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Birnbäume

Inhalt

Birnbäume - was wir über sie wissen

(Pyrus)

Birnbäume sind Bäume aus der Familie der Rosengewächse, die in der gesamten gemäßigten und subtropischen Zone Europas und Asiens verbreitet sind. Im Frühling bezaubern uns die Birnbäume mit dem Duft ihrer Blüten, im Sommer und Herbst ernten wir dann saftige und gesunde Früchte – Birnen.

Es gibt viele Arten von Birnbäumen: Kulturbirne, Wildbirne, Sandbirne, Schneebirne, Weidenblättrige Birne. Nicht alle werden jedoch in Gärten angebaut, und die gezüchteten Sorten stammen meist von der Kulturbirne ab.

Birnen sind Kernobstfrüchte, die viele Vitamine enthalten – C, B, A, Folsäure sowie aus den Mineralstoffen Kalium, Magnesium, Zink und Eisen.

Birnen

Birnbäume - Wissenswertes

Wussten Sie, dass die Birne bei den Griechen der Göttin Aphrodite und bei den Römern der Göttin Venus geweiht war?

Unterlagen für Birnbäume

Genau wie Apfelbäume werden auch Birnbäume meistens auf Unterlagen veredelt. Ihr Anbau ist dann schneller, und die Unterlage muss bestimmte Anforderungen erfüllen, um für den Birnbaum geeignet zu sein.

Birnbäume werden häufig auf Quittenbäume veredelt. Dabei handelt es sich vor allem um Zwerge oder Viertelstämme. Auf der Quitte als Unterlage bildet der Birnbaum ein kleines und ausladenes Bäumchen, das nur flach wurzelt – es benötigt daher eine Stütze. Es ist jedoch auch für Birnbäume in Spalierformen (Wände) geeignet. Wählen Sie die Quittenunterlage, wenn Sie Birnbäume in wärmeren Regionen anbauen möchten (übrigens haben alle Birnbäume höhere Wärmeansprüche als Apfelbäume).

Eine weitere Möglichkeit der Unterlage für den Birnbaum ist der Birnsämling – eine Unterlage, die aus einem Kern der (gemeinen) Birne gezogen wird. Er ist für mittelgroße bis hohe Birnbäume geeignet. Er wächst gut in lehmigen, sandigen und auch trockeneren Böden, erreicht eine Höhe von bis zu 5 Metern und beginnt nach ca. 5 Jahren zu tragen.

Die letzte Möglichkeit ist die Kaukasische Birne – sie ist ein Sämling einer kräftigen und hohen Birne, wächst gut in allen Böden, ist frostresistent, erreicht bis zu 5 Meter Höhe und beginnt bereits nach 3 bis 4 Jahren zu tragen.

Birnbaumsorten

Birnbaum Sorten
Sommerbirne Laura
Birne - Sorte Conference

Die Birnensorten interessieren uns vor allem im Hinblick darauf, wann wir die Früchte ernten können und ob die Früchte eher für den direkten Verzehr, die Lagerung oder die Herstellung von beispielsweise Marmeladen, Konfitüren oder Kompotten geeignet sind.

Lassen Sie uns die bekanntesten Sorten näher vorstellen.

Sommersorten reifen von August bis September. Dazu gehört die beliebte Clapp’s Liebling, die gelblich-grüne Früchte hat, saftig und süß-säuerlich ist. Sie muss schnell verzehrt werden und hält maximal 2 Wochen.

Eine weitere Sommersorte ist Laura, die größere flaschenförmige grüne Früchte hat, etwa einen Monat hält und deren Vorteile die Anspruchslosigkeit und ausreichende Krankheitsresistenz sind.

Radana hat mittelgroße kegelförmige Früchte mit grüngelber Farbe, hat ein zartes, süßliches und aromatisches Aroma. Sie leidet nicht unter Schorf, ist anspruchslos und lässt sich gut formen. Sie ist daher auch für Anfänger geeignet.

