Tierische Schädlinge im Rasen: Maulwurf, Wühlmaus und Engerlinge
Tierische Schädlinge im Rasen bereiten Ihnen Sorgen? Erfahren Sie, wie Sie Maulwurf, Wühlmaus, Ameisen, Engerlinge und Milben erkennen und was wirklich dagegen hilft.
Erdhügel, braune Flecken oder untergrabenes Gras? Wir zeigen, wer dahintersteckt — vom Maulwurf über Engerlinge bis hin zu Ameisen — und was dagegen hilft.
Tierische Eindringlinge im Rasen: wer schadet und warum
Tierische Eindringlinge
Tierische Schädlinge im Rasen sind zwar nicht willkommen, stellen aber nur selten ein größeres Problem dar.
Sobald Sie wissen, welcher „Übeltäter“ Ihnen Ärger macht, können Sie die passenden Gegenmaßnahmen ergreifen. Nicht immer lässt sich schnell feststellen, ob die Erdhügel oder gelben Flecken im Rasen vom Maulwurf oder vom Hund stammen. Meist muss man länger beobachten, wer sich im Rasen und im Boden versteckt.
Die beste Vorbeugung gegen ungebetene Gäste ist nach wie vor ein sorgfältig gepflegter, dichter und geschlossener Rasen auf durchlässigem, nährstoffreichem Boden.


Maulwurf vertreiben und Wühlmaus bekämpfen: Erdhügel und untergrabener Rasen
Maulwurf
Maulwurfshügel sind der Schrecken jedes Gärtners. Dabei haben die possierlichen Maulwürfe auch ihre guten Seiten. Sie sind Insektenfresser und graben ihre unterirdischen Gänge auf der Suche nach Engerlingen, Drahtwürmern und anderen Schädlingen im Boden. Damit halten sie Bodenschädlinge in Schach; dennoch sorgen die großen aufgeworfenen Erdhügel für viel Verdruss.
Hilfe: Ebnen Sie die Hügel möglichst schnell ein, damit das Gras darunter nicht abstirbt. Maulwürfe zu töten ist aus Artenschutzgründen in vielen Ländern streng verboten. Sie dürfen ausschließlich vertrieben werden. Dafür gibt es die unterschiedlichsten Produkte und Methoden, von unangenehmen Gerüchen über laute Windräder bis hin zu Ultraschall-Vergrämern. Am wirksamsten ist jedoch die häufige Nutzung des Rasens; die Bodenerschütterungen beim Gehen stören die empfindlichen Maulwürfe. Auch jagende Katzen mögen sie nicht.
Wühlmaus
Wühlmäuse legen ihre Gänge im Wurzelbereich der Gräser an und werfen nur kleine Hügel auf. Der Rasen wird regelrecht untergraben und trocknet über den Gängen sehr schnell aus. Erschwerend kommt hinzu, dass sich diese Nager von Pflanzenwurzeln ernähren.
Hilfe: Treten Sie angehobene Grasbüschel wieder mit dem Fuß fest und wässern Sie sie ausgiebig. Wühlmäuse dürfen mit Ködern oder Fallen reguliert werden.
Regenwürmer und Ameisen im Rasen: Hilfe oder Problem?
Regenwürmer
Regenwürmer sind wertvolle Helfer bei der Bodenbearbeitung. Bei Massenauftreten im Frühjahr und im Herbst können sie die Gräser allerdings tatsächlich untergraben.
Hilfe: Verteilen Sie die Kothäufchen der Regenwürmer mit einem Rechen oder einem groben Besen über die Fläche. Außerdem vertreibt wiederholtes Aufbringen von Sand die Regenwürmer: etwa 3–4 l Sand pro Quadratmeter Bodenoberfläche.
Ameisen
Ameisen legen im Boden ein unterirdisches Gangsystem an, das später leicht einsackt. Über der Erde bilden sie rund um die Grashalme kleine Erdhügel, die den untergrabenen Rasen verraten.

Hilfe: Wenn Sie die Ameisen nicht direkt bekämpfen wollen (sie stehen unter Schutz!), müssen Sie die Hügel und ähnliche Ameisenbauten mit reichlich Wasser zurück in den Boden spülen. Blätter und Grashalme werden so wieder frei und das überschüssige Wasser vertreibt die Ameisen zuverlässig.
Engerlinge, Drahtwürmer und Milben: unsichtbare Wurzelfresser
Engerlinge und andere Larven
Die Larven vieler Insektenarten leben über Monate bis Jahre im Boden und ernähren sich von den Wurzeln und teilweise auch von oberirdischen Teilen der Gräser. Wo die Wurzeln völlig abgefressen sind, wird der Rasen braun und lässt sich leicht wie ein Teppich vom Boden abheben. Vögel, die nach Larven suchen, scharren den Rasen auf und vergrößern den Schaden zusätzlich.
Hilfe: Nachtaktive Larven wie die Raupen von Nachtfaltern können Sie am frühen Morgen oder am Abend absammeln. Als nützliche Helfer lassen sich auch räuberische Nematoden einsetzen. Sie suchen die Schädlinge im Boden auf und befallen sie, woraufhin diese absterben. Sobald die Larvenart sicher bestimmt ist (siehe Wichtig!), kann die passende Nematodenart eingesetzt werden, die von Fachfirmen angeboten wird.
Milben
Milben aus der Familie der Laufmilben (zum Beispiel die Herbstgrasmilbe) schädigen die Gräser nicht. Bei Massenauftreten können sie jedoch Mensch und Tier befallen und unangenehmen Juckreiz auslösen.
Hilfe: Regelmäßiges Mähen mit Entfernen des Schnittguts verhindert ein Massenauftreten dieser Plagegeister.
Rasenschädlinge an Spuren und Larven erkennen

So erkennen Sie die Schädlinge
Erdhügel
Maulwurf: gleichmäßige, große Erdhaufen
Wühlmaus: unregelmäßige, kleinere Erdhügel
Verschiedene Larven
Engerlinge (Larven des Maikäfers): groß, gekrümmt, weißlich
Drahtwürmer: hellbraun, glänzend; 2–3 cm lang
Larven der Wiesenschnaken: kurz, fast gestreckt, beinlos, graubraun
Raupen von Nachtfaltern: groß, gekrümmt, bräunlich
