Zitrusfrüchte (Citrus)
Im Gefäß ist der Nährstoffvorrat schnell erschöpft – deshalb werden Zitruspflanzen alle 14 Tage gedüngt.
Zitrusfrüchte – was wir über sie wissen

Zitruspflanzen sind immergrüne Sträucher oder Bäume, meist dicht verzweigt und höchstens 15 Meter hoch. Bei manchen bilden sich in den Blattachseln Dornen, andere sind dagegen völlig dornenlos. Die Blätter stehen wechselständig und sind einfach, die Blüten erscheinen einzeln oder in Trauben. Zitruspflanzen stammen ursprünglich aus den Tropen und Subtropen Asiens, haben sich mit der Zeit aber fast über die ganze Welt verbreitet. Genutzt werden die Früchte: Man isst sie frisch, presst Saft, kocht Marmelade, kandiert sie, aus manchen werden alkoholische Getränke hergestellt, Zitronen dienen zum Abschmecken von Speisen. Alle Zitrusfrüchte tun der Gesundheit gut, denn sie enthalten Vitamin C, Zitronensäure, Flavonoide, Ballaststoffe und viele Spurenelemente: Kalium, Kalzium, Magnesium. Zitrusfrüchte sind ein hervorragendes Mittel für eine Reduktionsdiät und helfen außerdem, Nierensteinen vorzubeugen
Geschichte der Zitrusfrüchte

Zitruspflanzen wurden seit jeher in Asien angebaut, vor allem in dessen subtropischen und tropischen Regionen, die für Zitruspflanzen typisch sind. Am meisten wurden alle Zitrusarten in China angebaut; dort züchtete man sie schon lange, bevor die Europäer sie überhaupt entdeckten. Bekannt waren hier Orangen, Mandarinen, Zitronenbäume und Kumquats. Alle Zitruspflanzen wurden in Plantagen kultiviert, und die Anbauer wussten auch viel über ihre Krankheiten und Schädlinge und darüber, wie man ihnen begegnet.
Als erste Zitrusfrucht gelangte die Zedratzitrone nach Europa, und zwar schon zur Zeit der alten Griechen. Von ihnen übernahmen die Römer sie und kultivierten sie ebenfalls. In Italien wurde sie nachweislich im 3. Jahrhundert unserer Zeitrechnung angebaut, man versuchte sich auch an ihrer Züchtung. Italien war für Zitruspflanzen ein ausgezeichneter Standort, denn dort ist es ganzjährig warm und Zitruspflanzen lassen sich unter freiem Himmel kultivieren.
Zwei weitere Perioden der Verbreitung von Zitruspflanzen in Europa waren die arabischen Eroberungen und die Kreuzzüge. Verhältnismäßig spät kam allerdings der Orangenbaum nach Europa (etwa erst im 15. Jahrhundert) und der Mandarinenbaum (etwa im 18. Jahrhundert). Zitruspflanzen waren die ganze Zeit über vor allem Zierpflanzen, auch wenn die Früchte offenbar ebenfalls gegessen wurden. Weil es in den nördlicheren Regionen Europas für Zitruspflanzen zu kalt war, begann man sogenannte Orangerien zu bauen – Gewächshäuser für die Kultur von Zitruspflanzen.
Anbau von Zitruspflanzen

