Birnbäume (Pyrus): Unterlagen, Birnensorten, Schnitt und Krankheiten
Von der Wahl der Unterlage bis zu schwarzen Blättern — was Sie wissen sollten, bevor Sie einen Birnbaum pflanzen.
Wann den Birnbaum schneiden
Führen Sie den Winterschnitt an Apfel- und Birnbäumen an frostfreien Tagen vor dem Austrieb durch.
Entfernen Sie beim Sommerschnitt in den Kronen von Apfel- und Birnbäumen Konkurrenz- und Wassertriebe.
Ernten Sie Sommersorten von Äpfeln und Birnen, sie halten nicht lange, verbrauchen Sie sie bald.
Ernten Sie Birnen in der Pflückreife und lassen Sie sie kühl nachreifen.
Birnbäume – was wir über sie wissen

(Pyrus)
Birnbäume sind Bäume aus der Familie der Rosengewächse, die über die gesamte gemäßigte und subtropische Zone Europas und Asiens verbreitet sind. Im Frühjahr betören sie uns mit dem Duft ihrer Blüten, im Sommer und im Herbst ernten wir dann saftiges und gesundes Obst – Birnen.
Es gibt viele Arten: die Kultur-Birne, die Wildbirne, die Sandbirne, die Schneebirne und die Weidenblättrige Birne. Nicht alle werden in Gärten gezogen, und die veredelten Sorten stammen überwiegend von der Kultur-Birne ab.
Die Birne selbst ist eine Apfelfrucht und enthält viele Vitamine – C, B, A und Folsäure – sowie die Mineralstoffe Kalium, Magnesium, Zink und Eisen.
Birnbäume – wissenswert
Wussten Sie, dass der Birnbaum bei den Griechen der Göttin Aphrodite und bei den Römern der Göttin Venus geweiht war?
Unterlagen für Birnbäume
Wie bei Apfelbäumen werden auch Birnbäume meist auf Unterlagen veredelt. Der Baum wächst dann schneller, und die Unterlage muss bestimmte Bedingungen erfüllen, damit sie sich für die Birne eignet.
Birnbäume werden häufig auf Quitte veredelt. Es geht dabei vor allem um Buschbäume und Viertelstämme. Auf der Quittenunterlage bildet die Birne einen kleinen, breit wachsenden Baum, der nur flach wurzelt – er braucht deshalb einen Pfahl. Sie eignet sich auch für Birnen am Spalier (Kordon). Die Quittenunterlage wählen Sie, wenn Sie Birnen in wärmeren Lagen ziehen (Birnen haben ohnehin höhere Wärmeansprüche als Äpfel).
Eine weitere Möglichkeit ist der Birnensämling – eine Unterlage, die aus dem Samen der Kultur-Birne gezogen wurde. Sie eignet sich für mittelhohe bis hohe Bäume. Sie wächst gut auf lehmigen, sandigen und trockeneren Böden, erreicht bis zu 5 Meter Höhe und trägt nach etwa 5 Jahren.
Die letzte Möglichkeit ist die Kaukasische Birne – ein Sämling einer starkwüchsigen, hohen Birne. Sie wächst auf allen Böden gut, ist frosthart, wird bis zu 5 Meter hoch und trägt bereits nach 3 bis 4 Jahren.
Birnensorten

Bei den Birnensorten interessiert uns vor allem, wann wir die Früchte ernten können und ob sie sich eher für den Frischverzehr, für die Lagerung oder für die Verarbeitung zu Marmelade, Konfitüre oder Kompott eignen.
Stellen wir die bekanntesten Sorten näher vor.

Sommerbirnen reifen von August bis September. Dazu gehört die beliebte ‚Clapps Liebling‘, die gelblich grüne Früchte hat, saftig und säuerlich süß ist. Sie muss rasch verbraucht werden und hält höchstens 2 Wochen.
