Narzissen (Narcissus): Arten, Sorten und Pflanzen
Frühlingszwiebeln für Garten, Steingarten und Blumenkasten – die 10 Klassen der Narzissen mit bewährten Sorten, wann Sie die Zwiebeln setzen, womit Sie düngen und was nach der Blüte zu tun ist.
Beliebte Zwiebelblumen für den Frühlingsgarten
- Standort: Sonne bis Halbschatten; durchlässige, humose Lehmböden
- Höhe: 15–50 cm
- Blütezeit: von März bis Mai, je nach Art
- Vermehrung: Teilen der Zwiebeln
Die Gattung Narzisse (Narcissus) gehört zur Familie der Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae). Sie umfasst rund 30 Arten, die überwiegend im westlichen Mittelmeerraum heimisch und bei uns deshalb nur bedingt winterhart sind. Die Dichternarzisse (N. poeticus), die Gelbe Narzisse (N. pseudonarcissus) und die Tazett-Narzisse (N. tazetta) reichen mit ihrem Verbreitungsgebiet jedoch weiter nach Norden und nach Osten. So kommt N. tazetta ssp. tazetta von Vorderasien bis Japan vor und breitet sich offenbar noch weiter ostwärts aus, über den Ozean bis nach Amerika.
Die meisten Arten blühen vom Vorfrühling bis zum Ende des Frühjahrs. Sie gehören damit zu den frühesten Zwiebelpflanzen, die im Garten die Saison eröffnen.
Narzissen pflanzen: wann Narzissen setzen und wie tief

Grundsätzlich unterscheidet man zwei Gruppen: die hohen Gartennarzissen, die bekanntesten und unverzichtbaren Frühlingsblumen, und die niedrigen Arten, die meist besondere Standortansprüche haben und vor allem für Steingärten taugen.
Gartennarzissen stellen keine besonderen Ansprüche an den Boden; am besten gedeihen sie in tiefgründigem, durchlässigem Lehmboden in der Sonne oder im Halbschatten. Gesetzt werden sollten sie nicht zu spät im Herbst – am besten in der zweiten Septemberhälfte – und zwar etwa doppelt so tief, wie die Zwiebel hoch ist.
Blühen die Pflanzen nach einigen Jahren weniger, nimmt man die Zwiebeln kurz vor dem Einziehen des Laubes im Juni aus der Erde, teilt sie und setzt sie an anderer Stelle wieder ein.
In gemischten Pflanzungen ergänzen sich Narzissen gut mit Tulpen, Hyazinthen, Schneeglöckchen und Märzenbechern; wie man sie in Rasenflächen verteilt, beschreibt der Artikel über Zwiebelpflanzen im Rasen.
Narzissen-Arten und -Sorten: die Einteilung in 10 Klassen
Narzissen werden bereits seit dem 19. Jahrhundert in England und Irland gezüchtet, in neuerer Zeit auch in Amerika und in den Niederlanden.
Bisher wurden über 10 000 Sorten registriert. Deshalb war eine international gültige Klassifikation nötig, die seit 1977 allgemein verwendet wird.
Sie sieht 12 Klassen vor, von denen die folgenden 10 wichtig sind:
- Klasse: Trompetennarzissen
- Klasse: großkronige Narzissen
- Klasse: kleinkronige Narzissen
- Klasse: gefüllte Narzissen
- Klasse: N.-Triandrus-Hybriden
- Klasse: N.-Cyclamineus-Hybriden
- Klasse: N.-Jonquilla-Hybriden
- Klasse: Tazetta-Narzissen
- Klasse: Dichternarzissen (Poeticus)
- Klasse: Wildarten und Wildformen
Bei den einzelnen Sorten sind neben der Klasse auch Angaben zur Blütenfarbe vermerkt. Die Abkürzungen stammen aus dem Englischen:
G = grün, P = rosa, O = orange, R = rot, W = weiß, Y = gelb.
Der erste Buchstabe steht immer für das Perigon (Perianth), der zweite für die Farbe der Trompete oder der Nebenkrone.
Die Sorte ‘Magnet’ trägt zum Beispiel die Kennung 1 W–Y, gehört also zur 1. Klasse, hat ein weißes Perigon und eine gelbe Trompete.
1. Klasse – Trompetennarzissen

