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Silberblatt (Mondviole)

Eine Staude für den Schatten, die selbst Leute pflanzen, die sich sonst nicht um den Garten kümmern — wegen der durchscheinenden Judaspfennige für Trockensträuße.

Zwei hellviolette, vierblättrige Blüten des Silberblatts mit dunklen Knospen in Nahaufnahme

Das Silberblatt ist eine Gattung aus der Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae) und in Europa verbreitet. Angebaut wird es aus zwei Gründen: wegen der violetten Blüte im Frühjahr und vor allem wegen der durchscheinenden runden Fruchtscheiben, die man Judaspfennige oder Silbertaler nennt und die zu den beliebtesten Materialien für Trockensträuße gehören.

Am häufigsten findet man im Garten das Einjährige Silberblatt (Lunaria annua), das sich durch Selbstaussaat dauerhaft hält, und für schattige Ecken das Ausdauernde Silberblatt (Lunaria rediviva) mit seinem Duft am Abend.

  • Standort: Halbschatten bis Schatten, humoser, neutraler bis basischer Boden
  • Blüte: April bis Juni, violett oder weiß
  • Vermehrung: durch Aussaat — danach sät es sich selbst weiter aus
  • Hauptgrund für den Anbau: durchscheinende Fruchtscheiben für Trockensträuße
  • Zum Verzehr wird es nicht angebaut und zu Heilzwecken wird es nicht verwendet

Silberblatt – botanische Einordnung

Das Silberblatt, bekannt für seine runden, dekorativen Früchte, gehört wissenschaftlich zur Familie der Kreuzblütler und umfasst mehrere Arten. Die folgenden Angaben geben einen genaueren Blick auf seine Einordnung und seine Merkmale.

Reich: Pflanzen (Plantae)
Unterreich: Gefäßpflanzen (Tracheobionta)
Abteilung: Bedecktsamer (Magnoliophyta)
Klasse: Rosenähnliche (Rosopsida)
Ordnung: Kreuzblütlerartige (Brassicales)
Familie: Kreuzblütler (Brassicaceae)
Gattung: Silberblatt (Lunaria)

Arten des Silberblatts

  • Einjähriges Silberblatt ( Lunaria annua )
  • Ausdauerndes Silberblatt ( Lunaria rediviva )

Beschreibung des Silberblatts

Die Silberblätter haben herzförmige bis ovale, gestielte und unregelmäßig gezähnte Blätter. Der Stängel ist mit weißlichen Trichomen besetzt und trägt zwittrige Blüten mit weißen bis violetten Kronblättern.

Standort und Verbreitung

Silberblätter bevorzugen schattige bis halbschattige Plätze und in der Natur findet man sie in Bergwäldern, in feuchten Schluchten und auf Auwiesen. Heimisch sind sie in Europa; nach Amerika und Australien wurden sie eingeschleppt und verwildern dort stellenweise.

Ein Erkennungsmerkmal sind die runden Schötchen, die nach dem Ausreifen die äußeren Klappen abwerfen; zurück bleibt eine durchscheinende Scheidewand mit den Samen — genau sie wird für Trockensträuße verwendet.

Gefährdung und Schutz

Blühender Stängel des Silberblatts mit gezähnten Blättern vor grünem Hintergrund

Das Ausdauernde Silberblatt wächst in der Natur nur an begrenzten Standorten — in feuchten Schluchten und in Schluchtwäldern — und ist an naturnahe Waldbestände gebunden. Sammeln Sie es nicht in der Natur; besorgen Sie es sich für den Garten aus Saatgut oder aus der Gärtnerei, was ohnehin einfacher ist. In manchen Ländern und Regionen steht es unter Schutz, prüfen Sie vor einer Entnahme also die örtlichen Regeln.

Das Einjährige Silberblatt ist dagegen ein Gartenflüchtling, der sich selbst hält und ausbreitet — hier ist kein Schutz nötig, eher gelegentliches Eingreifen gegen zu starke Vermehrung.

