Kräuter düngen: welcher Dünger für Kräuter im Topf und im Beet
Kräuter sind Schwachzehrer — sie werden wenig und organisch gedüngt, sonst verlieren sie ihr Aroma. Übersicht zum Düngebedarf der dreizehn gängigsten Kräuter, Anleitung für die Gießdüngung und Tipps, welche Arten zusammen in einen Balkonkasten passen.

Organischer Dünger eignet sich hervorragend zum Düngen von Kräutern, man muss nur bedenken, dass Kräuter Schwachzehrer sind. Auch die Kräuter am Anfang der Liste, die einen nährstoffreicheren Boden brauchen, düngen wir nicht häufig. Die Packung mit 1,3 l DÜNGEE reicht für 200 l Gießwasser, ein solches Paket deckt also mehrere Saisons Ihrer Kultur ab.
Die Tabelle zeigt kurz den Bedarf und die Häufigkeit der Düngung von Kräutern.
Womit Kräuter düngen? Die Antwort in zwei Sätzen
Düngen Sie Kräuter mit organischem Dünger mit langsamer Nährstofffreisetzung, und zwar etwa einmal im Monat während des Wachstums — im Balkonkasten wie im Beet. Stickstoffreiche Mineraldünger haben bei Kräutern, die Sie essen wollen, nichts zu suchen: Die Pflanze treibt danach Blattmasse, verliert aber die ätherischen Öle, wegen derer Sie sie anbauen.

- Nährstoffhungrig: Majoran und Schnittlauch — 2× im Monat.
- Gewöhnliche Kräuter: Rosmarin, Minze, Zitronenmelisse, Oregano, Basilikum — 1× bis 2× im Monat.
- Anspruchslos: Salbei, Gartenkresse, Thymian, Kapuzinerkresse, Quendel — ausnahmsweise oder gar nicht.
- Von Oktober bis Februar wird nicht gedüngt.
Die genaue Dosierung für die einzelnen Kräuter finden Sie in der Tabelle unten.
Kräuterdünger anwenden: Gießdüngung Schritt für Schritt
Bei Kräutern und Zimmerpflanzen wenden Sie die Gießdüngung an. Entweder für mehrere Pflanzen, indem Sie 5 ml Dünger auf 1 l Wasser in ein Gefäß (PET-Flasche) geben, oder Sie geben ihn in eine Gießkanne. Schütteln oder rühren Sie im Lauf der nächsten 30 Minuten bis 4 Stunden mehrmals um und gießen Sie rund um die Pflanzen. Oder Sie geben beim Düngen einer einzelnen Pflanze eine Prise in ein Schälchen mit Wasser und wenden es auf die gleiche Weise an. Je länger der Auszug zieht (je mehr Schütteln), desto mehr Nährstoffe sind im Wasser und desto schneller gelangen sie an die Wurzeln der Kräuter. Die nicht aufgelösten Düngerkügelchen zersetzen sich auf dem Boden nach und nach und geben in den folgenden etwa 2 Wochen Nährstoffe ab, bis sie abgebaut sind.
Wie das in der Praxis aussieht, zeigen zwei Kundenstimmen — bei Kräutern, die aus dem Supermarkttopf ins Beet umgepflanzt wurden, genügte eine einzige Anwendung.


Kräuter düngen nach Art: Basilikum, Schnittlauch, Minze und Rosmarin
Der Balken bei jedem Kraut zeigt, wie nährstoffhungrig es ist: je länger, desto häufiger wird gedüngt. Mit einem Klick auf den Namen gelangen Sie zum ausführlichen Artikel über den Anbau des jeweiligen Krauts.

Majoran
2× im Monat düngenDer Boden für den Anbau von Majoran muss gut gedüngt sein, da die Pflanze viele Nährstoffe braucht. Das Gießen sollte maßvoll sein, wir gießen nicht zu viel. Nur mit organischen Düngern düngen.

Schnittlauch
2× im Monat düngenDas Düngen von draußen wachsendem Schnittlauch ist im Herbst sinnvoll, wenn wir rund um die Horste organischen Dünger oder Kompost und Mulch (Kälteschutz) streuen können. Über den Winter und im Frühjahr wird er kräftiger und bildet große Horste mit dunkelgrünen Blättern. Häufigeres Düngen von Schnittlauch ist nicht nötig.
Schnittlauch im Innenraum muss dagegen häufiger gedüngt werden, aber immer mit einem hochwertigen organischen Dünger, der sich gut in Wasser löst (siehe unseren DÜNGEE-Tee oder die Gießdüngung). Stickstoff im organischen Dünger stört uns beim Verzehr nicht, wenn Sie aber Mineraldünger verwenden, können Sie sich damit schaden.