Der Anbau von Zitruspflanzen ist in unseren Breiten möglich, Sie müssen aber einige Voraussetzungen einhalten. Besser ist es, eine herangewachsene Pflanze zu kaufen, die bereits abgehärtet ist und „etwas hinter sich hat“. Diese können Sie dann so kultivieren, wie es Ihnen die Gärtnerei empfiehlt.
Sie können sich eine Zitruspflanze auch aus dem Samen ziehen, das gelingt hervorragend bei der Mandarine, rechnen Sie aber damit, dass Sie sich weit mehr um sie kümmern müssen, bis sie kräftig wird. Es ist sehr wahrscheinlich, dass Ihnen ein junger Sämling eingeht (durch Trockenheit, Staunässe, Zugluft und Ähnliches). Damit Zitruspflanzen nicht nur schmücken, sondern auch tragen, braucht es noch erheblich mehr Geduld.
Zitruspflanzen brauchen für einen guten Anbau vor allem einen geeigneten Standort. Er sollte hell und warm sein, ideal ist ein Wintergarten oder ein Gewächshaus, wo die Zitruspflanze ganzjährig stehen kann. Wenn Sie Zitruspflanzen im Garten kultivieren, dann ausschließlich in Gefäßen, die Sie über den Winter einräumen.
Wenn Sie Zitruspflanzen in der Wohnung oder im Haus halten, können Sie sie im Sommer nach draußen stellen; Sie müssen sie allerdings an die direkte Sonne gewöhnen und im Herbst rechtzeitig wieder hereinholen, damit ihnen niedrige Temperaturen nicht schaden. Gefäße für Zitruspflanzen sollten gut zu tragen sein, sie können aus Holz, Ton oder Kunststoff sein, brauchen aber einen guten Abzug, also am besten eine Drainage aus Kies oder Kieselsteinen im unteren Bereich.
Substrat für Zitruspflanzen
Zitruspflanzen sind langlebig und verhältnismäßig anspruchslos. Damit sie Ihnen wirklich lange erhalten bleiben, brauchen sie ein geeignetes Substrat. Ideal ist es, entweder ein fertiges Substrat für Zitruspflanzen zu kaufen oder sich eine eigene Mischung aus je zur Hälfte Sand und guter Gartenerde anzurühren (Rasen-, Laub- oder Torferde). Unten im Topf sollte eine Drainage liegen, wie oben beschrieben. Auf die Substratoberfläche kann Mulch (Stroh, Heu, Rasenschnitt) kommen, der den Boden vor dem Austrocknen schützt, dem Unkraut das Wachsen erschwert und die Humusbildung fördert.
Dünger für Zitruspflanzen
Das Düngen von Zitruspflanzen ist vor allem im Gefäß unerlässlich, denn dort ist der Nährstoffvorrat schnell erschöpft. Zitruspflanzen brauchen Stickstoff für das Wachstum der grünen Teile sowie Phosphor und Kalium für den Ansatz von Blüten und Früchten. Gedüngt wird deshalb alle 14 Tage mit einem Trocken- oder wasserlöslichen Dünger – ideal ist ein natürlicher Zitrusdünger wie Düngee.

Ein eigenes Kapitel ist das Umtopfen von Zitruspflanzen. Zitruspflanzen sollten immer in dieselbe Erde umgetopft werden, in der sie bisher kultiviert wurden. Junge Pflanzen topfen wir jedes Jahr um, herangewachsene alle 2 bis 3 Jahre. Wir wählen immer einen etwas größeren Topf, versehen ihn unten mit einer Drainage, schichten Substrat auf, setzen die Zitruspflanze samt Wurzelballen um und können dabei einen Teil der Wurzeln entfernen. Obenauf geben wir Mulch (wenn die Pflanze daran gewöhnt ist). Direkt nach dem Umtopfen gießen wir die Pflanze durchdringend und düngen nicht nach.
Wann schneidet man Zitruspflanzen

Zitruspflanzen, vor allem die im Gefäß, müssen wir regelmäßig schneiden, um Wachstum, Blütenansatz und das Ausreifen der Früchte zu fördern. Als Schnittzeitpunkt ist das Winterende ideal, denn dann treiben die Pflanzen noch nicht aus und blühen noch nicht.
Wir nehmen keine Schere, sondern ein scharfes Messer, und schneiden die Triebe auf ein nach außen zeigendes Auge – die letzte am Zweig verbleibende Knospe weist also nach außen. Den obersten Trieb (den sogenannten Terminaltrieb) lassen wir etwas länger als die übrigen. Wir achten auf Gleichmäßigkeit, um den Aufbau der Krone zu fördern. Wenn Sie unsicher sind, ist es sicher besser, einen erfahrenen Gärtner um Rat zu fragen, der Ihnen den Schnitt einmal zeigt – in den folgenden Jahren kommen Sie dann allein zurecht.
Welchen Dünger für Zitruspflanzen wählen

