Kaffeepflanze
Immergrüner Strauch, der in der Wohnung nach einigen Jahren tatsächlich Früchte ansetzt. Er braucht Licht ohne pralle Mittagssonne und feuchte Luft.

Immergrüner Strauch für die Wohnung oder den Wintergarten.
Standort: hell, im Sommer vor der Mittagssonne geschützt
Höhe: 3-5 m
Vermehrung: durch Aussaat und Kopfstecklinge
Die Gattung Coffea gehört mit ihren 60 Arten zur Familie der Rötegewächse (Rubiaceae). In der Natur des tropischen Asiens und Afrikas werden diese immergrünen Sträucher bis zu 8 m hoch. Die bedeutendste Art ist Coffea arabica (Arabischer Kaffeestrauch), der die Kaffeebohnen liefert und sich auch als Zimmerpflanze ziehen lässt. Der Arabische Kaffeestrauch stammt aus den Bergwäldern im Südwesten Äthiopiens (Region Kaffa), wo er im Unterwuchs in Höhen von etwa 1000–2000 m wächst. Die Pflanze wird 3-5 m hoch und hat glänzend dunkelgrüne, leicht gewellte Blätter. Pflanzen, die älter als drei Jahre sind, blühen mit weißen Blüten, die in kleinen Büscheln in den Blattachseln sitzen, sternförmig gebaut sind und angenehm duften. Aus den bestäubten Blüten entwickeln sich beerenartige, etwa 1,2–1,5 cm lange Früchte (Steinfrüchte), jede meist mit zwei Samen, die eine Längsfurche tragen. Im Handel werden diese Samen als Kaffeebohnen bezeichnet. Die ersten Anpflanzungen der Kaffeepflanze fanden zwischen 1000 und 1300 an der Küste des Roten Meeres statt. Im Jahr 1450 gelangte sie nach Mekka, von wo aus Pilger sie in die islamischen Länder verbreiteten. Im 17. Jahrhundert kam die Kaffeepflanze über Venedig in die deutschsprachigen Länder.

Bei uns lässt sich die Kaffeepflanze am besten in einem geschlossenen Blumenfenster, im Wintergarten oder in einem kleinen Gewächshaus als Kübelpflanze oder frei ausgepflanzt kultivieren. Der Standort soll hell und nur im Sommer leicht schattiert sein. Geeignet ist eine Temperatur zwischen 15 und 25 °C, wobei 20 bis 25 °C optimal für das Wachstum sind. Bei niedrigen Temperaturen rollen sich die Blätter ein und hängen schlaff herab. Eine höhere Luftfeuchtigkeit (um 50 % und mehr) tut ihr gut. Trockene Zimmerluft verträgt sie aber besser als die meisten tropischen Pflanzen, nur treten bei Trockenheit eher Spinnmilben auf. In den Sommermonaten ist reichlich zu gießen, im Winter wird die Pflanze bei kühleren Temperaturen dagegen trockener gehalten. Das Substrat kann aus Lauberde, Komposterde, Torf und etwas Sand bestehen, sonst eignet sich handelsübliche Zimmerpflanzenerde mit niedrigem Düngeranteil. Eine einseitige Stickstoffdüngung verhindert die Blüte. Gedüngt wird vom Frühjahr bis zum Herbst, im Winter nur alle vier bis sechs Wochen. Den natürlichen organischen Dünger Düngee können Sie beim Umtopfen ins Substrat einarbeiten oder einmal im Monat als Auszug zum Gießen verwenden (1 Teelöffel auf 1 Liter Wasser); die genaue Dosierung finden Sie in der Dosierungstabelle.
Spinnmilben treten vor allem bei Pflanzen in trockener Luft auf. Auch Schildläuse sollten Sie rechtzeitig entfernen, solange es nur wenige sind: Wischen Sie sie mit einem Wattestäbchen oder einem Tuch von Blättern und Stängeln ab. Beiden Schädlingen kommt trockene Zimmerluft entgegen, deshalb besteht die erste Maßnahme immer darin, die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen und die Pflanze gelegentlich mit lauwarmem Wasser abzuduschen. Für die Aussaat eignen sich nur frische Samen aus den Früchten. Grüner (ungerösteter) Kaffee aus dem Handel keimt schlecht.
Die Pflanze setzt gut Samen an, wenn sie genügend Licht bekommt, bei einer Temperatur von 22 °C wächst und ihre Blüten bestäubt werden. Die Kaffeepflanze ist selbstfertil, das Übertragen des Pollens mit einem kleinen Pinsel von Blüte zu Blüte verbessert aber den Fruchtansatz. Die Samen reifen in 7-8 Monaten heran und können nach dem Entfernen der fleischigen und der dünnen pergamentartigen Hülle ausgesät werden. Die Keimung dauert bei einer Temperatur von 30 °C vier Wochen.
Möglich ist auch die vegetative Vermehrung durch Kopfstecklinge im Juni und Juli. Aus Stecklingen, die von Seitentrieben geschnitten wurden, wachsen nur waagerecht wachsende Pflanzen ohne Mitteltrieb. Für das Bewurzeln von Stecklingen braucht es viel Wärme und eine hohe Luftfeuchtigkeit.
