Küchenzwiebel
Aus Samen, aus Steckzwiebeln oder für das Kraut. Was jeder dieser Wege für Ernte und Lagerung bedeutet.

Vielseitig in der Küche verwendbare Zwiebel, die es in zahlreichen Sorten gibt
- Standort: sonnig und warm, humoser, tiefgründiger Boden
- Pflanzabstand: sortenabhängig
- Anbauzeit: Frühjahr oder Herbst
- Erntezeit: August–September, Mai–Juli
- Vermehrung: durch Direktaussaat (Umpflanzen möglich) oder Anbau aus Steckzwiebeln
Die Küchenzwiebel stammt vermutlich aus Zentralasien. Schon in prähistorischer Zeit wurde sie nachweislich zu Heilzwecken und als Gemüse angebaut und gehört damit zu den ältesten Kulturpflanzen. Heute ist der Zwiebelanbau weltweit verbreitet. Am besten gedeihen Zwiebeln in warmen, sonnigen Lagen mit ausreichend Niederschlag während der Hauptwachstumszeit. Günstig sind mittelschwere, sich rasch erwärmende Böden, die nicht direkt mit frischem Stallmist gedüngt werden.
Anbau

Zwiebeln lassen sich im Frühjahr durch Direktaussaat anbauen (Saattiefe 2–3 cm); eine Sommeraussaat zur Überwinterung gelingt nur in klimatisch günstigen Lagen. Die Sämlinge können auch umgepflanzt werden. Der Anbau aus Steckzwiebeln (kleinen Zwiebeln aus der Aussaat des Vorjahres) dauert kürzer als der Anbau aus Aussaat. Am besten eignen sich kleine Steckzwiebeln (unter 2 cm), die nicht vorzeitig in Blüte schießen. Gepflanzt werden sie von März bis April im Abstand von 25 × 6 cm; unter Langtagbedingungen legen die Zwiebeln danach an Umfang zu.
Anfangs wachsen Zwiebeln nur langsam, deshalb sind Jäten und Lockern des Bodens nötig. Bei Trockenheit im Juni und Juli fördert Gießen das Wachstum. Ab Ende August, wenn das Laub umknickt, reifen die Zwiebeln. Wer sie nach der Ernte an einem trockenen Ort nachtrocknen lässt, kann sie besser lagern.
Einige neuere Sorten (‚Presto‘, ‚Romy‘) lassen sich aus Steckzwiebeln ziehen, die Ende September gesteckt und über den Winter mit Stroh abgedeckt werden. Geerntet wird dann schon ab Mai.
Krankheiten und Schädlinge
An Zwiebeln treten häufig einige Krankheiten und Schädlinge auf: Falscher Mehltau der Zwiebel, Halsfäule, Zwiebelfliege und Lauchmotte. Die Sorten unterscheiden sich in Form, Farbe, Größe, Anbaudauer und Verwendung (Trockenzwiebel, Steckzwiebel, Bundzwiebel mit Kraut, Gemüsezwiebel). Die heutigen Zuchtsorten der Küchenzwiebel gingen aus regionalen Landsorten hervor — in Tschechien etwa aus ‚Všetatská‘ oder ‚Hradecká‘ —, und ebenso war es in anderen Ländern.
Gemüsezwiebeln
Als Gemüsezwiebeln werden Sorten mit großen Zwiebeln, mildem Geschmack und weißem Inneren bezeichnet. Bislang wurden sie vor allem in Spanien, Portugal und den USA angebaut. Auch hierzulande gelingt der Anbau, zu feuchte Lagen bekommen ihnen jedoch nicht. Ausgesät wird im April direkt am Standort, oder vorgezogene Jungpflanzen kommen im April ins Freie (25 × 15 cm). Reife Gemüsezwiebeln sind druckempfindlich und halten sich nicht lange. Die bekanntesten Sorten sind: ‚The Kelsae‘, ‚Exhibition‘, ‚Denia‘, ‚Yellow Sweet Spanish Sperlings Jumbo‘.
Lauchzwiebeln (Frühlingszwiebeln)

Lauchzwiebel-Sorten bilden kleine Zwiebeln und Blätter mit einer langen weißen Scheide. Gegessen werden vor allem die Blätter, nicht die Zwiebeln. Je nach Sorte und Klima ist eine Frühjahrs- oder Herbstaussaat möglich.
Sorten:
- ‚Weisse Frühlingszwiebel‘,
- ‚Weisse Königin‘,
- ‚Kaigaro‘,
- ‚Evergreen Bunching‘, ‚Keep Well‘,
- ‚Dragon Eye‘
- und ‚White Spear‘.
