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Wachtelweizen (Melampyrum)

Der Wachtelweizen ist ein halbparasitisches Kraut, das auf Wiesen, Schlägen und Waldsäumen vorkommt.
  • Standort: sonnige bis halbschattige Standorte, am häufigsten auf Wiesen, Weiden und Waldrändern
  • Höhe: 15–50 cm je nach Art
  • Blütezeit: Juni–September
  • Vermehrung: durch Aussaat von Samen
Der Wachtelweizen (Melampyrum) ist eine Gattung einjähriger Kräuter, die zu den halbparasitischen Pflanzen aus der Familie der Sommerwurzgewächse (Orobanchaceae) gehören. Das bedeutet, dass sie zwar zur Photosynthese fähig sind, gleichzeitig aber Wasser und Nährstoffe aus den Wurzeln umliegender Pflanzen beziehen. Diese Lebensweise beeinflusst das Erscheinungsbild der Pflanze sowie ihre Standortansprüche. Die Gattung umfasst mehr als 20 Arten, von denen einige auch in der Tschechischen Republik und in der Slowakei natürlich vorkommen. Typisch sind längliche gegenständige Blätter und röhrenförmige Blüten, die weiß, gelb, rosa bis violett sein können.

Ökologie und Bedeutung

Wachtelweizen sind häufig Bestandteil artenreicher Wiesen. Ihre Anwesenheit beeinflusst die Artenzusammensetzung der Pflanzengesellschaften, da sie durch Parasitismus stärkere Pflanzen schwächen und damit auch weniger konkurrenzfähigen Arten Raum zum Wachsen geben. Sie sind damit ein wichtiger Bestandteil des Ökosystems und tragen zur Erhaltung artenreicher Wiesen bei. Einige Arten gelten als Indikatoren naturnaher Biotope.

Arten des Wachtelweizens

Hain-Wachtelweizen (Melampyrum nemorosum)

Hain-Wachtelweizen (Melampyrum nemorosum)

Diese Art ist leicht an dem Kontrast zwischen den violett gefärbten Hochblättern und den gelben Blüten zu erkennen. Sie erreicht eine Höhe von etwa 30–50 cm. Sie blüht von Juni bis August und ist vor allem an Waldrändern und in strauchigen Säumen zu finden. Aufgrund ihres attraktiven Erscheinungsbildes ist sie auch bei Fotografen und Liebhabern von Wildpflanzen beliebt.

Acker-Wachtelweizen (Melampyrum arvense)

Er wächst an trockeneren Standorten, häufig in der Nähe von Feldern oder auf Trockenwiesen. Er erreicht eine Höhe von 20–40 cm. Er hat auffällige, violett gefärbte Hochblätter und rosa bis violette Blüten, die von Mai bis Juli blühen. Diese Art gilt als Unkrautpflanze der Felder, war früher weiter verbreitet, geht jedoch mit der intensiven Bewirtschaftung zurück.

Acker-Wachtelweizen (Melampyrum arvense)
Wiesenwachtelweizen (Melampyrum pratense)

Wiesen-Wachtelweizen (Melampyrum pratense)

Die am weitesten verbreitete Art in unseren Wäldern und auf Wiesen. Sie hat gelbe Blüten und wird 15–30 cm groß. Sie blüht von Juni bis September und ist eine wichtige Art für viele Bestäuber. Dank ihres halbparasitischen Charakters wächst sie häufig in Gemeinschaft mit Gräsern und Kräutern, aus denen sie Nährstoffe bezieht.

Anbau und Verwendung

Wachtelweizen werden üblicherweise nicht in Gärten angebaut, da es sich um einjährige Pflanzen handelt, die an natürliche Ökosysteme gebunden sind und den Kontakt mit Wirtspflanzen benötigen. In Naturgärten und auf Wiesen können sie jedoch spontan entstehen, wenn eine natürliche Entwicklung zugelassen wird. Die Samen des Wachtelweizens werden vor allem durch Ameisen verbreitet (Myrmekochorie), da sie nährstoffreiche Anhängsel enthalten, die von Ameisen aufgesucht werden.

Die Gattung Melampyrum hat auch ethnobotanische Bedeutung. In der Vergangenheit wurden einige Arten in der Volksmedizin verwendet, doch aufgrund des Gehalts an toxischen Substanzen ist ihre Nutzung heute auf das Studium historischer Quellen beschränkt. Die moderne Medizin nutzt Wachtelweizen nicht.

Schutz

Einige Wachtelweizenarten gehen aufgrund von Veränderungen in der Landnutzung zurück. Intensives Mähen von Wiesen, Düngung und Pflügen haben vor allem beim Acker-Wachtelweizen zu einem Rückgang der Populationen geführt. Hingegen sind die an Waldlebensräume gebundenen Arten wie der Hain-Wachtelweizen oder der Wiesen-Wachtelweizen unter unseren Bedingungen noch immer verhältnismäßig häufig.

Wenn Sie sich auch für weitere parasitische Pflanzen interessieren, lesen Sie auch unseren Artikel über Sommerwurz.