🚚 Packeta kostenlos ab 70,00 €

Chicorée und Zichorie (Cichorium intybus): anbauen, Wirkung und Rezepte

Chicorée, Radicchio und Zuckerhut anbauen und treiben, dazu Zichorienwurzel, Zichorienkaffee, Zichoriensirup und ein Rezept für Chicorée-Salat.

Die blau blühende Wegwarte ist die Ausgangsart, aus der die verschiedenen Formen der Zichoriengewächse (Cichoriaceae) hervorgegangen sind – die Wurzelzichorie, der Chicorée (er wird für die getriebenen Bleichsprossen angebaut) und die kopfbildende Salatzichorie.

Die Wurzeln der Wurzelzichorie (Cichorium intybus var. sativum) dienten bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg zur Herstellung von Kaffeeersatz. Die Kulturformen der Salatzichorie werden als Blattgemüse verwendet.

Chicorée anbauen und treiben: die Bleichsprossen

Zum Treiben der Bleichsprossen

  • Standort: tiefgründige, mittelschwere Böden mit ausreichend Humus
  • Pflanzabstand: 35 × 10 cm
  • Anbauzeit: ab Mitte Mai
  • Erntezeit: ab Oktober, danach folgen Lagerung und Treiben

Aus den hellgelben bis weißlichen Bleichsprossen dieser Chicorée-Form werden schon seit dem 19. Jahrhundert Salate zubereitet. Ausgesät wird ab Mitte Mai direkt ins Beet, der Boden muss für die Keimung ausreichend feucht sein. Zu dicht stehende Sämlinge werden auf 10 cm vereinzelt. Übermäßige Stickstoffgaben verschlechtern die Qualität der Sprossen.

Zwei hellgelbe Chicorée-Sprossen vor weißem Hintergrund

Geerntet wird im Oktober und November; danach werden die Blätter 2–3 cm über dem Vegetationskegel abgeschnitten. Die Wurzeln lagert man kühl und frostfrei bis zum Beginn des Treibens, dann setzt man sie dicht und senkrecht in Erde in einem Balkonkasten oder einem anderen Gefäß ein. Nach dem durchdringenden Angießen wird das Gefäß mit schwarzer Folie abgedeckt und in einen Raum mit 12–16 °C gestellt.

Die Treibdauer hängt von der Temperatur ab und liegt bei 4–5 Wochen. Geerntet werden gelbliche, leicht bitter schmeckende Bleichsprossen, aus denen Salate oder gekochtes Gemüse zubereitet werden. Im Dunkeln getriebene Sprossen lassen sich länger aufbewahren.

Bekannte Chicorée-Sorten:
‚Zoom-F1‘, ‚Primosa‘, ‚Secosa‘ und ‚Brüsseler Witloof‘.

Radicchio: der rote Chicorée

Radicchio-Kopf und geschnittene weinrote Blätter mit weißen Rippen in einer Holzschale

Blattgemüse mit leicht bitterem Geschmack

  • Standort: mittelschwere Böden
  • Pflanzabstand: 30 × 15 bis 25 cm
  • Anbauzeit: Aussaat im Juli für die Herbsternte, im August für die Frühjahrsernte
  • Erntezeit: im Herbst und im Frühjahr, je nach Sorte und Klima

Radicchio wird vor allem in Italien angebaut. Dazu gehören Sorten, die Blattrosetten bilden, und Sorten mit geschlossenen Köpfen. Die Blätter sind weinrot und haben weiße Rippen.

Wegen der kräftigen Farbe und des ausgeprägten Geschmacks passt Radicchio gut zu Salaten aus Blattgemüse ebenso wie aus Früchten. Für die Herbsternte eignen sich Aussaaten ab Mitte Juni am besten. Für die Frühjahrsernte wird Radicchio im August ausgesät; damit starke Winterfröste keine Ausfälle verursachen, schützt man die überwinternden Pflanzen mit Stroh, Reisig oder einem Vlies.

Die auffällige rote Blattfärbung zeigt sich erst im Herbst nach den ersten kühlen Nächten.

Für die Herbsternte empfehlen sich die Sorten:
‚Palla Rossa‘, ‚Cesare‘ und ‚Marina‘.

Sorten für die Frühjahrsernte:
‚Roter Veroneser‘, ‚Roter von Treviso‘ und ‚Verona‘.

Zuckerhut: Wintersalat aus der Zichoriengruppe

Spitz zulaufender hellgrüner Kopf des Zuckerhut-Salats

Zichorie für Salate und gekochtes Gemüse im Winter

  • Standort: sonniger Platz mit mittelschwerem Boden
  • Pflanzabstand: 40 × 35 bis 40 cm (Sorten mit langem Kopf)
  • Aussaatzeit: zweite Julihälfte
  • Erntezeit: ab Oktober

Der Zuckerhut bildet einen fest geschlossenen, spitz zulaufenden Kopf. Er ist ein typischer Wintersalat und wird erst im Juli ausgesät. Pflanzen aus frühen Aussaaten schossen vorzeitig.