Kaffeepflanze in der Wohnung: Licht, Wasser, Aussaat und wann sie trägt
| Anspruch | Was die Kaffeepflanze braucht |
|---|---|
| Licht | Halbschatten; verträgt auch einen Platz weiter vom Fenster oder ein Nordfenster, aber keine direkte Mittagssonne |
| Temperatur | tagsüber optimal um 24 °C; im Winter kühler, aber nicht unter 15 °C |
| Substrat | nährstoffreich und sauer (pH 4,5–6): Gartenerde, Kompost, Sand und Torf |
| Wasser | reichlich, mit weichem Wasser ohne Chlor und Kalk; im Winter weniger |
| Luft | trockene Zimmerluft verträgt sie gut, höhere Luftfeuchtigkeit hält aber Spinnmilben zurück |
Die Blätter zeigen Fehler als Erstes
Die Kaffeepflanze hat große Blätter, die viel Wasser verdunsten. Bei Trockenheit vertrocknen sie, bei Kälte rollen sie sich ein und hängen herab. Hartes Wasser mit Kalk oder Chlor verursacht Chlorose: Die Blätter vergilben und nur die Adern bleiben grün. Gießen Sie deshalb mit Regenwasser oder gefiltertem Wasser.
Aussaat: nur frische Samen
- Verwenden Sie Samen aus frischen, reifen Früchten. In den Beeren bleiben sie lange keimfähig, herausgelöst verlieren sie ihre Keimfähigkeit schnell.
- Säen Sie in ein saures Substrat, zum Beispiel Torf mit Sand oder Perlit. Die Samen keimen in 3–4 Wochen.
- Wenn die Keimblätter die Samenhülle nicht abstreifen können, ziehen Sie sie vorsichtig ab.
- Sobald zwei echte Blätter kräftig sind, pikieren Sie die Sämlinge einzeln in Töpfe. Topfen Sie danach immer nur in ein wenig größeres Gefäß um.
Stecklinge wachsen anders als Sämlinge
Eine aufrechte Pflanze erhalten Sie nur aus Stecklingen von senkrechten Trieben oder aus der Triebspitze. Stecklinge von Seitenästen wachsen niederliegend und bilden keinen Leittrieb. Die Bewurzelung dauert lange, oft mehrere Monate.
Blüte, Früchte und Kaffee aus eigener Ernte
Die Kaffeepflanze blüht vor allem im April und Mai mit weißen, duftenden Blüten, schwächer dann über das ganze Jahr. Früchte bilden etwa 40 % der Blüten. Bei guter Pflege blüht und trägt sie im 2. bis 4. Jahr.
Die Früchte reifen etwa 7 Monate nach der Blüte. Ernten Sie sie erst, wenn sie vollständig dunkelrot gefärbt sind. In einer Beere stecken meist zwei Samen, die mit der flachen Seite aneinanderliegen.
Die Verarbeitung zu Hause ist einfach: Lösen Sie die Samen aus dem Fruchtfleisch, lassen Sie sie kurz in lauwarmem Wasser fermentieren, trocknen Sie sie und rösten Sie sie, bis sie braun werden und zu duften beginnen.
Häufig gestellte Fragen
Kann man von einer Kaffeepflanze in der Wohnung Kaffee ernten?
Ja, aber nur wenig. Die Pflanze beginnt nach drei Jahren zu blühen, und von einem Strauch im Kübel ernten Sie in der Größenordnung einiger Dutzend bis weniger Hundert Bohnen — für eine Tasse brauchen Sie etwa siebzig Bohnen. Das ist eher eine Freude als eine Versorgung.
Warum bekommt die Kaffeepflanze braune Blätter und wirft sie ab?
Meist wegen trockener Luft und Kälte. Es hilft eine Luftfeuchtigkeit um 50 % und eine Temperatur, die nicht unter 15 °C fällt. Gelbe Blätter mit grün bleibenden Adern verursacht dagegen hartes, kalkhaltiges Wasser. Bei Kälte rollen sich die Blätter ein und hängen schlaff herab, das ist das typische Anzeichen.
Warum blüht die Kaffeepflanze nicht?
Entweder ist sie jünger als drei Jahre, oder sie bekommt einseitig Stickstoff. Ein Stickstoffüberschuss blockiert die Blüte direkt — deshalb wird die Kaffeepflanze eher schwach und ausgewogen gedüngt.
Muss ich die Blüten von Hand bestäuben?
Nötig ist es nicht, die Kaffeepflanze ist selbstfertil. In der Wohnung verbessert eine Handbestäubung aber den Fruchtansatz — es genügt, mit einem kleinen Pinsel von Blüte zu Blüte zu fahren. Die Früchte reifen danach sieben bis acht Monate.
Kann man eine Kaffeepflanze aus Kaffeebohnen aus dem Laden ziehen?
Nein. Geröstete Bohnen sind tot, und auch grüner (ungerösteter) Kaffee aus dem Handel keimt meist nicht, weil er lange getrocknet und gelagert wurde. Sie brauchen frische Samen aus reifen Früchten ohne Fruchtfleisch und ohne Pergamenthülle; sie keimen in 3–4 Wochen bei einer Temperatur um 30 °C.
Welche Schädlinge treten an der Kaffeepflanze auf?
Spinnmilben und Schildläuse, beiden kommt trockene Zimmerluft entgegen. Es hilft, die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen, die Blattunterseiten regelmäßig zu kontrollieren und die Pflanze mit lauwarmem Wasser abzuduschen; bei stärkerem Befall greifen Sie zu einem schonenden Pflanzenschutzmittel.
Womit düngt man die Kaffeepflanze?
Schwach und regelmäßig vom Frühjahr bis zum Herbst, im Winter nur ausnahmsweise. Meiden Sie Dünger mit hohem Stickstoffanteil, danach blüht die Pflanze nicht. Das Substrat soll humos sein, aus Lauberde, Kompost, Torf und etwas Sand.
