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Chinakohl anbauen: von der Aussaat bis zur Ernte

Wann Sie Chinakohl säen, wie Sie das Schossen verhindern und wann die Köpfe fest genug für die Ernte sind

Chinakohl gehört zu den beliebtesten Kohlarten im Garten: Er wächst schnell und seine zarten Blätter passen in Salate ebenso wie in die warme Küche.

  • Standort: sonniger bis halbschattiger Platz, humoser und gut durchlässiger Boden
  • Wuchshöhe: 30–60 cm je nach Sorte
  • Erntezeit: 60–80 Tage nach der Aussaat
  • Vermehrung: durch Direktsaat

Chinakohl (Brassica rapa subsp. pekinensis) gehört zur Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae) und stammt aus Ostasien, wo er seit Jahrhunderten angebaut wird. In Europa verbreitete er sich erst im 20. Jahrhundert, heute schätzt man ihn vor allem für sein schnelles Wachstum und seine vielseitige Verwendung. Die Pflanze bildet längliche, zarte Köpfe aus feinen, hellgrünen Blättern.

Chinakohl liefert Vitamin C, Ballaststoffe und Mineralstoffe. Durch den geringen Kaloriengehalt passt er gut in eine leichte und gesunde Küche.

Chinakohl, Pak Choi und Kopfkohl: wo liegt der Unterschied

Chinakohl heißt im Handel auch Pekingkohl — gemeint ist beide Male dieselbe Pflanze, botanisch Brassica rapa subsp. pekinensis. In Saatgutkatalogen finden Sie beide Bezeichnungen, gelegentlich auch „Japankohl“ oder „Chinesischer Blätterkohl“. Immer geht es um den länglichen, hellgrünen Kopf mit breiten weißen Blattrippen — genau um den dreht sich dieser Artikel.

Ältere Literatur bezeichnet allerdings noch eine zweite Pflanze als Chinakohl — Pak Choi (Brassica rapa subsp. chinensis, auch Bok Choy). Er bildet überhaupt keinen Kopf: Er wächst zu einer lockeren Rosette dunkelgrüner Blätter auf kräftigen weißen Stielen und wird nach etwa 40–50 Tagen im Ganzen geerntet. Angebaut wird er ähnlich wie Chinakohl, nur verträgt er sommerliche Hitze etwas besser. Den Unterschied zwischen beiden Pflanzen behandelt auch unsere Übersicht der Kohlarten.

Der dritte im Bunde ist der klassische Kopfkohl (Brassica oleracea) — eine andere Art mit derben, festen Blättern, die eine ganze Saison braucht und sich zum Einsäuern eignet. Chinakohl ist dagegen zart, schnell und steht kaum zwei Monate im Beet. Nah verwandt sind auch die übrigen Arten des Kohlgemüses: Wirsing, Brokkoli, Kohlrabi und Blumenkohl.

Chinakohl säen: Aussaat im Frühjahr und im Sommer

Beim Anbau kommt es vor allem auf den richtigen Zeitpunkt an. Chinakohl neigt bei langen Tagen zum Schossen, deshalb empfiehlt sich:

  • Frühjahrsaussaat von März bis April (unter Folie oder Glas),
  • Sommer- bis Herbstaussaat von Juli bis August direkt ins Beet.

Die Samen kommen in Reihen mit 30–40 cm Abstand etwa 1,5 cm tief in die Erde. Nach dem Auflaufen werden die Pflanzen auf 25–30 cm vereinzelt.

Verlässlicher ist der Sommertermin: Die kürzer werdenden Tage treiben die Pflanze nicht in die Blüte, und die Köpfe schließen sich noch vor den ersten Frösten. Die Frühjahrsaussaat lohnt sich vor allem bei schossfesten Sorten, und auch dort sät man besser erst nach Mitte März. Chinakohl verträgt das Verpflanzen schlecht, deshalb sät man ihn am besten direkt an Ort und Stelle oder zieht Jungpflanzen mit Ballen in Multitopfplatten vor.

Pflege während des Wachstums: Gießen und Chinakohl düngen

Chinakohl-Feld mit jungen Pflanzen in vereinzelten Reihen, im Hintergrund Folientunnel

Chinakohl wurzelt flach und reagiert deshalb empfindlich auf Trockenheit. Regelmäßiges Gießen ist Pflicht, damit die Blätter zart bleiben und nicht bitter werden.

Die Pflanze braucht einen nährstoffreichen Boden, deshalb lohnt es sich, das Beet vor der Aussaat mit Kompost oder organischem Dünger anzureichern, zum Beispiel mit Düngee, der gesundes Wachstum ohne übermäßige Chemie unterstützt.

Gegen Erdflöhe und Blattläuse hilft ein Kulturschutznetz oder ein Gemüsevlies über dem Beet. Dank der kurzen Kulturdauer ist Chinakohl außerdem meist abgeerntet, bevor sie sich stark vermehren.