Eine weitere Sommersorte ist ‚Williams Christ‘, die größere, flaschenförmige grüne Früchte trägt und sich etwa einen Monat hält; sie ist die klassische Sorte zum Einkochen und für Birnenbrand, braucht aber einen warmen, luftigen Standort.
‚Frühe von Trévoux‘ hat mittelgroße, kegelförmige Früchte von gelbgrüner Farbe und schmeckt zart, süßlich und aromatisch. Sie gilt als robust und anspruchslos und lässt sich gut erziehen. Damit eignet sie sich auch für Anfängerinnen und Anfänger.

Unter den Herbstsorten ist ‚Conference‘ hervorragend: mittelgroße Früchte von flaschenförmiger Gestalt, sehr feines, saftiges und aromatisches Fruchtfleisch, Reife Ende September und Anfang Oktober, lagerfähig bis in den November und kaum krankheitsanfällig.
‚Gute Luise‘ gehört ebenfalls zu den Herbstsorten, trägt große, lang kegelförmige Früchte und schmeckt säuerlich süß. Sie reift im September und hält 3 Wochen bis einen Monat. Sie braucht einen geschützten Standort und neigt in feuchten Jahren zu Schorf.
Zu den Wintersorten gehört zum Beispiel ‚Nordhäuser Winterforelle‘, die mittelgroße, gelbe Früchte mit roter Backe trägt und zart, knackig und süß schmeckt. Sie reift Mitte Oktober, hält 3 bis 4 Monate und gilt als widerstandsfähig gegenüber Frost und Pilzkrankheiten.
Eine Wintersorte ist auch ‚Alexander Lucas‘, die große, lang kegelförmige Früchte von gelbgrüner Farbe hat; das Fruchtfleisch ist weiß, zart und sehr saftig. Sie reift im ersten Oktoberdrittel, hält 3 bis 4 Monate, neigt nur mäßig zu Schorf und ist frosthart.
Birnbaum pflanzen
Wenn Sie sich einen Birnbaum auf der richtigen Unterlage besorgt haben, müssen Sie ihn auch richtig pflanzen. Gepflanzt wird im Frühjahr oder im Herbst. Wählen Sie zuerst den passenden Standort. Birnbäume brauchen einen hellen, sonnigen Platz mit Süd- oder Südwestausrichtung sowie einen nährstoffreichen, mittelschweren Boden. Sie sind weniger frosthart, dafür aber trockenheitsverträglicher.
Mehrere Birnbäume pflanzen wir im Abstand von 3,5 × 3,5 m, wenn sie auf Quittenunterlage stehen, und bis zu 8 × 8 m bei Bäumen auf Sämlingsunterlagen.
Zum Pflanzen heben wir eine Grube von 60 × 60 × 80 cm aus, geben Kompost hinein und schneiden beschädigte Wurzeln zurück. Pflanzen wir im Frühjahr, schneiden wir den Baum gleich zurück; pflanzen wir im Herbst, verschieben wir den Schnitt aufs Frühjahr, damit der Baum gut einwurzelt und die gekürzten Triebe nicht vom Frost geschädigt werden.
Wir stellen dem Baum einen Pfahl dazu, füllen die Grube mit Erde, treten sie fest, binden den Baum an den Pfahl und gießen gründlich an. Eine Mulchschicht (Rinde oder Laub) ist möglich, denn sie hält die Pflanzstelle feucht und hält Unkraut zurück.
Die weitere Pflege ist dann nicht mehr aufwendig. Gegossen wird nur nach dem Pflanzen, danach reicht der Regen, und weiteres Wasser holt sich der Baum aus dem Grundwasser. Birnbäume sind zudem nicht trockenheitsempfindlich.
Gelegentlich kontrollieren wir den Pfahl, damit er nicht umkippt, und ersetzen ihn nötigenfalls durch einen größeren.
Im Frühjahr und im Herbst wird geschnitten – siehe unten.
Birnbaum schneiden

Der Schnitt gehört zu den wichtigsten Arbeiten, die für einen gut gedeihenden Birnbaum nötig sind. Wichtig zu wissen: Die Triebe der Birne wachsen stark aufrecht nach oben. Davon geht auch der Schnitt aus.
