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Pfefferminze (Mentha piperita)

Mehrjährige Heilpflanze mit charakteristischem Duft; Kreuzung aus Grüner Minze und Wasserminze.

  • Standort: lockerer, feuchter Boden, sonnige bis halbschattige Lage
  • Höhe: 50–60 cm
  • Blütezeit: Juni–August
  • Vermehrung: durch Wurzelausläufer (Stolonen) oder Stecklinge

Die ursprünglichen Formen der Pfefferminze stammen vermutlich aus dem Mittelmeerraum und dem Fernen Osten. Bereits in der Antike wurden verschiedene Minzenarten als Heilpflanzen und erfrischendes Gewürz geschätzt. Die Pfefferminze entstand erst Ende des 17. Jahrhunderts als zwischenartlicher Hybrid aus Grüner Minze (Mentha spicata) und Wasserminze (Mentha aquatica) sowie einigen weiteren Arten. Bald stellte sich heraus, dass dieser zufällige Hybrid die Fähigkeit besitzt, Menthol zu bilden und anzureichern. So entstanden rasch ausgedehnte Kulturen, von denen die größten in Nordamerika liegen.

Pfefferminze (Mentha piperita)​
Pfefferminze (Mentha piperita)​

In England ist Pfefferminze ein beliebtes Gewürz, das in vielen Varianten verwendet wird. Dort entstand auch die hervorragende Sorte Mitcham. Pfefferminze wächst nicht wild, daher kommt eine Vermehrung durch Samen nicht in Frage. Sie gehört zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Die Wurzeln wachsen flach und bilden zahlreiche ober- und unterirdische Ausläufer, weshalb man im Garten darauf achten muss, sie innerhalb bestimmter Grenzen zu halten. Die aufrechten, mehr oder weniger verzweigten Stängel sind im oberen Teil zunächst vierkantig und tragen kreuzgegenständige, spitz-ovale Blätter in dunkelgrüner Farbe.

Besonders bei der Sorte Mitcham haben Stängel und Blätter einen rotvioletten Schimmer. Die rosa-violetten Blüten sind in ährenartigen Blütenständen angeordnet, die gesamte Pflanze hat einen angenehmen, erfrischenden Duft. Die wirksamen Inhaltsstoffe, namentlich das ätherische Öl (mit dem bereits erwähnten Menthol), Gerbstoffe und Bitterstoffe, sind jedoch fast ausschließlich in den Blättern enthalten, die vor der Blüte geerntet werden müssen.

Anbau

Für den Anbau im Garten empfiehlt es sich, einige sortenechte Wurzelausläufer zu besorgen, die im Frühjahr flach und nicht zu dicht (mit einem Reihenabstand von etwa 30 cm) in feuchten, humusreichen Boden gepflanzt werden. Da diese Pflanzengruppe eine starke Neigung zur Kreuzung hat und sich zudem ähnlich wie Erdbeeren ausbreitet, sollte die Pfefferminze alle drei Jahre neu gepflanzt werden.

Schädlinge

Schädlinge frisch gelegter Stolonen sind Drahtwürmer (die mit einem chemischen Mittel bekämpft werden müssen) und der Pilz Pfefferminzrost, der durch starken Rückschnitt der Pflanzen eingedämmt werden kann.

Während der Saison können zwei bis drei Haupterntteschnitte durchgeführt werden, zwischendurch können jedoch selbstverständlich kleinere Mengen für den sofortigen Verbrauch geschnitten werden. In strengen Wintern benötigt die Minze etwas Schutz vor Frost.

Verwendung

In der englischen Küche verfeinern frische Minzblätter Salate, Soßen und Suppen und würzen Lammfleisch sowie andere Fleischgerichte. Das Öl der Pfefferminze wird in der Süßwaren- und Spirituosenindustrie verarbeitet. Auch in der Pharmazie findet die Pfefferminze eine bedeutende und vielseitige Anwendung, ähnlich wie die Kamille.

Wirkungen

Der wirksame Inhaltsstoff ist das Pfefferminzöl mit Menthol. Es löst beispielsweise Krämpfe, wirkt desinfizierend und schmerzlindernd, lindert Magen- und Darmbeschwerden (für empfindliche Mägen ist es leicht reizend!). Die erfrischende, zugleich aber anästhesierende und brechreizerregende Wirkung des Menthols wirkt wohltuend bei Atemwegsinfektionen. Die empfohlene Sorte ist Mentha piperita Mitcham.