Rosmarin
1–2× im Monat von März bis August düngenRosmarin braucht während der Vegetationszeit nicht viel Wasser, mag aber auch kein Austrocknen. Von März bis August ist es sinnvoll, 1–2× im Monat mit in Wasser verdünntem organischem Dünger nachzudüngen. Vergessen Sie nicht, den Rosmarin jedes Jahr in einen größeren Topf umzutopfen.

Minze
1–2× im Monat von März bis August düngenDie Minze ist beim Düngen kein typisches Kraut. Sie braucht nämlich einen nährstoffreicheren und an organischer Substanz reicheren Boden als die übrigen Kräuter. Düngen Sie 2× im Monat mit organischem Dünger nach.

Zitronenmelisse
2× im Monat in der Vegetationszeit düngenWährend der Vegetationszeit düngen wir Zitronenmelisse 2× im Monat. Geeignet sind sowohl eine Brennnesseljauche als auch organischer Dünger.

Oregano
2× im Monat in der Vegetationszeit düngenDüngen Sie in der Vegetationszeit regelmäßig alle 14 Tage.

Ringelblume
1× alle 4–6 Wochen düngenDüngen Sie alle vier bis sechs Wochen mit einem ausgewogenen Dünger während der gesamten Vegetationszeit bis in die Wintermonate.

Basilikum
1× im Monat düngenMit dem Düngen von Basilikum übertreiben wir es nicht, sonst verliert es sein starkes Aroma. Eine Grundversorgung braucht es zwar, aber keine starke. Düngen genügt etwa einmal monatlich, und zwar grundsätzlich nur mit organischen Düngern.

Salbei
nicht nötig, aber 1× im Monat von Vorteil
Gartenkresse
nicht nötig, düngen Sie bei Mangelanzeichen nachObwohl die Pflanze keine hohen Nährstoffansprüche hat, kann angebaute Gartenkresse Anzeichen von Kalium-, Eisen- oder Phosphormangel zeigen. Ein vollständiger löslicher Dünger in der empfohlenen Menge sollte jedes dieser Probleme mildern.

Thymian
max. 1× im Jahr düngenThymian ist keine Pflanze, die nach Dünger giert. Er verträgt direktes Düngen auch mit organischem Dünger nicht. Sinnvoll ist es, ihn 1× im Jahr zu düngen, und meiden Sie zu stickstoffreiche Dünger, damit das Wachstum nicht zulasten der Aromastoffe geht. Düngen Sie ihn leicht mit unserem DÜNGEE nach.

Kapuzinerkresse
mag kein Düngen, nur der Jungpflanze tut es gutDen Jungpflanzen der Kapuzinerkresse können Sie organischen Dünger gönnen, das Kraut selbst mag Dünger in der Vegetation aber nicht.

