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Citrus

Immergrüne Bäume und Sträucher mit duftenden Blüten und Früchten

  • Standort: vollsonnig bis halbschattig, im Winter kühl und trocken
  • Höhe: bei Kübelhaltung 30 bis 300 cm
  • Blütezeit: das ganze Jahr, hauptsächlich im Frühling
  • Vermehrung: durch Samen und Okulation

Zitrusgewächse, die zur Familie der Rautengewächse (Rutaceae) gehören, liefern für die menschliche Gesundheit sehr wertvolle Früchte. Bei uns werden hauptsächlich Orangen, Mandarinen, Zitronen und Grapefruits verkauft; andere Zitrusfrüchte, wie zum Beispiel Pomelo oder Limetten, sind auf dem Markt weniger gebräuchlich. Einige Zitruspflanzen werden in Mittel- und Westeuropa in Kübeln als dekorativer „Orangenbaum“ kultiviert (Citrus madurensis und Fortunella spec. = Kumquat). Auch ihre Früchte sind essbar und schmackhaft. Orangenbäume und Zitronenbäume wurden jahrhundertelang in Schlossgärten kultiviert und überwinterten in Orangerien. Die gleiche Möglichkeit haben heutige Besitzer kleiner Gewächshäuser oder Wintergärten. Bei entsprechender Pflege liefern die Pflanzen in Kübeln ausreichend Früchte und sind gleichzeitig auch eine schöne Zierde. Citrus aurantium (Bitterorange) hat Früchte ähnlich wie Orangen, diese schmecken jedoch bitter. Für die Zubereitung von Orangenmarmelade sind Früchte aus der eigenen Ernte willkommen.

Die Gattung Citrus umfasst viele Arten und Formen. Ihre taxonomische Einordnung ist nicht immer eindeutig, da bei den meisten Arten gegenseitige Kreuzungen vorkommen und auch Kreuzungen zwischen verwandten Gattungen möglich sind. Von den vielen Vertretern der Gattung sind für die Kübelhaltung folgende Arten am wichtigsten:

Citrus aurantium (Bitterorange, „Saure Orange")

Baum und Früchte ähneln dem Orangenbaum, aber die Blätter sind dunkler und haben einen längeren und breiteren geflügelten Blattstiel. Die Früchte sind eher breit als hoch, schwach abgeflacht und bei Reife leuchtend orange mit einem rötlichen Schimmer. Die Oberfläche der Früchte ist rau und narbig. Die Schale (Perikarp) ist dick, enthält ätherisches Öl mit einem weniger angenehmen Duft als bei Orangen und lässt sich recht leicht schälen. Das Fruchtfleisch enthält viele Samen, ist sauer bis süßsauer und schmeckt bitter.

Der Baum mit dornigen Ästen wächst aufrecht, aber auf eine geringere Höhe als der Orangenbaum. Ältere Pflanzen in Kübeln sind 2,5–3 m hoch und haben einen Durchmesser von etwa 1,5 m. Die Bitterorange wird im Mittelmeerraum auf größeren Flächen als Obstgehölz angebaut, und aus den ganzen Früchten einschließlich der Schale wird Orangenmarmelade von ausgezeichnetem Geschmack hergestellt. Die Früchte werden auch zur Herstellung von Orangenlimonaden und Orangenlikören verwendet. Für die Parfümindustrie werden besondere Sorten der Bitterorange angebaut.

Citrus aurantium (Bitterorange, „Pomeranze")​

Herkunft und Standortansprüche: Die Bitterorange gelangte aus dem Orient als erste Zitrusart nach Europa und blieb dort auch für mehrere Jahrhunderte die einzige Art.

Im Vergleich zum Orangenbaum ist die Bitterorange weniger empfindlich gegenüber Schwankungen der Bodenfeuchtigkeit und gegenüber Kälte im Winter.

Vermehrung: Die beste Vermehrungsmethode ist die Okulation. Citrus aurantium ist auch als Unterlage für andere Zitrusarten geeignet.

