Avocado, Avocadobaum (Persea americana)
Avocado aus dem Kern ziehen, pflegen, gießen und überwintern – Schritt für Schritt

Immergrüner großblättriger Baum oder Strauch aus den Tropen, bei uns nur Kübelpflanze
- Standort: im Sommer hell bis sonnig (ohne pralle Mittagssonne), Überwinterung hell und kühl
- Höhe: bis 20 m (in den Tropen!)
- Blütezeit: in Topfkultur blüht sie nicht
- Vermehrung: durch Samen (Kern)
Die Avocado gehört zur Familie der Lorbeergewächse (Lauraceae) und fällt vor allem durch ihre dunkelgrünen, ledrigen und bis zu 30 cm langen Blätter auf. Blüten und Früchte sind bei Topfpflanzen nicht zu erwarten – die Bestäubung ist zudem kompliziert, denn die Avocado bildet zwei Blütentypen (A und B), die sich zu unterschiedlichen Tageszeiten öffnen.
Als junge Pflanze wirkt die Avocado zunächst wenig attraktiv, weil sie sich erst recht spät verzweigt. Wenn sie ihre volle Schönheit entfaltet, ist sie meist schon zu groß für die Fensterbank. Ideal ist deshalb ein ausgepflanzter Platz im geräumigen Wintergarten. Zu groß gewordene, ausladende Exemplare lassen sich durch einen Rückschnitt in Form bringen; sie treiben danach wieder aus und wachsen etwas buschiger.
Avocado ziehen: vom Kern bis zum Jungpflänzchen
Am besten zieht man die Avocado als Kübelpflanze, die man umstellen kann, und stellt sie im Sommer an einen sonnigen Platz (ohne pralle Mittagssonne). Weil sie kälteempfindlich ist, sollte sie schon Ende August an einen hellen, kühlen Ort mit etwa 15 °C geräumt werden, nie unter 12 °C.
Da die großen Blätter viel Feuchtigkeit verdunsten, wird im Sommer reichlich gegossen, ohne dass der Wurzelballen staunass wird; im Winter dagegen nur mäßig. Völliges Austrocknen hätte Blattfall zur Folge. Gedüngt wird im Sommer bis zum Einräumen einmal im Monat, damit der Wuchs im Kübel nicht unnötig gefördert wird.
Eine Avocado zu Hause zu ziehen, schafft fast jeder. Der häufigste Trick ist das Ankeimen des Kerns. Man spießt ihn mit drei Zahnstochern auf und legt ihn so über ein Glas Wasser, dass die untere Hälfte eingetaucht ist. Das Wasser muss regelmäßig nachgefüllt und gewechselt werden. Nach einigen Wochen platzt der Kern auf und ein Würzelchen erscheint. Es gibt auch die Beutelmethode: Der Kern kommt in feuchte Watte in einem verschlossenen Beutel, was die Keimung durch die höhere Luftfeuchtigkeit beschleunigt.
Einen ausführlichen Ratgeber mit Praxistipps zum Ziehen der Avocado zu Hause finden Sie im Artikel Avocado anbauen.
Tipps von Avocado-Gärtnern weltweit (Praxiswissen aus dem Ausland)

Diese Kniffe nutzen erfolgreiche Gärtner von Griechenland bis Neuseeland.
- Weltweit wird für die Anzucht zu Hause oft Erde mit Perlit oder Kokosfaser gemischt, damit sie luftiger ist.
- Die Avocado mag leichte Trockenheit und einen hellen Standort; bei starker Sonne schattiert man sie anfangs jedoch kurz.
- Während die Sämlinge wachsen, geben Sie alle zwei Wochen schwach dosierten organischen Dünger und vermeiden Sie Überdüngung.
- Für den Winter stellt man die Pflanze am besten an einen kühleren, hellen Platz bei etwa dreizehn Grad.
Avocado im Zimmer: häufige Fehler und ihre Lösung
Bei staunassem Substrat können die Wurzeln faulen. Die Blätter werden dann gelb und fallen ab. Pralle Sonne lässt die Blattränder vertrocknen, deshalb sollten vor allem junge Pflanzen schattiert werden.
Verliert die Avocado rasch ihre Blätter, sind meist ein Temperaturschock oder ausgetrocknete Erde die Ursache.
Die häufigsten Schädlinge sind Spinnmilben und Blattläuse; dagegen hilft Abbrausen mit Wasser oder ein biologisches Präparat.