Die meisten Sorten dieser bekannten Frühlingsblumen sind einfarbig gelb oder weiß. Jeder Stiel trägt nur eine Blüte, die Trompete ist länger als die Perigonblätter. Blütezeit März bis April.
Einige bewährte Sorten, nach Blühbeginn geordnet:
- ‘Little Beauty’ (1 Y–W) – Miniatursorte, Trompete zitronengelb, Perigon weiß, sehr früh
- ‘Spellbinder’ (1 Y–W) – Perigon und Trompete cremegelb, früh
- ‘Golden Harvest’ (1 Y–Y) – Perigon und Trompete goldgelb, früh
- ‘Mulatto’ (1 Y–Y) – goldgelb, früh
- ‘Preambel’ (1 W–Y) – Perigon weiß, Trompete gelb, früh
- ‘King Alfred’ (1 Y–Y) – dunkelgelb, mittelfrüh
- ‘Mount Hood’ (1 W–W) – cremeweiß, großblumig, mittelfrüh
- ‘Magnet’ (1 W–Y) – cremeweißes Perigon, gelbe Trompete, mittelfrüh
- ‘Donore’ (1 Y–Y) – rein gelb, spät
- ‘Dutch Master’ (1 Y–Y) – goldgelb, großblumig, spät
2. Klasse – Großkronige Narzissen (Schalennarzissen)

Mehr als die Hälfte aller registrierten Sorten gehört zu dieser Klasse. Sie sind einblütig, die Nebenkrone ist kürzer als das Perigon. Höhe 40–50 cm. Blütezeit März bis April.
Die Sorten dieser Klasse sind farbenfroher als in der 1. Klasse; die Nebenkrone ist häufig orange oder rotorange.
Einige bewährte Sorten:
- ‘Carlton’ (2 Y–Y) – alte, bewährte Sorte, mittelgelb, früh
- ‘Gigantic Star’ (2 Y–Y) – kräftig goldgelbe, große Blüten, früh
- ‘Mary Bohannon’ (2 Y–O) – goldgelbes Perigon, kräftig orange Nebenkrone, sehr robust, früh
- ‘Scarlet O’Hara’ (2 Y–O) – zitronengelbes Perigon, orange Nebenkrone, robust, früh
- ‘Ceylon’ (2 Y–O) – goldgelbes Perigon, orangerote Trompete, mittelfrüh
- ‘Flower Record’ (2 W–OR) – weißes Perigon, rotorange Nebenkrone, reich blühend, mittelfrüh
- ‘Ice Follies’ (2 W–W) – cremeweißes Perigon, gelbweiße Nebenkrone, mittelfrüh
- ‘Kilworth’ (2 W–OR) – weißes Perigon, orangerote Nebenkrone, mittelfrüh
- ‘Stainless’ (2 W–W) – reinweißes Perigon, kleinere Nebenkrone, mittelfrüh
3. Klasse – Kleinkronige Narzissen

Eine kleine Gruppe einblütiger Narzissen, deren Nebenkrone kürzer als ein Drittel der Perigonblätter (Perianth) ist. Höhe 30–35 cm. Blütezeit April bis Mai. Die Sorten dieser Gruppe blühen von allen Narzissen am spätesten.
Einige bewährte Sorten, nach Blühbeginn geordnet:
- ‘Barrett Browning’ (3 W–O) – Perigon reinweiß, große flache orange Nebenkrone, gut als Schnittblume, früh
- ‘Birma’ (3 Y–O) – zartgelbes Perigon, orange Nebenkrone, mittelfrüh
- ‘Audubon’ (3 W–YYP) – weißes Perigon, Nebenkrone mit dunkelrosa Rand, mittelfrüh
- ‘Limerick’ (3 W–R) – schneeweißes Perigon, rote Nebenkrone, wetterfest, spät
- ‘Frigid’ (3 W–W) – weiße Sorte mit kleiner Nebenkrone, spät
- ‘Jade’ (3 W–GW) – weiße Sorte mit grünem Auge, sehr spät
4. Klasse – Gefüllte Narzissen

Eine wenig verbreitete Gruppe, die gelegentlich zum Treiben genutzt wird. Im Garten sind sie heikel, weil sie sich bei Regen vollsaugen und umkippen; auch Frühjahrsstürmen halten sie nicht gut stand. Höhe 30–40 cm. Blütezeit April, bei der Treiberei schon ab Februar.
Einige gefüllte Sorten:
- ‘Texas’ (4 Y–O) – weißes Perigon, gefüllte orange Nebenkrone, mittelfrüh
- ‘Yellow Cheerfulness’ (4 Y–Y) – gelbes Perigon und gefüllte Krone, gut zum Treiben, spät
- ‘Cheerfulness’ (4 W–W) – cremeweiß, mittelfrüh
- ‘Sir Winston Churchill’ (4 W–O) – weißes Perigon, gefüllte orange Nebenkrone
- ‘Inglescome’ (4 Y–Y) – mattgelb, gefüllt
5. Klasse – Narcissus-Triandrus-Hybriden

