Birnengitterrost
Birnengitterrost (Gymnosporangium sabinae) ist eine Pilzkrankheit, die zwischen Birnbaum und Wacholder pendelt. So erkennen Sie den Befall, so schützen Sie Ihre Bäume ökologisch – und das wirkt wirklich.
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Birnengitterrost ökologisch bekämpfen
(Gymnosporangium sabinae)
Der Birnengitterrost, botanisch Gymnosporangium sabinae, ist ein Rostpilz, der vor allem Birnbäume, daneben aber auch mehrere Wacholderarten befällt. Typisch sind die leuchtend orangeroten Flecken auf Blättern und Früchten, aus denen später warzige Sporenlager wachsen – diese Gitter aus Sporenlagern sitzen auf der Blattunterseite oder an den Blattstielen und geben der Krankheit ihren Namen.
Für den ökologischen Schutz vor Birnengitterrost haben sich mehrere Maßnahmen bewährt:
Weniger anfällige Sorten wählen: Eine wirklich resistente Birnensorte gibt es nicht, die Anfälligkeit unterscheidet sich aber deutlich. In Versuchen schneiden zum Beispiel „Conference“ und „Alexander Lucas“ besser ab als stark befallene Standardsorten. Fragen Sie zusätzlich in der Baumschule nach den Erfahrungen in Ihrer Region – der Befallsdruck hängt stark davon ab, wie viel Wacholder in der Nachbarschaft steht.
Befallene Teile herausschneiden: Wer infizierte Triebe regelmäßig zurückschneidet, bremst die Ausbreitung. Das Schnittgut gehört nicht auf den Komposthaufen, sondern in den Restmüll oder in die Grünabfallverbrennung.
Sauber arbeiten: Hygiene lohnt sich. Sammeln Sie abgefallenes Laub und befallene Früchte ein, damit sie im nächsten Frühjahr keine Infektionsquelle sind. Reinigen Sie Scheren und Sägen regelmäßig, damit Sie die Krankheit nicht von Baum zu Baum tragen.
- Pflanzenstärkung: Ein zugelassenes biologisches Mittel speziell gegen Birnengitterrost gibt es in Deutschland derzeit nicht. Pflanzenstärkungsmittel auf Basis von Algen, Schachtelhalm oder nützlichen Mikroorganismen können den Baum aber widerstandsfähiger machen und die Blattgesundheit insgesamt verbessern.


Wacholder – der zweite Wirt

Der zweite Wirt des Birnengitterrosts ist der Wacholder, genauer einige seiner Arten: Wacholder – Chinesischer Wacholder, Sadebaum, Pfitzer-Wacholder und Felsen-Wacholder.Der Pilz überwintert am Wacholder. Im Frühjahr, wenn die Birnen blühen, tragen ihn die Sporen durch die Luft zum Birnbaum, wo er den ganzen Sommer über parasitiert; im Herbst geht er zurück auf den Wacholder.
Die wirksamste Einzelmaßnahme gegen die Ausbreitung ist deshalb, Wacholder und Birne nicht nebeneinander zu pflanzen– möglichst 200 bis 500 Meter Abstand. Verzichten Sie außerdem auf die oben genannten Wacholderarten und schneiden Sie die spindelförmigen Sporenlager am Wacholder heraus, sobald Sie sie entdecken.
Birnengitterrost Spritzmittel und Fungizide
Gegen Birnengitterrost lassen sich dieselben Fungizide einsetzen, die auch gegen Birnenschorf wirken – allerdings nur vorbeugend, bevor die Sporen vom Wacholder überspringen, also etwa ab dem Austrieb bis zur Blüte. Diese Wirkstoffgruppen kommen infrage:
- Difenoconazol (Triazol) – vorbeugend und schwach kurativ, in Kernobstpräparaten für den Haus- und Kleingarten enthalten,
- Tebuconazol (Triazol) – ebenfalls gegen Rostpilze wirksam,
- Azoxystrobin (Strobilurin) – breite Wirkung gegen Blattpilze, an Birne gut verträglich,
- nicht mehr verwenden: Mancozeb, Metiram und Hexaconazol – ihre EU-Genehmigung ist ausgelaufen.
Prüfen Sie vor dem Kauf immer die aktuelle Zulassung im Pflanzenschutzmittel-Verzeichnis des BVL: Nur Präparate mit ausdrücklicher Zulassung für den Haus- und Kleingarten dürfen im Privatgarten angewendet werden. Chemische Spritzmittel können für Mensch, Tier und Umwelt gefährlich sein. Tragen Sie Schutzbrille, Handschuhe und Schutzanzug und spritzen Sie nur bei windstillem Wetter.
Während der Anwendung nicht essen, trinken oder rauchen. Waschen Sie sich danach gründlich die Hände.