Die ökologische Seite von Anbau und Verbrauch der Avocado
In den letzten Jahren wird immer häufiger über die Umweltfolgen der Avocado-Massenproduktion gesprochen. Es lohnt sich deshalb, auf Zertifizierungen wie Fair Trade zu achten, Früchte von schonend wirtschaftenden Erzeugern zu wählen und über den Wasserverbrauch der Produktion nachzudenken. Beim Anbau zu Hause ist der ökologische Fußabdruck dagegen verschwindend gering.
Wissenswertes über die Avocado, das Sie vielleicht noch nicht kannten
- Botanisch ist die Avocado eine Beere mit einem einzigen großen Samen (Kern) und kein Gemüse.
- Weltweit gibt es zahlreiche Sorten. Im Handel überwiegt Hass, bekannt sind aber auch Bacon, Reed oder Pinkerton.
- Vor der vollen Reife geerntete Früchte werden zu Hause schneller weich, wenn man sie mit einer Banane in eine Papiertüte legt – dank des Ethylens.
- Weniger bekannt ist zum Beispiel, dass die Avocado in Brasilien auch für Süßspeisen und Eis verwendet wird.
Häufige Fragen zur Avocado
Wo wächst die Avocado?
Die Avocado (Persea americana) stammt aus Mittelamerika. Heute wird sie in großem Stil in Mexiko, Peru, Chile, Spanien, Israel, Kalifornien und Neuseeland angebaut – überall dort, wo es nicht friert. Bei uns überwintert sie im Freien nicht, deshalb zieht man sie hierzulande nur als Kübel- oder Zimmerpflanze, die man im Sommer nach draußen stellt und vor der Kälte wieder hereinholt.
Wie hoch wird ein Avocadobaum?
In den Tropen wird die Avocado bis zu 20 Meter hoch. Im Kübel oder Topf bleibt sie deutlich kleiner, und ihre Größe halten Sie mit einem Rückschnitt in Schach – danach treibt sie wieder aus und wächst etwas buschiger.
Wie und wie schnell wächst eine Avocado?
Als junge Pflanze wirkt die Avocado zunächst wenig attraktiv, weil sie sich erst recht spät verzweigt. Zuerst treibt sie einen einzigen geraden Trieb, erst später wird sie kräftiger und verzweigt sich. Wenn sie ihre volle Schönheit entfaltet, ist sie meist schon zu groß für die Fensterbank – ideal ist deshalb ein geräumiger Wintergarten.
Blüht eine Avocado, die zu Hause wächst?
Bei Topfpflanzen sind weder Blüten noch Früchte zu erwarten. Die Bestäubung ist bei der Avocado zudem kompliziert, sodass selbst eine blühende Pflanze zu Hause allein keine Früchte ansetzen würde. Bei uns zieht man die Avocado wegen ihrer dunkelgrünen, ledrigen Blätter, die bis zu 30 cm lang werden.
Wie oft gießt man eine Avocado?
Die großen Blätter verdunsten viel Feuchtigkeit, deshalb wird im Sommer reichlich gegossen – aber so, dass der Wurzelballen nicht staunass wird. Im Winter gießen Sie nur mäßig. Trocknet das Substrat völlig aus, fallen die Blätter ab; Staunässe wiederum führt zu Wurzelfäule: Die Blätter werden dann gelb und fallen ab.
Womit düngt man eine Avocado?
Im Sommer bis zum Einräumen genügt es, etwa einmal im Monat zu düngen, damit der Wuchs im Kübel nicht unnötig gefördert wird. Greifen Sie zu einem schonenden organischen Dünger – DÜNGEE lässt sich als Auszug ins Gießwasser geben (1 Teelöffel auf 1 Liter Wasser) und verbrennt die Wurzeln nicht. Sämlinge aus dem Kern düngen Sie schwach und eher alle zwei Wochen; Überdüngung bekommt der Avocado nicht. Im Winter, wenn die Pflanze ruht, lassen Sie das Düngen ganz aus.
Wie überwintert man eine Avocado?
Die Avocado ist kälteempfindlich, räumen Sie sie deshalb schon Ende August an einen hellen, kühlen Platz mit etwa 15 °C – nie unter 12 °C. Über den Winter gießen Sie nur mäßig und düngen nicht. Ein plötzlicher Temperaturschock oder ausgetrocknete Erde sind der häufigste Grund dafür, dass eine Avocado rasch ihre Blätter abwirft.
Ratgeber zur Avocado-Pflege: Avocado anbauen · Universaldünger für Zimmer- und Kübelpflanzen
