Bromelien
Pflege, Arten und Standort der exotischen Schönheiten für Wohnung und Garten
Bromelien – Schönheiten für Wohnung und Garten

(Bromeliaceae)
Bromelien (Bromeliaceae) sind eine Pflanzenfamilie mit über 3 000 Arten; die Gattung Bromelia selbst ist nur eine von rund 75 Gattungen darin. Diese Pflanzen haben meist röhren- oder trichterförmig angeordnete Blätter, die eine Rosette bilden. Die meisten Bromelien haben auffällig gefärbte Blätter – rot, orange, gelb oder grün mit unterschiedlichen Mustern. Auch die Blüten der Bromelien sind vielfältig und reichen von einfachen Formen bis zu komplexen Blütenständen.
Bromelien sind natürlicherweise verbreitet in den tropischen und subtropischen Gebieten Amerikas, vor allem in Lateinamerika. Ihr natürliches Areal reicht von Südmexiko bis in den Süden Brasiliens. Sie wachsen in ganz unterschiedlichen Lebensräumen – in Regenwäldern, Savannen, Bergregionen und Küstengebieten.
Einige Bromelien-Arten sind beliebte Zierpflanzen, kultiviert vor allem als Zimmerpflanzen. Wegen ihrer attraktiven Blätter und Blüten werden sie von Gartenfreunden und Zimmerpflanzenliebhabern sehr geschätzt. Manchmal finden sie auch Verwendung in Blumenarrangements.
Bromelie pflegen: Bromelien im Topf und in der Wohnung

Bromelien sind schöne, exotische Pflanzen, die sich erfolgreich als Zimmerpflanzen oder bei passendem Klima auch im Freien kultivieren lassen. Sie müssen dafür nur die folgenden Bedingungen einhalten:
Licht: Bromelien brauchen viel Licht, aber keine direkte Sonne. Stellen Sie sie an einen Platz mit hellem, diffusem Licht, etwa hinter einem Vorhang oder in die Nähe eines leicht beschatteten Fensters. Im Freien meiden Sie direkte Sonneneinstrahlung.
Temperatur: Die meisten Bromelien bevorzugen Temperaturen zwischen 18 und 24 °C. Übertreiben Sie es weder mit Kälte noch mit Hitze, besonders bei Zimmerpflanzen.
Gießen: Bromelien gießt man regelmäßig, aber nicht zu häufig. Halten Sie das Substrat feucht, ohne die Pflanze zu überschwemmen. Viele Bromelien haben in der Mitte der Blattrosette einen sogenannten Trichter, in den gegossen werden kann. Achten Sie darauf, dass das Wasser darin sauber bleibt, damit nichts fault.
Düngen: Bromelien können Sie mit flüssigem Zimmerpflanzendünger versorgen, dabei genügt eine gelegentliche Gabe während der Wachstumszeit, meist vom Frühjahr bis in den Sommer. Auch DÜNGEE eignet sich dafür, am besten in flüssiger Form.
Luftfeuchtigkeit: Bromelien schätzen hohe Luftfeuchtigkeit. Ist die Luft im Innenraum zu trocken (im Winter oft ein Problem), können Sie eine Wasserschale danebenstellen oder die Pflanze ab und zu besprühen.
Umtopfen: Bromelien müssen nicht häufig umgetopft werden. Topfen Sie sie nur um, wenn die Wurzeln für das aktuelle Gefäß zu groß geworden sind. Verwenden Sie ein Substrat für Epiphyten oder Bromelien.
Blüten und weitere Pflege: Nach der Blüte stirbt die Mutterpflanze allmählich ab, bildet dabei aber neue Kindel. Schneiden Sie die abgestorbenen Teile ab; die Kindel können Sie abtrennen und eintopfen.
Denken Sie daran, dass es viele Bromelien-Arten gibt und jede eigene Ansprüche haben kann. Vor der Kultur einer bestimmten Art sollten Sie deshalb die Hinweise für genau diese Art prüfen.
Bromelien-Arten: Überblick der Zimmerbromelien
Die Familie der Bromelien umfasst zahlreiche Gattungen, von denen die bekanntesten sind:
Bromelia pinguin (Piñuela): Ein Vertreter der eigentlichen Gattung Bromelia. Sie wächst am Boden und bildet dichte, dornige Bestände; bekannt ist sie für ihre langen, stacheligen Blätter.
Ananas comosus (Ananas): Die Ananas ist wohl der bekannteste Vertreter der Bromelien. Sie wird wegen ihrer süßen Früchte angebaut und lässt sich gelegentlich auch bei uns kultivieren.
Neoregelia spp. (Neoregelie): Diese Gattung umfasst mehrere Bromelien-Arten mit attraktiven Blättern und Blüten. Sie werden häufig als Zierpflanzen kultiviert.
Guzmania spp. (Guzmanie): Guzmanien sind beliebte Zimmerpflanzen mit schönen, farbigen Blütenständen.
Vriesea spp. (Vriesea, Flammendes Schwert): Vrieseen sind für ihre prächtigen Blätter und Blüten bekannt und werden oft als Zimmerpflanzen kultiviert.
Tillandsia spp. (Tillandsien, Luftpflanzen): Tillandsien sind epiphytische Bromelien, die auf Bäumen oder Felsen wachsen. Bekannt sind sie dafür, Wasser und Nährstoffe aus der Luft aufzunehmen.
Aechmea spp. (Lanzenrosette): Aechmeen sind Bromelien mit röhrenförmigen Blütenständen und ebenfalls beliebte Zierpflanzen.
Billbergia spp. (Billbergien): Billbergien haben auffällige Blüten und werden häufig wegen ihres dekorativen Aussehens kultiviert.
Puya spp. (Puya): Puyas sind Bromelien mit stacheligen Blättern und auffälligen Blüten. Sie wachsen überwiegend in Südamerika.
Cryptanthus spp. (Erdsterne): Erdsterne sind niedrige Bromelien mit rosettenförmig angeordneten Blättern und interessanten Mustern auf dem Laub.
Das sind nur einige der vielen Gattungen und Arten der Bromelien. Jede Art hat eigene Eigenschaften und Pflegeansprüche, deshalb lohnt es sich, die konkreten Bedürfnisse Ihrer Pflanze kennenzulernen und sie danach zu pflegen.


