sie lassen sich an vielen Stellen im Garten pflanzen – nicht nur an Mauern und an der Hausfassade, sondern auch am Zaun, an der Laube, am Rankgerüst, an der Pergola, als Sichtkulisse oder an einer frei stehenden Konstruktion für Kletterpflanzen. Waldreben lassen sich gut mit kleinen Bäumen oder großen Sträuchern kombinieren und können auch so gepflanzt werden, dass sie an ihnen emporklettern – das entspricht ihren natürlichen Ansprüchen. Alle wachsen an ihren ursprünglichen Standorten an Waldrändern und auf Lichtungen in Gesellschaft von Gehölzen, die ihren Trieben als Stütze dienen.

Waldreben brauchen eine Stütze, an der sie sich mit den Blattstielen festhalten können. Deshalb sollte die Rankhilfe nicht dicker als 25 mm sein. Als Rankhilfen eignen sich dauerhafte Materialien, etwa imprägniertes Holz, verzinktes oder beschichtetes Metall oder Kunststoff.

Standort: Waldreben sind ursprünglich Waldpflanzen. Sie bevorzugen krümelige, durchlässige, schwach alkalische, nährstoffreiche und ausreichend frische Böden. Während die oberirdischen Pflanzenteile in der vollen Sonne stehen dürfen, muss der Boden über den Wurzeln kühl und beschattet bleiben. Das gelingt mit einer Vorpflanzung, mit Steinen auf dem Boden oder mit einer Mulchschicht. Bei Trockenheit ist ausreichend zu gießen, besonders bei Pflanzen an Mauern und Gebäuden.

Pflanzung: Alle Waldreben werden so gepflanzt, dass die Oberkante des Wurzelballens 10-15 cm unter der Bodenoberfläche liegt. An Mauern ist ein Abstand von 50 cm einzuhalten. In der Nähe von Bäumen und Sträuchern eignet sich die Nordseite der Gehölze. Nach der Pflanzung im Frühherbst oder im zeitigen Frühjahr werden die Triebe dicht über dem Boden zurückgeschnitten. An einer flächigen Rankhilfe sollen die Triebe über die ganze Fläche verteilt werden.

Schnitt: Er gehört zu den wichtigsten Arbeiten, betrifft aber vor allem die großblütigen Hybriden, während bei den Wildarten ein Schnitt nicht nötig ist. Wenn eine Waldrebe an der Hausfassade unerwünscht überwächst oder Gehölze zu üppig überzieht, schneidet man früh blühende Arten erst nach der Blüte und spät blühende im zeitigen Frühjahr.

Bei den großblütigen Hybriden ist auf die Unterschiede zwischen den Sorten zu achten. Es gibt Sorten, die an kurzen Trieben einjähriger Zweige blühen, während andere Sorten ihre Blüten am diesjährigen Holz anlegen. Schneidet man im Frühjahr eine Sorte zurück, die im Mai und Juni bis Anfang Juli blühen soll, verhindert man die Blüte im selben Jahr. Umgekehrt werden späte Sorten mit der Hauptblütezeit von Juli bis September regelmäßig im Frühjahr tief zurückgeschnitten, damit sich an den neuen Trieben zahlreiche Blüten bilden.

Krankheiten und Schädlinge: Die gefährlichste Krankheit ist die Clematis-Welke, die ein Pilz verursacht. Dringt der Bodenpilz in die Leitbündel ein und verstopft sie, welkt die befallene Pflanze – oft im besten Wuchs – plötzlich und kann innerhalb weniger Tage ganz absterben. Sind nur einzelne Triebe betroffen, lässt sich die Pflanze retten, indem man sie unterhalb der befallenen Stelle abschneidet. Großblütige Hybriden sind dafür weit anfälliger als die botanischen Arten.

Alle übrigen Krankheiten sind nur selten so schwerwiegend, dass chemische Mittel nötig wären.

Clematis vermehren: Absenker, Stecklinge und Aussaat

Der sicherste Weg, aus einer Waldrebe zwei zu machen, ist das Absenken. Im Frühjahr legt man einen biegsamen einjährigen Trieb in eine flache Rille, befestigt ihn an einem Knoten mit einer Klammer und bedeckt ihn mit Erde; das Triebende bleibt über der Oberfläche. Bis zum Herbst bildet der Knoten Wurzeln, und der bewurzelte Teil lässt sich im Frühjahr abtrennen.

Die zweite Möglichkeit sind halbreife Stecklinge, die im Juni und Juli geschnitten werden. Der Steckling wird unter einem Knoten abgeschnitten, das untere Blattpaar entfernt und der Steckling in ein luftiges, gleichmäßig feuchtes Substrat im Schatten gesteckt. Die Bewurzelung dauert einige Wochen, über den Winter brauchen die jungen Pflanzen ein frostfreies Quartier.

Durch Aussaat vermehrt man nur die botanischen Arten – die Samen großblütiger Hybriden bringen keine sortenechten Nachkommen. Die Nüsschen brauchen eine Kaltstratifikation und keimen unregelmäßig, oft über mehrere Monate. Anspruchsvolle Sorten werden in den Baumschulen veredelt.

Clematis düngen: womit die Waldrebe gedüngt wird

Waldreben wachsen schnell und bilden in einer Saison mehrere Meter Triebe, entsprechend groß ist ihr Nährstoffbedarf. Gedüngt wird vom Austrieb bis Ende Juli – spätere Stickstoffgaben würden die Pflanze ins Wachstum treiben, auf Kosten des Ausreifens der Triebe vor dem Winter.

Bewährt hat sich DÜNGEE, ein organischer Naturdünger mit Stickstoff, Phosphor und Kalium in einem. Er wird als Gießwasser an die Wurzeln gegeben oder um die Pflanze gestreut, am besten auf feuchten Boden und unter den Mulch, der die Wurzeln der Waldrebe kühl hält. Das ganze Sortiment finden Sie im DÜNGEE-Katalog.