Quendel
Düngen ist nicht nötigKräuter, die zusammen in einen Balkonkasten passen
Es ist möglich, viele Kräuterarten zusammen anzubauen, entweder in einem Gefäß oder in einem Beet. Die folgende Liste enthält einige Beispiele für Kräuter, die sich gut kombinieren lassen:
Rosmarin, Thymian und Salbei – Diese Kräuter haben ähnliche Ansprüche an Boden und Feuchtigkeit und ergeben zusammen eine schöne aromatische Ecke.
Minzige Kräuter – Minze, Zitronenminze und Oregano sind Beispiele für Kräuter, die feuchte Böden mögen und zusammen gut wachsen.
Petersilie und Koriander – Diese Kräuter werden häufig in der Küche verwendet und lassen sich gut in einem Gefäß kombinieren. Sie haben ähnliche Ansprüche an Boden und Feuchtigkeit.
Basilikum und Tomaten – Basilikum und Tomaten werden oft zusammen in der italienischen Küche verwendet. Pflanzen Sie sie zusammen in ein Beet oder ein Gefäß.
Chilischoten und Koriander – Diese Kräuter werden häufig in der asiatischen Küche verwendet und ergeben zusammen eine schöne Ecke.
Wichtig ist allerdings zu bedenken, dass Kräuter unterschiedliche Ansprüche an Sonne, Boden und Feuchtigkeit haben, sodass beim Kombinieren von Kräutern zu prüfen ist, ob sie zueinander passen.
Häufige Fragen zum Düngen von Kräutern
Wie oft sollte man Kräuter düngen?
Deutlich seltener als Gemüse. Den meisten Kräutern genügt eine Düngung einmal im Monat während des Wachstums, dem anspruchsvolleren Majoran und Schnittlauch zweimal im Monat, und umgekehrt kommen Thymian, Quendel oder Kapuzinerkresse fast ohne Dünger aus. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Arten fasst die Tabelle oben zusammen. Außerhalb der Vegetationszeit, also etwa von Oktober bis Februar, wird gar nicht gedüngt.
Womit düngt man Kräuter im Topf und im Balkonkasten?
Mit einer Gießdüngung aus organischem Dünger — im kleinen Substratvolumen sind die Nährstoffe schnell erschöpft, zugleich entsteht dort aber am leichtesten eine Überdüngung. Bewährt haben sich 5 ml Dünger auf 1 l Wasser, ziehen lassen und an die Wurzeln gießen. Mineraldünger mit hohem Stickstoffanteil gehören nicht in den Balkonkasten mit Kräutern, die Sie essen wollen: Sie treiben Blattmasse auf Kosten der aromatischen ätherischen Öle.
Verlieren Kräuter durch Düngen Geschmack und Duft?
Ja, wenn sie mit Stickstoff überdüngt werden. Basilikum, Thymian und Rosmarin bilden umso mehr ätherische Öle, je karger ihre Bedingungen sind — deshalb wird bei ihnen weniger und lieber organisch gedüngt. Ein ausgewogener organischer Dünger gibt die Nährstoffe langsam ab, sodass die Pflanze keinen Stickstoffschub bekommt und das Aroma erhalten bleibt.
Kann man Brennnesseljauche statt Dünger verwenden?
Ja, und bei Minze, Zitronenmelisse oder Schnittlauch bewährt sie sich. Die Jauche aus Brennnesseln ist aber sehr stickstoffreich und riecht intensiv, deshalb wird sie etwa 1: 10 verdünnt und ist auf dem Balkon eher lästig. Für Kräuter im Balkonkasten ist ein geruchloser Dünger praktischer.
Welches Substrat ist für Kräuter am besten?
Ein durchlässiges und eher mageres, mit einem Anteil Sand oder Perlit. Vernässte und überfütterte Erde ist die häufigste Ursache dafür, dass ein gekauftes Kraut aus dem Laden eingeht. Der Topf muss ein Abzugsloch haben, und mediterrane Kräuter (Rosmarin, Thymian, Salbei) vertragen auch ein deutlich trockeneres Regime als Minze oder Schnittlauch.
Wann beginnt man im Frühjahr mit dem Düngen von Kräutern?
Sobald ein neuer Zuwachs erscheint, also etwa von März bis April, je nach Wetter und Standort. Rosmarin und Minze düngt man sinnvollerweise von März bis August nach, die Ringelblume hält bis in die Wintermonate durch. Früher zu düngen, als die Pflanze zu wachsen beginnt, ergibt keinen Sinn — die Nährstoffe werden nicht genutzt und versalzen nur das Substrat.
Warum vergilben bei Kräutern die unteren Blätter?
Meist wegen des Wassers, nicht wegen Hungers. Vergilben von unten ist meist zu viel Wasser und Luftmangel an den Wurzeln; erst wenn das Substrat in Ordnung ist und die Pflanze zugleich schwach wächst, geht es um Nährstoffmangel. Bei der Gartenkresse zeigt sich zusätzlich ein Mangel an Kalium, Eisen oder Phosphor.
Weitere empfohlene Artikel
Wie viel und womit die übrigen Pflanzengruppen gedüngt werden, zeigt die Übersicht nach Nährstoffbedarf; eine Übersicht der Kräuter selbst und ihrer Wirkungen finden Sie im Artikel Kräuter. Die Dosierung für konkrete Mengen hat die Dosierungstabelle und das gesamte Angebot finden Sie im Shop.
