Immergrün, Singrün (Vinca): Bodendecker für den Schatten
Ein immergrüner Teppich unter Bäumen und Sträuchern, wo sonst kaum etwas wächst.
Immergrün, Singrün — immergrüne kriechende Halbsträucher
Immergrüne kriechende Halbsträucher
- Standort: halbschattige bis schattige Lagen; frische, lockere Böden
- Höhe: 20–50 cm
- Blütezeit: Mai–September
- Vermehrung: durch Stecklinge oder Teilung
In Europa bis nach Kleinasien kommen 12 Arten der Gattung Immergrün (Vinca) vor. Nur zwei davon werden in Europa kultiviert. Sie gehören zur Familie der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae). Es sind überwiegend kriechende Halbsträucher, deren Triebe flach auf dem Boden liegen und dort wurzeln; nur die Blütentriebe wachsen aufrecht.
Die einfachen, ganzrandigen, ledrigen und glänzenden Blätter stehen gegenständig. Die fünfzähligen Blüten haben eine Kronröhre und einen flachen Saum. Meist sind die Blüten blauviolett, seltener rötlich oder weiß gefärbt. Die Frucht ist eine längliche doppelte Balgfrucht.
Beide Immergrün-Arten sind im Garten hervorragende Bodendecker für die flächige Begrünung unter Bäumen und Sträuchern. Am besten gedeihen sie auf frischen, lockeren Böden und vertragen auch stark beschattete Standorte. In einer schattigen Ecke vertragen sie sich gut zum Beispiel mit Funkien oder Farnen.
Großes Immergrün (Vinca major)

Es ist ein bis 30 cm hoher Halbstrauch, dessen Triebe stärker verholzen. Die Blätter sind eiförmig, 3–7 cm lang, glänzend dunkelgrün, am Grund gerundet bis fast herzförmig. Die blauen, 3–4 cm breiten Blüten öffnen sich von Mai bis September. In Mitteleuropa friert die Pflanze nicht selten bis zum Boden zurück, treibt aber wieder aus und blüht noch im selben Jahr. Nach Frostschäden schneidet man sie bodennah zurück.
Kleines Immergrün (Vinca minor)

Seine Triebe liegen flach am Boden, die Blütentriebe werden bis 15 cm hoch. Die 2–5 cm langen Blätter sind am Grund gerundet, breit lanzettlich, kahl und glänzend. Die fliederblauen Blüten sind 2–3 cm breit und erscheinen von März bis Mai, ein zweites Mal auch im September.
Es wächst in Europa und Kleinasien. In unseren Gärten ist es sehr verbreitet; neben der Art werden auch diese Sorten kultiviert:
- ‘Alba’ – Blätter kleiner, Blüten weiß
- ‘Purpurea’ – reich blühend, weinrote Blüten
Womit man Immergrün düngt
Immergrün wächst unter Bäumen und Sträuchern, wo es mit deren Wurzeln um Nährstoffe und Wasser konkurriert — und genau dort macht sich eine Düngung am stärksten bemerkbar. Es genügt eine schwache Gabe im Frühjahr zum Austrieb, breitwürfig über den Teppich gestreut und in die feuchte Erde eingearbeitet; der Dünger wird dann zwischen den Trieben zu den Wurzeln gespült. Eine zweite Gabe nach der ersten Blüte fördert die zweite Blütenwelle im September. Auf lockeren, humusreichen Böden kommt Immergrün auch ohne Düngung aus, an einem ausgezehrten Standort unter einem alten Baum wird es ohne sie jedoch lückig. Dasselbe Regime passt auch den übrigen Stauden im Schattenbeet. Wie Sie einen Dünger auswählen, der den ganzen Garten auf einmal abdeckt, behandeln wir im Artikel Universaldünger; die Mischungsverhältnisse für die Gießlösung finden Sie unter Dosierung.
Häufige Fragen: Immergrün
Sind Immergrün und Singrün dasselbe?
Ja, es sind zwei Namen für dieselbe Gattung Vinca aus der Familie der Hundsgiftgewächse. Immergrün ist heute die gebräuchliche Bezeichnung, Singrün der ältere Name.
Was ist der Unterschied zwischen Kleinem und Großem Immergrün?
Das Kleine Immergrün (Vinca minor) hat niederliegende Triebe und Blütenstiele bis 15 cm, blüht von März bis Mai und noch einmal im September. Das Große Immergrün (Vinca major) wird bis 30 cm hoch, hat größere eiförmige Blätter und blaue, 3–4 cm breite Blüten von Mai bis September, friert in Mitteleuropa aber oft bis zum Boden zurück.
Wächst Immergrün im Schatten?
Ja, es verträgt auch stark beschattete Standorte. Gerade deshalb ist es als flächiger Bodendecker unter Bäumen und Sträuchern beliebt, wo die meisten anderen Pflanzen kümmern. Es braucht allerdings frischen, lockeren Boden.
Wie vermehrt man Immergrün?
Durch Stecklinge oder Teilung. Die kriechenden Triebe wurzeln dort von selbst, wo sie den Boden berühren — es genügt also, ein bewurzeltes Stück abzutrennen und zu verpflanzen.
Was tun, wenn Immergrün zurückfriert?
Beim Großen Immergrün kommt das in Mitteleuropa regelmäßig vor. Nach Frostschäden schneidet man es bodennah zurück — es treibt wieder aus und schafft es, noch im selben Jahr zu blühen.
