Meerrettich
Ein Wurzelgemüse, das im Garten jahrelang durchhält — und sich ohne Wurzelsperre das ganze Beet nimmt.
Was ist Meerrettich (Armoracia rusticana)
(Armoracia)
Meerrettich ist ein Wurzelgemüse, das einen kräftigen, scharfen Geschmack hat. Beliebt ist er dafür, dass er Speisen Schärfe und ein würziges Aroma verleiht — in Österreich und Bayern ist er als Kren bekannt. Meerrettich gilt traditionell auch als wohltuend und ist reich an Vitamin C und K, Kalzium, Kalium und Ballaststoffen.
Meerrettich wächst in der gemäßigten Klimazone auf der ganzen Welt. Seine ursprüngliche Heimat ist Mitteleuropa, vor allem die Gebiete rund um die Donau. Traditionell gehört er zur mitteleuropäischen Küche, wo er häufig als Zutat für Soßen, Marinaden und Salate oder als Beilage zu Fleisch und Fisch verwendet wird.
Angebaut wird Meerrettich aber auch in anderen Teilen der Welt, darunter Nordamerika, Australien und China. Dort finden Sie ihn auf Feldern ebenso wie in Gärten. Am besten wächst er in feuchtem Boden und in kühlerem Klima.
Was im Meerrettich steckt
Der folgende Überblick beschreibt, was Meerrettich enthält und wie er traditionell verwendet wird. Meerrettich ist ein Lebensmittel und kein Arzneimittel — wenden Sie sich bei gesundheitlichen Beschwerden an Ihren Arzt.

Meerrettich hat dank der enthaltenen bioaktiven Substanzen und Nährstoffe gleich mehrere wohltuende Wirkungen. Zu den wichtigsten gehören:
Unterstützung des Immunsystems: Meerrettich ist reich an Vitamin C, das für die Stärkung des Immunsystems und den Schutz vor Infekten wichtig ist. Die Aufnahme von Vitamin C aus Meerrettich kann helfen, die Widerstandsfähigkeit gegen Erkältungen, Grippe und andere Infekte zu verbessern.
Antioxidative Wirkung: Meerrettich enthält sekundäre Pflanzenstoffe mit antioxidativen Eigenschaften wie Isothiocyanate und phenolische Verbindungen. Diese Stoffe zählen zu den Antioxidantien, also zu den Verbindungen, die freie Radikale abfangen.
Entzündungshemmende Wirkung: Einige Bestandteile des Meerrettichs wirken entzündungshemmend und können entzündliche Prozesse im Körper mindern. Es handelt sich dabei aber um ein gewöhnliches Lebensmittel und nicht um ein Arzneimittel — Meerrettich heilt keine Krankheit und beugt ihr auch nicht vor.
Wirkung auf die Verdauung: Meerrettich enthält Ballaststoffe, die die Verdauung und eine gesunde Darmtätigkeit unterstützen. Sie helfen, Verdauungsbeschwerden wie Verstopfung vorzubeugen, und fördern das Wachstum nützlicher Darmbakterien.
Freie Atemwege: Der kräftige Geschmack und das Aroma des Meerrettichs können helfen, Nasennebenhöhlen und Bronchien zu befreien. Das kann bei der symptomatischen Behandlung von Schnupfen, Bronchitis und anderen Atemwegsbeschwerden nützlich sein.
Zu beachten ist allerdings, dass Meerrettich in Maßen genossen werden sollte, denn seine Schärfe und seine kräftige Wirkung können für manche Menschen zu intensiv sein. Vor allem Menschen mit empfindlichem Magen oder mit Nierenproblemen sollten den Verzehr einschränken oder ihren Arzt fragen.
Meerrettich in der Schwangerschaft

Beim Verzehr von Meerrettich in der Schwangerschaft ist Vorsicht geboten und einige Regeln sollten eingehalten werden. Auch wenn Meerrettich für die meisten Menschen als unbedenklich gilt, kann er Nebenwirkungen haben, die eine Schwangere betreffen können.
Scharfer Geschmack: Meerrettich schmeckt ausgeprägt scharf, was bei manchen Schwangeren Übelkeit oder Sodbrennen auslösen kann. Wenn Ihnen Meerrettich nicht bekommt oder Sie Verdauungsprobleme haben, sollten Sie den Verzehr einschränken.