Wie die Wildart blühen diese Narzissen zart und locker, oft mit mehreren Blüten an einem Stiel. Die Perigonblätter sind leicht zurückgebogen. Die meisten im April blühenden Sorten duften. Höhe 20–35 cm.
Bewährte Sorten:
- ‘April Tears’ (5 Y–Y) – mehrere zierlich nickende hellgelbe Blüten, schwachwüchsig
- ‘Liberty Bells’ (5 Y–Y) – 3–4 reingelbe Blüten pro Stiel
- ‘Hawera’ (5 Y–Y) – 4–6 zitronengelbe Blüten, Perigon zurückgeschlagen
- ‘Thalia’ (5 W–W) – schneeweiße nickende Blüten, 2–3 pro Stiel, sehr dekorativ
6. Klasse – Narcissus-Cyclamineus-Hybriden

Bei dieser Gruppe sind die Perigonblätter stark zurückgebogen wie beim Alpenveilchen (Cyclamen). Die Blütezeit ist früh bis sehr früh – März bis April. Die Gruppe ist wegen der frühen Blüte und der guten Haltbarkeit sehr beliebt.
Bewährte Sorten:
- ‘March Sunshine’ (6 Y–Y) – leuchtend gelbe Blüten, sehr früh
- ‘February Gold’ (6 Y–Y) – cremegelbes Perigon, gelbe Nebenkrone, haltbar, früh
- ‘February Silver’ (6 W–W) – weiße Variante der vorigen Sorte
- ‘Jack Snipe’ (6 W–Y) – cremeweißes Perigon, kleine gelbe Trompete, früh
- ‘Little Witch’ (6 Y–Y) – Perigon zurückgeschlagen, gelb wie eine Schlüsselblume, gut für die Topfkultur, mittelfrüh
- ‘Peeping Tom’ (6 Y–Y) – kräftig gelb, lange schlanke Trompete, wertvolle Gartensorte, mittelfrüh
- ‘Tête-à-Tête’ (6 Y–Y) – gelbes Perigon und gelbe Nebenkrone, mehrere Blüten pro Stiel, sehr beliebte kleine Narzisse, früh bis mittelfrüh
7. Klasse – Narcissus-Jonquilla-Hybriden

Hierher gehören spät blühende Sorten, meist mit mehreren Blüten pro Stiel, alle duften. Höhe 30–40 cm. Blütezeit April bis Mai. In kalten, schneearmen Lagen halten sie oft nicht lange durch, an warmen, geschützten Plätzen gedeihen sie gut.
Bewährte Sorten:
- ‘Suzy’ (7 Y–O) – hellgelbes Perigon, orange Nebenkrone, mittelfrüh
- ‘Trevithian’ (7 Y–Y) – zitronengelb, 2–3 Blüten pro Stiel, sehr haltbar, gut als Schnittblume
- ‘Sweetness’ (7 Y–Y) – goldgelb, einblütig, bildet viele Stiele, haltbar
- ‘Baby Moon’ (7 Y–Y) – zitronengelb, 4–5 Blüten, reich blühend, spät
- ‘Tittle-Tattle’ (7 Y–Y) – hellgelb, mehrblütig, robust, sehr spät
8. Klasse – Tazetta-Narzissen

Echte Narcissus tazetta sind in Mitteleuropa nicht winterhart, einige Kreuzungen mit Narcissus poeticus sind jedoch robuster und für den Garten geeignet. Es sind Narzissen mit mehrblütigen Stielen, weshalb man sie auch „Bukettnarzissen“ nennt. Sie werden 30–35 cm hoch und blühen im April.
Bewährte Sorten:
- ‘Laurens Koster’ (8 W–Y) – leuchtend weißes Perigon, kräftig gelbe Trompete, 4–8 Blüten pro Stiel, mittelfrüh
- ‘Geranium’ (8 W–O) – weißes Perigon, orange Trompete, spät
- ‘Silver Chimes’ (8 W–W) – weißes Perigon, cremeweiße Krone, stark duftend, sehr spät
9. Klasse – Dichternarzissen (Poeticus)