Geerntet wird ab Oktober, die Pflanzen vertragen leichte Nachtfröste. Gut geschlossene Köpfe lassen sich mehrere Wochen lagern.

Wirkung: Ballaststoffe, Vitamine und Einfluss auf die Verdauung

Zichorie wird in ganz unterschiedlichen Gerichten verwendet, etwa in Salaten, Suppen oder als Beilage. Sie hat einen hohen Ballaststoffgehalt und ist reich an Vitaminen (Folsäure, Vitamin A und K) und Mineralstoffen (Magnesium, Kalium). Zichorie gilt auch als Heilpflanze, denn sie regt den Appetit an, unterstützt die Darmtätigkeit und ist dank der Folsäure auch für werdende Mütter geeignet, weil sie die Entwicklung des Kindes günstig beeinflusst.

Chicorée zubereiten: was die Sprossen sind und wie man sie verwendet

Chicorée-Blätter gefüllt mit Salat aus Ei, Sprossen und Avocado auf einem Teller

Chicorée-Sprossen sind junge, zarte Triebe der Zichorie, die als Gemüse gegessen werden. Sie schmecken angenehm bitter und sind eine beliebte Zutat in vielen Gerichten.

Frische Salate: Chicorée-Sprossen können Sie zusammen mit anderem Gemüse in Salate geben, etwa mit Tomaten, Gurken, Paprika oder Blattsalaten. Ihre Bitternote gibt dem Salat eine interessante Tiefe.

Beilagen: Chicorée-Sprossen lassen sich auch kurz anbraten oder mit etwas Öl in der Pfanne leicht rösten und als Beilage zu Fleisch oder Fisch servieren. Durch das Anbraten wird die Bitternote milder.

Smoothie: Sie können Chicorée-Sprossen auch zusammen mit weiterem Obst und Gemüse in einen Smoothie geben. Die Bitternote verbindet sich mit den übrigen Aromen zu einer interessanten Kombination.

Gekochter Chicorée: Chicorée-Sprossen kann man auch garen. Zuvor blanchiert man sie am besten einige Minuten in kochendem Wasser, damit die Bitterkeit milder wird. Danach lassen sie sich in gekochten oder geschmorten Gerichten verwenden.

Zichorienwurzel: Muckefuck und Ersatzkaffee statt Bohnenkaffee

Die Wurzel von Chicorée und Wegwarte wird vor allem als Kaffeeersatz genutzt. Aus der Chicorée-Wurzel entsteht ein Kaffeeersatzgetränk (ein beliebtes Getränk unserer Großmütter, das mit Milch oder gezuckerter Kondensmilch serviert wird und meist zum Frühstück auf den Tisch kommt), aus der Wegwarte wurde Zichorienkaffee hergestellt – in Zeiten, in denen Bohnenkaffee knapp oder zu teuer war. Auch Sie können sich aus Zichorienwurzeln einen Kaffeeersatz herstellen: Die Wurzeln einfach trocknen lassen, rösten und mahlen. Echter Kaffee wird daraus natürlich nie, dafür können ihn auch Menschen trinken, die aus irgendeinem Grund kein Koffein zu sich nehmen dürfen.

Zichorienkaffee: so wird der Kaffeeersatz zubereitet

Zichorienkaffee in einer weißen Tasse mit blauer Wegwartenblüte auf einem Holzbrett

Zichorienkaffee ist im eigentlichen Sinne kein Kaffee, sondern ein Kaffeeersatz. Umgangssprachlich heißt er Muckefuck. Für die Zubereitung bringen Sie 0,5 Liter Wasser zum Kochen, geben 2 Esslöffel des Pulvers hinzu und lassen alles mehrmals aufwallen. Danach lassen Sie den Sud noch 3 Minuten ziehen. Abseihen und in Tassen füllen. Dazu passen Milch, Kondensmilch, Zucker oder auch Honig. Serviert wird er warm und passt sowohl zum süßen (Kuchen, Hefegebäck) als auch zum herzhaften Frühstück.

Zichoriensirup: süßen mit Inulin

Warmes Zichoriengetränk in einer Tasse, umgeben von blauen Wegwartenblüten

Zichoriensirup ist flüssige Zichorienfaser, mit der sich Speisen und Getränke süßen lassen. Er enthält ausschließlich flüssige Zichorienfaser und keine weiteren Zutaten. Insgesamt enthält er 95 % weniger Zucker als andere natürliche Süßungsmittel und eignet sich damit für Diabetiker und für alle, die ein paar Kilo abnehmen möchten.

Zichoriensirup (auch Inulinsirup genannt) ist auch für Kinder ein geeignetes Süßungsmittel. Er lässt sich als Ersatz für andere Sirupe (etwa Ahornsirup) auf Pfannkuchen, Eierkuchen und anderen Süßspeisen verwenden.

