Eberesche (Sorbus)
Sorbus-Arten, Vogelbeeren, Speierling, Anbau und Düngung
Laubabwerfende Bäume oder Sträucher mit auffallend zierenden Früchten
- Standort: sonnige Lagen, nährstoffreiche Böden
- Höhe: 5–20 m
- Blütezeit: Mai
- Vermehrung: Aussaat oder Veredelung
Auf der Nordhalbkugel sind etwa 100 Arten der Gattung Sorbusverbreitet, die zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae) gehört. Alle haben wechselständige Blätter, die entweder einfach und gesägt oder unpaarig gefiedert sind. Die meist weißen, nur sehr selten rosafarbenen Blüten sind klein, stehen aber in großen endständigen Doldenrispen und duften durchdringend. Die Früchte sind kleine Apfelfrüchte.
Von den rund 100 Arten wurden viele als Ziergehölze in unsere Gärten übernommen, einige Arten haben eine begrenzte Bedeutung als Obstgehölze. Der Hauptschmuck der Ebereschen sind nicht ihre Blüten, sondern die Fülle der Früchte, die meist rot und glänzend sind und zugleich Vögeln als Nahrung dienen. Alle Arten gedeihen am besten in freien, sonnigen Lagen und auf nährstoffreichen, tiefgründigen Böden.
Eberesche bzw. Vogelbeere (Sorbus aucuparia)

Meist mehrstämmiger, breit verzweigter, 5–15 m hoher Strauch oder kleiner Baum mit ovaler bis runder Krone. Die Blätter sind unpaarig gefiedert, 12–15 cm lang, mit 11–15 schmalen Fiederpaaren. Die weißen Blüten öffnen sich im Mai bis Juni. Die Früchte sind rot und glänzend und dienen häufig Vögeln als Nahrung.
Die Eberesche ist bei uns der häufigste Vertreter der Gattung. Sie wächst vom Flachland bis hoch ins Gebirge, verträgt Frost, Wind und magere Böden und wird deshalb oft an Wegen und auf rekultivierten Flächen gepflanzt. Neben der Wildform mit bitteren Früchten gibt es auch eine süßfrüchtige Sorte, die Essbare Eberesche oder Mährische Eberesche genannt wird.
Vogelbeeren – die Früchte der Eberesche
Die Vogelbeere ist eine kleine, orange bis scharlachrote Apfelfrucht von etwa 8–10 mm Durchmesser. Sie reift von Ende August bis September und hält sich am Baum oft bis in den Winter, wenn die Vögel sie abpicken. Das Wort Vogelbeere steht im Sprachgebrauch auch für den ganzen Baum – „Vogelbeere“ kann also die Frucht wie auch die Eberesche selbst bezeichnen.
- Rohe Vogelbeeren der wilden Eberesche sind nicht zum Verzehr geeignet – sie enthalten Parasorbinsäure, die in größerer Menge die Verdauung reizt. Durch Kochen, Trocknen oder Frost wandelt sie sich in die unschädliche Sorbinsäure um, und die Früchte sind dann völlig sicher.
- Süßfrüchtige Sorten (Mährische Eberesche) enthalten praktisch keine Bitterstoffe und lassen sich auch frisch essen.
- Die Ernte bietet sich ab Mitte September an; nach den ersten Frösten ist der Geschmack milder.
- Verwendung: Gelee, Marmelade, Saft, Sirup, Kompott, getrocknete Früchte für Teemischungen und Obstbrände.
Vogelbeeren zählen neben den Früchten der Schwarzen Johannisbeere, des Sanddorns und der Schwarzen Apfelbeere – Aronia zum heimischen Obst mit dem höchsten Vitamin-C-Gehalt. Ähnlich anspruchslose Gehölze mit kleinen Früchten für Vögel finden Sie auch unter den weiteren weniger bekannten Obstarten, etwa die Felsenbirne oder der Weißdorn.
Echte Mehlbeere (Sorbus aria)

Ein Baum oder baumartiger Strauch, oft mehrstämmig, 6–12 m hoch, mit breit kegelförmiger Krone. Die Blätter sind elliptisch-eiförmig, 8–12 cm lang, derb, oberseits sattgrün, unterseits dicht weißfilzig. Die Früchte sind eiförmig-rund, 10–12 mm groß, mehlig, orange bis rot. Sie wächst in Europa, verträgt trockene Standorte und wird häufig als Straßenbaum gepflanzt.
Elsbeere (Sorbus torminalis)

