Ginster (Cytisus)
Ein Strauch, der im Mai unter gelben Blüten verschwindet. Er wächst auch auf magerem, trockenem Boden, weil er sich den Stickstoff selbst besorgt.
Zwergige und kleine Sträucher mit grünen Trieben
- Standort: sonniger und eher trockener Platz mit durchlässigem Boden
- Höhe: 20–150 cm
- Blütezeit: Mai–August
- Vermehrung: durch Aussaat und Stecklinge
Die meisten Ginster-Arten aus der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae) sind im Mittelmeerraum zu Hause, einige kommen auch in der mitteleuropäischen Natur vor. Ideal für die Pflanzung ist ein vollsonniger Platz im Steingarten, im Heidebeet, auf dem Dachgarten oder im Trog. Viele Arten sind kurzlebig, alte Pflanzen müssen deshalb durch junge ersetzt werden. Ginster wird gern von Kaninchen verbissen.
🚨 Alle Teile des Ginsters sind giftig. Sie enthalten die Alkaloide Cytisin und Spartein. Eine Vergiftung äußert sich in Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Herzbeschwerden und Kreislaufstörungen; Cytisin wirkt ähnlich wie Nikotin. Am meisten steckt davon in den Samen, die in den Hülsen verlockend aussehen — in einen Garten mit kleinen Kindern gehört Ginster deshalb nicht. Rufen Sie nach dem Verschlucken ein Giftinformationszentrum an, etwa den Giftnotruf Berlin unter 030 19240.
Ginster-Arten (Cytisus)
Niederliegender Geißklee (Cytisus decumbens)

- Höhe: ca. 20 cm
- Die Zweige liegen dem Boden auf
- Blätter: einfach, länglich, 8–20 mm lang
- Blüten: leuchtend gelb, einzeln bis zu fünft, Mai–Juni
- Wächst von Südfrankreich bis auf den Balkan, meist an trockenen und kalkhaltigen Hängen
- Passt in Steingärten, Kiesbeete und Tröge
Kew-Ginster (Cytisus × kewensis)

- Kleiner, niederliegender Strauch, meist bis 50 cm hoch, dafür sehr breit
- Blätter: fast immer dreizählig
- Blüten: hellgelb, breite Fahne, angenehmer Duft, Mai
- Einer der schönsten niederliegenden Sträucher für den Steingarten, braucht einen warmen Standort
Schwarzwerdender Geißklee (Cytisus nigricans)

- Höhe: 0,2–1,5 m, aufrechter Strauch
- Triebe: schwärzlich
- Blätter: dreizählig, 1–3 cm lang
- Blüten: gelb, in langen endständigen Trauben, Juni–August
- In Osteuropa heimisch, wächst in lichten trockenen Wäldern und an steinigen Hängen
Elfenbeinginster (Cytisus × praecox)

- Dicht verzweigter, bis 1,5 m hoher Strauch
- Triebe: rutenförmig, oft leicht überhängend
- Blätter: einfach, 8–20 mm lang
- Blüten: cremeweiß, stark duftend, einzeln oder zu zweit auf der ganzen Länge der Zweige, April
- Braucht freien Raum, ideal für Kiesbeete und Steppenpflanzungen
- Verlangt einen warmen, geschützten Platz und eher trockenen Boden
- Sorten:
- ‚Allgold‘ – goldgelbe Blüten
- ‚Gold Speer‘ – schwächerer Wuchs, viele kleinere, satt gelbe Blüten
- ‚Hollandia‘ – purpurrote Blüten mit cremeweiß gesäumtem Schiffchen
- Der deutsche Name Elfenbeinginster geht auf die cremeweißen Blüten zurück
Purpurginster (Cytisus purpureus)

- Höhe: 40–60 cm
- Triebe: bogig geneigt, niederliegend
- Blätter: dreizählig, dunkelgrün
- Blüten: groß, purpurrosa, Juni–Juli
- Wächst in Mittel- und Südosteuropa in Gebirgen mit Kalkgestein
- Passt in Steingärten, auf Trockenmauern und zur Begrünung kleinerer Hänge
Besenginster (Cytisus scoparius)

- Höhe: bis 2 m
- Triebe: dünn, kantig, glänzend grün
- Blätter: dreizählig oder einfach
- Blüten: groß, leuchtend gelb, duftend, einzeln oder zu zweit, Mai–Juni
- In Nordwest-, West- und Mitteleuropa heimisch
- Wächst an Waldrändern, in Laub- und Mischwäldern und auf Brachflächen
- Verlangt volle Sonne und mäßig trockene bis frische Böden
- Empfindlich gegen strengen Frost
Kopf-Geißklee (Cytisus supinus)