Unter den Herbstsorten ist Conference ausgezeichnet: Sie hat mittelgroße Früchte in flaschenförmiger Form, sehr zartes, saftiges und aromatisches Fruchtfleisch, reift Ende September und Anfang Oktober, ist bis November lagerbar und leidet kaum unter Krankheiten.

Elektra gehört ebenfalls zu den Herbstsorten, hat große, lang-konische Früchte, ist süß-säuerlich, reift Ende August und Anfang September und hält 3 Wochen bis einen Monat. Sie ist leicht anfällig für Frost und Schorf.

Zu den Wintersorten gehört beispielsweise Bohemica, die mittelgroße Früchte in gelber Farbe hat, zart, mürbe und süß ist. Sie reift Mitte Oktober, hält 3 bis 4 Monate und ist widerstandsfähig gegen Frost und Pilzkrankheiten.

Eine Wintersorte ist auch Erika, die große, länglich-kegelförmige Früchte mit gelbgrüner Farbe hat, deren Fruchtfleisch weiß und zart sowie sehr saftig ist. Sie reift in der ersten Oktoberdekade, hält 3 bis 4 Monate, leidet nur mittelmäßig unter Schorf und ist frostresistent.

Pflanzung von Birnbäumen

Wenn Sie sich einen Birnbaum auf der richtigen Unterlage zugelegt haben, müssen Sie ihn auch richtig einpflanzen. Eine geeignete Pflanzzeit ist im Frühjahr oder im Herbst. Wählen Sie zunächst einen geeigneten Standort. Birnbäume benötigen einen hellen und sonnigen Standort mit Ausrichtung nach Süden oder Südwesten, nährstoffreichen und mittelschweren Boden. Sie sind weniger frostresistent, dafür aber trockheitstoleranter.

Mehrere Birnbäume pflanzen wir im Abstand von 3,5 x 3,5 m bei Birnbäumen auf Quittenunterlagen und bis zu 8 x 8 m bei Birnbäumen, die auf Sämlings-Unterlagen gezogen werden.

Zum Einpflanzen graben wir eine Grube von 60x60x80 cm, geben Kompost in die Grube und schneiden beschädigte Wurzeln des Birnbaums ab. Wenn wir im Frühling pflanzen, schneiden wir den Birnbaum gleich zurück; pflanzen wir im Herbst, lassen wir den Schnitt bis zum Frühling, damit der Birnbaum gut anwurzelt und die zurückgeschnittenen Äste nicht durch Frost beschädigt werden.

Wir fügen dem Birnbaum eine Stütze hinzu, füllen die Grube mit Erde, stampfen sie fest, binden den Birnbaum an die Stütze und wässern ihn gründlich. Es ist möglich, Mulch (Rinde oder Laub) hinzuzufügen, da er die Pflanzstelle feucht hält und Unkraut unterdrückt.

Die weitere Pflege der Birnbäume ist nicht besonders aufwendig. Birnbäume werden nur nach dem Einpflanzen gegossen, danach reicht Regen aus und weiteres Wasser ziehen sie aus dem Grundwasser. Außerdem sind Birnbäume nicht anfällig für Trockenheit.

Gelegentlich überprüfen wir die Stütze, damit sie nicht umkippt, und ersetzen sie gegebenenfalls durch eine größere.

Im Frühling und im Herbst führen wir den Schnitt durch – siehe weiter unten.

Schnitt des Birnbaums

Der Schnitt des Birnbaums ist eine der wichtigsten Maßnahmen, die Sie für einen erfolgreichen Anbau durchführen müssen. Es ist wichtig zu wissen, dass die Triebe des Birnbaums dazu neigen, gerade nach oben zu wachsen. Davon gehen wir auch beim Schnitt aus.

Frühjahrsschnitt des Birnbaums

Den Frühjahrsschnitt des Birnbaums führen wir zum einen unmittelbar nach dem Einpflanzen (im Frühjahr) durch, ferner nach dem Herbsteinpflanzen und danach jedes Jahr im Frühling (Ende Februar). Unmittelbar nach dem Einpflanzen und nach dem Herbsteinpflanzen entfernen wir alle seitlichen Triebe bis zu einer Höhe von 60 cm, um einen Stamm zu formen. Wir wählen die 3 stärksten Triebe aus, die wir für die Kronenbildung behalten, und schneiden diese um etwa 1/3 zurück, um ihr Wachstum zu fördern. Den Haupttrieb (Terminaltrieb) lassen wir am längsten.