Anbau und Verwendung des Silberblatts

Das Silberblatt gehört zu den anspruchslosesten Zierpflanzen, die man in eine schattige Ecke setzen kann. Es wächst von allein, sät sich von allein aus und dankt es mit der Blüte und mit Früchten für die Trockenbinderei.

Ansprüche an Boden und Pflege

Das Silberblatt bevorzugt humose, neutrale bis basische Böden. Ob einjährige, zweijährige oder ausdauernde Form — eine besondere Pflege braucht es nicht. Es kommt auch an weniger nährstoffreichen Standorten zurecht, was es zu einer guten Wahl für Gartenanfänger macht.

Anbau des Silberblatts

Das Silberblatt wird direkt an Ort und Stelle ausgesät, am besten von Juni bis August. Die Samen keimen bereitwillig und die Pflanze kommt damit in den Rhythmus, der ihr entspricht: im ersten Jahr bildet sie eine Blattrosette, im zweiten Jahr blüht sie und setzt Früchte an.

Säen Sie erst im Frühjahr, verschiebt sich die Blüte um ein ganzes Jahr. Der Unterschied zwischen den Arten liegt darin, was danach geschieht: das Einjährige Silberblatt stirbt nach dem Aussamen ab, wird aber durch eigene Sämlinge ersetzt, sodass es im Beet ohne weitere Pflege jahrelang bleibt. Das Ausdauernde Silberblatt bleibt an Ort und Stelle und breitet sich über ein kriechendes Rhizomaus.

  • Aussaat in feuchten Boden im Halbschatten, die Samen nur dünn bedecken.
  • Blühende Pflanzen nicht umsetzen — das Silberblatt hat eine Pfahlwurzel und verträgt das Umpflanzen schlecht. Umsetzen lassen sich nur kleine Sämlinge.
  • Früchte für die Binderei ernten, sobald die Schötchen gelb werden, aber noch bevor sie von selbst aufspringen. Zu Hause lässt man sie im Bund kopfüber nachtrocknen und streift die Klappen mit den Fingern ab.
  • Wollen Sie die Selbstaussaat begrenzen, schneiden Sie einen Teil der abgeblühten Stängel weg — rechnen Sie aber damit, dass Ihnen dann die Silbertaler fehlen.

Düngung des Silberblatts

Das Silberblatt gehört zu den Pflanzen, die ohne Düngung auskommen — im Wald genügt ihm, was von den Bäumen fällt. Im Garten hilft ihm allerdings, wenn es im ersten Jahr Material für eine große Blattrosette hat, denn von ihr hängt ab, wie reich es im zweiten Jahr blüht und wie viele Früchte es ansetzt.

  • Im Frühjahr eine Gabe organischen Düngers. Mehr braucht es nicht.
  • Am besten ist ein Mulch aus Kompost — er hält die Feuchtigkeit, die das Silberblatt im Schatten zu schätzen weiß, und gibt Nährstoffe nach und nach ab.
  • Übertreiben Sie es nicht mit Stickstoff. Überdüngtes Silberblatt treibt ins Blatt, lagert sich und die Früchte bleiben kleiner.
  • Auf saurem Boden kümmert es — es will eine neutrale bis leicht basische Reaktion, im Moorbeet hilft ihm deshalb auch Dünger nicht.

Verwendung im Garten

Das Silberblatt zählt zu den Zierpflanzen mit attraktiven Früchten, die für Trockensträußeverwendet werden. Ausdauernde Arten können den Beeten über viele Jahre Duft und Struktur geben. Das Einjährige Silberblatt schmückt den Garten mit seiner Blüte und liefert danach die charakteristischen glänzenden Fruchtscheiben, die oft Judaspfennigegenannt werden.

Heilkunde: warum das Silberblatt nicht verwendet wird

In den Samen des Silberblatts wurden Alkaloidebeschrieben, vor allem Lunarin und Lunaridin. Ihretwegen wird über das Silberblatt gelegentlich als Heilpflanze geschrieben und man findet Hinweise auf alte volkstümliche Anwendungen.