Mögliche allergische Reaktionen: Manche Menschen reagieren allergisch auf Meerrettich, etwa mit Juckreiz, Schwellungen oder Hautausschlag. Wenn Sie auf Meerrettich oder eine andere Pflanze aus der Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae) allergisch sind, sollten Sie auf den Verzehr verzichten.
Menge: Meerrettich isst man teelöffelweise als scharfes Gewürz, über die Nährstoffversorgung entscheidet er also nicht. Entscheidend ist genau diese Schärfe — die Senföle können Magen und Speiseröhre reizen und Sodbrennen in der Schwangerschaft noch verstärken.
Wenn Sie schwanger sind und Meerrettich essen möchten, sprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt oder einer Ernährungsfachkraft.
Meerrettich pflanzen und anbauen
🚨 Meerrettich wuchert und lässt sich nur schwer wieder loswerden. Aus jedem Wurzelstück, das im Boden bleibt, wächst eine neue Pflanze — deshalb setzt man Meerrettich außerhalb des Gemüsebeets, am besten in einen eingegrabenen Kübel, ein Rohr oder einen Eimer ohne Boden. Ohne Wurzelsperre nimmt er sich in wenigen Jahren das ganze Beet.
Meerrettich lässt sich im Garten oder im Kräuterbeet anbauen. Gehen Sie dabei nach unserer Anleitung vor:
Standortwahl: Meerrettich braucht einen sonnigen bis halbschattigen Platz. Wählen Sie einen Standort mit gut durchlässigem Boden; in der vollen Mittagssonne welken die Blätter schnell, ideal ist deshalb Halbschatten.
Boden: Meerrettich bevorzugt feuchten, gut durchlässigen Boden mit einem pH-Wert um 6 bis 7. Vor dem Pflanzen können Sie Kompost oder gut verrotteten Mist einarbeiten, um Struktur und Nährstoffgehalt zu verbessern.
Pflanzung: Meerrettich wird aus Wurzelstecklingen gezogen, den sogenannten Fechsern — etwa 20 bis 30 cm langen, fingerdicken Wurzelstücken. Man bekommt sie in der Gärtnerei, meist trennen Gärtner sie aber bei der Ernte vom eigenen Beet ab. Gepflanzt wird im Frühjahr, sobald der Boden ausreichend erwärmt ist. Gehen Sie so vor:
- Heben Sie einen Graben oder eine Grube von 20 bis 30 cm Tiefe aus.
- Die Fechser sollten in einem Abstand von etwa 30 cm voneinander gesetzt werden.
- Setzen Sie die Wurzeln schräg ein, sodass der Kopf leicht aus der Erde ragt.
4. Pflege der Pflanzen: Halten Sie den Boden rund um die Pflanzen feucht, aber nicht nass. Entfernen Sie regelmäßig Unkraut, damit es dem Meerrettich keine wertvollen Nährstoffe wegnimmt. Empfehlenswert ist außerdem, die Pflanzen mit organischem Dünger wie Kompost oder gut verrottetem Mist nachzudüngen.
5. Überwinterung: Meerrettich ist mehrjährig und kann über den Winter im Freien bleiben. Um die Wurzeln vor strengem Frost zu schützen, können Sie im Herbst eine Schicht Mulch oder Stroh auf das Beet geben.
6. Ernte: Meerrettich lässt sich etwa sechs bis acht Monate nach dem Pflanzen ernten. Die Wurzeln werden mit Spaten oder Grabegabel ausgegraben. Setzen Sie das Werkzeug immer ein Stück von der Wurzel entfernt an, um sie nicht zu beschädigen. Sie können auch nur einen Teil der Wurzel entnehmen und den Rest im Boden lassen, wenn Sie Meerrettich weiter anbauen möchten. Aus dem Wurzelrest treibt er im nächsten Jahr wieder aus.
Meerrettich haltbar machen und lagern
Meerrettich lagert man am besten kühl und feucht, damit er Frische und Qualität möglichst lange behält. Hier sind einige Möglichkeiten, Meerrettich aufzubewahren:
Im Kühlschrank: Gewaschenen Meerrettich können Sie in feuchtes Papier oder ein Tuch wickeln, in einen Plastikbeutel geben und in den Kühlschrank legen. So hält er mehrere Wochen. Vor dem Lagern lohnt es sich, die eingetrockneten Wurzelenden zu entfernen oder abzubrechen.
