Zwergmispel (Cotoneaster)
Fünfzig Arten – von zwanzig Zentimeter flachen Kriechformen bis zu vier Meter hohen Sträuchern, und alle kommen mit gewöhnlichem Gartenboden aus.
Laubabwerfende und immergrüne Sträucher mit sehr unterschiedlichem Erscheinungsbild
Standort: sonnig bis halbschattig; jeder kultivierte Gartenboden
Höhe: je nach Art 0,2–4 m
Blütezeit: Mai–Juni
Vermehrung: durch Aussaat, Stecklinge und Veredelung
Die Gattung Cotoneaster umfasst 50 Arten und gehört zur umfangreichen Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Sie ist vom Himalaja bis nach West- und Zentralasien sowie von Europa bis nach Nordafrika verbreitet. In der Gartenkultur sind verhältnismäßig viele Arten vertreten, und ihre Verwendung ist sehr unterschiedlich. Bis auf zwei europäische Arten, Cotoneaster integerrimus (Gewöhnliche Zwergmispel) und Cotoneaster tomentosus (Filzige Zwergmispel), stammen alle weiteren hier vorgestellten Arten aus China.
Cotoneaster acutifolius (Peking-Zwergmispel)

Ein 3 m hoher, breit wachsender Strauch mit laubabwerfenden Blättern, die 2–5 cm lang, eiförmig bis elliptisch und auf der Oberseite mattgrün sind. Die rötlichen Blüten stehen zu 2–5 in kurzen Doldentrauben und erscheinen im Mai und Juni. Die elliptischen, 1 cm langen Früchte sind schwarz. Dieser robuste Strauch lässt sich in Gruppen sowie für frei wachsende oder geschnittene Hecken verwenden.
Cotoneaster adpressus (Kriechende Zwergmispel)

Ein nur 25 cm hoher Strauch mit laubabwerfenden Blättern an niederliegenden Zweigen. Die Blätter sind 5–15 mm lang, breit, am Rand wellig und auf der Oberseite mattgrün. Im Juni erscheinen die rötlichen Blüten einzeln oder zu zweit. Der Strauch trägt meist nicht viele rote, eiförmig-rundliche Früchte, wirkt aber vor allem im Steingarten und im Heidegarten sehr gut.
Cotoneaster bullatus (Runzelige Zwergmispel)
Ein 3 m hoher, laubabwerfender Strauch von breitem und lockerem Wuchs. Die zugespitzten, eiförmig-länglichen Blätter sind 3–7 cm lang, dunkelgrün und runzelig. Im Mai und Juni öffnen sich zahlreiche rötliche Blüten, die zu 3–7 stehen. Die hellroten, kugeligen Früchte sind 7–8 mm groß. Der robuste Zierstrauch mit reichem Fruchtbehang eignet sich für Gruppen- und Deckpflanzungen.

Cotoneaster conspicuus (Ansehnliche Zwergmispel)

Ein 1–2 m hoher, immergrüner Strauch mit überhängenden Zweigen. Die Blätter sind 7–10 mm lang, länglich-elliptisch und matt dunkelgrün. Er blüht im Mai. Die weißen Einzelblüten sind zwar klein, dafür aber sehr zahlreich. Den Strauch schmücken kugelige, hell orangerote Früchte von etwa 9 mm Größe. Die Ansehnliche Zwergmispel ist ein hübscher und reich blühender Kleinstrauch. Sie verlangt warme und geschützte Lagen. Die Sorte ‘Decorus’ unterscheidet sich von der Art durch mattenartigen Wuchs und kurze, bogig wurzelnde Zweige. Sie bildet eine dicht belaubte Pflanze mit einer Fülle von Blüten und Früchten. Im Steingarten kommt sie hervorragend zur Geltung.
Cotoneaster dammeri (Teppich-Zwergmispel)

Ein immergrüner, kriechender Strauch. Er bedeckt den Boden wie ein dichter und gleichmäßig niedriger Teppich. Die Blätter stehen zweizeilig, sind 2–3 cm lang, verkehrt-eiförmig, ledrig, glatt und matt. Die weißen oder rötlichen Blüten stehen einzeln oder zu zweit, die kugeligen Früchte leuchten korallenrot. Die Teppich-Zwergmispel lässt sich auch auf kleineren Flächen pflanzen und wird häufig zur Bodendeckung verwendet. Über einer Mauer gepflanzt, fallen ihre langen Triebe schön herab. Von der Art leiten sich zahlreiche Gartenformen ab. ‘Coral Beauty’ wächst niedrig, verzweigt sich breit und fruchtet sehr reich. Sie eignet sich nur für die Bedeckung großer Flächen. ‘Eichholz’ ist niedriger und sehr gut winterhart, fruchtet allerdings etwas weniger. ‘Jürgl’ wächst rasch, breit kriechend und nicht höher als 50 cm. Sie hat glänzend grüne Blätter und viele hellrote Früchte. Diese Form hat sich zur Bodendeckung hervorragend bewährt. Von der Art unterscheiden sich die Form ‘Major’ durch größere Blätter und ‘Streibs Findling’ durch langsameres Wachstum. Die zuletzt genannte Sorte hat sehr kleine, dicht stehende und matt dunkelgrüne Blätter. Für die Bedeckung kleiner Flächen, für Gräber oder für die Bepflanzung von Trögen ist sie am besten geeignet.
Cotoneaster dielsianus, Diels-Zwergmispel

