🚚 Packeta kostenlos ab 70,00 €

Wundklee (Anthyllis vulneraria)

Gelb bis orange blühende Staude aus der Familie der Hülsenfrüchtler für Magerrasen und Steingärten. Eine der besten Schmetterlingsweiden, die Sie pflanzen können.

Echter Wundklee

(Anthyllis vulneraria)

Der Echte Wundklee (Anthyllis vulneraria) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Es ist eine ausdauernde Staude mit niederliegendem Wuchs und grünen, wechselständigen Blättern aus mehreren Paaren von Blättchen — das Endblättchen ist dabei deutlich größer als die seitlichen. Die Blüten des Wundklees sind durch Form und Farbe unverwechselbar. Sie stehen in endständigen, dichten Köpfchen, die von auffällig wollig behaarten Kelchen umhüllt sind. Jede einzelne Blüte hat den typischen Bau der Schmetterlingsblüte aus Fahne, Flügeln und Schiffchen und ist meist leuchtend gelb bis orange gefärbt.

Der Echte Wundklee ist eine typische Pflanze für Magerrasen, sonnige Hänge, Kalk-Trockenrasen und ähnliche Biotope. Über Knöllchenbakterien an den Wurzeln bindet er Stickstoff aus der Luft und ist deshalb für den Bodenaufbau und für die Renaturierung magerer Flächen wertvoll.

Für die Artenvielfalt ist er eine wertvolle Pflanze. In Deutschland gehört er nicht zu den besonders geschützten Arten der Bundesartenschutzverordnung, in einigen Bundesländern gilt er durch den Rückgang der Magerrasen aber als gefährdet. Seine Blüten sind eine beliebte Nahrungsquelle für Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge. Genau deshalb ist er eine dankbare Pflanze für Garten und Steingarten.

Echten Wundklee im Garten anbauen

Blütenkopf des Echten Wundklees (Anthyllis vulneraria) mit wollig behaartem Kelch in Nahaufnahme

Der Echte Wundklee (Anthyllis vulneraria) kommt in Deutschland verbreitet in der freien Natur vor. Im Garten oder im Steingarten lässt er sich gut kultivieren — und das ist eine der einfachsten Möglichkeiten, die Artenvielfalt und die Schönheit Ihres Gartens zu fördern.

Standortwahl: Wundklee bevorzugt sonnige bis halbschattige Plätze mit gut durchlässigem Boden. Trockenheit verträgt er gut, bei anhaltendem Wassermangel blüht er allerdings nur spärlich.

Bodenvorbereitung: Lockern Sie den Boden vor der Pflanzung und magern Sie schwere Erde mit Sand oder Splitt ab. Kompost braucht diese Art nicht — sie stammt aus nährstoffarmen Magerrasen und verträgt zu viel Nahrung schlecht.

Jungpflanzen oder Samen: Wundklee lässt sich aus gekauften Jungpflanzen oder aus Samen ziehen. Die Samen sät man am besten im Herbst direkt an Ort und Stelle, damit sie die Kälte des Winters mitbekommen, die die Keimung anregt. Jungpflanzen setzen Sie im Frühjahr, sobald keine Bodenfröste mehr zu erwarten sind.

Pflanzung: Setzen Sie Jungpflanzen oder Sämlinge mit ausreichendem Abstand (etwa 20–30 cm) in den vorbereiteten Boden und gießen Sie sie gut an.

Gießen: Gießen Sie anfangs regelmäßig, damit die Pflanzen anwachsen. Später genügt Wasser nur in langen Trockenperioden.

Konkurrenz kurz halten: Kontrollieren Sie die Fläche regelmäßig auf aufkommende Gräser und Beikräuter, damit sie dem Wundklee weder Licht noch Nährstoffe nehmen.

Mulchen: Decken Sie den Boden zwischen den Pflanzen am besten mit Splitt oder Kies ab. Das hält den Wurzelhals trocken und bremst Beikräuter, ohne Nährstoffe nachzuliefern.

Rückschnitt: Nach der Blüte können Sie verblühte Köpfchen abschneiden. Das regt eine zweite Blüte an oder verbessert zumindest das Erscheinungsbild der Pflanze.

Selbstaussaat: Der Wundklee hat eine Pfahlwurzel und bildet keine Ausläufer — er wuchert also nirgendwohin. Neue Pflanzen entstehen dagegen durch Selbstaussaat, und zwar an einem passenden Standort bereitwillig. Wenn Sie das nicht möchten, schneiden Sie die verblühten Köpfchen ab, bevor die Hülsen ausreifen.

Überwinterung: Der Echte Wundklee ist voll winterhart. Gefährlicher als Frost sind ihm nasskalte, schwere Böden im Winter — auf einem durchlässigen Standort ist deshalb kein Winterschutz nötig.