Sind Bromelien giftig? Bromelien und Katzen
Die meisten Bromelien sind weder giftig noch gefährlich für Menschen und Haustiere – auch Katzen und Hunde vertragen sie. Trotzdem empfehlen wir, Bromelien außerhalb der Reichweite kleiner Kinder zu kultivieren.
Vriesea (Flammendes Schwert)

Die Kultur der Vriesea – attraktiver Bromelien mit schönen Blättern und Blüten, im Handel auch Flammendes Schwert genannt – verlangt besondere Pflege und Bedingungen. Halten Sie sich an die folgenden Schritte:
Licht: Die Vriesea braucht helles, aber indirektes Licht. Stellen Sie sie in Fensternähe, wo sie genug Licht bekommt, aber keine direkte Sonne. Vorhänge oder Jalousien sind ebenfalls geeignet.
Temperatur: Halten Sie die Temperatur bei etwa 18 bis 24 °C. Vrieseen sind kälteempfindlich und können unter 10 °C Schaden nehmen.
Gießen: Halten Sie das Substrat stets leicht feucht, gießen Sie aber nicht zu viel. Das Wasser kommt in den Trichter zwischen den Blättern. Achten Sie darauf, dass es dort nicht lange steht, damit nichts fault. Gießen Sie regelmäßig, aber jeweils nur kleine Mengen.
Luftfeuchtigkeit: Die Vriesea mag hohe Luftfeuchtigkeit. Ist die Raumluft zu trocken, stellen Sie eine Wasserschale daneben oder besprühen Sie die Pflanze gelegentlich.
Düngen: Während der Wachstumszeit (Frühjahr und Sommer) können Sie die Vriesea mit flüssigem Bromelien- oder Zimmerpflanzendünger versorgen. Halten Sie sich an die Empfehlung auf dem Etikett.
Umtopfen: Vrieseen müssen nicht häufig umgetopft werden. Topfen Sie sie nur um, wenn die Wurzeln für das Gefäß zu groß werden. Verwenden Sie ein Substrat für Bromelien.
Blüten und weitere Pflege: Nach der Blüte stirbt die Mutterpflanze allmählich ab, bildet dabei aber meist neue Kindel. Entfernen Sie die abgestorbenen Teile; die Kindel können Sie abtrennen und eintopfen.
Beobachten Sie die konkreten Bedürfnisse Ihrer Vriesea und reagieren Sie auf Veränderungen im Zustand der Pflanze. Mit der richtigen Pflege bildet sie schöne Blüten und behält ihr dekoratives Aussehen lange.
Tillandsien (Luftpflanzen)