Ein langsam wachsender Baum, 5–20 m hoch, mit eiförmig-runder Krone. Die Blätter färben sich im Herbst prächtig gelb bis braunrot. Die weißen Blüten erscheinen im Mai und Juni, die Früchte sind grün und klein. Sie wächst an sonnigen Hängen Europas und Kleinasiens.
Die Elsbeere ist ein seltenes und geschütztes Gehölz mit außergewöhnlich wertvollem Holz. Ausführlich stellen wir sie im eigenen Artikel Elsbeerevor.
Zierliche Sorbus-Arten für den Garten
Die folgenden Sorbus-Arten werden bei uns vor allem als Ziergehölze kultiviert – wegen der Herbstfärbung des Laubes und der Fruchtfarbe. Alle sind anspruchslos und vertragen auch das Stadtklima.






Beim Anlegen der Pflanzung lohnt es sich, die Grundsätze der Pflanzung von Bäumen und des Baumschnittsnachzulesen. Ebereschen als Solitäre im Garten pflegen wir ähnlich wie andere Ziergehölze – etwa den Ahorn, die Buche oder den Schneeball.
Essbare Eberesche bzw. Mährische Eberesche (Sorbus aucuparia var. edulis)

Eine Wildobstart mit reichem Ertrag schmackhafter, vitaminreicher Früchte.
- Standort: frische, humose Böden; auch für raue Lagen
- Platzbedarf: 20–30 m
- Höhe: bis 15 m
- Blütezeit: Mai
- Reifezeit: Ende August bis September
- Vermehrung: Veredelung (Okulation)
Die Eberesche ist in ganz Europa heimisch, mit Ausnahme der Südküste Spaniens und Portugals. Im Jahr 1810 wurde im Altvatergebirge in Nordmähren eine Mutante ohne Bitterstoffe entdeckt, vermehrt und von dort aus fast in ganz Mitteleuropa verbreitet.
Beschreibung:
Die Essbare Eberesche ist ein 12–15 m hoher, schnell wachsender Baum mit unpaarig gefiederten Blättern aus 5–10 Fiederpaaren. Diese sind im Unterschied zu den bitteren Ebereschen wenig grün, nur im oberen Drittel gezähnt, sonst glattrandig, schlanker und an der Basis spitz (bei der Wildform stumpf).
Der Blütenstand ist eine Doldenrispe mit zahlreichen cremefarbenen Einzelblüten. Die scharlachroten, halbreif orangeroten Apfelfrüchte tragen einige feine gelbe Punkte, der Fruchtdurchmesser beträgt 10 mm. Sie reifen im August und September.
Die Früchte der Essbaren Eberesche sind neben der Schwarzen Johannisbeere das heimische Obst mit dem höchsten Vitamin-C-Gehalt. Dieser Baum stellt nur geringe Ansprüche an das Klima und gedeiht auch in rauen und hohen Lagen, sofern genug Niederschlag fällt. Geschlossene, windarme Lagen fördern Krankheiten und Schädlinge und sollten deshalb ebenso gemieden werden wie leichte, humusarme Böden, die schnell austrocknen. Geeignet sind frische, humose, gut durchlässige Böden oder auch moorige Standorte.
Eberesche pflanzen und pflegen
Im Garten werden in der Regel Einzelbäume gepflanzt, die mindestens 5 m vom nächsten Baum entfernt stehen sollten, denn alte Kronen breiten sich aus und brauchen Platz. Ein regelmäßiges Abdecken des Bodens mit verrottetem Mist oder Kompost deckt meist nur den mäßigen Nährstoffbedarf, sofern die Baumscheibe offen und unkrautfrei gehalten wird.
In den ersten Jahren sollten höchstens 5–6 Leitäste für den Kronenaufbau bleiben, die durch Rückschnitt eingekürzt werden. Später muss die Krone im Abstand von 3–4 Jahren ausgelichtet werden, um die Bildung von jungem Fruchtholz zu fördern und der Vergreisung vorzubeugen. Große Wunden sind mit Baumwachs oder einem anderen Mittel zu behandeln, damit sie gut überwallen. Vorgehen und Zeitpunkt beschreibt der Leitfaden zum Schnitt von Sträuchern und Kletterpflanzen.
Vogelbeeren ernten
Die Stiele der Fruchtdolden werden mit einer Gartenschere oder einer Stangenschere abgeschnitten. Ende August sind die Früchte noch unreif, reich an Vitamin C und Fruchtsäuren, aber arm an Zucker und Aroma. Geerntet wird meist Mitte September. Zu lange sollte man damit jedoch nicht warten, damit die Früchte nicht an Geschmack verlieren. Nach der Ernte halten sich die Früchte sehr gut, wenn sie kühl gelagert werden. Der Vitamingehalt sinkt allerdings rasch, deshalb sollte man sie möglichst bald verarbeiten.
Krankheiten und Schädlinge
In geschlossenen Lagen mit feuchter Luft können die Apfelmotte und die Vogelbeermotte auftreten, die die Früchte durch ausgefressene Gänge entwerten. In freien Lagen sind Ebereschen sehr robust und brauchen keinerlei Behandlung. Überreife Früchte picken oft die Vögel ab.
Sortenauswahl
- ‚Konzentra‘: In Dresden-Pillnitz ausgelesen, geeignet für Fruchtsaft und Gelee.
- ‚Rosina‘: Große, leuchtend rote Früchte, geeignet für Gelee, Kompott und Kandieren.
- ‚Fastigiata‘: Schmal kegelförmiger Wuchs, große Fruchtstände und dunkles Laub.
- ‚Fructolutea‘: Gelbe Früchte, von Vögeln weniger angenommen.
- ‚Pendula‘ und ‚Xanthocarpa‘: Dekorative Sorten mit Zierfrüchten.
Neue Hybridsorten wie ‚Apricot Queen‘, ‚Pink Queen‘ und ‚Yellow Queen‘ versprechen einen hohen Vitamin-C-Gehalt, doch es fehlt bisher an ausreichenden Anbauerfahrungen.
Speierling bzw. Sperberbaum (Sorbus domestica)