Chicorée-Salat: Rezept mit Birne und Nüssen

Salat aus Chicorée-Blättern mit Orangenscheiben in einer Schüssel

Ein Chicorée-Salat ist eine hervorragende Möglichkeit, die Bitternote der Zichorie zu nutzen und ein erfrischendes, schmackhaftes Gericht zuzubereiten. Hier ein einfaches Rezept:

Was Sie brauchen:

  • 2–3 Chicorée-Sprossen,
  • 1 kleinere rote Zwiebel,
  • 1 Birne (oder anderes Obst nach Wahl, z. B. Apfel oder Orange),
  • 60 g Nüsse (z. B. Walnüsse oder Haselnüsse),
  • 60 g Käse (z. B. Blauschimmelkäse oder Ziegenkäse),
  • frische Petersilie oder ein anderes Kraut nach Geschmack,
  • Olivenöl,
  • Zitronensaft,
  • Salz und Pfeffer nach Geschmack.

Zubereitung:

Den Chicorée waschen, in dünne Scheiben schneiden und in eine Schüssel geben.

Die rote Zwiebel schälen und in dünne Scheiben schneiden. Das Obst (z. B. die Birne) waschen, schälen und in dünne Scheiben schneiden. Alles in die Schüssel geben.

Dann die Nüsse (Walnüsse oder Haselnüsse) und den gewürfelten Käse hinzufügen, dazu die gehackte Petersilie oder ein anderes Kraut.

Für das Dressing Olivenöl, frisch gepressten Zitronensaft, Salz und Pfeffer verrühren. Das Dressing zu der Mischung aus Chicorée, Zwiebel, Obst, Nüssen und Käse geben. Gut durchmischen, damit sich alle Zutaten verbinden und mit Öl und Saft überzogen sind.

Den Salat kurz durchziehen lassen – dann kann serviert werden.

Chicorée düngen: womit man Blattgemüse versorgt

Chicorée gehört zum Blattgemüse, bei dem eher eine ausgewogene Versorgung zählt als hohe Nährstoffgaben – übermäßige Stickstoffgaben verschlechtern die Qualität der Sprossen und die Köpfe schließen dann schlechter. Dem Boden hilft deshalb vor allem organische Substanz, die die Struktur verbessert und Feuchtigkeit hält; Zichorien mögen tiefgründige Böden mit ausreichend Humus.

Bewährt hat sich der Naturdünger DÜNGEE, der sich im Boden nach und nach zersetzt und die Nährstoffe langsam freigibt. Es genügt, ihn in einer dünnen Schicht rund um die Pflanzen zu streuen und anzugießen, oder daraus einen Auszug anzusetzen; die genauen Mengen finden Sie in der Dosierungstabelle. Die allgemeinen Regeln fasst der Artikel zur Düngung von Gemüse zusammen, und das gesamte Sortiment finden Sie im Katalog.

Häufige Fragen: Chicorée

Was ist der Unterschied zwischen Wegwarte und Chicorée?

Die blau blühende Gemeine Wegwarte ist die wild wachsende Ausgangsart. Aus ihr sind die Kulturformen hervorgegangen: die Wurzelzichorie, deren Wurzel für Zichorienkaffee und Kaffeeersatz diente, und die Salatzichorie, die für getriebene Bleichsprossen und Köpfe (Radicchio, Zuckerhut) angebaut wird.

Was sind Chicorée-Sprossen?

Junge, hellgelbe bis weißliche Blatttriebe der Salatzichorie mit fein bitterem Geschmack. Sie entstehen beim Treiben der Wurzeln im Dunkeln bei 12–16 °C, das 4–5 Wochen dauert; zubereitet werden sie als Salat und als gekochtes Gemüse.

Wann wird Chicorée ausgesät?

Chicorée zum Treiben der Sprossen ab Mitte Mai direkt ins Beet. Radicchio wird für die Herbsternte ab Mitte Juni ausgesät, für die Frühjahrsernte im August. Der Winter-Zuckerhut erst in der zweiten Julihälfte — aus frühen Aussaaten schosst er.

Ist Chicorée gesund?

Er hat einen hohen Gehalt an Ballaststoffen, Folsäure, Vitamin A und K sowie Mineralstoffen (Magnesium, Kalium). Er regt den Appetit an und unterstützt die Darmtätigkeit.

Womit düngt man Chicorée?

Vorsichtig mit Stickstoff — übermäßige Gaben verschlechtern die Qualität der Sprossen. Besser geeignet ist ein organischer Dünger, der die Nährstoffe nach und nach freigibt, zum Beispiel der Naturdünger DÜNGEE als Auszug mit 1 Teelöffel auf 1 Liter Wasser.

Die genaue Dosierung für die einzelnen Pflanzen finden Sie auf der Seite Dosierung von DÜNGEE.