Wundklee: Herkunft des Namens und überlieferte Heilwirkung

Hummel im Anflug auf die gelben Blütenköpfe des Echten Wundklees auf einer Magerwiese

Der Name Wundklee stammt vom lateinischen Artnamen vulneraria, „wundheilend“ — im Volksmund heißt die Pflanze auch Tannenklee, Katzenklee oder Wollklee. Mit dem ebenfalls gelb blühenden Hornklee (Lotus corniculatus) wird sie auf Magerrasen häufig verwechselt. Aus der Volksheilkunde sind vor allem folgende Anwendungen überliefert:

  1. Wundbehandlung: Die Blätter enthalten Gerbstoffe. Sie wurden früher zerquetscht auf kleine Wunden, Schürfwunden und Verbrennungen aufgelegt.

  2. Entzündliche Hautstellen: Bei kleineren Hautreizungen wurde der Wundklee ebenfalls äußerlich verwendet.

  3. Verdauungsbeschwerden: Als Tee wurde er überliefert bei leichten Verdauungsbeschwerden getrunken — bei Blähungen, Völlegefühl und Appetitlosigkeit.

  4. Frostbeulen: Zerkleinerte Blätter legte man traditionell auf Frostbeulen auf.

Wichtig ist dabei: Diese Anwendungen beruhen ausschließlich auf überlieferter Volksheilkunde und sind wissenschaftlich nicht belegt. Wundklee ist kein zugelassenes Arzneimittel; bei gesundheitlichen Beschwerden gehört die Entscheidung in die Hand von Ärztin, Arzt oder Apotheke. Außerdem kann es zu allergischen Reaktionen kommen — probieren Sie eine äußerliche Anwendung deshalb zuerst an einer kleinen Hautstelle aus.

Berg-Wundklee (Anthyllis montana)

Zweig eines Wundklees (Anthyllis) mit orangeroten Blüten und gefiederten Blättern vor weißem Hintergrund

Der Berg-Wundklee (Anthyllis montana) ist eine weitere sehenswerte Art aus der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Es ist eine Gebirgsstaude, die von Spanien über die Pyrenäen und die südwestlichen Alpen und den Jura bis in den Apennin verbreitet ist. Dort wächst sie zwischen 500 und 2 400 m auf steinigen Weiden, Kalkschutthängen und in Felsfluren. 

Wie der Berg-Wundklee aussieht

  • Blätter: Die Blätter sind gefiedert und bestehen aus acht bis zwanzig seitlichen Blättchen und einem Endblättchen. Die einzelnen Blättchen sind nur 5–8 mm lang, lanzettlich und beidseitig behaart — anders als beim Echten Wundklee, dessen Endblättchen deutlich größer ist als die übrigen.
  • Blüten: Die Blüten stehen in dichten Köpfchen und sind rosa bis purpurfarben, das Schiffchen ist dunkler rot — nicht gelb wie beim Echten Wundklee. Angeflogen werden sie gern von Hummeln und Schmetterlingen.

Wie der Berg-Wundklee angebaut wird

  • Standort: Der Berg-Wundklee braucht volle Sonne. Er stammt aus Hochlagen und dankt einen luftigen, offenen Platz, an dem ihn höhere Stauden nicht überwachsen.
  • Boden: Am besten gedeiht er in durchlässigem, eher kalkhaltigem Boden. Ist die Erde zu schwer, verbessern Sie sie mit Sand, Splitt oder Perlit.
  • Gießen: An Trockenheit ist er angepasst, im ersten Jahr nach der Pflanzung braucht er aber ausreichend Wasser. Staunässe verträgt er dagegen überhaupt nicht.
  • Vermehrung: Am einfachsten gelingt die Vermehrung aus Samen, die Sie aus ausgereiften Köpfchen gewinnen. Möglich sind auch die Teilung des Horstes und Stecklinge.
  • Pflege: Die Pflanze braucht keine besonders intensive Pflege. Nach der Blüte können Sie Verblühtes zurückschneiden, das regt eine Nachblüte an.

Kräuter und Gewürzpflanzen düngen

Wundklee als Schmetterlingsweide

Das ist das beste Argument dafür, Wundklee zu pflanzen — und in Artikeln über ihn wird es meist nur nebenbei erwähnt. Der Echte Wundklee ist eine Raupenfutterpflanze gleich mehrerer Bläulingsarten, also nicht bloß eine Nektarquelle, sondern eine Pflanze, an der Schmetterlinge ihre Eier ablegen und an deren Blättern sich die Raupen entwickeln.

Der Unterschied ist wesentlich: Eine Nektarpflanze lockt Falter an, eine Raupenfutterpflanze erlaubt ihnen, sich fortzupflanzen. Ohne Raupenfutterpflanzen wird aus dem Schmetterlingsgarten nur eine Kantine, in die die Falter von anderswo anfliegen müssen.