Eine bislang wenig angebaute, alte Obstart mit kleinen birnenförmigen Früchten.
- Standort: wärmeliebend; tiefgründige, kalkhaltige Böden
- Höhe: bis 20 m
- Platzbedarf: 25–30 m
- Blütezeit: Mai
- Reifezeit: September–Oktober
- Vermehrung: Aussaat oder Veredelung
Der sehr langsam wachsende, 15–20 m hohe Baum wurde in Griechenland schon vor 2500 Jahren kultiviert und ist vom Kaukasus bis Portugal in Südeuropa sowie in den Hügellandschaften Bayerns, Baden-Württembergs, Hessens und Thüringens verbreitet.
Er hat unpaarig gefiederte Blätter mit 12–16 Einzelblättchen. 8–12 hellgelbe Blüten bilden Doldenrispen. Die Früchte sind sehr variabel, lebhaft gelbrot, birnen- bis apfelförmig, so groß wie eine Kirsche bis Pflaume und 8–20 g schwer. Der wärmeliebende Baum aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae) bevorzugt Weinbauklima und eignet sich für trockene Lagen sowie tiefgründige, lehmige und kalkhaltige Böden.
Speierling pflanzen und pflegen
Man sollte möglichst junge Bäumchen pflanzen, denn ältere wachsen schlecht an. Speierlinge werden sehr groß und brauchen immer mehr Platz. Schnitt vertragen sie meist schlecht und er sollte nach Möglichkeit unterbleiben. Der Ertrag setzt oft erst nach 12–15 Standjahren ein und ist mit 15–25 kg je Baum nicht besonders hoch. Die harten, am Baum reifenden Früchte werden im September bis Oktober geerntet und müssen erst einige Wochen lagern, bevor sie schmackhaft sind.
Der hohe Gerbstoffgehalt sorgt für den herben, zusammenziehenden Geschmack. Verwendet wird vor allem der Presssaft der am Baum ausgereiften Früchte; er wird dem Apfelsaft zugesetzt, der dadurch klarer wird und an Geschmack, Haltbarkeit und Bekömmlichkeit gewinnt.
Der Speierling wird durch Aussaat vermehrt, die Anzucht ist jedoch langwierig. Eine Veredelung ist möglich. Pflanzenschutz erübrigt sich, da Krankheiten und Schädlinge nicht auftreten.
Eberesche düngen
Die Eberesche gehört zu den anspruchslosen Gehölzen – auf magerem Boden überlebt sie, reich trägt sie aber nur bei ausreichender Nährstoffversorgung. Am empfindlichsten ist die Zeit von der Pflanzung bis zum dritten Jahr, in der der Baum Wurzeln und Krone aufbaut, und danach stets im Frühjahr vor dem Austrieb.