Aus dieser Klasse ist nur eine einzige, spät blühende Sorte verbreitet (Anfang Mai):
- ‘Actaea’ (9 W–GYR) – 40 cm hoch, zarte Blütenform, reinweißes Perigon, Krone mit grünem Schlund, der ins Gelbe übergeht und von einem roten Rand eingefasst wird. Robust und sehr ausdauernd.
10. Klasse – Wildarten und Wildformen
Die einzelnen Wildarten haben sehr genaue Standortansprüche und sind meist nur in Gebieten mit milden Wintern und bei gutem Winterschutz ausdauernd.
Niedrige Narzissen für den Steingarten: robuste Wildarten
Nachfolgend die robusteren Arten, die sich für den Steingarten eignen:
Narcissus bulbocodium (10 Y–Y)
Im Handel auch unter dem Namen N. bulbocodium conspicuus verbreitet. Die Art stammt aus Spanien und ist recht robust. Höhe 15 cm, Blütezeit April bis Mai. Sie braucht auch im Sommer einen frischen Boden.
Eine dunkelgelbe Art mit breit trichterförmiger Trompete; die Perigonblätter sind auf schmale Zipfel reduziert. Die grünen Blätter sind fast rund und sehr dekorativ. Im Handel gibt es auch die zitronengelbe Sorte ‘Citrinus’.
Narcissus × gracilis (10 Y–Y)
Eine Kreuzung aus N. jonquilla × N. poeticus, bemerkenswert wegen der sehr späten Blüte.
Höhe 25–30 cm, die duftenden Blüten erscheinen Mitte Mai.
Narcissus cyclamineus (10 Y–Y)
Eine kleine Wildnarzisse aus Spanien und Portugal. Sie gedeiht nur in Gebieten mit milden Wintern gut, auf humosen, im Sommer feuchten (auch moorigen) Böden im Halbschatten.
Höhe 15 cm. Die Blüten erscheinen im März, sind leuchtend gelb, das Perigon ist stark zurückgebogen (erinnert an das Alpenveilchen), die Krone ist lang und am Rand gesägt. Gut für feuchte Stellen im Steingarten.
Narcissus jonquilla (10 Y–Y)
Die Heimat reicht von Spanien bis Nordafrika; bei uns empfindlich, sie braucht Winterschutz.
Ein Stiel trägt meist mehrere duftende Blüten. Blütezeit April bis Mai. Die schmalen grünen Blätter treiben schon im Winter aus (Frostrisiko).
Die Blüten sind goldgelb, die Nebenkrone schalenförmig offen. Höhe 20–30 cm.
Narcissus poeticus (10 W–YR)
Verbreitet von Spanien bis Griechenland, auch in der Schweiz und in den Vogesen. Vollkommen winterhart.
Blütezeit Mai, Höhe 30 cm; bevorzugt humose, feuchte Böden in der Sonne oder im Halbschatten.
Im Handel ist auch Narcissus poeticus recurvus (10 W–YR) verbreitet – reinweißes Perigon, gelbe Krone mit rotem Rand, stark duftend. An feuchten Standorten verwildert sie schön.
Narcissus pseudonarcissus (10 Y–Y)
Die kleine Wildform der bekannten Gelben Narzisse. Sie kommt im Süden Mitteleuropas und in den Vogesen vor.
Sie mag durchlässige, humose Böden und geschützte Standorte ohne pralle Sonne.
Narcissus pseudonarcissus hat sich als langlebige Zwergnarzisse (bis 20 cm) bewährt, die zum Verwildern neigt. Die Blüten sind hellgelb, Blütezeit März bis April. Zum Verwildern neigt auch N. pseudonarcissus ssp. obvallaris (10 Y–Y) – goldgelbe Blüten von schöner Form, Höhe 25 cm.
Narcissus triandrus (10 W–W)
Sie trägt den poetischen Namen „Engelstränen“. Sie stammt aus Spanien und Portugal. Die Blätter sind schmal und fast rund, die Blüten nicken und erscheinen im April. Höhe 20 cm.
Der Boden sollte nicht zu trocken sein; Winterschutz ist zu empfehlen. Das Perigon ist weiß, die Nebenkrone becherförmig und ebenfalls weiß; 3–6 Blüten pro Stiel.
Im Handel ist auch N. triandrus albus – cremeweiß, 15 cm hoch.
Narzissen düngen: womit und wann
