Rotspitzigkeit im Rasen (Laetisaria fuciformis)
Die Rotspitzigkeit (Laetisaria fuciformis) ist ein parasitischer Pilz, der viele Gras- und Rasenarten befällt.
Inhalt
Rotspitzigkeit im Rasen – Vorsicht im Herbst

(Laetisaria fuciformis)
Die Rotspitzigkeit (Laetisaria fuciformis) ist ein parasitischer Pilz, der verschiedene Gras- und Rasenarten befällt. Erkennbar ist die Krankheit an ihren typischen Symptomen: rote bis rosafarbene Geflechte an den Blattspitzen und hellbraun ausbleichende Stellen in der Rasennarbe. Auffällig wird sie vor allem auf Rasenflächen, Wiesen, Golfplätzen und Sportrasen.
Verursacher ist der Pilz Laetisaria fuciformis, der Blätter und Halme der Gräser infiziert. Befallene Gräser färben sich rötlich – die Farbe stammt von den Pigmenten des Pilzes.
Die Krankheit tritt häufig im Spätsommer und im Herbst bei warmer, feuchter Witterung auf, wenn die Bedingungen für die Ausbreitung des Pilzes ideal sind. Übertragen wird er außerdem mechanisch, etwa beim Mähen oder wenn befallenes Schnittgut an eine andere Stelle gelangt.
Leider gibt es keine wirksame chemische Behandlung gegen die Rotspitzigkeit. Zu Beginn des Befalls lassen sich in Deutschland zugelassene Fungizide versuchen – welche das sind, steht im Pflanzenschutzmittel-Verzeichnis des BVL –, ihre Wirkung ist jedoch sehr gering. Vorbeugung und richtige Rasenpflege sind der Schlüssel, um den Befall klein zu halten. Empfehlenswert ist es, beim Mähen die Regeln einzuhalten: regelmäßig mähen, eine angemessene Schnitthöhe belassen und sauberes, scharfes Werkzeug verwenden. Wichtig sind außerdem eine gute Drainage und ausreichende Durchlüftung der Fläche. Wer den Rasen belüftet, senkt die Feuchtigkeit an der Grasnarbe und bremst damit die Ausbreitung des Pilzes.
Rotspitzigkeit – widerstandsfähige Gräser und Weißklee

Wie widerstandsfähig eine Fläche gegen die Rotspitzigkeit (Laetisaria fuciformis) ist, hängt von der Grasart ab und ebenso von den örtlichen Klima- und Standortbedingungen. Generell stecken manche Arten diese Pilzkrankheit besser weg als andere. Als vergleichsweise robust gegen die Rotspitzigkeit gelten:
Weißklee (Trifolium repens): Weißklee wird häufig als Bestandteil der Rasennarbe eingesät und gilt als vergleichsweise robust gegenüber einigen Pilzkrankheiten, darunter der Rotspitzigkeit.
Glatthafer (Arrhenatherum elatius): Glatthafer steckt in vielen Wiesen- und Landschaftsrasenmischungen und gilt als widerstandsfähig gegen einige Krankheiten, darunter die Rotspitzigkeit.
Wiesenrispengras (Poa pratensis): Wiesenrispengras ist eines der wichtigsten Gräser in Rasenmischungen und bildet die belastbare Grundnarbe. Gegen die Rotspitzigkeit ist es deutlich unempfindlicher als Deutsches Weidelgras und Rotschwingel, die als besonders anfällig gelten.
Quecke (Elymus repens): Die Quecke ist ein ausdauerndes Gras, das gegenüber einigen Pilzkrankheiten recht robust ist, auch gegenüber der Rotspitzigkeit. Im Zierrasen ist sie allerdings kein Wunschgast, sondern ein hartnäckiges Unkraut.
Denken Sie aber immer daran, dass die Widerstandsfähigkeit einzelner Grasarten gegen die Rotspitzigkeit regional verschieden ausfällt und von den konkreten Standort- und Pflegebedingungen abhängt. Und selbst wenn manche Arten robuster sind: Völlig immun gegen alle Krankheiten ist keine Grasart. Bei der Auswahl der Gräser für eine Rasenfläche – auch bei fertigen Rasenmischungen – lohnt der Rat eines Fachbetriebs vor Ort, denn dort kennt man die örtlichen Bedingungen und die Ansprüche der jeweiligen Fläche.
Rotspitzigkeit vorbeugen: düngen, wässern, vertikutieren
Die beste Vorbeugung gegen die Rotspitzigkeit ist ein Rasen in guter Verfassung. Dazu gehören:
- eine ausgewogene Nährstoffversorgung mit ausreichend Stickstoff,
- die richtige Bewässerung – den Rasen nie ganz austrocknen lassen, ihn aber auch nicht unnötig vernässen,
- Moos entfernen – und mit ihm den Rasenfilz; das gelingt durch Vertikutieren im Frühjahr und im Herbst,
- regelmäßiges Mähen – entweder mit einem Rasenmäher mit scharfen Messern oder, wer es kann, mit der Sense.
Zu Beginn des Befalls können Sie zugelassene Fungizide einsetzen – bedenken Sie aber, dass gegen die Rotspitzigkeit keines hundertprozentig wirkt und dass es sich um potenziell gefährliche chemische Stoffe handelt.
Die Grundlage bleibt jedoch die Nährstoffversorgung. Eine dichte, kräftig wachsende Rasennarbe erreichen Sie mit organischem Dünger, der dem Rasen die nötigen Nährstoffe liefert. Zusammen mit dem richtigen Mähen und Wässern gehört er zur normalen Rasenpflege – siehe weiter unten.