Ein hervorragender Dünger für Zitruspflanzen ist zweifellos Düngee. Er liefert Stickstoff für den Blattaustrieb sowie Phosphor und Kalium für Blüten und Früchte, und zwar in schonender organischer Form, die das Substrat nicht versalzt. Bei der regulären Düngung geben Sie Düngee 1–2× pro Monat mit dem Gießwasser.
Veredeln von Zitruspflanzen

Das Veredeln von Zitruspflanzen gehört wie bei anderen Pflanzen zur vegetativen Vermehrung, und zwar mit dem Ziel, eine neue Sorte zu ziehen oder gewünschte Eigenschaften des Edelreises auf die Unterlage zu übertragen. Zum Veredeln brauchen wir also eine Unterlage (ebenfalls eine Zitruspflanze) und ein Edelreis. Die Unterlage bereiten wir vor, indem wir sie längs einschneiden. Das Edelreis schneiden wir beidseitig keilförmig an. Den Keil schieben wir in die eingeschnittene Unterlage. Die Veredelungsstelle umwickeln wir mit Veredelungsband, gegebenenfalls verstreichen wir sie noch mit Baumwachs.
Das geschieht deshalb, damit an die Veredelungsstelle keine Luft und keine Feuchtigkeit gelangt. Die Pflanze sollte im Gewächshaus stehen, oder wir müssen ihr eine höhere Luftfeuchtigkeit sichern, bis das Edelreis anwächst.
Frostharte Zitruspflanzen
In letzter Zeit sind frostharte Zitruspflanzen sehr beliebt, fast schon Mode. Allerdings – Zitruspflanzen sind nach wie vor ursprünglich tropische oder subtropische Gewächse, sodass auch die Züchtung frostharter Varietäten nicht vollkommen ist. Am meisten halten sie wohl −15 °C aus, und das auch nur, wenn eine Schneedecke fällt oder sie an den Wurzeln gut eingewintert sind (Mulchschicht).
Frosthart sind mit Sicherheit die Sorten Eremocitrus glauca, Citrus ichangensis, Citrus reticulata und Citrus unshiu – suchen Sie nach den lateinischen Namen, denn deutsche haben sie bislang nicht. In den Garten pflanzen Sie mindestens dreijährige Pflanzen, vorher härten Sie sie im Gefäß ab. Trotzdem kann es manchmal passieren, dass Zitruspflanzen durch Frost geschädigt werden.
Zitrusarten
Citrus aurantium (Bitterorange, „Pomeranze“)
Baum und Früchte ähneln dem Orangenbaum, die Blätter sind aber dunkler und haben einen längeren und breiteren geflügelten Blattstiel. Die Früchte sind eher breit als hoch, leicht abgeflacht und bei Reife leuchtend orange mit rötlichem Anflug. Die Fruchtoberfläche ist rau und narbig. Die Schale (das Perikarp) ist dick, enthält ein ätherisches Öl mit weniger angenehmem Duft als bei Orangen und lässt sich recht leicht ablösen. Das Fruchtfleisch enthält viele Samen, ist sauer bis süßsauer und schmeckt bitter.
Der Baum mit dornigen Zweigen wächst aufrecht, wird aber weniger hoch als der Orangenbaum. Ältere Pflanzen im Gefäß sind 2,5–3 m hoch und haben etwa 1,5 m Durchmesser. Die Bitterorange wird im Mittelmeerraum auf größeren Flächen als Obstgehölz angebaut, und aus den ganzen Früchten samt Schale wird eine Orangenmarmelade von hervorragendem Geschmack hergestellt. Die Früchte dienen außerdem der Herstellung von Orangeaden und Orangenlikören. Für die Parfümindustrie werden besondere Sorten der Bitterorange kultiviert.

