Quitte (Cydonia oblonga): Quittenbaum, Früchte und Sorten
Obstgehölz mit duftenden goldgelben Früchten. Wann Quitten reif sind, wie Sie den Quittenbaum pflegen und welche Sorten Sie wählen.

Obstgehölz von hohem Nutz- und Zierwert; sie dient auch als schwach wachsende Unterlage für Birnbäume.
Standort: in warmer Lage; die Quitte stellt keine hohen Ansprüche an den Boden, verträgt aber keine staunassen und stark kalkhaltigen Böden.
Höhe: 3-5 (8) m
Fläche je Pflanze: 9-25 (36) m²
Blütezeit: Ende Mai
Vermehrung: als Unterlage durch Anhäufeln (Ablegervermehrung), großfrüchtige Sorten durch Okulation
Die Quitte aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae) ist ein interessantes, wenn auch nicht alltägliches Obstgehölz. Früher wurde sie häufiger gepflanzt als heute. Größere Bedeutung hat sie in Russland, in der Türkei und in den Balkanländern, angebaut wird sie auch in Übersee.
Quittenbaum pflegen: Boden, Düngen und Gießen
Damit die Wurzeln der Unterlage, die dicht unter der Oberfläche wachsen, nicht beschädigt werden, sollte der Boden nur flach bearbeitet werden. Gut bewährt sich eine Abdeckung des Bodens mit organischem Material. Gedüngt wird nur bei nachgewiesenem Mangel an Hauptnährstoffen, wobei die Gabe an Reinstickstoff zu Vegetationsbeginn nicht höher als 6 g/m² sein sollte. Das Gießen wirkt am besten zur Zeit der stärksten Fruchtentwicklung, also von August bis Mitte September.
Quitten ernten: wann die Quitte reif ist
Sobald etwa ab Mitte Oktober die ersten Früchte fallen, ist Erntezeit. Reife Quitten sind goldgelb und duften intensiv. Nicht ganz ausgefärbte, grünliche Früchte bleiben länger am Baum, damit sie nachgelben. Früher geerntet werden Früchte, die noch weiter transportiert werden sollen.
Braunes Fruchtfleisch bei später Ernte
Bei späterer Ernte bräunt das Fruchtfleisch leicht, die Verwendbarkeit der Früchte wird dadurch aber nicht eingeschränkt.
Quittensorten: Apfelquitten (A) und Birnenquitten (B) im Überblick
| Sorte | Fruchtform | Fruchtgröße | Wuchs | Ernte | Geschmack | Anmerkungen |
|---|---|---|---|---|---|---|
| ‚Bereczki‘ (B) | Birnenförmig | Groß bis sehr groß | Stark, aufrecht | Gut, früh | Fein, aromatisch | Wärmebedürftig, Fruchtfleisch färbt sich beim Kochen rot |
| ‚Champion‘ (B) | Birnenförmig | Mittelgroß | Mittelstark, aufrecht | Gut, sehr früh | Mild, angenehm | Warme Lagen, recht frosthart |
| ‚Konstantinopeler‘ (A) | Apfelförmig | Mittelgroß bis groß | Mittelstark, breit | Gut, früh | Aromatisch | Robust, etwas frostempfindlich |
| ‚Portugiesische‘ (A) | Apfelförmig | Groß | Stark, aufrecht | Befriedigend | Mild, sehr gut, färbt sich beim Kochen rot | Anspruchslos, recht frosthart |
| ‚Leskovacer‘ (A) | Apfelförmig | Groß bis sehr groß | Stark, breit | Sehr gut, früh | Angenehm würzig | |
| ‚Ronda‘ (B) | Birnenförmig | Groß | Stark bis sehr stark | Sehr gut, früh | Ausgeprägt | Hervorragend für Saft |
| ‚Vranja‘ (B) | Birnenförmig | Groß | Stark, strauchig | Sehr gut | Süßsäuerlich | Weniger empfindlich, lange lagerfähig |
Quittenbaum oder Strauch: Wuchs, Blüten und Früchte

Die Quitte wächst häufiger als wilder oder kultivierter Strauch denn als Baum. Sie kann 50 Jahre und älter werden. Die Ursprungsformen stammen aus dem Kaukasus, aus Turkestan und aus dem nördlichen Iran. Die alten Griechen nannten die Quitte „Apfel aus Kydonia“, weil sie die Früchte aus der Gegend von Kydonia auf Kreta einführten. Davon leitet sich der heutige Gattungsname Cydonia. In der antiken Mythologie, bei Hochzeitsbräuchen und in der Volksheilkunde hatte die Quitte seit jeher einen bedeutenden Platz.
Blätter: eiförmig bis oval, ledrig, ganzrandig und auf der Unterseite filzig behaart.
Blüten: hellrosa bis rosa mit dunkleren Adern, groß (5-7 cm), einzeln stehend, duftend und bei Bienen beliebt.
Die Früchte werden vor allem zu Kompott, Marmelade, Gelee, Quittenbrot und kandierten Früchten verarbeitet. Der ausgepresste Saft ist zwar herb und sauer, zum Mischen mit anderen Fruchtsäften aber sehr gut geeignet. Das anfängliche Wachstum nach der Pflanzung ist kräftig, lässt mit der Zeit jedoch nach. Der volle Ertrag setzt ab dem achten Jahr ein. Von einem Baum lassen sich 40 kg und mehr Früchte ernten.
Standort: wo die Quitte gedeiht
Die Quitte wächst zwar auch auf weniger fruchtbaren und trockeneren Böden, am besten gedeiht sie jedoch an warmen und mäßig feuchten Standorten. Auf staunassen und kalkreichen Böden leidet sie unter Chlorose. Das Holz verträgt starke Winterfröste schlecht, deshalb ist eine geschützte Lage wichtig. Eine durch Frost geschädigte Pflanze regeneriert sich aber gut.
Krankheiten und Schädlinge der Quitte
- Monilia befällt Blüten, junge Blätter und Früchte und lässt sie absterben. Wichtig ist das Entfernen der befallenen Teile.
- Blattbräune breitet sich allmählich aus und erfasst im Herbst auch die Früchte.
- Schädlinge: Zu Vegetationsbeginn können an der Quitte Raupen kleiner Schmetterlinge auftreten und zur Blütezeit Blattläuse. Madige Früchte sind selten.
Quittenbaum pflanzen und schneiden
Anbau: Bei der Pflanzung des Baumes ist mit einer Fläche von 9-25 m² zu rechnen. Eine einzeln stehende Pflanze trägt meist ausreichend, durch Fremdbestäubung mit einer anderen Sorte steigt der Ertrag jedoch. Ein Schnitt ist nur anfangs nötig, um ein lockeres Gerüst der Hauptäste aufzubauen. Die Krone bildet sich ohne größere Eingriffe gut aus, später genügt ein gelegentlicher Auslichtungsschnitt.