Birnbaum im Frühjahr schneiden
Der Frühjahrsschnitt erfolgt zum einen direkt nach der Frühjahrspflanzung, zum anderen nach einer Herbstpflanzung und danach jedes Jahr im Frühjahr (Ende Februar). Direkt nach dem Pflanzen und nach einer Herbstpflanzung entfernen wir alle Seitentriebe bis auf eine Höhe von 60 cm, um einen Stamm zu bilden. Für den Kronenaufbau lassen wir 3–4 kräftige Leitäste mit einem Winkel von 40–60° zum Stamm stehen und kürzen sie auf gleiche Höhe über einer nach außen zeigenden Knospe ein. Der Mitteltrieb (Terminaltrieb) bleibt der längste.
Birnbäume eignen sich auch für die Erziehung am Kordon (Spalier) – hier binden wir die eingekürzten Triebe waagerecht; an ihren Seiten bilden sich neue kurze Triebe und an deren Enden Knospen. Im Sommer muss man dann anders als beim Apfel nicht ausdünnen.
Birnbaum im Herbst schneiden
Der Herbstschnitt ist nicht so radikal wie der im Frühjahr, nötig ist er aber ebenfalls. Beim Herbstschnitt entfernen wir alles alte, trockene Holz und außerdem die Wassertriebe (unfruchtbare Triebe).
Kleine Schnittwunden behandeln wir nicht, nur große Wunden glätten wir mit einem scharfen Messer und können ihre Ränder mit Baumwachs verschließen.
Wenn Sie unsicher sind, wie Sie den Birnbaum auslichten sollen, fragen Sie ruhig eine Fachperson.
Birnbaum schneiden nach dem Alter des Baums
Birnbäume sind beim Schnitt nicht so anspruchsvoll wie Äpfel. Sie haben meist kürzeres Fruchtholz und eine lichtere Krone. Ihre Triebe wachsen aber steil nach oben, und lässt man sie, bilden sie eine hohe, schmale Pyramide, in der sich schlecht ernten lässt. Hauptaufgabe des Schnitts ist es deshalb, die Krone niedrig und die Leitäste vom Stamm abgespreizt zu halten.
- Nach dem Pflanzen: Lassen Sie den Mitteltrieb und 3–4 Leitäste mit einem Winkel von 40–60° zum Stamm stehen. Kürzen Sie die Leitäste auf gleiche Höhe über einer nach außen zeigenden Knospe, den Mitteltrieb lassen Sie 10–20 cm darüber. Ausführlich beschreibt das der Artikel Obstbaum-Formen.
- Erziehungsschnitt (3–5 Jahre): Kürzen Sie die Verlängerungstriebe der Leitäste weniger als beim Apfel, sonst verdichtet sich der Baum mit steilen Trieben. Steil wachsende Leitäste biegen Sie mit einem Spreizholz oder einer Schnur zu einem Pflock in eine schräge Lage, oder Sie leiten sie auf einen tieferen, stärker abgespreizten Trieb ab. Den Mitteltrieb halten Sie etwa 20 cm über der Ebene der Leitäste, Konkurrenztriebe entfernen Sie ganz.
- Tragender Birnbaum: Schneiden Sie vor allem durch Auslichten. Kurzes Fruchtholz im Kroneninneren entfernen Sie nicht. Überaltertes Fruchtholz verjüngen Sie, indem Sie es auf einen jüngeren Zweig zurücksetzen.
- Starkwüchsiger Baum, der nicht trägt: Schneiden Sie weniger und später im Frühjahr, biegen Sie starke Triebe in eine schräge Lage und entfernen Sie Wasserschosse im Sommer.