Krankheiten und Schädlinge: Auf unzureichend durchlüfteten Böden leiden die meisten Zitrusarten an der gefährlichen Pilzkrankheit Halsfäule (Phytophthora), jedoch widersteht die Bitterorange dieser Krankheit. Gegen andere Pilzkrankheiten ist ein Schutz verhältnismäßig leicht möglich. Wichtig ist die Kontrolle von Schildläusen, die an den Blättern saugen und deren Abfall verursachen können.

Anbau: Die Bitterorange lässt sich leicht in Kübeln kultivieren, sodass eine Überwinterung im Wintergarten oder in einem kleinen Gewächshaus gut möglich ist. Der Schnitt in den ersten Jahren konzentriert sich auf die Form der Krone; eine Pflanze mit einer länglich runden oder pyramidalen Krone hat geringere Platzansprüche. Später wird die Krone nur ausgelichtet und abgestorbene Äste werden entfernt. Unerlässlich sind reichliche Wassergaben und regelmäßiges Düngen im Frühjahr und Sommer. Im Winter ist eine Temperatur zwischen 2 °C und 10 °C sowie eine eingeschränkte Bewässerung empfehlenswert.

Citrus limon (Zitronenbaum)

Der Zitronenbaum ist ein kleiner Baum oder großer Strauch mit dornigen Ästen. Junge Blätter und Knospen haben eine rötliche Farbe. Ausgewachsene Blätter sind hellgrün, länglich-eiförmig, zugespitzt und haben einen schmal geflügelten Blattstiel. Die großen weißen Blüten erscheinen in Büscheln und zeigen sich das gesamte Jahr über. Die Staubblätter sind an der Basis purpurfarben, ansonsten weiß. Die ovale Frucht mit 8–10 Segmenten enthält Samen, die klein, eiförmig und innen weiß sind. Die gelbe Schale ist ziemlich dick und grob.

Herkunft und Standortansprüche: Der Zitronenbaum stammt wahrscheinlich aus dem Gebiet südlich des östlichen Himalajas. Zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert wurde er von Arabern in den Mittelmeerraum gebracht, wo er günstige klimatische Bedingungen vorfand. Der Zitronenbaum benötigt einen milden Winter und kein zu heißes Sommer, damit die Früchte das gesamte Jahr über reifen können.

Vermehrung: Obwohl eine Vermehrung durch Samen möglich ist, werden Pflanzen für die Produktion durch Okulation, also vegetativ, vermehrt. Zu den wertvollen Sorten gehören ‚Vernia‘, ‚Lisbon‘, ‚Feminello‘ und ‚Eureka‘.

Krankheiten und Schädlinge: Der Zitronenbaum ist anfällig für Halsfäule. Als vorbeugender Schutz gilt, den Boden (das Substrat) ohne Abdeckung mit organischem Material und vollständig unkrautfrei zu halten.

Anbau: Der Zitronenbaum ist weniger robust als Citrus aurantium und Citrus madurensis. Er ist auch empfindlicher gegenüber einem längeren Temperaturabfall bis zum Gefrierpunkt. Die Blüte kann durch gelegentliches leichtes Austrocknen des Substrats (die Pflanze sollte jedoch nicht welken) und anschließend durch reichliche Bewässerung und flüssige Düngung gefördert werden.

Citrus madurensis

Citrus madurensis ist eine natürliche Kreuzung aus Citrus reticulata var. austera (sehr saure Mandarine) und Fortunella margarita (Kumquat). Die Frucht mit 8–10 Segmenten erinnert an eine Mandarine, ist jedoch kleiner (Durchmesser 20–30 mm), kugelförmig bis leicht abgeflacht, an der Spitze flach oder leicht vertieft. Das orangefarbene bis orange-rote Perikarp ist dünn, fein und schwach gepunktet. Es ist essbar und süß und lässt sich nur in der vollen Reife gut schälen.