- Höhe: ca. 0,5 m
- Wuchs: dicht, aufrecht bis niederliegend
- Blätter: dreizählig, anfangs behaart
- Blüten: gelb mit rotem Fleck, Juni–August
- Wächst von Südosteuropa bis nach Westasien
- Bestandteil von Halbtrockenrasen und Gebüschen auf kalkhaltigen Böden
- Passt gut in Steingärten, Heidebeete, Tröge und Dachgärten
Besenginster-Sorten für den Garten
| Sorte | Blütenfarbe | Wuchs |
|---|---|---|
| ‚Andreanus splendens‘ | Fahne goldgelb, Flügel samtrot, Schiffchen gelb | Breit und überhängend |
| ‚Burkwoodii‘ | Fahne karminrot, Flügel rotbraun mit schmalem gelbem Rand | Aufrecht, kräftig |
| ‚Dukaat‘ | Zweifarbig gelb | Aufrecht, 50 cm hoch |
| ‚Firefly‘ | Fahne gelb, Flügel rotbraun | Mittelhoch, streng aufrecht |
| ‚Fulgens‘ | Orange, Flügel braun | Gedrungen, bis 1 m |
| ‚Golden Sunlight‘ | Einfarbig hellgelb, sehr große Blüte | Schwachwüchsig |
| ‚Luna‘ | Fahne und Schiffchen hellgelb, Flügel dunkelgelb | Aufrecht, viele große Blüten |
| ‚Palette‘ | Fahne gelb und weiß, Flügel samtrot, Schiffchen gelb und lila – sehr bunte Blüte | Kräftig, breit aufrecht |
| ‚Roter Favorit‘ | Fahne karminrot, Flügel samtrot, Schiffchen hell karminrot | Breit und hoch, aufrecht |
Ginster pflanzen und pflegen
- Standort: volle Sonne und eher trocken. Im Halbschatten wird er licht und hört auf zu blühen.
- Boden: durchlässig, mager, ruhig steinig. Auf nährstoffreichem, feuchtem Boden wächst er üppig, bleibt aber kurzlebig.
- Pflanzung: im Frühjahr, aus dem Container. Ginster hat empfindliche Wurzeln und übersteht das Umpflanzen älterer Exemplare meist nicht — kaufen Sie junge Pflanzen und setzen Sie sie gleich an den endgültigen Platz.
- Düngung: fast überflüssig. Als Hülsenfrüchtler besorgt er sich den Stickstoff mit Knöllchenbakterien an den Wurzeln selbst; überdüngter Ginster wächst ins Holz und blüht wenig.
- Schnitt: gleich nach der Blüte die Jahrestriebe um etwa ein Drittel einkürzen. Schneiden Sie nie ins alte, blattlose Holz — daraus treibt Ginster nicht mehr aus.
- Lebensdauer: viele Arten halten nur zehn bis fünfzehn Jahre. Rechnen Sie damit, ältere Pflanzen durch junge zu ersetzen.
Häufig gestellte Fragen
Ist Ginster giftig?
Ja, alle Teile. Er enthält Cytisin und Spartein; eine Vergiftung äußert sich in Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Herzrhythmusstörungen. Am meisten Alkaloide stecken in den Samen.
Wann schneidet man Ginster?
Gleich nach der Blüte, indem man die Jahrestriebe um etwa ein Drittel einkürzt. Ins alte, blattlose Holz wird nicht geschnitten — von dort treibt die Pflanze nicht wieder aus und bleibt kahl.
Warum ist der Ginster nach dem Umpflanzen eingegangen?
Er verträgt eine Störung der Wurzeln schlecht. Deshalb pflanzt man ihn aus dem Container gleich an den endgültigen Platz und setzt ältere Exemplare nicht um.
Was ist der Unterschied zwischen Geißklee und Besenginster?
Der Besenginster (Cytisus scoparius) ist der höchste aus der ganzen Verwandtschaft, wird bis zu zwei Meter hoch und hat dünne, kantige grüne Triebe. Die übrigen als Geißklee geführten Arten bleiben niedrig bis niederliegend und passen in den Steingarten.
Ist Ginster winterhart?
Die meisten Arten ja. Am empfindlichsten ist der Besenginster, dem strenge Kahlfröste schaden — es hilft ein geschützter Standort und Mulch an den Wurzeln.
Womit düngt man Ginster?
Praktisch gar nicht. Er bindet den Luftstickstoff selbst und blüht auf magerem Boden am besten. Nach dem Pflanzen tut ihm eine schwache Gabe natürlichen Düngers (DÜNGEE) gut, danach lassen Sie ihn in Ruhe.