Der Schnitt unterscheidet sich auch nach der Sorte. Schwach wachsende, früh tragende Sorten wie ‚Conference‘, ‚Alexander Lucas‘ oder ‚Williams Christ‘ brauchen einen regelmäßigen Schnitt des Fruchtholzes und eine frühere Verjüngung. Mittelstark wachsende Sorten wie ‚Boscs Flaschenbirne‘, ‚Clapps Liebling‘ oder ‚Köstliche von Charneu‘ schneidet man ähnlich wie Äpfel. Bei sehr starkwüchsigen alten Sorten auf Sämlingsunterlage achten Sie schon in jungen Jahren auf die Kronenhöhe.
Birnbaum verjüngen und die Krone absenken
Birnbäume vertragen einen starken Verjüngungsschnitt am besten von allen Obstbäumen, etwa bis zu einem Alter von 40–50 Jahren. Verjüngen Sie im Vorfrühling, am besten in einem Jahr mit reichem Blütenknospenansatz. Die Krone wird von oben nach unten verjüngt, die oberen Äste stärker, die unteren schwächer, immer über einem schwächeren, nach außen zeigenden Ast. Bei pyramidalen Birnbäumen hat die fertige Krone die Form eines spitzen Dachs mit einem Scheitelwinkel von etwa 70°, bei Kugelkronen etwa 90°. Das Vorgehen Schritt für Schritt ist dasselbe wie beim Apfel, es steht im Artikel Apfelbaum schneiden (Verjüngungsschnitt).
Eine zu hohe pyramidale Krone senken Sie um bis zu ein Drittel ab, am besten über einem schwächeren, waagerecht abzweigenden Ast, der die Führung übernimmt. Jüngere Bäume senken Sie im August ab, ältere im Vorfrühling. In den folgenden Jahren lenken Sie das Wachstum durch Schnitt und Biegen in die Breite.
Krankheiten: Birnengitterrost und schwarze Blätter
Birnbäume neigen auch zu Krankheiten. Am besten beugt man ihnen mit der Wahl einer robusten Sorte vor – siehe oben.
Die häufigsten Krankheiten am Birnbaum sind:
Birnengitterrost
Birnengitterrost – eine Pilzkrankheit, hervorgerufen durch den Pilz Gymnosporangium sabinae. Der Pilz wechselt den Wirt, das heißt, er lebt im Wechsel zwischen Wirt und Zwischenwirt. Als Wirt dienen verschiedene Wacholderarten. Zwischenwirt ist der Birnbaum, dessen Blätter und Früchte der Pilz befällt. Sie erkennen ihn daran, dass auf den Blättern orangefarbene bis rote, ovale Flecken erscheinen, die in der Mitte schwarze Punkte tragen. Auch die Früchte sind betroffen und können unterschiedlich verformt sein. Befallene Bäume wachsen danach schwächer und sind weniger widerstandsfähig gegenüber anderen Krankheiten und gegenüber Frost.
Vorbeugend wählt man robuste Sorten, pflanzt Birnbäume nicht in die Nähe von Wacholder und entfernt und vernichtet alle befallenen Teile. Sind die Bäume bereits befallen, hilft eine Spritzung mit Fungiziden.
Birnenschorf / schwarze Blätter am Birnbaum
Birnenschorf / schwarze Blätter am Birnbaum – diese Krankheit wird durch den Pilz Venturia pyrina hervorgerufen und schädigt Blätter, Blüten und Früchte. Auf den Blättern verursacht sie grauschwarze bis schwarze Flecken. Blätter und Blüten fallen ab, die Früchte ebenfalls, und wenn sie ausreifen, sind sie stark verformt.
Vorbeugend wählt man robuste Sorten, pflanzt die Bäume weit genug auseinander, lichtet sie aus, damit die Krone luftig bleibt, und beseitigt das Falllaub (in dem der Pilz häufig überwintert). Zur Vorbeugung und zur Spritzung kommen anschließend Fungizide infrage; achten Sie dabei auf die aktuelle Zulassung für den Haus- und Kleingarten.