Trocken und kühl: Wenn Sie Meerrettich mit Wurzel haben, können Sie ihn in feuchtes Papier oder ein Tuch wickeln und an einem trockenen, kühlen Ort aufbewahren, zum Beispiel im Keller. Vor dem Lagern sollten Sie die eingetrockneten Wurzelteile entfernen.
Im Boden: Wenn Sie die Möglichkeit haben, können Sie Meerrettich im Boden lassen. Belassen Sie ihn dort, solange die Erde weich ist und nicht gefriert. Vor dem Frost decken Sie ihn mit einer Schicht Mulch oder Stroh ab, damit er vor starkem Frost geschützt ist.
Geriebenen Meerrettich einlegen

Eine weitere Möglichkeit, Meerrettich länger haltbar zu machen, ist geriebenen Meerrettich einzulegen. Gehen Sie nach unserer Anleitung vor.
Sie brauchen:
- 250 g Meerrettich,
- 1/2 Tasse Essig (Weiß- oder Apfelessig),
- 1/4 Tasse Zucker,
- 1/2 Teelöffel Salz,
- 1/4 Tasse Wasser.
Zubereitung:
Schälen Sie den Meerrettich und waschen Sie ihn unter fließendem Wasser ab. Reiben Sie ihn auf einer feinen Reibe. Geben Sie den geriebenen Meerrettich in eine Schüssel.
Mischen Sie in einem mittelgroßen Topf Essig, Zucker, Salz und Wasser. Bringen Sie die Mischung zum Kochen und kochen Sie sie, bis sich Zucker und Salz vollständig aufgelöst haben.
Gießen Sie den heißen Sud über den geriebenen Meerrettich. Die Dämpfe des heißen Essigs können intensiv sein, lüften Sie deshalb beim Kochen.
Vermischen Sie den geriebenen Meerrettich gründlich mit dem Sud, damit sich alle Zutaten verbinden. Lassen Sie die Mischung auf Zimmertemperatur abkühlen.
Füllen Sie den eingelegten Meerrettich anschließend in Gläser oder Gefäße mit verschließbarem Deckel. Achten Sie darauf, dass der Meerrettich vom Sud bedeckt ist. Bewahren Sie die Gläser im Kühlschrank auf.
Eingelegten geriebenen Meerrettich können Sie zu Fleisch, Fisch, Sandwiches oder Salaten servieren.
Apfelmeerrettich

Apfelmeerrettich ist ein traditionelles Gericht, das in Mitteleuropa früher zum Schlachtfest zubereitet wurde; in Tschechien heißt er „vejmrda“.
Für Apfelmeerrettich brauchen Sie:
– 1 Meerrettichwurzel,
– 2 Äpfel,
– Salz und Pfeffer,
– etwas Brühe von gekochtem Schweinefleisch,
– Zitronensaft.
Meerrettich und Äpfel fein reiben, salzen, pfeffern, mit Brühe aufgießen, damit die Schärfe milder wird, und nach Geschmack etwas Zitronensaft zugeben.
Sie können ihn sofort servieren oder im Kühlschrank aufbewahren und zu Kesselfleisch, Schweinefleisch, aber zum Beispiel auch zu Rinderzunge reichen.
Meerrettich-Röllchen

Meerrettich-Röllchen sind ein köstliches Gericht, das den frischen Geschmack von Meerrettich mit weiteren Zutaten wie Schinken, Käse oder Gemüse verbindet. Hier ist eine einfache Anleitung, wie Sie Meerrettich-Röllchen zubereiten:
Zutaten:
- Schinken- oder Lachsscheiben,
- Frischkäse (zum Beispiel Rahmfrischkäse oder Quark)
- frisch geriebener Meerrettich,
- Radieschen oder anderes Gemüse (optional),
- Salz und Pfeffer (nach Geschmack).
Zubereitung:
Legen Sie die Schinken- oder Lachsscheiben auf die Arbeitsfläche. Bestreichen Sie jede Scheibe mit einer dünnen Schicht Frischkäse. Verteilen Sie den Käse gleichmäßig auf der ganzen Scheibe.