Das Fruchtfleisch ist orange, saftig, säuerlich und enthält kleine Samen mit grünen Keimblättern. Reife Früchte halten sich längere Zeit am Baum, ohne an Qualität zu verlieren. Die Pflanze wächst im offenen Boden mittelstark, aufrecht und säulenförmig. Ältere Exemplare in einem größeren Kübel können bis zu 1,5 m hoch werden. Die Äste sind nahezu dornenfrei, die Blätter sind klein und breit oval. Die cremeweiß und stark duftenden Blüten öffnen sich im Frühling.

Citrus madurensis​

Herkunft und Standortansprüche: Die Pflanze stammt aus China und hat sich vor allem auf den Philippinen und in Indonesien verbreitet. Als Obstgehölz hat sie keine große Bedeutung, wird jedoch in Florida und Kalifornien häufig als Zierstrauch gepflanzt. Citrus madurensis wird in den USA und in Europa als Topf- oder Kübelpflanze verwendet. Sie eignet sich hervorragend für den Wintergarten. Sie verträgt Kälte verhältnismäßig gut und obwohl sie volle Sonne bevorzugt, toleriert sie auch leichten Halbschatten.

Vermehrung: Die geeignetste Vermehrungsmethode ist die Okulation auf eine Unterlage, da Sämlinge erst spät zu tragen beginnen.

Krankheiten und Schädlinge: Schildläuse verursachen Vergilbung und Blattfall, weshalb sofort wirksam dagegen vorgegangen werden muss.

Kultivierung: Reichliches Gießen und regelmäßiges flüssiges Düngen ist vom frühen Frühling bis zum Hochsommer unerlässlich. Das Gießen und Düngen kann bis September fortgesetzt werden, sofern die Pflanze bei ausreichend Platz in einem hellen Raum überwintert. In diesem Fall wächst die Pflanze schneller und trägt reichlicher Früchte, muss jedoch häufiger umgetopft werden – bereits nach 2–3 Jahren und nicht erst nach 4–5 Jahren.

Citrus reticulata (Mandarine)

Die Gemeine Mandarine ist in Bezug auf Fruchtgröße, Geschmack, Wuchsform und Standortansprüche weit variabler als andere Zitrusarten. Daher unterscheidet sich auch die taxonomische Einordnung der etwa 500 beschriebenen Formen je nach Autor.

Für die Gruppe der Mandarinen sind folgende allgemeine Merkmale charakteristisch:

•Früchte klein bis mittelgroß, meist deutlich kleiner als Orangen, flach-rund bis stark abgeflacht.

•Die Schale lässt sich leicht schälen, da das Perikarp nicht eng am Fruchtfleisch anliegt.

•Die Frucht hat eine hohle Mittelachse, ihr Aroma ist ausgeprägt.

•Die Samen haben meist grünliche Keimblätter.

Citrus reticulata (Mandarine)​

Standort: Der Baum ist kälteresistent, die Früchte jedoch nicht. Die Äste haben nur schwache oder keine Dornen, der Blattstiel ist nicht flügelartig verbreitert.

Herkunft und Standortansprüche: Die gewöhnliche Mandarine erschien vor etwa 200 Jahren in Italien. Für die Fruchtentwicklung benötigt sie mehr Wärme als die Unshu-Mandarine, verträgt jedoch auch mehr Hitze, da ihre Früchte durch das dichte Blattwerk beschattet werden.

Clementinen (Clementines)

entstanden in Südchina als Kantonmandarinen und gelangten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nach Algerien, wo sie große Bedeutung erlangten. Für die Fruchtentwicklung benötigen sie weniger Wärme, weshalb die Früchte früh reifen. Die Erträge verringern sich jedoch häufig, wenn während der anfänglichen Fruchtentwicklung zu warmes Wetter eintritt.

Klementinen (Clementines)​

Unshu-Mandarine (Citrus reticulata var. unshiu)

entstand in Japan und wird dort auch in größerem Umfang angebaut. Von allen Zitrusgewächsen ist sie am frostresistentesten und benötigt für die Fruchtentwicklung auch weniger Wärme als andere Mandarinen und Orangen. Daher kann sie auch in Regionen angebaut werden, wo der Winter für den Anbau anderer Zitrusfrüchte zu kalt ist.