Nachgedüngt wird etwa drei Wochen nach dem Auflaufen, wenn die Pflanzen anfangen, den Kopf zu schließen. Die letzte Gabe gehört spätestens einen Monat vor die Ernte — später gedüngt, geht alles ins Blatt und der Kopf bleibt locker. Einzelheiten finden Sie in der Übersicht Gemüse düngen.

Ernte und Lagerung: wann Chinakohl geerntet wird

Chinakohl wird etwa 60–80 Tage nach der Aussaat geerntet. Die Köpfe schneidet man mit einem scharfen Messer dicht über dem Boden ab. Am besten schmeckt er frisch, richtig gelagert hält er sich aber mehrere Wochen im Kühlschrank. Er eignet sich auch zum Einlegen oder für das traditionelle koreanische Kimchi.

Der Kopf ist reif, wenn er sich fest anfühlt und auf Druck nicht nachgibt. Bei der Herbstaussaat lässt sich die Ernte bis zu den ersten Frösten strecken — leichter Frost bis −2 °C schadet den Köpfen nicht, stärkerer schon. Zum Einlagern eignet sich ein kühler Keller mit 1–4 °C und hoher Luftfeuchte; die Köpfe kommen mit einigen Umblättern ins Lager, die man erst vor der Verwendung entfernt.

Am sichersten: Aussaat Mitte Juli

Chinakohl ist eine Kurztagspflanze. Im Frühjahr, wenn die Tage länger werden, blüht er leicht, bevor er einen Kopf bildet. Im Beet gelingt er deshalb am zuverlässigsten aus einer Aussaat zwischen dem 10. und 20. Juli.

  • Das Beet mit Kompost oder einem organischen Dünger vorbereiten.
  • Horstsaat (einige Samen pro Saatstelle) direkt an Ort und Stelle im Abstand von 30–40 × 25–30 cm; nach dem Auflaufen in jedem Horst nur die kräftigste Pflanze stehen lassen.
  • Gießen bei Trockenheit regelmäßig und durchdringend. Eine feuchte Bodenoberfläche bremst zugleich die Erdflöhe, die an jungen Pflanzen die größten Schäden anrichten. Zuverlässig hält sie auch ein Vlies fern.
  • Pflege: hacken, jäten und einmal mäßig nachdüngen.

Zartere Blätter. Die ausgebildeten Köpfe können Sie einige Wochen vor der Ernte locker mit Schnur oder Bast zusammenbinden. Die inneren Blätter bleiben dann heller und zarter.

Ernte bis in den Winter. Vor leichten Frösten das Beet mit einem mobilen Frühbeet oder Vlies schützen, bei stärkeren Frösten zusätzlich Matten auflegen. Für eine längere Lagerung die Pflanzen vor dem Frost mitsamt Wurzeln ausgraben, im kühlen, luftigen Keller in feuchten Sand oder in ein tiefes Frühbeet einschlagen und die Wurzeln angießen. Chinakohl wird vor allem roh als Salat gegessen.

Die Termine gelten für mittlere Lagen. In warmen Regionen können Sie 1–2 Wochen früher beginnen, im Bergland später.

Chinakohl und Pak Choi im Gewächshaus

Im Gewächshaus oder Folientunnel lassen sich Chinakohl und Pak Choi schon zeitig im Frühjahr und noch spät im Herbst ernten, wenn im Beet nichts wächst. Ins Gewächshaus werden beide als vorgezogene Jungpflanzen gesetzt. Das größte Risiko ist Kälte: Pflanzen, die eine längere kühle Phase erleben, schießen in Blüte, statt einen Kopf oder eine Rosette zu bilden.

Chinakohl

  • Boden: humose, gut strukturierte Gewächshauserde mit pH 6,5–7,5.
  • Anzucht: Jungpflanzen bei mindestens 18 °C halten. In kühlerer Umgebung schießen sie schnell.
  • Pflanzung: ins beheizte Gewächshaus im Januar bis Februar, ins unbeheizte ab März.
  • Temperatur nach dem Pflanzen: tagsüber 12–14 °C, nachts 10–12 °C. Sinkt die Temperatur länger unter 10 °C, steigt das Risiko des Schossens.
  • Pflanzabstand: 30–35 × 30–35 cm.
  • Herbsternte: Fürs Gewächshaus wird später gesät als fürs Beet, von Ende Juli bis Mitte August. Geerntet wird im November und Dezember.