Herkunft und Standortansprüche: Die Bitterorange gelangte als erste Zitrusart aus dem Orient nach Europa und blieb dort mehrere Jahrhunderte lang auch die einzige Art.
Im Vergleich zum Orangenbaum reagiert die Bitterorange weniger empfindlich auf Schwankungen der Bodenfeuchte und auf Kälte im Winter.
Vermehrung: Die beste Vermehrungsart ist die Okulation. Citrus aurantium ist auch eine geeignete Unterlage für andere Zitrusarten.
Krankheiten und Schädlinge: Auf unzureichend durchlüfteten Böden leiden die meisten Zitrusarten unter der gefährlichen Pilzkrankheit Wurzelhalsfäule (Phytophthora), die Bitterorange widersteht ihr jedoch. Gegen andere Pilzkrankheiten ist ein Schutz verhältnismäßig einfach möglich. Wichtig ist die Kontrolle auf Schildläuse, die an den Blättern saugen und deren Abfallen verursachen können.
Anbau: Die Bitterorange lässt sich im Gefäß leicht kultivieren, eine Überwinterung im Wintergarten oder in einem kleinen Gewächshaus ist also gut möglich. Der Schnitt konzentriert sich in den ersten Jahren auf die Form der Krone; eine Pflanze mit länglich kugeliger oder pyramidaler Krone braucht weniger Platz. Später wird die Krone nur ausgelichtet und abgestorbene Äste werden entfernt. Unerlässlich sind reichliche Wassergaben und regelmäßiges Düngen im Frühjahr und Sommer. Im Winter ist eine Temperatur zwischen 2 °C und 10 °C sowie eingeschränktes Gießen angebracht.
Citrus limon (Zitronenbaum)
Der Zitronenbaum ist ein kleiner Baum oder großer Strauch mit dornigen Zweigen. Junge Blätter und Knospen sind rötlich gefärbt. Die ausgebildeten Blätter sind blassgrün, länglich eiförmig, spitz und haben einen schmal geflügelten Blattstiel. Die großen weißen Blüten stehen in Büscheln und erscheinen das ganze Jahr über. Die Staubblätter sind an der Basis purpurn, sonst weiß. Die ovale Frucht mit 8–10 Segmenten enthält Samen, die klein, eiförmig und innen weiß sind. Die gelbe Schale ist recht dick und rau.
Herkunft und Standortansprüche: Der Zitronenbaum stammt wahrscheinlich aus dem Gebiet südlich des östlichen Himalajas. Zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert wurde er von den Arabern in den Mittelmeerraum gebracht, wo er günstige klimatische Bedingungen fand. Der Zitronenbaum braucht einen milden Winter und einen nicht zu heißen Sommer, damit die Früchte das ganze Jahr über reifen können.
Vermehrung: Auch wenn eine Vermehrung über Samen möglich ist, werden Pflanzen für die Produktion durch Okulation, also vegetativ, vermehrt. Zu den wertvollen Sorten gehören ‘Vernia’, ‘Lisbon’, ‘Feminello’ und ‘Eureka’.
Krankheiten und Schädlinge: Der Zitronenbaum neigt zur Wurzelhalsfäule. Vorbeugend hält man den Boden (das Substrat) ohne Abdeckung mit organischem Material und völlig frei von Unkraut.
Anbau: Der Zitronenbaum ist weniger robust als Citrus aurantium und Citrus madurensis. Er reagiert auch empfindlicher auf ein länger anhaltendes Absinken der Temperatur bis zum Gefrierpunkt. Die Blüte lässt sich fördern, indem das Substrat gelegentlich leicht abtrocknet (die Pflanze darf jedoch nicht welken) und anschließend reichlich gegossen und flüssig nachgedüngt wird.
Citrus madurensis (Calamondin)
Citrus madurensis ist eine natürliche Kreuzung aus Citrus reticulata var. austera (einer sehr sauren Mandarine) und Fortunella margarita (Kumquat). Die Frucht mit 8–10 Segmenten erinnert an eine Mandarine, ist aber kleiner (20–30 mm Durchmesser), kugelig bis leicht abgeflacht und am Scheitel flach oder leicht vertieft. Die orange bis orangerote Schale ist dünn, fein und leicht punktiert. Sie ist essbar und süß und lässt sich nur bei voller Reife gut ablösen.
Das Fruchtfleisch ist orange, saftig, sauer und enthält kleine Samen mit grünen Keimblättern. Reife Früchte halten sich längere Zeit an der Pflanze, ohne an Qualität zu verlieren. Im Freiland wächst die Pflanze mittelstark, aufrecht und säulenförmig. Ältere Exemplare in einem größeren Gefäß können bis zu 1,5 m hoch sein. An den Zweigen sitzen fast keine Dornen, die Blätter sind klein und breit oval. Die cremeweißen, stark duftenden Blüten öffnen sich im Frühjahr.