Für eine Anwendung in der Hausapotheke eignet sich das Silberblatt jedoch nicht. Es gehört nicht zu den anerkannten Heilpflanzen, für seine Alkaloide gibt es keine belegte sichere Anwendung, und bereiten Sie daraus weder Tees noch Absude oder Tinkturen. Auch in der Küche wird es nicht verwendet — verwechseln Sie es nicht mit der Nachtviole (Hesperis), die ebenfalls am Abend duftet und häufig mit ihm verwechselt wird.

Bauen Sie es für das an, worin es wirklich gut ist: für die Frühjahrsblüte im Schatten und für die durchscheinenden Silbertaler in der Vase.

Blütenstand, Früchte und Vermehrung des Silberblatts

Blüten des Silberblatts und junge, flache Schötchen an einem Stängel vor blauem Himmel

Das Silberblatt ist eine reizvolle Pflanze, deren Blütenstand und Früchte nicht nur dekorativ sind, sondern auch beim Vermehren nützen und Bestäuber anziehen.

Beschreibung des Blütenstands

Die Blüten des Silberblatts sind typischerweise violett, seltener weiß, und stehen in Trauben. Es sind zwittrige Blüten aus Kronblättern, Staubbeuteln und Kelchblättern, die den Fruchtknoten mit der Scheidewand umgeben.

Fruchttypen des Silberblatts

Die Frucht des Silberblatts ist ein Schötchen, das bei der Reife die charakteristische runde Form annimmt. Am interessantesten ist erst, was danach kommt: die äußeren Klappen fallen ab und zurück bleibt eine durchscheinende, häutige Scheidewand mit den Samen — genau sie ist der Grund, warum das Silberblatt für Trockensträuße angebaut wird.

Die Samen des Silberblatts sind gut keimfähig, deshalb vermehrt man die Pflanze durch Aussaat im Sommer direkt an Ort und Stelle. Im ersten Jahr entwickelt sich meist eine Blattrosette, und erst im zweiten Jahr blüht die Pflanze und bildet Samen.

Attraktivität für Bestäuber

Das Ausdauernde Silberblatt duftet gegen Abend und in der Nachtund zieht damit Nachtfalter an — und das ist einer der Hauptgründe, warum man es an eine Bank oder an die Terrasse setzt, wo man abends sitzt. Die Blüten am Tag werden von Bienen und Hummeln besucht, denen das Silberblatt im zeitigen Frühjahr gelegen kommt, wenn sonst wenig Nahrung zu finden ist.

Ökologie und natürliche Einflüsse des Silberblatts

Das Silberblatt ist eine typische Pflanze feuchter Wälder und Waldränder und hat in einem solchen Umfeld auch im Garten seinen Platz — unter Bäumen, in der Nordecke oder auf der Nordseite des Hauses, wo andere blühende Pflanzen kümmern.

Einfluss auf Ökosysteme

Das Einjährige wie das Ausdauernde Silberblatt sind Teil der Lebensgemeinschaften von Wäldern und feuchten Standorten. Sie bieten Bestäubern Nahrung, ihre Samen nutzen kleine Vögel und die dichte Blattrosette gibt Kleintieren Deckung. Für den Garten heißt das eine praktische Sache: lassen Sie das Silberblatt im Herbst stehen, dann nützt es mehr, als wenn Sie es zurückschneiden.

Wechselwirkungen mit Pflanzen und Tieren

Wie die meisten Pflanzen geht das Silberblatt eine Verbindung mit Mykorrhizapilzenein, die ihm die Aufnahme von Nährstoffen und Wasser erleichtern. Praktisch folgt daraus, dass ihm ein Boden mit lebendigem Humusguttut, also mit Kompost oder Laub gemulcht, und dass ihm Umgraben und offener Boden nicht bekommen.