Ein 1–2 m hoher Strauch mit laubabwerfenden Blättern und bogig überhängenden Zweigen. Die Blätter sind eiförmig bis breit elliptisch, 3 cm lang, derb, dunkelgrün und im Herbst braunrot gefärbt. Im Juni öffnen sich sehr zahlreiche rosafarbene oder weiße Blüten, die zu 3–7 stehen. Die kugeligen, glänzend roten Früchte sind 5 mm groß. Die Diels-Zwergmispel kommt in Strauchgruppen und in frei wachsenden Hecken am besten zur Geltung.
Cotoneaster divaricatus, Sparrige Zwergmispel

Sie wächst 1–2 m hoch als Strauch mit lockerem Aufbau bogig überhängender Zweige. Die Blätter sind laubabwerfend, bis 2,5 cm lang, breit elliptisch, oberseits dunkelgrün und im Herbst oft scharlachrot. Im Juni erscheinen weiße Blüten, die zu 2–4 an kleinen Seitenzweigen sitzen. Der Strauch mit seinen zierenden, eiförmigen und glänzend roten Früchten (8 mm) lässt sich einzeln, in Strauchgruppen und in frei wachsenden Hecken pflanzen.
Cotoneaster horizontalis, Fächer-Zwergmispel

Ein laubabwerfender oder halbimmergrüner Strauch, kaum höher als 40 cm, dafür ein Vielfaches breiter. Er hat zweizeilig angeordnete Zweiglein an waagerecht abstehenden Ästen. Die fast runden Blätter sind 5–12 mm lang, ledrig, oberseits glänzend dunkelgrün und im Herbst orange bis scharlachrot. Der Strauch blüht im Juni mit weißen oder rötlichen Blüten, die einzeln oder zu zweit stehen. Die korallenroten Früchte von Erbsengröße reifen in großer Zahl. Die Fächer-Zwergmispel wird sehr häufig gepflanzt und eignet sich auch zur Begrünung von Mauern bis zu einer Höhe von fast 2 m.
Cotoneaster integerrimus, Gewöhnliche Zwergmispel

Ein 1,5 m hoher, laubabwerfender Strauch mit unregelmäßigem Aufbau. Die Blätter sind 2–5 cm lang, breit elliptisch bis eiförmig und auf der Oberseite mattgrün. Er blüht im April und Mai. Die weißen oder rosafarbenen Blüten stehen zu 2–4 in überhängenden Blütenständen. Die roten Früchte werden bis zu 6 mm groß. Die Gewöhnliche Zwergmispel ist in Mittel-, Südost- und Südeuropa heimisch. Sie wächst häufig an steinigen Berghängen und bevorzugt kalkhaltige Böden. Zur Begrünung extrem warmer und trockener Standorte ist sie sehr gut geeignet.
Cotoneaster microphyllus, Kleinblättrige Zwergmispel

Ein immergrüner, meist niederliegender Strauch mit dichter und etwas unregelmäßiger Verzweigung. Manchmal erreicht er bis zu 1 m Höhe. Die Blätter sind 5–8 mm lang, elliptisch bis verkehrt-eiförmig und oberseits glänzend dunkelgrün. Im Mai erscheinen die weißen Blüten einzeln oder zu zweit, aus denen sich später rote, kugelige Früchte von etwa 6 mm Größe entwickeln. Die Kleinblättrige Zwergmispel ist ein kleiner Strauch mit höherem Wärmebedarf. Über den Winter braucht sie in der Regel eine Abdeckung. Sie eignet sich gut für Steingärten und Heidegärten. Eine wertvolle Sorte ist ‚Cochleatus‘. Ihre niederliegenden oder abwärts gebogenen Zweige wurzeln im Boden ein, und ihre Blätter weichen in der Größe etwas von denen der Art ab.
Cotoneaster multiflorus, Vielblütige Zwergmispel

