Hopfen
Humulus lupulus - Gemeiner Hopfen
Typ: Mehrjährige Kletterpflanze; getrocknete Hopfenzapfen werden für die Bierherstellung benötigt, junge Triebe werden als Gemüse verwendet.
Standort: sonnig; Boden tief, nährstoffreich, mit ausgeglichener Feuchtigkeit.
Pflanzabstand: 1,6 x 1,4 m.
Erntezeit: ab Ende August.
Vermehrung: vegetativ.
Hopfen aus der Familie der Maulbeergewächse (Moraceae) wächst wild in Europa und Asien. Die ersten belegten Berichte über den Hopfenanbau in Westeuropa stammen aus dem 8. Jahrhundert. Hopfen wird hauptsächlich in der Brauerei verwendet, aber aufgrund seiner beruhigenden Wirkung auch bei der Herstellung von Heilmitteln. Bitterstoffe, ätherische Öle und Tannine, die in den Hopfenzapfen enthalten sind, verleihen dem Bier den charakteristischen bitteren Geschmack und sind wichtig für seine Konservierung. Die zarten Triebspitzen, die im Frühjahr aus den Wurzeln treiben, werden wie Spargel zubereitet.
Hopfen ist eine geeignete mehrjährige Pflanze zur Begrünung von Wänden. Vor der Pflanzung muss der Boden tief bearbeitet werden. Das Pflanzgut wird im Frühjahr oder Herbst beim Schnitt der Hopfenpflanzen gewonnen. Von den zahlreichen Trieben, die nach dem Schnitt stets austreiben, werden nur 2–6 belassen, und diese werden rechtsdrehend (im Uhrzeigersinn) an aufgehängten Drähten eingeführt. Ab etwa Mitte Juni werden die unteren Seitentriebe eingekürzt. Die Blüte beginnt Ende Juni.
In Hopfengärten werden nur weibliche Pflanzen angebaut. Die weiblichen Blüten sind in zapfenförmigen Blütenständen angeordnet und sollten nicht von männlichen Pflanzen des wild wachsenden Hopfens bestäubt werden. Die reifen Hopfenzapfen werden ab Ende August geerntet und anschließend in Trockenkammern getrocknet. Es werden Aroma- und Bitterstoffsorten des Hopfens unterschieden.
Gefürchtete Pilzkrankheiten beim Hopfenanbau sind der falsche Mehltau (Peronospora) und das pilzbedingte Welken. Die häufigsten Schädlinge sind die Hopfenblattlaus und die Spinnmilbe.
Japanischer Hopfen
Humulus scandens - Japanischer Hopfen
Typ: Einjährige Kletterpflanze mit dichtem Blattwerk.
Standort: vollsonniger Standort; mäßig nährstoffreicher und feuchter Boden.
Höhe: bis 6 m.
Blütezeit: im September (unscheinbare Blüten).
Vermehrung: durch Aussaat unter Glas.
Der japanische Hopfen ist mit unserem einheimischen Hopfen (Humulus lupulus) verwandt. Er gehört ebenfalls zur Familie der Maulbeergewächse (Moraceae) und stammt aus Japan. Die Pflanzen sind zweihäusig, das bedeutet, es gibt Exemplare ausschließlich mit weiblichen Blüten und Exemplare mit männlichen Blüten. Die Blüten sind jedoch unscheinbar und für den Zierwert der Pflanze bedeutungslos. Der japanische Hopfen wirkt eindrucksvoll durch sein Wachstum und sein dichtes Blattwerk; er bildet bis zu 6 m hohe grüne Wände.
Die Pflanze ist nicht selbsttragend und benötigt daher eine Holzkonstruktion oder Drähte als Kletterhilfe. Der japanische Hopfen kann auch zur Schaffung eines Sichtschutzes oder zur Begrünung des Stammes alter Bäume verwendet werden.
Mit der Aussaat unter Glas wird ab Anfang März begonnen. In einen mittelgroßen Topf werden 2–3 Samen gegeben. Die Sämlinge werden vereinzelt und nach einigen Wochen in größere Töpfe umgepflanzt. Nach schrittweiser Abhärtung werden die Setzlinge ab Mitte Mai an den endgültigen Außenstandort gepflanzt. Während der Vorkultur werden die Pflanzen mit Stäben gestützt, wobei die einzelnen Töpfe nicht dicht nebeneinander gestellt werden dürfen, da sich die Triebe benachbarter Pflanzen sonst ineinander verschlingen und das Trennen schwierig wäre.
Sehr wirkungsvoll ist die Sorte ‚Variegatus‘ mit weißbunten Blättern und stark wüchsigem Charakter. In stark gedüngten und zu feuchten Böden verlieren die Blätter dieser Form ihre charakteristische Buntheit und werden grün.
