Rebenstecher
Der Rebenstecher (Byctiscus betulae) ist ein Blattroller, der Weinreben und Birnbäume befällt. So erkennen Sie ihn, so lebt er – und das hilft wirklich gegen ihn.
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Rebenstecher – nicht nur die Weinrebe, auch der Birnbaum ist gefährdet
(Byctiscus betulae)
Der Rebenstecher (Byctiscus betulae) ist ein Käfer aus der Familie der Blattroller (Attelabidae), einer Gruppe innerhalb der Rüsselkäfer. Er frisst an Blättern und jungen Trieben der Weinrebe. Die Käfer schimmern metallisch blaugrün bis kupfrig und werden bis zu 1,3 cm lang. Ab dem Frühjahr sitzen sie an den Reben und an Birn-, Pappel- und Birkenblättern in der Umgebung.
Larven entwickeln sich im Inneren der Blattrolle, die das Weibchen anfertigt, und ernähren sich vom welkenden Blattgewebe – nicht im Boden an den Wurzeln. Der Fraß der Käfer an Blättern und jungen Trieben kann den Austrieb verzögern und den Stock insgesamt schwächen. Die fertigen Käfer überwintern dann im Boden und in der Laubstreu.
Neben dem direkten Fraßschaden fällt vor allem der Verlust an Blattmasse ins Gewicht: Jede eingerollte Blattrolle ist ein Blatt weniger, das Zucker für Trauben und Holzreife liefert.
Zur Vorbeugung gehört die regelmäßige Kontrolle der Reben und ihrer Umgebung, damit ein Befall früh auffällt. Am wirksamsten ist das Absammeln der Blattrollen, solange Eier und Larven noch darin sitzen. Wichtig ist außerdem ein kräftiger, gut durchwurzelter Stock – er steckt Blattverluste deutlich besser weg.
Wie erkennt man den Rebenstecher

Den Rebenstecher erkennen Sie am metallisch blaugrün bis kupfrig schimmernden Panzer der Käfer. Auch ohne den Käfer selbst zu sehen ist der Befall eindeutig: Die Käfer fressen Löcher und Fenster in die Blätter, die Weibchen knicken zusätzlich die Blattstiele an und rollen die Blätter zu festen Wickeln zusammen, die ein wenig wie Zigarren aussehen.
Die Käfer überwintern im Boden und in der Laubstreu. Die Weibchen legen ihre Eier in die gefertigten Blattwickel, in denen sich die Larven anschließend vom welkenden Blattgewebe ernähren.
Rebenstecher bekämpfen und vorbeugen

Chemische Mittel sind gegen den Rebenstecher im Hausgarten die letzte Wahl – und ob überhaupt eines für Weinrebe oder Birne zugelassen ist, steht im Pflanzenschutzmittel-Verzeichnis des BVL unter „Haus- und Kleingarten“.
Dort finden Sie unter anderem diese Wirkstoffgruppen:
- Kali-Seife – Kontaktmittel gegen weichhäutige Insekten,
- Rapsöl-Präparate – wirken über einen Ölfilm,
- Pyrethrine aus Chrysanthemen,
- Azadirachtin aus dem Niembaum.
Bedenken Sie dabei, dass chemische Spritzmittel auch für Menschen, Tiere und Nützlinge schädlich sind. Tragen Sie bei der Anwendung immer Schutzbrille, Schutzhandschuhe und Schutzkleidung.
Deutlich mehr bringt beim Rebenstecher aber das mechanische Absammeln der Blattwickel und das Lockern des Bodens unter den Rebstöcken, um überwinternde Käfer freizulegen; dazu gesundes Pflanzgut kaufen und die Reben in den empfohlenen Abständen setzen. Pheromonfallen, wie es sie gegen Apfel- und Pflaumenwickler gibt, sind für den Rebenstecher nicht im Handel – den Befall schätzt man am besten durch Auszählen der Blattwickel ab.
Am wichtigsten bleibt aber die Vorbeugung, also:
- gesundes Pflanzgut kaufen,
- nur gesunde Weinreben vermehren,
- befallene Blattwickel ab Mai regelmäßig abknipsen und entsorgen,
- Reben in den empfohlenen Abständen pflanzen, damit das Laub schnell abtrocknet,
- Falllaub im Herbst unter den Stöcken zusammenrechen – dort überwintern die Käfer.