Blattfleckenkrankheit der Birne / braune Flecken auf den Blättern
Blattfleckenkrankheit der Birne / braune Flecken auf den Birnenblättern – eine Krankheit, hervorgerufen durch den Pilz Mycosphaerella sentina. Sie verursacht zunächst violette, später braune Flecken auf den Blättern, die oval oder eckig sein können. Die Blätter fallen vorzeitig ab.
Vorbeugend gilt wieder: eine passende Lage wählen, die Bäume weit auseinander pflanzen und das Falllaub sorgfältig beseitigen. Bei Befall lassen sich dieselben Mittel einsetzen wie gegen den Birnenschorf.
Kupfer und Schwefel bei Birnbäumen: empfindliche Sorten
Birnbäume vertragen Kupfer- und Schwefelpräparate schlechter als Apfelbäume. Kupfer verursacht bei empfindlichen Sorten Berostung der Früchte und braune Blattränder, Schwefel bei Wärme braune Flecken auf Blättern und Früchten. Bei robusteren Sorten wird Kupfer höchstens bis zum Blühbeginn und nie bei kühlem, regnerischem Wetter eingesetzt, Schwefel nur bis 25 °C im Schatten und nicht in praller Sonne.
- Kupferempfindlich: ‚Clapps Liebling‘, ‚Conference‘, ‚Williams Christ‘, ‚Alexander Lucas‘, ‚Comtesse de Paris‘, ‚Köstliche von Charneu‘, ‚Roberts Dechantsbirne‘, ‚Diels Butterbirne‘, ‚Gellerts Butterbirne‘ (Hardy), ‚Červencová‘.
- Schwefelempfindlich: ‚Boscs Flaschenbirne‘, ‚Williams Christ‘, ‚Alexander Lucas‘, ‚Comtesse de Paris‘, ‚Köstliche von Charneu‘.
Verwenden Sie bei diesen Sorten gegen Schorf und andere Pilzkrankheiten ein anderes zugelassenes Fungizid. Wie Spritzschäden aussehen und wie sie sich von einer Krankheit unterscheiden, beschreibt der Artikel Baumschäden ohne Schädlinge.
Warum der Birnbaum nicht trägt oder schwächelt
- Zu kurzer Schnitt. Manche Sorten, etwa ‚Boscs Flaschenbirne‘ oder ‚Clapps Liebling‘, setzen Blütenknospen vor allem an den Enden längerer Triebe an. Wer sie jedes Jahr flächig einkürzt, schneidet die Ernte mit weg. Schneiden Sie sie vor allem durch Auslichten und lassen Sie einen Teil der einjährigen Triebe ungekürzt.
- Starkwüchsiger Baum auf Sämlingsunterlage. Ein Birnbaum auf Birnensämling trägt spät. Früher in Ertrag bringt ihn das Herunterbinden kräftiger Triebe in eine schräge bis waagerechte Lage Anfang Juni.
- Es fehlt ein Befruchter. Die meisten Birnensorten brauchen für einen guten Fruchtansatz den Pollen einer anderen, gleichzeitig blühenden Sorte. Wächst in der Nähe keine, veredeln Sie sie wenigstens auf einen Ast, siehe Veredelung von Obstbäumen.
- Spurenelemente. Der Birnbaum reagiert von allen Obstgehölzen am empfindlichsten auf Zink- und Manganmangel, vor allem auf kalkreichen und überkalkten Böden. Typisch für Zinkmangel sind kleine, hell gefleckte Blätter im unteren Teil der Triebe, schwache Jahrestriebe und kleine, verformte Früchte. Bormangel zeigt sich durch starken Fruchtfall und harte Stellen im Fruchtfleisch, ähnlich der viralen Steinfrüchtigkeit. Wie man sie ergänzt, beschreibt der Artikel Obstbäume düngen.
Weitere allgemeine Ursachen, warum Obstbäume nicht tragen, fasst der Artikel Obstpflanzen im Garten zusammen.