ist ein laubabwerfender Strauch von 2–4 m Höhe und ebensolcher Breite. Er hat einen lockeren Aufbau. Die Zweige sind schlank und neigen sich meist über, die Blätter sind 2–5 cm lang, breit eiförmig bis elliptisch und oberseits lebhaft grün. Die weißen Blüten stehen zu 10–20 in lockeren Blütenständen. Im Mai ist der Strauch mit zahlreichen Blüten übersät, die allerdings unangenehm riechen. Zierend sind die zahlreichen eiförmigen bis runden Früchte, 8 mm lang und leuchtend kirschrot. Cotoneaster multiflorus var. calocarpus hat größere und schmalere Blätter, mehr Blüten und größere Früchte als die Art. Sie gehört zu den dekorativsten laubabwerfenden Zwergmispeln.
Cotoneaster praecox, Frühe Zwergmispel

ist ein laubabwerfender, etwa 50 cm hoher Strauch mit niederliegenden oder bis zu 1 m weit bogig abstehenden Zweigen. Die Blätter sind bis zu 2 cm lang, breit elliptisch bis rundlich, am Rand wellig und oberseits glänzend dunkelgrün. Im Mai erscheinen die Blüten meist einzeln. Die lebhaft roten und 1 cm großen Fruchtkugeln fallen zwar auf, halten sich aber nicht allzu lange am Strauch. Die Frühe Zwergmispel eignet sich vor allem für Steingärten und zur Begrünung von Böschungen.
Cotoneaster salicifolius, Weidenblättrige Zwergmispel

ist ein immergrüner Strauch von etwa 3 m Höhe. Seine Zweige sind lang und weit überhängend, die Blätter 4–8 cm lang und lanzettlich. Oberseits sind sie dunkelgrün, runzelig und mit eingesenkten Blattadern, unterseits anfangs weißfilzig. Im Mai öffnen sich sehr zahlreiche weiße Blüten in vielblütigen Doldentrauben. Der Strauch bildet eine große Menge 4–6 mm großer, runder Früchte von korallenroter Farbe, die sich lange halten. Er gedeiht gut in warmen und geschützten Lagen und kommt als Solitär am besten zur Geltung.
Cotoneaster salicifolius var. floccosus

unterscheidet sich von der Art durch stärker überhängende Zweige und größere Blätter von lanzettlicher Form. Die Sorte ‚Parkteppich‘ hat niederliegende Zweige und wächst mattenartig. Die Blätter an den langen Zweigen sind länger (25–30 mm) als an den kurzen Zweiglein (7–10 mm). Die hellroten Früchte stehen dicht gedrängt. Die Sorte eignet sich sehr gut zur Bedeckung des Bodens und großer Flächen. Mattenartigen Wuchs hat auch die niederliegende Sorte ‚Repens‘. Ihre glänzend dunkelgrünen Blätter sind 25–35 mm lang, die Früchte hellrot.
Cotoneaster tomentosus, Filzige Zwergmispel

ist ein laubabwerfender Strauch, der eine Höhe von 1–1,5 m erreicht. Die 3–6 cm langen und breit eiförmigen Blätter sind oberseits graugrün, unterseits auffällig weiß- bis graufilzig. Im Herbst färben sie sich gelb. Kleine Blütenstände mit weißen Blüten erscheinen im Mai und Juni. Die kugeligen Früchte von Erbsengröße sind zunächst graufilzig, später rot. Die Filzige Zwergmispel wächst wild in den Gebirgen Süd- und Südosteuropas. Sie ist robust, verträgt sehr trockene Böden und viel Wärme, braucht aber Böden mit ausreichend Kalk. Sie eignet sich für lockere gemischte Gehölzpflanzungen und zur Begrünung von Hängen oder Böschungen unter extremen Bedingungen.
Cotoneaster-Watereri-Hybriden

So bezeichnet man eine Gruppe von Kultursorten, die durch gegenseitige Kreuzung der Arten C. frigidus, C. salicifolius und C. rugosus entstanden sind. Die Sorte ‚Cornubia‘ bildet einen hohen, immergrünen Strauch mit schräg aufsteigenden Zweigen. Sie hat 7–10 cm lange und mattgrüne Blätter. Die fast kugeligen, leuchtend roten und 7–9 mm großen Früchte schmücken den Strauch sehr reich. Dieser Solitär verlangt warme und geschützte Lagen. Nicht weniger dekorativ ist die Sorte ‚Pendulus‘, die dieselben Standortansprüche hat. Sie bildet dem Boden anliegende Zweige (sie lässt sich auch mit aufgebundenen Trieben ziehen).