Pak Choi

  • Keimung: bei 20–22 °C. Nach dem Auflaufen die Temperatur senken, bei der Anzucht im Januar auf 10–15 °C tagsüber und 8–10 °C nachts.
  • Frühjahr: Pflanzung von Anfang Februar bis Anfang März, Ernte im April.
  • Herbst: Pflanzung Ende August bis Anfang September, Ernte im November und Dezember.
  • Temperatur nach dem Pflanzen: tagsüber 10–15 °C, nachts 5–8 °C. Richten Sie sie nach dem Licht, bei trübem Wetter eher an der unteren Grenze.
  • Pflanzabstand: 25 × 25 cm.
ChinakohlPak Choi
Anzuchtmindestens 18 °CKeimung 20–22 °C, dann tagsüber 10–15 °C, nachts 8–10 °C
Pflanzung im FrühjahrJanuar–Februar (beheiztes Gewächshaus), ab März (unbeheizt)Anfang Februar – Anfang März, Ernte im April
Temperatur nach dem PflanzenTag 12–14 °C, Nacht 10–12 °CTag 10–15 °C, Nacht 5–8 °C
HerbstterminAussaat Ende Juli – Mitte August, Ernte November–DezemberPflanzung Ende August – Anfang September, Ernte November–Dezember
Pflanzabstand30–35 × 30–35 cm25 × 25 cm

Sorten: Wählen Sie fürs Gewächshaus schnellwüchsige, schossfeste Sorten. Bewährte Sorten (Verfügbarkeit bitte prüfen): bei Chinakohl ‚Asten‘, ‚Kasumi‘, ‚Nerva‘, ‚Hopkin‘ und ‚Okido‘, bei Pak Choi ‚Joi Choi‘, ‚Hypro‘, ‚Ogi‘ und ‚Sobi‘.

Was Sie im Winter sonst noch im Gewächshaus ernten können, fasst der Artikel Was man im Winter im Gewächshaus anbauen kann zusammen.

Chinakohl in der Küche: Salat, Kimchi und Rezepte

Chinakohl ist ein vielseitiges Gemüse. Er passt in frische Salate, Suppen und Stir-Fry-Gerichte oder als Beilage zu Fleisch. Er ist zarter als klassischer Weißkohl und gart schnell, wodurch die meisten Nährstoffe erhalten bleiben.

Die gängigsten Zubereitungen:

  • Salat: in feine Streifen geschnittene Blätter mit Joghurt- oder Essigdressing, Mais und Schinken — schnell gemacht und mild im Geschmack.
  • Kimchi: Der Kopf wird geviertelt, gesalzen, abgespült und mit einer Paste aus Chili, Knoblauch, Ingwer und Fischsauce eingelegt; er fermentiert einige Tage bei Zimmertemperatur.
  • Wok und Stir-Fry: Die Blattrippen kommen vor den Blättern in die Pfanne, weil sie länger brauchen.
  • Rouladen und Suppen: Große Blätter lassen sich blanchieren und füllen, die zarten inneren Blätter kommen erst in der letzten Minute in die Brühe.

Häufige Fragen

Wann sät man Chinakohl?

Am verlässlichsten ist der Sommertermin von Juli bis August direkt ins Beet. Die Frühjahrsaussaat von März bis April erfolgt unter Folie oder Glas und neigt zum Schossen.

Warum schosst Chinakohl?

Auslöser ist der lange Tag in Kombination mit Kälte nach der Aussaat. Die Pflanze wertet das als Ende des Winters und bildet statt eines Kopfes einen Blütenstängel. Deshalb verschiebt man die Frühjahrsaussaat auf die Zeit nach Mitte März und legt den Haupttermin in den Sommer.

Wie lange braucht Chinakohl bis zur Ernte?

Von der Aussaat bis zur Ernte vergehen je nach Sorte und Witterung 60–80 Tage. Damit gehört er zu den schnellsten Gemüsearten im Beet.

Welchen Pflanzabstand braucht Chinakohl?

Die Reihen liegen 30–40 cm auseinander, in der Reihe wird nach dem Auflaufen auf 25–30 cm vereinzelt. Zu eng gesetzte Pflanzen bilden kleinere und weichere Köpfe.

Womit düngt man Chinakohl?

Vor der Aussaat mit Kompost oder organischem Dünger, nachgedüngt wird etwa drei Wochen nach dem Auflaufen. Die letzte Gabe gehört spätestens einen Monat vor die Ernte.

Wie lange hält sich Chinakohl nach der Ernte?

Im Kühlschrank mehrere Wochen, im Keller bei 1–4 °C und hoher Luftfeuchte auch zwei Monate. Die Köpfe werden mit den Umblättern eingelagert, die erst vor der Verwendung entfernt werden.

Chinakohl zählt zu den schnell wachsenden Gemüsearten — im Beet füllt er die Lücke nach dem frühen Gemüse und ist noch vor dem Winter abgeerntet. Wenn Sie ein ganzes Beet planen, lohnt sich der Leitfaden zum Gemüseanbau im Garten und die Übersicht über das Blattgemüse.