  • Pflanzen Sie ihn in Gruppen, nicht als Einzelpflanze — für die Entwicklung der Raupen braucht es genug Blattmasse.
  • Lassen Sie einen Teil des Bestandes ungeschnitten. Wer gleich nach der Blüte alles zurückschneidet, entfernt auch Eier und Raupen.
  • Nicht düngen und nicht gießen. Wundklee gehört auf magere, trockene Stellen, an denen ihn Gras nicht überwächst — und genau das ist auch der Lebensraum, den die Falter brauchen.
  • Verzichten Sie in seiner Umgebung auf Insektizide. Sonst hat die ganze Pflanzung für Schmetterlinge keinen Sinn.
  • Gute Nachbarn sind Schafgarbe, Dost (Oregano), Kronwicke und Ziergräser — also Pflanzen der Magerrasen.

Wundklee düngen – oder besser nicht

Der Wundklee ist ein Hülsenfrüchtler und deckt seinen Stickstoffbedarf selbst — über Knöllchenbakterien an den Wurzeln. Genau deshalb wächst er in der Natur auf mageren, trockenen Hängen, auf denen andere Pflanzen darben — und genau deshalb schaden Sie ihm mit Dünger eher.

  • Düngen Sie ihn gar nicht, außer es handelt sich um eine frisch gesetzte Pflanze auf völlig ausgelaugtem Boden.
  • Stickstoff ist bei ihm ein Fehler. Er treibt weichen, mastigen Wuchs, die Pflanze fällt auseinander und blüht schwächer.
  • Auf nährstoffreichem Boden überwächst ihn die Konkurrenz. Eine Düngergabe fördert vor allem die Gräser ringsum, die den Wundklee beschatten — das ist der Hauptgrund, warum er aus gedüngten Beeten verschwindet.
  • Kalkhaltiger Boden bekommt ihm gut, auf saurem Standort hilft ihm deshalb eher gebrochener Kalk als ein Dünger.
  • Mulchen Sie mit Splitt, nicht mit Kompost. Splitt hält den Wurzelhals trocken, Kompost liefert genau die Nährstoffe, die Sie hier nicht wollen.

Häufige Fragen

Sind Wundklee und Echter Wundklee dasselbe?

Ja. „Wundklee“ ist der Sammelname, gemeint ist im Garten fast immer der Echte Wundklee (Anthyllis vulneraria). Der Name geht auf das lateinische vulneraria, „wundheilend“, zurück, weil die Pflanze früher auf Wunden gelegt wurde. Volksnamen wie Tannenklee, Katzenklee oder Wollklee meinen dieselbe Art.

Breitet sich Wundklee im Garten aus?

Er bildet keine Ausläufer und wuchert nirgendwohin — er hat eine Pfahlwurzel. Er verbreitet sich ausschließlich durch Selbstaussaat, an einem trockenen, sonnigen Platz durchaus bereitwillig. Sämlinge lassen sich leicht herausziehen; wer sie gar nicht möchte, schneidet die verblühten Köpfchen ab, bevor die Hülsen ausreifen.

Wann und wie sät man Wundklee aus?

Am besten im Herbst direkt an Ort und Stelle, damit die Samen eine Kälteperiode durchlaufen, die ihnen beim Keimen hilft. Bei Frühjahrsaussaat stellt man die Samen vorher einige Wochen kalt. Jungpflanzen kommen im Frühjahr nach den Bodenfrösten in die Erde, im Abstand von 20–30 cm.

Warum blüht mein Wundklee so wenig?

Meist wegen zu nährstoffreichem Boden oder wegen Düngung — der Wundklee wächst dann ins Laub. Die zweite Ursache ist zu wenig Sonne, die dritte Nässe. Am besten blüht er auf magerem, trockenem und sonnigem Boden, also dort, wo die meisten Stauden darben würden.

Was ist der Unterschied zwischen Echtem Wundklee und Berg-Wundklee?

Vor allem Blütenfarbe und Standort. Der Echte Wundklee hat gelbe bis orange Blüten und wächst auf Magerrasen von der Ebene an aufwärts. Der Berg-Wundklee (Anthyllis montana) hat rosa bis purpurfarbene Blüten in dichten Köpfchen und ist eine Gebirgsart, die im Garten durchlässigen, eher kalkhaltigen Boden braucht — und keine Staunässe verträgt.

Eignet sich Wundklee für den Steingarten?

Ja, und das ist eine seiner besten Verwendungen — er will genau das, was ein Steingarten bietet: durchlässigen, mageren und kalkhaltigen Boden in der Sonne. Der niedrige, niederliegende Wuchs passt außerdem gut in Fugen und an Beetränder. Achten Sie nur darauf, dass ihn höhere Steingartenstauden nicht beschatten.

Lässt sich Wundklee wirklich auf Wunden anwenden, wie sein Name sagt?

Traditionell wurde er so verwendet — daher der Artname vulneraria und Volksnamen wie „Wundkraut“. Belegt sind diese Wirkungen wissenschaftlich nicht, es handelt sich um überlieferte Anwendung. Wenn Sie das Thema interessiert, sprechen Sie mit Ärztin, Arzt oder Apotheke; im Garten hat der Wundklee seinen sicheren Wert ohnehin als Bienenweide und Schmetterlingspflanze.