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Drahtwürmer (Larven der Schnellkäfer)

Die Larven der Schnellkäfer überdauern bis zu fünf Jahre im Boden — deshalb helfen vor allem Fruchtfolge und Fallen.

Drahtwürmer – Larven der Schnellkäfer und ihre Anatomie

(Elateridae)

Drahtwürmer sind die Larven von Käfern aus der Familie der Schnellkäfer (Elateridae) — diese Familie umfasst zahlreiche Arten, deren Larven alle als Drahtwürmer bezeichnet werden. Die Larven ernähren sich von Pflanzenwurzeln, vor allem von Gräsern und Gemüse. Sie nagen an den Wurzeln und unterbrechen so die Nährstoffversorgung der Pflanze. Das kann die Pflanze schwächen und bis zum Ernteausfall führen. Nicht zu verwechseln sind Drahtwürmer mit Engerlingen – den dicken, weißlichen, C-förmig gekrümmten Larven von Mai- und Junikäfern.

Die erwachsenen Käfer legen ihre Eier in den Boden, und die daraus schlüpfenden Larven leben drei bis fünf Jahre in der Erde. Da sie vor allem in der oberen Bodenschicht sitzen, schädigen sie alle erreichbaren Wurzeln – sie sind polyphag (Allesfresser). Am häufigsten treten sie von April bis Mai und dann wieder im September und Oktober auf.

Ihren Namen verdanken die Schnellkäfer ihrem Klickmechanismus: Auf den Rücken gelegt, schnellen die erwachsenen Käfer mit einem hörbaren Knacken hoch in die Luft und landen wieder auf den Beinen. Die Larven selbst krümmen sich bei Störung zusammen und bohren sich rasch wieder in den Boden – wer sie beim Umgraben aus den Wurzeln klauben will, braucht Geduld.

Auch die erwachsenen Schnellkäfer können Pflanzen schädigen, indem sie an Blättern oder Blüten fressen. Die Drahtwürmer der Gattung Agriotes befallen besonders Kartoffeln und anderes Wurzelgemüse. Knospen und Blüten von Zierpflanzen sind dagegen die bevorzugte Beute der Drahtwürmer aus der Gattung Athous.

Vorbeugend hilft Mulchen: Eine bedeckte Bodenoberfläche ist für die eierlegenden Weibchen deutlich unattraktiver als offene Erde. Ist der Befall schon da, kommen biologische Verfahren – etwa der Einsatz von Nützlingen – oder chemische Insektizide infrage, die ausdrücklich gegen Drahtwürmer zugelassen sind. Halten Sie sich dabei immer an die Gebrauchsanleitung und an die geltenden Zulassungsvorschriften.

Drahtwurm – gelbbraune, hartschalige Larve eines Schnellkäfers in Nahaufnahme

Drahtwürmer in Kartoffeln

Helle Larve im Gartenboden zwischen Erdkrümeln und feinen Wurzeln

Kartoffeln gehören zu den am stärksten von Drahtwürmern befallenen Kulturen. Kaum haben Sie den Kartoffelkäfer im Griff, stellen Sie plötzlich fest, dass die Kartoffeln welken und das Kraut auf dem Beet liegt – verursacht von Drahtwürmern, die Wurzeln und Knollen angenagt haben. Am besten wirkt gegen Drahtwürmer in Kartoffeln und anderem Gemüse, im Herbst Hühner auf das noch ungepflügte Beet zu lassen, die die Larven aufpicken. So schlagen Sie zwei Fliegen mit einer Klappe: Sie werden die Schädlinge los und füttern die Hühner völlig kostenlos.

Drahtwürmer bekämpfen: Schutz für die Wurzeln

An die Wurzeln empfindlicher Pflanzen können Sie ein Kunststoffgeflecht legen oder jede Pflanze in einen speziellen Korb setzen. Bei einem ganzen Beet Kartoffeln oder Möhren ist das allerdings nicht praktikabel.

Eine weitere Möglichkeit ist, die Pflanzen mit Kamillen- oder Brennnesseljauche zu gießen. Dafür stopfen Sie das Kraut in ein Fass und übergießen es mit Wasser. Lassen Sie den Ansatz mindestens 3 Wochen in der Sonne stehen, seihen Sie ihn dann ab und gießen Sie die Pflanzen damit. Das wirkt – nur riecht die Jauche, besonders die aus Brennnesseln, so streng, dass Sie zwar die Drahtwürmer los wären, sich dafür aber die Nachbarn verärgern könnten.

Ein weiterer Rat: Bauen Sie empfindliche Kulturen nicht neben Leguminosen-Futterpflanzen an (Wicke, Ackerbohne) und setzen Sie sie nicht auf frisch umgebrochenes Grünland oder dorthin, wo vorher Rasen war.

Fangen lassen sich Drahtwürmer auch mit einer halbierten Kartoffel, die Sie mit der Schnittfläche nach unten in den Boden stecken. Lassen Sie sie dort mindestens 3 Tage liegen, kontrollieren Sie regelmäßig und sammeln Sie gefundene Larven sofort ab (oder geben Sie sie den Hühnern). 

Kalkstickstoff gegen Drahtwürmer

Drahtwurmschaden: Zwiebel mit dunklen Fraßstellen

Eine weitere Möglichkeit im Kampf gegen Drahtwürmer ist Kalkstickstoff. Er wirkt allerdings nur teilweise und ist aus Sicht des Naturschutzes heikel, weil er die Bodenstruktur beeinträchtigen und nützliche Bakterien und Bodenlebewesen abtöten kann.

Es handelt sich um ein Ätzmittel mit alkalischer Wirkung. Es ist blaugrau und staubt als Pulver stark, deshalb wird es als Granulat verkauft und ausgebracht. Im Boden wird Kalkstickstoff über mehrere Zwischenstufen abgebaut, von denen einige giftig sind. Dazu zählt etwa Cyanamid, aus dem weiter Harnstoff entsteht, der sich schließlich in Ammoniak (Salmiakgeist) und Nitrat-Stickstoff umwandelt. Wie schnell das abläuft, hängt von Bodenfeuchte und Bodentemperatur ab. 

Tragen Sie beim Ausbringen von Kalkstickstoff immer Schutzhandschuhe, Schutzbrille und Schutzkleidung.

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