Echter Lorbeer (Laurus nobilis)
Anbau im Freien und im Topf, Gießen, Schnitt und Ernte
Immergrüner aromatischer Strauch oder kleiner Baum mit ledrigen Blättern, die in der Küche und in der Volksheilkunde verwendet werden.
- Standort: sonnig bis halbschattig, geschützt, durchlässiger Boden
- Höhe: im Topf 1–2 m, im Freiland bis 5 m
- Erntezeit: für die Küche ganzjährig, zum Trocknen im Herbst
- Vermehrung: durch Stecklinge oder Aussaat
- Überwinterung: bei Temperaturen über 0 °C, heller Standort
Laurus nobilis, der Echte Lorbeer, ist ein bekannter mediterraner Strauch aus der Familie der Lorbeergewächse (Lauraceae). Seine dunkelgrünen, glänzenden Blätter sind als Lorbeerblatt ein beliebtes Gewürz in vielen Küchen, und in der Volksheilkunde schreibt man ihnen eine entzündungshemmende und antiseptische Wirkung zu. Er wird als Zier- und Nutzpflanze kultiviert und verträgt auch den Schnitt zu Kugel- oder Kegelformen.
Echten Lorbeer anbauen: im Freien und im Topf
Der Anbau von Lorbeer ist recht unkompliziert, wenn die Pflanze genug Wärme und Licht bekommt. Der beste Platz ist ein sonniger, vor starkem Wind geschützter Standort – zum Beispiel eine Terrasse oder ein Wintergarten. In wärmeren Lagen kann man Lorbeer auch ins Freiland setzen, immer aber mit Schutz in den Wintermonaten.
Der Boden sollte locker, durchlässig und leicht kalkhaltig sein. Lorbeer verträgt keine Staunässe, deshalb braucht er eine Drainageschicht und kontrolliertes Gießen. Im Topf profitiert er vom regelmäßigen Umtopfen in frisches Substrat, idealerweise alle 2–3 Jahre.
Lorbeer im Kübel: Überwintern, Substrat und Blätter trocknen
Im Kübel lässt sich Lorbeer am einfachsten kultivieren. Den Sommer verbringt er draußen, im Winter kommt er in einen kühlen, hellen Raum. Ältere Gartenliteratur überwintert ihn bei etwa 2 °C. Je kühler die Pflanze überwintert, desto weniger Wasser braucht sie.
| Sommer | Winter | |
|---|---|---|
| Standort | draußen in der Sonne, windgeschützt | heller kühler Raum, Treppenhaus, frostfreies ungeheiztes Gewächshaus |
| Temperatur | normale Außentemperatur | um 2 °C, knapp über null |
| Gießen | reichlich | nur minimal, damit der Ballen nicht ganz austrocknet |
| Düngen | maßvoll, während des Wachstums | nicht düngen |
Substrat: Komposterde mit Sand und Torf, am Gefäßboden eine Drainage. Besondere Ansprüche an die Nährstoffe hat Lorbeer nicht. Der Schnitt dient nur der Form.
Vorsicht vor Verwechslung: Der Kirschlorbeer ist eine völlig andere, giftige Pflanze. Mehr dazu im Artikel Kirschlorbeer.
Lorbeerblätter richtig trocknen
- Pflücken Sie im Herbst Blätter, die mindestens zwei Jahre alt sind. Junge Blätter haben ein schwächeres Aroma.
- Trocknen Sie die Blätter ganz und ohne Stiele, langsam, in dünner Schicht und im Schatten.
- Nicht übertrocknen. Ein gut getrocknetes Blatt bleibt auf beiden Seiten hellgrün, ein braun gewordenes Blatt hat schon einen Teil seines Duftes verloren.
- Sorten mit gewellten Blättern enthalten mehr ätherische Öle und sind geschätzter.
Warum Ihr Lorbeer keine Beeren trägt
Lorbeer ist zweihäusig: Eine Pflanze trägt entweder nur männliche oder nur weibliche Blüten. Die hellgelben Blüten werden von Bestäubern bestäubt, daher erscheinen Beeren nur an einer weiblichen Pflanze, und auch nur dann, wenn eine männliche in der Nähe steht. Reife Beeren sind dunkel blauschwarz, jede enthält einen öligen Samen, der gut keimt (siehe Vermehrung).