Herkunft und Standortansprüche: Die Pflanze stammt aus China und hat sich vor allem auf den Philippinen und in Indonesien verbreitet. Als Obstgehölz hat sie keine große Bedeutung, in Florida und Kalifornien wird sie aber häufig als Zierstrauch gepflanzt. Citrus madurensis wird in den USA und in Europa als Topf- oder Kübelpflanze verwendet. Hervorragend macht sie sich im Wintergarten. Sie verträgt Kühle verhältnismäßig gut, und obwohl sie die volle Sonne bevorzugt, kommt sie auch mit leichtem Halbschatten zurecht.
Vermehrung: Die geeignetste Vermehrungsart ist die Okulation auf eine Unterlage, denn Sämlinge beginnen spät zu tragen.
Krankheiten und Schädlinge: Schildläuse verursachen ein Vergilben und Abfallen der Blätter, deshalb muss man ihnen sofort wirksam entgegentreten.
Anbau: Reichliches Gießen und regelmäßiges flüssiges Nachdüngen sind vom zeitigen Frühjahr bis zum Hochsommer unerlässlich. Mit Gießen und Düngen kann bis in den September fortgefahren werden, sofern die Pflanze bei ausreichend Platz in einem hellen Raum überwintert. In diesem Fall wächst die Pflanze schneller heran und trägt reicher, muss aber häufiger umgetopft werden – bereits nach 2–3 Jahren und nicht erst nach 4–5 Jahren.
Citrus reticulata (Mandarine)
Die Mandarine ist in Fruchtgröße, Geschmack, Wuchsform und Standortansprüchen weit veränderlicher als die übrigen Zitrusarten. Deshalb unterscheidet sich auch die taxonomische Einordnung der rund 500 beschriebenen Formen je nach Autor.
Für die Gruppe der Mandarinen sind folgende allgemeine Merkmale kennzeichnend:
•Früchte klein bis mittelgroß, meist deutlich kleiner als Orangen, flach rundlich bis stark abgeflacht.
•Die Schale lässt sich leicht ablösen, denn das Perikarp liegt dem Fruchtfleisch nicht eng an.
•Die Frucht hat eine hohle Mittelachse, ihr Aroma ist ausgeprägt.
•Die Samen haben meist grünliche Keimblätter.

Standort: Der Baum ist kälteverträglich, die Früchte sind es nicht. Die Zweige haben nur schwache oder gar keine Dornen, der Blattstiel ist nicht geflügelt verbreitert.
Herkunft und Standortansprüche: Die Mandarine tauchte vor etwa 200 Jahren in Italien auf. Für die Entwicklung der Früchte braucht sie mehr Wärme als die Satsuma, verträgt aber auch mehr Hitze, weil ihre Früchte vom dichten Laub beschattet werden.
Klementinen (Clementines)

entstanden in Südchina als Kantonmandarinen und gelangten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nach Algerien, wo sie große Bedeutung erlangten. Für die Entwicklung der Früchte brauchen sie weniger Wärme, deshalb reifen die Früchte früh. Die Erträge sinken jedoch häufig, wenn in der Zeit der beginnenden Fruchtentwicklung zu warmes Wetter herrscht.
Satsuma (Citrus reticulata var. unshiu)

entstand in Japan und wird dort auch in größerem Umfang angebaut. Von allen Zitruspflanzen ist sie am widerstandsfähigsten gegen Frost und braucht für die Entwicklung der Früchte außerdem weniger Wärme als die übrigen Mandarinen und Orangen. Deshalb kann sie auch in Gebieten kultiviert werden, in denen der Winter für den Anbau der übrigen Zitrusarten zu kalt ist.
Mandarine Ponkan
stammt aus Südchina und aus Taiwan. Dort und in Indien wird sie auf großen Flächen angebaut. Dieser Mandarine, die in drei Perioden im Jahr blüht, sagt ein tropisches Klima mehr zu als ein subtropisches. Die Ponkan zeichnet sich unter den übrigen Mandarinen durch große Früchte und hervorragende Qualität aus.