Womit Birnbäume düngen
Der Birnbaum braucht einen nährstoffreichen, mittelschweren Boden, wie es auch oben bei den Standortansprüchen steht. Die Grundlage wird schon beim Pflanzen gelegt — in die Grube von 60 × 60 × 80 cm gehört Kompost. Danach wird zeitig im Frühjahr, noch vor dem Austrieb gedüngt, und zwar in einen Streifen entlang der Kronentraufe, wo die Saugwurzeln sitzen, nicht an den Stamm. Eine zweite, schwächere Gabe nach der Blüte unterstützt die Entwicklung der Früchte. Nach dem August wird nicht mehr gedüngt, damit das Holz bis zum Winter ausreift — bei Birnbäumen gilt das doppelt, weil sie weniger frosthart sind als Apfelbäume. Ein gut versorgter Baum verträgt außerdem den Druck der oben beschriebenen Pilzkrankheiten besser. Wie Sie einen Dünger wählen, der den ganzen Garten auf einmal abdeckt, behandeln wir im Artikel Universaldünger; die Mengenverhältnisse finden Sie unter Dosierung.
Häufige Fragen: Birnbäume
Warum werden die Blätter am Birnbaum schwarz?
Meist handelt es sich um Birnenschorf, den der Pilz Venturia pyrina hervorruft. Er erzeugt grauschwarze bis schwarze Flecken auf den Blättern, Blätter und Blüten fallen ab und die Früchte sind verformt. Der Pilz überwintert im Falllaub, deshalb ist es wichtig, dieses zu beseitigen.
Was sind die orangefarbenen Flecken auf Birnenblättern?
Birnengitterrost (Gymnosporangium sabinae). Sie erkennen ihn an orangefarbenen bis roten, ovalen Flecken mit schwarzen Punkten in der Mitte. Der Pilz wechselt den Wirt: Zwischenwirt ist der Birnbaum, Wirt der Wacholder — deshalb sollten Birnbäume nicht in die Nähe von Wacholder gepflanzt werden.
Auf welche Unterlage wird der Birnbaum veredelt?
Auf der Quitte entsteht ein kleiner, breit wachsender Baum, der flach wurzelt und einen Pfahl braucht — er eignet sich für wärmere Lagen und für den Kordon. Der Birnensämling ergibt einen mittelhohen bis hohen Baum bis 5 Meter, der nach etwa 5 Jahren trägt. Die Kaukasische Birne wächst auf allen Böden, ist frosthart und trägt schon nach 3 bis 4 Jahren.
Wann werden Birnbäume geschnitten?
Der Hauptschnitt erfolgt im Frühjahr Ende Februar, im Herbst werden nur altes, trockenes Holz und die Wassertriebe entfernt. Nur große Wunden werden geglättet und an den Rändern mit Baumwachs verschlossen, kleine bleiben unbehandelt.
Welche Birnensorten sind am robustesten?
‚Frühe von Trévoux‘ gilt als robust und anspruchslos, ‚Conference‘ ist kaum krankheitsanfällig, ‚Nordhäuser Winterforelle‘ ist widerstandsfähig gegenüber Frost und Pilzkrankheiten und ‚Alexander Lucas‘ neigt nur mäßig zu Schorf. ‚Gute Luise‘ braucht dagegen einen geschützten Standort und neigt in feuchten Jahren zu Schorf.
Wie senkt man einen zu hohen Birnbaum ab?
Senken Sie die Krone höchstens um ein Drittel ab, und zwar über einem schwächeren, waagerecht abzweigenden Ast, der die Führung übernimmt. Jüngere Bäume im August, ältere im Vorfrühling. In den folgenden Jahren lenken Sie das Wachstum durch Schnitt und Biegen der Äste in die Breite.
Warum blüht der Birnbaum, trägt aber keine Früchte?
Meist fehlt ein geeigneter Befruchter, also eine andere, gleichzeitig blühende Birnensorte, oder die Blüten wurden durch Frost geschädigt. Ursache kann auch Bormangel sein, der die Befruchtung verschlechtert und starken Fruchtfall verursacht.
Bildquellen: Foto: Rhododendrites, CC BY-SA 4.0