Reiben Sie frischen Meerrettich auf einer feinen Reibe. Die Menge passen Sie Ihrem Geschmack an. Streuen Sie den geriebenen Meerrettich gleichmäßig über die Schinken- oder Lachsscheibe.
An ein Ende der Schinkenscheibe können Sie Radieschenscheiben oder anderes klein geschnittenes Gemüse legen.
Rollen Sie die Schinken- oder Lachsscheibe vorsichtig von einer Seite her auf. Rollen Sie möglichst fest, damit die Röllchen nicht auseinanderfallen. Bei Bedarf können Sie sie mit einem Zahnstocher fixieren.
Servieren Sie die Meerrettich-Röllchen als kalte Vorspeise oder als Teil eines Mittag- oder Abendessens. Sie können sie auf einem Teller oder einer Platte anrichten und mit frischen Kräutern oder Zitronenscheiben garnieren.
Gemüse düngen
- Sie können in einer dünnen Schicht rund um die Pflanzen streuen.
- Sie können beim Pflanzen einen Teelöffel Düngee unter jeden Setzling geben.
- Setzen Sie Düngee als Auszug an und gießen Sie damit rund um die Pflanzen, oder besprühen Sie die Pflanzen mit dem Auszug (Sie können ihn auch ungefiltert mit der Gießkanne über die Blätter geben).
Häufige Fragen: Meerrettich
Wie bewahrt man Meerrettich auf?
Meerrettich lagert man am besten kühl und feucht. Wickeln Sie die gewaschene Wurzel in feuchtes Papier oder ein Tuch, geben Sie sie in einen Beutel und legen Sie sie in den Kühlschrank — so hält sie mehrere Wochen. Genauso eingewickelt hält sie sich auch im kühlen Keller. Brechen Sie vor dem Lagern die eingetrockneten Wurzelenden ab.
Kann Meerrettich über den Winter im Boden bleiben?
Ja. Sie können Meerrettich im Boden lassen, solange dieser weich ist und nicht gefriert. Vor den ersten Frösten decken Sie ihn mit einer Schicht Mulch oder Stroh ab. Wenn Sie nur einen Teil der Wurzel entnehmen, treibt der Meerrettich im nächsten Jahr aus dem Rest wieder aus.
Wie bewahrt man geriebenen Meerrettich auf?
Legen Sie geriebenen Meerrettich in einen Sud ein: Mischen Sie für 250 g Meerrettich 1/2 Tasse Essig, 1/4 Tasse Zucker, 1/2 Teelöffel Salz und 1/4 Tasse Wasser, bringen Sie alles zum Kochen und gießen Sie den heißen Sud über den geriebenen Meerrettich. Nach dem Abkühlen füllen Sie ihn so in Gläser, dass er vom Sud bedeckt ist, und stellen ihn in den Kühlschrank.
Wofür ist Meerrettich gut?
Meerrettich ist reich an Vitamin C und K, Kalzium, Kalium und Ballaststoffen. Er unterstützt Immunsystem und Verdauung, enthält Stoffe mit antioxidativer und entzündungshemmender Wirkung, und sein scharfes Aroma hilft, die Nasennebenhöhlen zu befreien. Genießen Sie ihn in Maßen — Menschen mit empfindlichem Magen oder mit Nierenproblemen sollten die Menge einschränken oder ihren Arzt fragen.
Wie baut man Meerrettich im Garten an?
Wählen Sie einen sonnigen bis halbschattigen Platz mit feuchtem, gut durchlässigem Boden und einem pH-Wert um 6 bis 7; arbeiten Sie vor dem Pflanzen Kompost oder gut verrotteten Mist ein. Die Fechser werden im Frühjahr in den erwärmten Boden gesetzt, in eine Grube oder einen Graben von 20 bis 30 cm Tiefe.
Womit düngt man Meerrettich?
Meerrettich bildet eine kräftige Wurzel und braucht deshalb einen gut versorgten Boden. Arbeiten Sie den Naturdünger Düngee schon beim Pflanzen in den Boden ein und düngen Sie während der Saison mit einem Auszug in der Gießkanne nach (1 Teelöffel auf 1 Liter Wasser).
Die genaue Dosierung für die einzelnen Pflanzen finden Sie auf der Seite Dosierung von Düngee.