Kurios: An der Schwarzmeerküste des Kaukasus versuchte man, Lorbeer als Niederwaldkultur anzubauen. Die Sträucher wurden nach 2–3 Jahren am Boden abgeschnitten, die Blätter im Schatten getrocknet, und aus den Stöcken wuchsen neue Zweige. Beim Kübellorbeer macht man nichts dergleichen, ein Formschnitt genügt.
Gießen, Düngen und Schnitt: womit man Lorbeer düngt und wann man ihn schneidet
Gegossen wird maßvoll und regelmäßig, zwischen den Wassergaben sollte das Substrat leicht antrocknen.
In der Hauptwachstumszeit (April–September) empfiehlt es sich zu düngen – idealerweise mit natürlichen Düngern wie Düngee, aus dem die Nährstoffe nach und nach freigesetzt werden.
Der Schnitt ist entscheidend für die Form und eine dichte Belaubung. Lorbeer verträgt das Formen sehr gut und eignet sich deshalb bestens für Balkonbäumchen, Kegel oder Kugelformen.
Der beste Zeitpunkt für den Schnitt ist das Frühjahr nach der Ernte oder der Herbst vor dem Umzug ins Winterquartier.
Ernte und Verwendung in Küche und Heilkunde: wann und wie man Lorbeerblätter erntet
Zum Trocknen erntet man die Blätter vor allem im Herbst, und zwar ältere, mindestens zweijährige. Ein paar Blätter für die Küche können Sie das ganze Jahr über pflücken. Frische und getrocknete Lorbeerblätter würzen Suppen, Saucen, Fleisch und Marinaden. In der Volksmedizin nutzt man Lorbeer für seine antiseptischen, entzündungshemmenden und die Verdauung fördernden Eigenschaften – oft als Tee oder als Zusatz für Bäder bei Muskel- und Gelenkschmerzen.
Dekorative und robuste Pflanze: Lorbeer als Strauch und Bäumchen
Dank seines Aussehens, der dichten Belaubung und der Formbarkeit ist Lorbeer auch als Zierstrauch oder Bäumchen im Topf beliebt. Er passt auf Terrassen, Balkone und in Wintergärten. Bei guter Pflege übersteht er im Kübel Jahrzehnte und bleibt auch im Winter immergrün.
Lorbeer vermehren: Stecklinge und Aussaat
Stecklinge sind der schnellste Weg, doch Lorbeer bewurzelt langsam und zögerlich – rechnen Sie mit einer Erfolgsquote um die Hälfte. Im August/September 10–15 cm lange halbreife Stecklinge von diesjährigen Trieben schneiden, untere Blätter entfernen, die übrigen um die Hälfte kürzen und die Basis in Bewurzelungspulver tauchen. In ein Sand-Torf-Gemisch stecken, mit Folie oder einem Glas abdecken und bei 20–22 °C halten. Die Bewurzelung dauert 2–4 Monate – Stecklinge nicht wegwerfen, solange die Blätter grün sind.
Wurzelausläufer: ältere Lorbeeren bilden Ausläufer an der Basis; im Frühjahr mit Wurzeln abtrennen und einzeln einpflanzen – die zuverlässigste Methode für Hobbygärtner.
Aussaat: frische Samen (schwarze Steinfrüchte weiblicher Pflanzen) im Herbst nach dem Entfernen des Fruchtfleischs aussäen; sie keimen unregelmäßig innerhalb von 1–6 Monaten bei 20 °C. Sämlinge wachsen langsam und liefern die erste Blatternte nach 3–4 Jahren.
Häufige Fragen: Lorbeer
Wie vermehrt man Lorbeer?
Über halbreife Stecklinge im August/September (Bewurzelung in 2–4 Monaten) oder über Wurzelausläufer, die man im Frühjahr mit Wurzeln abtrennt. Die Aussaat ist langsam, Sämlinge liefern erst nach 3–4 Jahren Blätter.
Bildquellen: Foto: Ivar Leidus, CC BY-SA 4.0