Die Narzisse legt ihren Nährstoffvorrat schon im Frühjahr in der Zwiebel an, noch bevor das Laub einzieht. Düngen lohnt sich deshalb früh – das erste Mal, sobald die ersten Blätter aus der Erde kommen, das zweite Mal kurz vor oder während der Blüte. Nach der Blüte, wenn das Laub vergilbt, nimmt die Pflanze nichts mehr auf.
- Im Herbst beim Setzen – eine Handvoll organischen Dünger DÜNGEE unter die Zwiebel in den Boden einarbeiten.
- Früh im Frühjahr – dünn rund um den Horst streuen und angießen, damit die Nährstoffe an die Wurzeln gelangen.
- Während der Blüte – als Auszug an die Wurzeln gegossen; die genauen Mengen finden Sie in der Dosierungstabelle.
DÜNGEE ist ein natürlicher Dünger mit langsamer Nährstofffreisetzung – er verbessert die Bodenstruktur, hält die Feuchtigkeit im Boden und fördert gesundes Wachstum und das Immunsystem der Pflanzen. Damit eignet er sich auch für Zwiebelblumen, die mehrere Jahre am selben Platz im Beet bleiben. Das ganze Sortiment finden Sie im Katalog, die allgemeinen Regeln im Artikel über die Düngung von Außen- und Zierpflanzen.
Narzissen nach der Blüte
Verblühte Narzissen gräbt man nicht aus dem Beet und mäht das Laub nicht ab – genau darin bildet sich der Vorrat, aus dem die Zwiebel im nächsten Jahr blüht.
- Knipsen Sie verblühte Blüten samt Fruchtknoten ab. Sonst steckt die Pflanze ihre Kraft in die Samenbildung statt in die Zwiebel.
- Lassen Sie das Laub natürlich einziehen – in der Regel sechs bis acht Wochen nach der Blüte, also bis Juni, wenn es vergilbt und sich von selbst löst.
- Binden Sie das Laub nicht zu Knoten zusammen. Beschattete Blätter arbeiten nicht, und der Horst blüht im Folgejahr schwach.
- Gießen Sie, solange das Laub grün ist. Die Zeit nach der Blüte ist oft trocken – und genau dann legt die Zwiebel zu.
- Ausgraben und teilen lohnt erst nach einigen Jahren, wenn der Horst dicht wird und weniger blüht – im Juni, kurz bevor das Laub einzieht.
Narzissen im Topf und zum Treiben
Für Blumenkasten, Schale und normalen Topf eignen sich vor allem niedrige und kleinblütige Sorten – ‘Tête-à-Tête’, ‘Jack Snipe’, ‘Hawera’ oder ‘Thalia’, die nicht über 20–35 cm hinauswachsen und im Wind nicht knicken. Die Zwiebeln werden im Herbst gesetzt, dichter als im Beet (sie dürfen sich fast berühren) und etwa doppelt so tief, wie sie hoch sind.
- Durchlässiges Substrat und Abzugslöcher – in nasser Erde faulen die Zwiebeln.
- Kühl überwintern. Das Gefäß muss mehrere Monate Kälte bekommen; am besten im Beet eingegraben oder an der Hauswand mit Jute umwickelt, denn im Topf frieren die Zwiebeln leichter durch als in der Erde.
- Zum Treiben nimmt man gefüllte Sorten wie ‘Yellow Cheerfulness’ und Tazetta-Narzissen – nach dem Bewurzeln in der Kälte stellt man sie ins Warme, und sie blühen schon im Februar.
- Nach der Blüte pflanzen Sie die Narzissen samt Laub aus dem Gefäß ins Beet; im nächsten Jahr blühen sie wieder, wenn auch etwas schwächer.
Sind Narzissen giftig?
Ja. Alle Teile der Narzisse, vor allem aber die Zwiebel, enthalten Alkaloide (allen voran Lycorin) und Calciumoxalat. Bei unachtsamer Lagerung lässt sich die Narzissenzwiebel mit einer Küchenzwiebel verwechseln – die häufigste Ursache von Vergiftungen bei Menschen und Haustieren. Lagern Sie Narzissenzwiebeln deshalb getrennt und deutlich beschriftet.
Der Saft der Stiele reizt außerdem die Haut, bei größerem Schnitt arbeitet man daher besser mit Handschuhen. In der Vase stehen Narzissen am ersten Tag allein: Der Schleim aus den Schnittflächen verkürzt die Haltbarkeit der übrigen Blumen. Nach einigen Stunden im eigenen Wasser können Sie sie ohne Wasserwechsel in den Strauß stellen.