Citrus reticulata var. unshiu

Ponkan-Mandarine

stammt aus Südchina und Taiwan. Dort und in Indien wird sie auf großen Flächen angebaut. Diese Mandarine, die dreimal im Jahr blüht, gedeiht besser in tropischem als in subtropischem Klima. Die Ponkan-Mandarine zeichnet sich unter den übrigen Mandarinen durch große Früchte und hervorragende Qualität aus.

Mandarine Ponkan

Krankheiten und Schädlinge: Wie bei anderen Zitrusgewächsen stellen Halsfäule, Viruskrankheiten und Schildläuse die größten Gefahren dar.

Kultivierung: Bei der Kultur im Kübel muss einer Erschöpfung der Pflanze durch einen zu reichen Fruchtansatz in einem Jahr vorgebeugt werden, der in jedem zweiten Jahr niedrige Erträge zur Folge hat. Eine gleichmäßige Fruchtbarkeit lässt sich durch Ausknipsen überschüssiger Blüten sicherstellen. Bei allen Mandarinen wird die Blütenbildung durch gelegentlichen Wechsel einer trockeneren Periode mit reichlicher Bewässerung und flüssiger Düngung gefördert.

Citrus sinensis (Orangenbaum)

Der Orangenbaum ist ein mittelgroßer bis großer Baum mit einer runden Krone. Bei der Kultivierung im Freiland benötigt er einen Platz von 60–70 m². Volle Erträge kann er bis zu 40 Jahre lang liefern. An den Zweigen junger Pflanzen wachsen aus den Blattachseln weiche und biegsame Dornen.

Citrus sinensis

Beschreibung der Früchte:

Mittelgroße Blüten sitzen einzeln oder zu zweit. Die kugelförmigen bis ovalen Früchte haben eine recht glatte Oberfläche. Wie bei anderen Zitrusfrüchten besteht die Schale der Orange aus zwei farblich unterschiedlichen Gewebeschichten. Die Samen sind innen weiß. Die Entwicklung der Früchte bis zur Reife dauert je nach Sorte 11–13 Monate, daher sind im Frühjahr an der Pflanze oft gleichzeitig Blüten und Früchte zu sehen.

Herkunft und Standort: Der Ursprung des Orangenbaums wird in Nordostindien und den angrenzenden Gebieten Birmas und Indochinas vermutet. Der Anbau begann in Südchina, und ab Mitte des 15. Jahrhunderts wurde der Orangenbaum im Mittelmeerraum kultiviert. Der Orangenbaum benötigt einen vollsonnigen Standort, durchlässigen Boden mit guter Drainage sowie eine reichliche und regelmäßige Wasserversorgung.

Vermehrung: Am häufigsten durch Okulierung auf aus Samen gezogene Unterlagen (dazu werden am häufigsten Citrus aurantium, Citrus reticulata, Citrus sinensis und Poncirus trifoliata verwendet).

Kultivierung: Regelmäßige und reichliche Bewässerung ist sehr wichtig. Besonders bei Kübelpflanzen darf das Substrat niemals austrocknen, da dies die Entwicklung von Blättern, Trieben und Früchten beeinträchtigt. Nur in den letzten Wochen vor der Ernte während der Winterruhe verträgt der Orangenbaum eine geringere Substratfeuchtigkeit besser.

Krankheiten und Schädlinge: In den Anbaugebieten ist ein intensiver Pflanzenschutz unerlässlich, da Orangenbäume dort am stärksten durch Schadorganismen gefährdet sind. Bei einzelnen Pflanzen, die im Kübel kultiviert werden, ist das Befallsrisiko geringer.

Sorten

Es werden nur die wichtigsten Sortengruppen aufgeführt, wie ‚Shamouti‘ und ‚Valencia‘ mit der späten Form ‚Valencia late‘. Eine andere Gruppe bilden die „Naveloranges“ (Orangen mit einer kleinen eingewachsenen Frucht, „Nabelorangen“) mit den Sorten ‚Washington‘ und ‚Thomson‘. Im Mittelmeerraum und vor allem in Italien werden Orangen mit blutroten Fruchtfleisch angebaut.