Tillandsien sind epiphytische Bromelien, das heißt, sie wachsen auf Bäumen, Felsen oder anderen Oberflächen, ohne klassische Erde zu brauchen. Die Pflege von Tillandsien unterscheidet sich in vielem von der klassischer Zimmerpflanzen. Halten Sie sich an unsere Tipps, und es wird Ihnen gelingen.
Licht: Tillandsien brauchen viel Licht, am besten indirektes Sonnenlicht. Stellen Sie sie an einen hellen Platz, etwa nahe am Fenster oder unter eine Pflanzenlampe. Meiden Sie direkte Sonne, die ihre Blätter verbrennen könnte.
Temperatur: Den meisten Tillandsien-Arten bekommen Temperaturen zwischen 18 und 24 °C. Sie sind aber robust genug, um kurzzeitig auch Werte außerhalb dieses Bereichs zu vertragen.
Gießen: Tillandsien sind Epiphyten und nehmen Wasser und Nährstoffe vor allem aus der Luft auf. Gießen Sie sie nicht auf klassische Weise, sondern besprühen Sie sie gelegentlich mit sauberem Wasser oder tauchen Sie sie für einige Stunden in ein Wasserbad – etwa einmal pro Woche bis einmal alle zwei Wochen. Wichtig ist, dass die Blätter danach gut abtrocknen, damit nichts fault.
Luftfeuchtigkeit: Tillandsien brauchen eine höhere Luftfeuchtigkeit. Ist die Luft zu trocken, stellen Sie eine Wasserschale daneben oder setzen Sie die Pflanze auf eine feuchte Schale mit Kieseln.
Düngen: Da Tillandsien die meisten Nährstoffe aus der Luft beziehen, ist Düngen selten nötig. Wenn Sie es doch tun, verwenden Sie einen sehr schwach dosierten Dünger für Epiphyten, und das nur ein- bis zweimal im Jahr.
Umtopfen: Tillandsien werden nicht wie andere Pflanzen umgetopft. Bildet die Pflanze jedoch Kindel, können Sie diese abtrennen und einzeln weiterkultivieren.
Befestigen der Pflanze: Tillandsien lassen sich auf ganz verschiedenen Unterlagen kultivieren – auf Steinen, Holz, Korallen oder speziellen Haltern für Luftpflanzen. Achten Sie darauf, dass sie gut befestigt sind und nicht herunterfallen.
Tillandsien sind schöne, ungewöhnliche Pflanzen, die sehr dekorativ wirken, wenn man sie richtig pflegt. Beobachten Sie die Ansprüche Ihrer konkreten Tillandsien-Art und passen Sie die Pflege daran an.
Bromelien blühen nur ein einziges Mal, umso mehr kommt es auf die Nährstoffversorgung während des Wachstums an. Einen Düngeplan vom Frühjahr bis in den Winter finden Sie im Artikel Zimmerpflanzen düngen.
