Heidelbeere: die großfruchtige Kulturheidelbeere
Die Kulturheidelbeere ist ein hoher Strauch mit großen essbaren Früchten. Ideal für saure, sonnige Böden. Die Sorten 'Bluecrop' und 'Darrow' bieten einen hohen Ertrag.
Wüchsige, großfruchtige Heidelbeerart aus Nordamerika
- Standort: stark saure, lockere, gut durchlüftete Böden, humoser Boden, volle Sonne
- Höhe: 80–200 cm
- Platzbedarf: 6–8 m²
- Blütezeit: Mai
- Reifezeit: Juli–September
- Vermehrung: durch Aussaat oder Grünstecklinge
Aus Wildbeständen mehrerer Heidelbeerarten, die zur Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae) gehören und amerikanischen Ursprungs sind, wurde in den Vereinigten Staaten, wo man ab dem Jahr 1909 der Erforschung von Kleinobstgehölzen erhebliche Bemühungen widmete, eine neue Nutzart gezüchtet. Daraus entstanden in den USA sogenannte Kulturheidelbeeren, zunächst für den kommerziellen Anbau auf Plantagen bestimmt und an die maschinelle Ernte angepasst („Highbush Blueberries“).

Je nach Sorte erreichen sie eine Höhe von 0,8 bis 2 m und bilden Sträucher mit aufrechten Ästen. Die Blüten sind zylindrisch oder krugförmig, weiß. Die dunkelblau bis hellblau bereiften Früchte mit farblosem Fruchtfleisch haben einen Durchmesser von 8–20 mm und sitzen in lockeren bis dichten Trauben.
Kulturheidelbeeren benötigen saure, lockere, gut durchlüftete Böden (pH-Wert zwischen 3,2 und 4,5), am besten humose Sandböden. Sie gedeihen auch auf ärmeren Moorböden, wo jedoch zur Blütezeit erhebliche Frostgefahr besteht. Besonders wichtig ist ein vollsonniger Standort. Staunasse Böden sind ungeeignet. Die Nährstoffansprüche sind gering, jedoch ist auf eine möglichst gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit zu achten.
Heidelbeeren pflanzen und pflegen:

Im Garten wird der Boden vor der Pflanzung zwei Spatenstiche tief mit gehäckseltem Gras, Holzspänen oder anderem organischen Material aufgelockert, da die feinen Wurzeln der Heidelbeeren einen durchlüfteten, humosen, krümeligen Boden benötigen. In der ersten Hälfte der Wachstumsperiode wird sehr wenig gedüngt und nur eine geringe Menge Stickstoff verwendet. Als Stickstoffdünger kommt Ammoniumsulfat in Betracht (etwa 15 g/m² pro Jahr), während Nitrate und Kalk den Pflanzen schaden. Kalium und Magnesium werden am besten gemeinsam in Form von Kainit (Patentkali) in einer Menge von 25–30 g/m² pro Jahr verabreicht.
In den ersten drei Jahren nach der Pflanzung ist in der Regel kein Schnitt erforderlich. Danach werden jährlich im Winter die schwächsten Triebe sowie Triebe, die älter als 3 Jahre sind und einen wesentlich geringeren Ertrag aufweisen, herausgeschnitten. Der im letzten Jahr stärkst fruchttragende Trieb ist für die folgende Ernte nicht mehr geeignet.
Heidelbeeren bilden ab der fünften Vegetationssaison sehr hohe Erträge (8–20, manchmal 6–10 kg pro Strauch). Gesunde Sträucher behalten ihre Leistungsfähigkeit über 50 Jahre.
Heidelbeeren vermehren und schneiden:
Die Vermehrung erfolgt durch Stecklinge aus verholzten Trieben, die mindestens bleistiftstark und 10–15 cm lang sein sollten und 5–6 Augen aufweisen – am besten im März – und in einem Gemisch aus Torf und Sand (1:1) im Abstand von etwa 5 cm gesteckt werden, so tief, dass nur das oberste Auge herausragt. Günstige Bodentemperaturen liegen bei 20–25 °C. Im Juli beginnt die Wurzelbildung. Die Vermehrungsfläche muss mit einer Plastikfolie abgedeckt werden, um das Wachstum unerwünschter Triebe zu verhindern. Noch vorteilhafter ist das Vernebelungsverfahren.
Krankheiten und Schädlinge:
Kulturheidelbeeren benötigen in der Regel keinen besonderen Schutz, da Krankheiten und Schädlinge nur selten auftreten. Pilzerkrankungen werden durch einen Pilz verursacht, der die Pflanzen vor allem vom Laubfall bis zur Blütezeit im Mai befällt oder zum Absterben einzelner Triebe führt; diese müssen sofort entfernt und verbrannt werden. Als Vorbeugung ist es ratsam, eine übermäßige Düngung zu vermeiden. Im Frühjahr können gelegentlich Spannerraupen auftreten, gegen die nur bienenungefährliche Mittel eingesetzt werden dürfen. Besser ist es, diese Arbeit den Meisen zu überlassen, für die man Nistkästen aufhängen kann.
Empfohlene Heidelbeersorten für den Hausgarten:
| Sorte | Reifezeit | Wuchs | Früchte | Geschmack | Schnitt |
|---|---|---|---|---|---|
| ‚Bluetta‘ | VII | sehr niedrig | blau | gut | mäßig |
| ‚Patriot‘ | VII | mittel | hellblau | sehr gut | mittel |
| ‚Spartan‘ | VII | hoch | riesig, hellblau | gut | stark |
| ‚Ivanhoe‘ | VII–VIII | hoch | hellblau | mittelmäßig gut | mittel |
| ‚Bluecrop‘ | VII–VIII | hoch | hellblau | sehr gut | stark |
| ‚Ama‘ | VIII | mittel | groß, blau | sehr gut | mittel |
| ‚Berkeley‘ | VII | sehr hoch | mittelblau | gut | mäßig |
| ‚Heerma‘ | VIII | sehr hoch | mittelblau | gut | mittel |
| ‚Goldtraube 71‘ | VIII | hoch | sehr blau | gut | stark |
| ‚Darrow‘ | VIII–IX | hoch | riesig, sehr blau | sehr gut | mittelstark |