Krankheiten und Schädlinge: Wie bei den übrigen Zitrusarten stellen Wurzelhalsfäule, Viruskrankheiten und Schildläuse die größte Gefahr dar.
Anbau: Bei der Kultur im Gefäß sollte man einer Erschöpfung der Pflanze durch einen zu reichen Fruchtansatz in einem Jahr vorbeugen, der niedrige Erträge in jedem zweiten Jahr zur Folge hat. Ein ausgeglichener Ertrag lässt sich durch das Ausbrechen überzähliger Blüten sichern. Bei allen Mandarinen fördert man die Blütenbildung dadurch, dass auf eine gelegentliche trockenere Periode reichliches Gießen und flüssiges Nachdüngen folgt.
Citrus sinensis (Orangenbaum)
Der Orangenbaum ist ein mittelgroßer bis großer Baum mit runder Krone. Bei der Kultur im Freiland braucht er 60–70 m² Platz. Volle Erträge kann er bis zu 40 Jahre lang bringen. An den Zweigen junger Pflanzen wachsen aus den Blattachseln weiche und biegsame Dornen.

Die mittelgroßen Blüten sitzen einzeln oder zu zweit. Die kugeligen bis ovalen Früchte haben eine recht glatte Oberfläche. Wie bei den übrigen Zitrusfrüchten besteht die Schale der Orange aus zwei farblich unterschiedlichen Gewebeschichten. Die Samen sind innen weiß. Die Entwicklung der Früchte bis zur Reife dauert je nach Sorte 11–13 Monate, deshalb sind an der Pflanze im Frühjahr oft Blüten und zugleich Früchte zu sehen.
Herkunft und Standort: Die Herkunft des Orangenbaums wird in den Nordosten Indiens und in die angrenzenden Gebiete Burmas und Indochinas gelegt. Der Anbau begann in Südchina, und ab der Mitte des 15. Jahrhunderts wurde der Orangenbaum im Mittelmeerraum kultiviert. Der Orangenbaum braucht einen vollsonnigen Standort, einen durchlässigen Boden mit guter Drainage sowie eine reichliche und regelmäßige Wasserversorgung.
Vermehrung: Am häufigsten durch Okulation auf aus Samen gezogene Unterlagen (dafür werden vor allem Citrus aurantium, Citrus reticulata, Citrus sinensis und Poncirus trifoliata verwendet).
Anbau: Regelmäßiges und reichliches Gießen ist sehr wichtig. Vor allem bei Pflanzen im Gefäß darf das Substrat nie austrocknen, denn das verschlechtert die Entwicklung von Blättern, Trieben und Früchten. Nur in den letzten Wochen vor der Ernte der Früchte während der winterlichen Ruhe verträgt der Orangenbaum eine geringere Substratfeuchte besser.
Krankheiten und Schädlinge: In den Anbaugebieten ist ein intensiver Pflanzenschutz notwendig, denn dort sind die Orangenbäume am stärksten durch Schadfaktoren bedroht. Bei einzelnen Pflanzen, die im Gefäß kultiviert werden, ist das Risiko eines Befalls geringer.
Sorten
Genannt seien nur die wichtigsten Sortengruppen wie ‘Shamouti’ und ‘Valencia’ mit der späten Form ‘Valencia late’. Eine andere Gruppe bilden die „Navelorangen“ (Orangen mit einer kleinen eingewachsenen Frucht, „Nabelorangen“) mit den Sorten ‘Washington’ und ‘Thomson’. Im Mittelmeerraum und vor allem in Italien werden Orangen mit blutrotem Fruchtfleisch angebaut.
Häufige Fragen: Düngen von Zitruspflanzen
Womit düngt man Zitruspflanzen?
Mit einem schonenden organischen Dünger – einem Auszug aus Düngee (1 Teelöffel auf 1 Liter Wasser) ins Gießwasser. Zitruspflanzen reagieren empfindlich auf ein Versalzen des Substrats, deshalb ist die organische Ernährung sicherer als starke Mineraldünger.
Wie oft düngt man Zitruspflanzen?
Während der Vegetationszeit (März bis Oktober) etwa alle 2 bis 3 Wochen; im Winter reduzieren Sie die Düngung oder lassen sie ganz weg – je nachdem, ob die Pflanze wächst.
