Trompetenblume (Campsis)
Campsis radicans und Campsis × tagliabuana: Beschreibung, Pflege, Schnitt und Vermehrung

Sommergrünes Klettergehölz mit Haftwurzeln an den Trieben.
- Standort: sonnig, warm, geschützt; frische, humose, nährstoffreiche Böden
- Höhe: 8–10 m
- Blütezeit: Juli–September
- Vermehrung: durch Aussaat und Wurzelstecklinge
Die Gattung Campsis aus der Familie der Trompetenbaumgewächse (Bignoniaceae) umfasst nur zwei Arten. Campsis grandiflora stammt aus China und Campsis radicans aus Nordamerika. In Mitteleuropa sind nur Campsis radicans und ihre Kreuzung Campsis × tagliabuana (C. grandiflora × C. radicans) ausreichend winterhart.
Pflanzenbeschreibung: Trompetenblume mit trompetenförmigen Blüten
- Blätter: gegenständig, unpaarig gefiedert, aus 9–11 elliptischen, 3–6 cm langen Fiederblättchen.
- Blüten: trompetenförmig, scharlach- bis karminrot, mit röhrig-glockigem Kelch und fünfzähliger Krone, die sich über dem Kelch erweitert.
Die Blüten erscheinen in Büscheln an den Enden der diesjährigen Triebe. Trompetenblumen sind ideale Kletterpflanzen für Mauern und Fassaden in warmen, geschützten Lagen mit mildem Winter. Die Haftwurzeln sind eher schwach, deshalb ist es sinnvoll, einzelne Triebe anzubinden.
Trompetenblume pflegen: Standort, Schnitt und Anbinden
Trompetenblumen brauchen einen regelmäßigen Schnitt der langen Triebe, ähnlich wie die Weinrebe. Sie blühen nämlich am diesjährigen Holz, deshalb kürzt man sie im Vorfrühling, noch vor dem Austrieb. Die genaue Vorgehensweise finden Sie im Artikel über den Schnitt von Sträuchern und Kletterpflanzen.
Die Pflanze braucht einen sonnigen und warmen, vor kaltem Wind geschützten Standort, am besten an einer Süd- oder Südwestwand. Der Boden soll frisch, humos und nährstoffreich sein; im Frühjahr empfiehlt es sich, Kompost oder organischen Dünger einzuarbeiten, der die Nährstoffe über die ganze Saison hinweg nach und nach freisetzt. Da die Haftwurzeln nur einen Teil der Triebe selbst halten, bereiten Sie der Pflanze ein Rankgitter oder Drähte vor und binden Sie längere Jungtriebe an.
Arten und Sorten der Trompetenblume: Campsis radicans und Campsis × tagliabuana
Bei uns werden die Amerikanische Trompetenblume und ihre Kreuzung ‚Madame Galen‘ kultiviert. Sie unterscheiden sich vor allem in der Blütenfarbe und darin, wie bereitwillig sie klettern.
Campsis radicans (Amerikanische Trompetenblume)

- Höhe: bis 10 m
- Blüten: orange bis hellorange mit gelbem Schlund; Kronsaum scharlachrot.
Die häufigste und robusteste Art. Sie klettert mit Haftwurzeln und bildet bereitwillig Wurzelausläufer, über die sie sich leicht vermehren lässt.
Campsis × tagliabuana ‚Madame Galen‘

- Wuchs: eher strauchig, weniger kletternd
- Blätter: bis 45 cm lang, aus 15 eiförmigen, grob gesägten Fiederblättchen.
- Blüten: zahlreich, in lockeren Rispen, die Kronröhre außen orange, innen scharlachrot. Blüht nach und nach von Juli bis September.
Häufige Fragen zur Trompetenblume
Wann und wie schneidet man die Trompetenblume?
Im Vorfrühling, noch vor dem Austrieb. Die Trompetenblume blüht am diesjährigen Holz, ein kräftiger Rückschnitt macht ihr also nichts aus — die langen Vorjahrestriebe werden auf wenige Augen zurückgeschnitten, ähnlich wie bei der Weinrebe. Ein Schnitt während des Austriebs oder im Sommer kostet dagegen nur Blüten.
Wie vermehrt man die Trompetenblume?
Durch Aussaat und Wurzelstecklinge. Die Wurzelstecklinge werden in der Vegetationsruhe geschnitten und im Topf an einem warmen Platz vorgezogen. Die Amerikanische Trompetenblume bildet außerdem selbst Wurzelausläufer, die man samt einem Stück Wurzel abtrennen und umpflanzen kann.
Warum blüht die Trompetenblume nicht?
Meist fehlen ihr Sonne und Wärme — im Halbschatten oder an einer windigen Stelle wächst sie zwar, blüht aber kaum. Die zweite häufige Ursache ist ein falsch gelegter Schnitt: Die Blüten entstehen an den Enden der diesjährigen Triebe, ein später Eingriff entfernt sie also. Und eine junge Pflanze blüht in der Regel erst nach einigen Jahren zum ersten Mal, wenn sie kräftig genug geworden ist.
Ist die Trompetenblume giftig?
Zu den stark giftigen Pflanzen zählt sie nicht, essbar ist sie aber nicht und weder Früchte noch Samen werden verzehrt. Der Saft aus Blättern und Blüten kann bei empfindlicheren Menschen die Haut reizen, deshalb sind beim Schnitt und beim Anbinden Handschuhe angebracht.
Womit düngt man die Trompetenblume?
Die Trompetenblume ist eine kräftige Liane mit großem Zuwachs, sie honoriert daher Nährstoffe, die nach und nach freigesetzt werden. Im Frühjahr bewährt es sich, DÜNGEE in den Boden rund um die Wurzeln einzuarbeiten, während der Saison gießt man dann mit einem Auszug (1 Teelöffel auf 1 Liter Wasser, 4 Stunden ziehen lassen). Eine Übersicht der Dosierung für weitere Pflanzen finden Sie beim Universaldünger.