Anpassung an den Standort

Dichter Blütenstand des Silberblatts mit kräftig violetten Blüten

Das Silberblatt ist an ein Umfeld angepasst, das sich im Jahresverlauf stark ändert: im Frühjahr ist es unter den blattlosen Bäumen hell und feucht, im Sommer schattig und oft trocken. Daher stammt seine Strategie — früh blühen und früh Früchte ansetzen, solange die Bedingungen günstig sind.

Praktisch ist es deshalb im Garten sehr robust: es hat keine ernsten Krankheiten oder Schädlinge, braucht weder Gießen noch Eingriffe und hält sich am passenden Platz jahrzehntelang, ohne dass der Gärtner es je anrühren müsste. Das Einzige, was ihm wirklich nicht bekommt, ist volle Nachmittagssonne in trockenem Boden.

Häufige Fragen

Ist das Silberblatt einjährig, zweijährig oder eine Staude?

Je nach Art. Das Einjährige Silberblatt (Lunaria annua) verhält sich trotz seines Namens wie eine zweijährige Pflanze — im ersten Jahr bildet es eine Blattrosette, im zweiten Jahr blüht es, setzt Früchte an und stirbt ab. Weil es sich aber selbst aussät, bleibt es im Beet dauerhaft erhalten. Das Ausdauernde Silberblatt (Lunaria rediviva) ist eine echte Staude und breitet sich über ein kriechendes Rhizom aus.

Wann erntet man die Judaspfennige für die Binderei?

Erst wenn die Schötchen gelb werden, aber noch bevor sie von selbst aufspringen — meist im Juli und August. Binden Sie die Stängel zusammen und lassen Sie sie kopfüber an einem schattigen, luftigen Platz nachtrocknen. Danach streifen Sie die äußeren Klappen einfach zwischen den Fingern ab und die durchscheinende Scheidewand bleibt zurück. Warten Sie zu lange, fallen die Klappen im Garten ab und die Samen rieseln aus.

Wann sät man das Silberblatt aus?

Am besten von Juni bis August direkt an Ort und Stelle. Eine solche Aussaat blüht im nächsten Jahr. Bei Frühjahrsaussaat verschiebt sich die Blüte um ein ganzes Jahr, weil die Pflanze zuerst eine Rosette bilden muss.

Wächst das Silberblatt im Schatten?

Ja, und Schatten bekommt ihm am besten — es ist eine der wenigen blühenden Pflanzen, die wirklich unter Bäumen und auf der Nordseite des Hausesgedeihen. Nur volle Nachmittagssonne in trockenem Boden verträgt es nicht. Es will humosen, neutralen bis leicht basischen Boden; auf saurem Torf kümmert es.

Ist das Silberblatt giftig oder eine Heilpflanze?

Es ist weder eine Heilpflanze noch eine klassisch giftige Pflanze. In den Samen wurden Alkaloide (Lunarin) beschrieben, deshalb eignet es sich nicht für die Hausapotheke — machen Sie daraus weder Tee noch Tinkturen. Zum Verzehr wird das Silberblatt nicht angebaut. Verwechselt wird es mit der Nachtviole, die eine andere Pflanze ist.

Breitet sich das Silberblatt über den ganzen Garten aus?

Das Einjährige Silberblatt sät sich bereitwillig aus, ist aber nicht aggressiv — die Sämlinge lassen sich leicht ausziehen und über Ausläufer breitet es sich nicht aus. Wollen Sie es an seinem Platz halten, schneiden Sie einen Teil der abgeblühten Stängel weg, solange die Schötchen noch grün sind. Sie verlieren damit allerdings die Silbertaler für die Binderei, deshalb lassen die meisten einen Teil des Beetes ausreifen und schneiden den anderen zurück.

Warum nennt man die Früchte Judaspfennige?

Wegen der Ähnlichkeit der durchscheinenden runden Scheidewände mit Silbermünzen — in der Volksüberlieferung mit genau jenen, die Judas bekam. International heißt die Pflanze aus demselben Grund auch „money plant“ oder „silver dollar“. Das lateinische Lunaria verweist auf den Mond, weil die Früchte wie ein Vollmond aussehen.