Womit Sie die Eberesche düngen
- Im Frühjahr vor dem Austrieb streuen Sie den perfekten Naturdünger DÜNGEE in Kronenbreite auf die Baumscheibe und arbeiten ihn flach in den Boden ein.
- Während der Vegetation können Sie mit dem Auszug gießen – die Menge finden Sie in der Dosierungsanleitung.
- Im Herbst eignen sich verrotteter Mist oder Kompost; Einzelheiten beschreibt der Artikel über die Herbstdüngung.
- Kalzium schätzt vor allem der Speierling, der kalkhaltige Böden mag – lesen Sie über Kalzium im Leben der Pflanzen.
Stickstoff fördert das Triebwachstum, Kalium und Phosphor die Qualität und Ausfärbung der Früchte – die Zusammenhänge erklärt der Artikel über NPK-Dünger und die übersichtliche Düngetabelle. Allgemeine Grundsätze, wie viel und wann zu düngen ist, finden Sie im Ratgeber zum Universaldünger und im Artikel über das Düngen von Gartenpflanzen.
Häufige Fragen
Sind Vogelbeeren giftig?
Giftig sind sie nicht, doch die rohen Früchte der wilden Eberesche enthalten Parasorbinsäure, die in größerer Menge die Verdauung reizt. Durch Kochen, Trocknen oder Frost wandelt sie sich in die unschädliche Sorbinsäure um, sodass verarbeitete Vogelbeeren sicher sind. Süßfrüchtige Sorten (Mährische Eberesche) enthalten praktisch keine Bitterstoffe.
Wann erntet man Vogelbeeren?
Die Früchte reifen Ende August und im September. Für Saft und Gelee wird meist Mitte September geerntet – früher enthalten sie wenig Zucker und Aroma, später verlieren sie an Geschmack. Nach den ersten Frösten ist der Geschmack milder, weil der Frost die Bitterstoffe abbaut. Geerntete Früchte halten sich kühl gut, der Vitamingehalt sinkt jedoch rasch, verarbeiten Sie sie also möglichst bald.
Was ist der Unterschied zwischen Eberesche und Speierling?
Die Eberesche (Sorbus aucuparia) ist ein verbreiteter, anspruchsloser Baum bis 15 m mit kleinen roten Vogelbeeren, die im August und September reifen. Der Speierling (Sorbus domestica) ist ein seltener, wärmeliebender Baum von bis zu 20 m Höhe, wächst sehr langsam, trägt erst nach 12–15 Jahren und seine Früchte sind birnen- bis apfelförmig, so groß wie eine Kirsche bis Pflaume, und müssen nach der Ernte einige Wochen lagern.
Was ist die Mährische Eberesche?
Die Mährische Eberesche ist der gebräuchliche Name für die Essbare Eberesche (Sorbus aucuparia var. edulis). Es handelt sich um eine Mutante ohne Bitterstoffe, die 1810 im Altvatergebirge in Nordmähren entdeckt wurde und sich von dort in Mitteleuropa ausbreitete. Ihre Früchte lassen sich auch roh essen.
Wie schnell wächst eine Eberesche und wie hoch wird sie?
Das hängt von der Art ab. Die Eberesche und die Essbare Eberesche wachsen schnell und werden 5–15 m hoch. Die Echte Mehlbeere und die Ziersorten bleiben bei 6–12 m. Elsbeere und Speierling wachsen dagegen sehr langsam, erreichen dafür aber bis zu 20 m. Rechnen Sie im Garten mit einem Abstand von mindestens 5 m zum nächsten Baum, beim Speierling sogar 25–30 m.
Womit düngt man eine Eberesche?
Der Eberesche genügt eine Düngung einmal im Jahr im Frühjahr vor dem Austrieb. Streuen Sie einen Messbecher des perfekten Naturdüngers DÜNGEE in Kronenbreite auf die Baumscheibe und arbeiten Sie ihn flach in den Boden ein, oder gießen Sie den Baum mit dem Auszug nach der Dosierungsanleitung. Im Herbst bewähren sich verrotteter Mist oder Kompost. Der Speierling schätzt zusätzlich kalkhaltigen Boden.
Wohin pflanzt man eine Eberesche im Garten?
An einen freien, sonnigen Platz mit nährstoffreichem, tiefgründigem Boden, mindestens 5 m vom nächsten Baum entfernt – alte Kronen breiten sich aus und brauchen Raum. Meiden Sie geschlossene, wenig belüftete Ecken, in denen feuchte Luft Krankheiten fördert, sowie leichte, austrocknende Böden. Der Eberesche machen auch raue und hoch gelegene Standorte nichts aus, der Speierling braucht dagegen Wärme und kalkhaltigen Boden.
