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Hainsalat (Aposeris foetida)

Der Hainsalat ist eine Staude schattiger Bergbuchenwälder. Woran Sie ihn erkennen, welcher Standort ihm zusagt und warum er in manchen Ländern geschützt ist.

Inhalt

Hainsalat – die einzige Art der Gattung

Hainsalat (Aposeris foetida) – gelbes Blütenkörbchen auf blattlosem Stiel

(Aposeris)

Der Hainsalat (Aposeris foetida) ist eine Pflanze aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae) und eine ausdauernde krautige Staude mit kurzem Rhizom. Er ist die einzige Art der monotypischen Gattung Aposeris; daneben sind die Namen Hainlattich und Stinkender Hainsalat gebräuchlich.

Bekannt ist die Pflanze für ihre leuchtend gelben Blütenkörbchen und den typischen Geruch, dem sie das Artepitheton foetida – „stinkend“ – verdankt. Der Hainsalat wächst in den Bergmischwäldern Mittel- und Südeuropas, von den Alpen über die Karpaten bis auf die Balkanhalbinsel, vor allem in schattigen Buchenwäldern.  

So sieht der Hainsalat aus

  • Blätter: Die Blätter des Hainsalats sind tief fiederteilig, mit trapez- bis rautenförmigen Abschnitten, hellgrün und bilden eine bodenständige Rosette von etwa 10 cm Höhe.

  • Blüten: Von Juni bis August erscheinen leuchtend gelbe Zungenblüten. Auf jedem blattlosen, 10 bis 25 cm hohen Stiel steht immer nur ein einziges Körbchen von 2,5 bis 4 cm Durchmesser. Auf den ersten Blick erinnert die Pflanze an Löwenzahn, die Blattform unterscheidet sie jedoch klar.

  • Wurzelsystem: Der Hainsalat bildet ein kurzes Rhizom mit faserigen Wurzeln. Alle Pflanzenteile führen einen weißen Milchsaft, der unangenehm nach alten Kartoffeln riecht.

Hainsalat im Garten kultivieren

Blattrosette des Hainsalats (Aposeris foetida)

Der Hainsalat ist verhältnismäßig anspruchslos, sofern Sie ihm einen schattigen Platz geben. Im Garten findet er sich als Rarität im Schattenbeet oder im Waldgarten – auch wenn der Geruch seines Milchsafts manche Gärtner abschreckt.

Was der Hainsalat braucht

  • Standort: Der Hainsalat braucht Schatten bis Halbschatten. Ideal ist ein Platz unter Laubgehölzen, an dem ihn die Sommersonne nicht trifft.

  • Boden: Die Pflanze bevorzugt einen gleichmäßig frischen, humosen und nährstoffreichen Boden, am besten kalkhaltigen Lehm. Kompost oder anderes organisches Material tun ihr gut (DÜNGEE ist dafür eine ausgezeichnete Wahl, wenn Sie reiche Blüte möchten).

  • Gießen: Der Hainsalat verträgt weder Staunässe noch Austrocknung. Halten Sie den Boden gleichmäßig frisch, so wie er es aus dem Wald gewohnt ist.

  • Vermehrung: Vermehren lässt sich die Pflanze über Samen; diese brauchen eine Kältephase, säen Sie also im Herbst direkt am Standort oder im Frühjahr nach der Stratifikation. Möglich ist auch die vorsichtige Teilung des Horstes – teilen Sie das Rhizom so, dass die Wurzeln unbeschädigt bleiben.

  • Umpflanzen: Der Hainsalat muss nicht häufig umgesetzt werden; junge Pflanzen pflanzen Sie jedoch um, wenn es nötig ist.

  • Krankheiten und Widerstandskraft: Der Hainsalat ist in der Regel gesund und widerstandsfähig; ernstere Probleme treten im Garten kaum auf.

Der Hainsalat ist eine interessante Wahl für alle, die in eine schattige Gartenecke eine heimische Waldstaude setzen möchten. Seine leuchtenden Körbchen und die geringen Ansprüche tragen zur Attraktivität Ihres Gartens bei.

Verbreitung des Hainsalats

Der Hainsalat (Aposeris foetida) hat ein vergleichsweise enges Areal: Er wächst in den Gebirgen Mittel- und Südeuropas. Sein Vorkommen lässt sich in zwei Gruppen fassen:

  1. Gebirge Mitteleuropas: Der Schwerpunkt liegt in den Alpen und im Alpenvorland, in den Karpaten und in den Gebirgen der Balkanhalbinsel. Hier wächst er in Bergbuchen- und Tannen-Buchen-Wäldern, im Schatten der Bäume, auf mäßig frischen, meist kalkhaltigen Lehm- und Tonböden – von der collinen bis in die subalpine Stufe.

  2. Weitere Länder: Zerstreut finden Sie ihn von Nordspanien und Frankreich über Italien, die Schweiz, Deutschland, Österreich, Polen und den Balkan bis in die Ukraine und nach Belarus. In Asien und in Nordeuropa kommt er nicht vor.

Den Hainsalat treffen Sie also vor allem in Waldgesellschaften an, wo er zur natürlichen Krautschicht gehört. In Deutschland ist er auf den Alpenraum und das Alpenvorland beschränkt, dort aber stellenweise häufig.

In Tschechien wächst der Hainsalat nur im Osten Mährens, in den Weißen Karpaten rund um Brumov-Bylnice. Er kommt dort nur inselartig vor und darf keinesfalls gepflückt werden – er ist geschützt, dazu unten mehr.

Wenn Sie ihn im Garten haben möchten, kaufen Sie am besten Samen oder fertige Jungpflanzen bei geprüften Anbietern. Achten Sie darauf, dass Samen und Pflanzen gesund sind, ein kräftiges Wurzelwerk haben und keine sichtbaren Krankheiten oder Schäden zeigen.

Hainsalat – Gefährdung und Schutz

Steingarten im Garten, im Hintergrund der Hainsalat

Der Hainsalat (Aposeris foetida) gilt in seinem gesamten Areal nicht als gefährdete Art. Nach internationalen Kriterien zählt er zu den Arten geringster Sorge.

In Tschechien sieht es anders aus: Weil er dort nur an einem einzigen Fundort wächst, führt ihn die Rote Liste der Gefäßpflanzen unter den kritisch gefährdeten Arten.

Auch eine Art, die insgesamt nicht gefährdet ist, kann also örtlich unter Druck geraten. Dazu gehören Veränderungen des natürlichen Lebensraums durch menschliches Wirtschaften – etwa geänderte Landnutzung, Kahlschläge in Buchenwäldern oder ein Umbau der Landschaft. Solche Eingriffe können Lebensräume des Hainsalats vernichten und seine Bestände vor Ort schwächen.

Obwohl der Hainsalat weltweit also nicht besonders gefährdet ist, lohnt es sich, seine Bestände regional im Blick zu behalten und dort, wo es nötig ist, Schutzmaßnahmen zu ergreifen, damit er an einzelnen Fundorten nicht zurückgeht oder ganz verschwindet.

Düngung von Freiland- und Zierpflanzen

  • Sie können es in einer dünnen Schicht rund um die Pflanzen ausstreuen.
  • Setzen Sie DÜNGEE als Auszug an und gießen Sie damit rund um die Pflanzen, oder besprühen Sie die Pflanzen mit dem Auszug.