🚚 Packeta kostenlos ab 70,00 €

Mispel (Mespilus germanica)

Extensive Kernobstart, die aufgrund ihres Wuchses, ihrer Blüten und ihrer Herbstfärbung einen bemerkenswerten Zierwert besitzt.
  • Standort: sonnige bis halbschattige Lagen; warmer, auch kalkhaltiger Boden
  • Höhe: 3 bis 5 m
  • Standortfläche: 9–25 (36) m²
  • Blütezeit: Ende Mai
  • Vermehrung: durch Veredelung, Absenker oder Holzstecklinge

Die Mispel aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae) ist eine in Gärten nur selten kultivierte Kernobstart. Früher wurde sie bei uns so häufig gepflanzt bzw. verwilderte so oft, dass Carl von Linné glaubte, sie sei in Deutschland heimisch, und gab ihr den Artnamen germanica. Die Ausbreitung aus dem ursprünglichen Verbreitungsgebiet zwischen dem Kaspischen Meer und dem Schwarzen Meer erfolgte über Kleinasien und Griechenland nach West- und Mitteleuropa.

Mispel (Mespilus germanica)

Die Mispel wächst langsam und sparsam und bildet eine malerische Krone. Junge Triebe von grauer bis schwarzer Farbe sind behaart, ältere Äste und Stämmchen häufig verdreht. Die Rinde löst sich leicht ab.

Blüten und Blätter

Ende Mai erscheinen einzelne Blüten. Diese haben 3–5 cm lange, schmale Kelchblätter, sind weißlich, geruchlos und dekorativ. Die späte Blüte und die Selbstbestäubung sind die Garantie für regelmäßige Ernten, die bis zu 30 kg pro Baum erreichen können.

Die länglichen Blätter mit eingesenkten Blattadern sind auf der Oberseite dunkelgrün, auf der Unterseite heller und färben sich vor dem Laubfall. Zusammen mit den reichlichen Früchten bieten sie einen ansprechenden Anblick.
Mispel (Mespilus germanica)
Mispel (Mespilus germanica) trägt schmackhafte Früchte.

Früchte und ihre Verwendung

Die überwiegend kugelförmigen Früchte mit leicht rauer Schale färben sich von Grün nach Braun. An den bis zu 7 cm großen Früchten sind die auffälligen Kelchblätter über dem vertieften Blütenboden gut sichtbar.

Das zunächst hellgrüne, später nachdunkelnde Fruchtfleisch ist roh erst dann genießbar, wenn es durch Frost oder mehrwöchige Lagerung nach der Ernte weich geworden ist. Der herbe Geschmack verschwindet und es entsteht ein adstringierendes, süßliches und leicht säuerliches Aroma. Die Mispel wird vorwiegend zur Zubereitung von Gelee und Süßwaren verwendet, häufig zusammen mit anderen Früchten.

Anbau

Die Ansprüche an den Boden sind gering; wärmere Lagen sind bevorzugt, der Baum gedeiht jedoch auch im Halbschatten. Bei der Pflanzung ist ein Platzbedarf von 9–25 m² einzuplanen.

Der Schnitt wird anfangs so durchgeführt, wie es bei Kernobst üblich ist; später wird nur ausgelichtet, ohne auf eine regelmäßige Kronenformung hinzuarbeiten. Die Bodenbearbeitung ist beliebig und eine Düngung ist in den meisten Fällen nicht erforderlich.

Die Ernte erfolgt Anfang November. Die Früchte werden in einer Lage mit dem Stiel nach oben gelagert. Schädlinge spielen praktisch keine Rolle. Die Vermehrung erfolgt meist durch Okulation auf Unterlagen von Birne oder Weißdorn.

Sorten

Mispeln werden allgemein als Echte Mispel (Mespilus germanica) bezeichnet, ohne Angabe einer Sorte, obwohl solche existieren. Die Sortimente Westeuropas führen die Sorten ‚Holländische Großfrüchtige‘, ‚Nottingham‘, ‚Königliche‘ und ‚Kernlose‘ auf.

Eine ausführlichere Beschreibung dieser Art finden Sie im eigenständigen Artikel Echte Mispel (Mespilus germanica).