Kohlweißling
Der Schmetterling Pieris brassicae, seine Raupen, Puppen und Entwicklung — und was Gärtner darüber wissen sollten
Kohlweißling – Schädling an Kreuzblütlern

(Pieris brassicae)
Der Kohlweißling (Pieris brassicae) ist ein weißer Schmetterling mit schwarzen Flügelspitzen und dunkel abgesetzter Aderung. Er gehört zu den bedeutendsten Schädlingen an Kohl, Wirsing, Brokkoli und anderen Pflanzen aus der Familie der Kreuzblütler. Ein ausgewachsener Kohlweißling erreicht eine Flügelspannweite von bis zu 6 cm und trägt auf jedem Flügel eine dunkle Zeichnung. Männchen haben überwiegend weiße Flügel, Weibchen zwei dunkle bis schwarze Flecken auf den Vorderflügeln. Die Larven sind meist grün oder gelb, mit schwarzen Flecken und Härchen am ganzen Körper.
Kohlweißlinge treten in großer Zahl auf, was zu erheblichen Schäden an den Pflanzen führen kann, vor allem an Blättern und Köpfen der Kohlgewächse. Die Larven des Kohlweißlings fressen Blätter, Samen und Blüten. Gelangt der Schädling in den Garten oder auf das Feld, kann er große Ernteschäden an Kohl und weiterem Kreuzblütlergemüse anrichten; bei starkem Befall fressen die Raupen die Pflanzen bis auf die Blattrippen kahl.
Deshalb sollten Sie die Pflanzen regelmäßig kontrollieren und befallene Teile konsequent entfernen. Bei stärkerem Befall kommen Pflanzenschutzmittel infrage, die in Deutschland zugelassen sind – die aktuelle Liste führt das BVL.
Kohlweißling: Entwicklung vom Ei zum Falter
Der Kohlweißling durchläuft – wie die meisten Tag- und Nachtfalter – eine vollständige Verwandlung. Das Weibchen legt Eier ab, aus denen die Raupen (Larven) schlüpfen. Diese fressen an den Wirtspflanzen, verpuppen sich anschließend, und aus der Puppe schlüpft der fertige Falter (Imago).
Kohlweißling Raupen: So sehen die Larven aus
Die Raupen des Kohlweißlings sind zunächst gelbgrün, im Laufe der Entwicklung wechselt die Farbe zu kräftigem Grün mit schwarzen Flecken. Die Raupen sind behaart und besitzen drei Paar Brustbeine sowie fünf Paar Bauchfüße. Die dichte Behaarung und bitter schmeckende, unangenehm riechende Ausscheidungen schützen sie vor Fressfeinden, etwa vor Vögeln. Sie werden rund 4 bis 4,5 cm lang und haben einen walzenförmigen Körper mit auffälligem Längsstreifen.
Kohlweißling Puppe

Die Puppe des Kohlweißlings ist ebenfalls grüngelb und meist dunkel gefleckt. Sie hängt an den Blättern der Pflanze, an der die Raupe gefressen hat: Der Kohlweißling schafft zwei Generationen pro Jahr, Puppen finden Sie deshalb im Sommer und im Herbst. Die Herbstpuppe lässt die Falter bis zur nächsten Saison überdauern.
Wenn Sie Puppen finden, entfernen Sie sie. Ein frisch geschlüpftes Weibchen legt nämlich 20 bis 100 Eier auf ein einziges Blatt.
Wissenswertes: Wie lange lebt der Kohlweißling?

Auch wenn es sich um einen gefürchteten Schädling handelt, gibt es Erstaunliches über ihn zu berichten:
1. Der Kohlweißling ist in ganz Europa und Asien verbreitet und kommt sogar hoch im Himalaja vor.
2. Der fertige Falter lebt nur 5 bis 12 Tage, in dieser Zeit legt das Weibchen Hunderte Eier.
3. Wer einen Kohlweißling in Gefangenschaft hält und ihm passende Bedingungen bietet, verdoppelt seine Lebensdauer beinahe.
Kohlweißling bekämpfen: Absammeln, Kulturschutznetz und Spritzmittel
Der Kohlweißling richtet großen Schaden an, deshalb lohnt es sich, die Pflanzen vor einem Befall zu bewahren.
Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten, auch das Spritzen:
Absammeln von Hand: Bei wenigen Pflanzen können Sie den Kohlweißling bzw. seine Eier, Raupen und Puppen von Hand absammeln und entfernen. Eier und häufig auch Raupen sitzen auf der Blattunterseite – drehen Sie die Blätter bei der Kontrolle deshalb konsequent um.
Vorbeugung: Der Kohlweißling bildet ein bis zwei Generationen pro Jahr, deshalb sind vorbeugende Maßnahmen wichtig. Neben dem Absammeln helfen Barrieren – etwa ein Kulturschutznetz, das den Anflug der Falter und die Eiablage verhindert. Spannen Sie das Netz mit ausreichend Abstand über die Pflanzen, damit die Falter nicht an sie herankommen. Die Maschen müssen sehr fein sein, damit weder Falter noch Raupen hindurchpassen.
Biologischer Pflanzenschutz: Eines der wirksamsten Mittel ist die Förderung der natürlichen Gegenspieler. Die Raupen werden von der Brackwespe Cotesia glomerata parasitiert, außerdem machen Vögel, Ohrwürmer und räuberische Wanzen Jagd auf sie. Blühende Kräuter am Beetrand bieten diesen Helfern Unterschlupf und Nahrung.
Natürliche Präparate: Natürliche Präparate mit Pflanzenölen oder Pyrethrinen können die Population des Kohlweißlings verringern. Sie werden von Hand oder mit der Spritze ausgebracht.
Wichtig ist: Vorbeugen ist immer besser als angerichtete Schäden zu beheben. Kontrollieren Sie die Pflanzen daher sorgfältig und treffen Sie vorbeugende Maßnahmen, damit es gar nicht erst zu einem Befall durch den Kohlweißling kommt.
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