Birnbäume eignen sich auch für den Anbau als Kordons – hier binden wir die zurückgeschnittenen Triebe in eine waagerechte Lage, an ihren Seiten bilden sich neue kurze Triebe und an deren Enden Knospen – im Sommer ist dann kein Ausdünnen der Früchte wie bei Apfelbäumen notwendig.

Herbstschnitt des Birnbaums

Der Herbstschnitt ist nicht so radikal wie der Frühjahrsschnitt, aber dennoch notwendig. Beim Herbstschnitt entfernen wir alles alte, trockene Holz sowie Wassertriebe (unfruchtbare Triebe).

Alle Schnittstellen behandeln wir stets mit Baumwachs, damit keine Bakterien oder Pilze eindringen können.

Wenn Sie sich nicht sicher sind, wie Sie den Birnbaum beschneiden sollen, scheuen Sie sich nicht, einen Fachmann zu fragen.

Schnitt des Birnbaums

Krankheiten des Birnbaums

Birnbäume neigen auch zu Krankheiten und Schädlingen. Am besten beugen Sie dem vor, indem Sie eine resistente Sorte wählen – siehe oben.

Die häufigsten Krankheiten der Birnbäume sind:

Birnenrost – ist eine Pilzkrankheit, die durch den Pilz Gymnosporangium sabinae verursacht wird. Der Pilz ist zweiwirtig, d. h., er tritt in einem Zyklus aus Wirt und Zwischenwirt auf. Als Wirt dienen verschiedene Wacholderarten. Als Zwischenwirt dienen Birnbäume, deren Blätter und Früchte der Pilz befällt. Sie erkennen ihn daran, dass Sie auf den Blättern orangefarbene bis rote ovale Flecken sehen, in deren Mitte sich schwarze Punkte befinden. Auch die Früchte sind betroffen und können unterschiedlich deformiert sein. Nach einem Befall durch diese Krankheit zeigen Birnbäume schwächeres Wachstum und sind weniger widerstandsfähig gegenüber anderen Krankheiten und Frost.

Zur Vorbeugung empfiehlt es sich, resistente Sorten zu wählen, Birnbäume nicht in der Nähe von Wacholder zu pflanzen sowie alle befallenen Pflanzenteile zu entfernen und zu vernichten. Sind die Birnbäume bereits befallen, hilft eine Behandlung mit Fungiziden.

Birnenschorf / Blattschwärze der Birnbäume – diese Krankheit wird durch den Pilz Venturia pyrina verursacht und schädigt Blätter, Blüten und Früchte. Auf den Blättern verursacht sie grauschwarze bis schwarze Flecken. Blätter und Blüten fallen ab, ebenso die Früchte, und wenn diese reifen, sind sie stark deformiert.

Zur Vorbeugung wählen Sie resistente Sorten, pflanzen Sie die Bäume weit genug voneinander entfernt, schneiden Sie sie zurück, damit die Krone luftig bleibt, und entfernen Sie das herabgefallene Laub (in dem der Pilz häufig überwintert). Zur Vorbeugung und Behandlung empfiehlt sich der Einsatz von Fungiziden, z. B. Polyram WG.

Septoria-Blattfleckenkrankheit der Birne / braune Flecken auf Birnenblättern – ist eine Krankheit, die durch den Pilz Mycosphaerella sentina verursacht wird. Sie verursacht zunächst violette, später braune Flecken auf den Blättern, die oval oder eckig sein können. Die Blätter fallen vorzeitig ab.

Zur Vorbeugung wählen Sie wiederum einen geeigneten Standort, pflanzen Sie die Bäume weit voneinander entfernt und entfernen Sie das herabgefallene Laub sorgfältig. Bei Befall können dieselben Mittel wie gegen Birnenschorf eingesetzt werden.

Düngung von Sträuchern und Bäumen

Quellen: