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Ziergräser und Farne: ein Leitfaden zum Anbau

Ziergräser und Farne gehören zu den unverzichtbaren Pflanzen des modernen Gartens. Wir bieten einen Überblick über die besten Arten, ihre Ansprüche und ihre Verwendung – vom Steingarten bis zum Solitär.

Warum Sie Ziergräser und Farne im Garten anbauen sollten

Grasartige Pflanzen

Ornamentale Gräser gehören in der heutigen Gartengestaltungspraxis zu den bedeutenden Pflanzen der Gartengestaltung. Sie sind eine unverzichtbare Ergänzung in Gartenpartien mit naturnahem Charakter. Darüber hinaus helfen sie, das natürliche Erscheinungsbild offener Staudengruppen zu vervollständigen, und spielen eine ebenso wichtige Rolle in Steingärten, Heidegärten, in der Nähe von Wasserpartien sowie als bedeutende Solitärpflanzen an exponierten Stellen des Gartens.

Grasartige Pflanzen finden auch in flächigen Kriechpflanzungen oder in ausgesprochen grasbewachsenen Gestaltungen Verwendung, insbesondere in Gesellschaft niedriger, teppichartig wachsender Stauden, die mit ihrem Charakter hervorragend in diese Partien passen.

Sie kommen auch in der Nachbarschaft geschmackvoller Skulpturen, locker verteilter großer Felsblöcke und anderer interessanter Motive zur Geltung. Arten mit höherem Wuchs eignen sich sehr gut als Solitärpflanzen, vor allem vor einem dunkleren Hintergrund aus immergrünen Laubgehölzen oder Nadelgehölzen, wo nicht nur ihre Wuchsformen, sondern auch die Farben der Belaubung besonders zur Geltung kommen. Mittelhohe Arten eignen sich für Gruppenpflanzungen, und Gräser mit niedrigem Wuchs pflanzt man entweder in Steingärten und Blumenmauern oder begrünt damit kleinere und größere Bodenflächen.

Die vielfältigen Farbnuancen der Blätter, der elegante Wuchs und die Majestät der höheren Arten prädestinieren diese Pflanzen für die vielfältigste Verwendung in unseren Gärten.

Einige von ihnen sind fremdländischer Herkunft, sind aber insgesamt, bis auf wenige Ausnahmen, sehr winterhart und anspruchslos.

Damit ornamentale Gräser ihren völlig natürlichen Wuchs, ihr schönes Erscheinungsbild und vor allem ihre typische Blattfärbung behalten, ist es erforderlich, die einzelnen Arten entsprechend ihren spezifischen Anforderungen entweder an sonnigen Standorten, im Halbschatten oder im Schatten zu pflanzen – stets bevorzugt in ärmeren Böden, am besten in Rasenerde mit einem Zusatz von Flusssand.

Ornamentale Gräser werden durch Teilung kräftigerer Horste im Frühjahr vermehrt, einige Arten auch durch Samen. Vegetativ vermehrte Pflanzen – durch Teilung – werden vor allem an vorgesehenen Standorten gepflanzt, wo sie sich unter günstigen Bedingungen bald ausbreiten und Teppiche, zusammenhängende Bestände oder niedrige, mittelhohe bis sehr hohe Horste bilden.

Niedrige und mittelhohe Ziergräser: Schwingel, Zittergras, Reitgras und weitere

Aus dem Sortiment der Ziergräser eignen sich in unseren Gärten und Steingärten folgende Arten und Sorten am besten.

Aira siehe Deschampsia

Alopecurus lanatus Sibth. et Sm. — Poaceae — Süßgräser

Gras mit schmalen und silbergrau-filzigen Blättern. Die unauffälligen Blütenährchen erreichen eine Höhe von 10–15 cm. Nur für vollsonnige Standorte im Steingarten geeignet. Erfordert gute Drainage und durchlässigen, sandigen Boden mit Torfbeimischung. Anspruchsvoll in der Kultivierung, auch für Tuffstein geeignet.

A. pratensis L. 'Variegata' — buntlaubige Sorte mit einem Wuchs von 30–50 cm. Gedeiht gut in feuchterem Gartenboden an sonnigem Standort.

Arrhenatherum elatius J. S. et K. B. Presl ssp. bulbosum (Willd.) Schiibl. et Martens 'Variegatum' — Glatthafer Poaceae — Süßgräser

Buntlaubige Sorte des Glatthafers mit schmalen, hübsch weiß gestreiften Blättern, 20–30 (40) cm hoch. Völlig anspruchslos, geeignet für trockene und durchlässige Böden sowie sonnige und halbschattige Standorte. Die Pflanze bildet im Boden flache, runde Knöllchen. Sie treibt früh im Frühjahr aus und zieht im Laufe von Juni bis Juli ein.

Geeignet für lockere Staudengruppen, als Einfassung, in größeren Steingärten, Heidegärten sowie Gras- und Steppenpartien.

Briza media L. — Zittergras Poaceae — Süßgräser

In der Natur wächst es in Europa, Kleinasien und im Kaukasus. Ein hübsches, niedrigeres Gras, das rasenförmige Polster bildet. Es erreicht eine Höhe von 40 cm, hat schmale grüne Blätter und blüht von Mai bis Juni. Sehr dekorativ sind die feinen, luftigen Ährchen, die in pyramidalen Rispen angeordnet sind und bis in den Herbst einen schönen Eindruck machen.

Es wächst gut in der Sonne und im Halbschatten auf ärmeren, sandigem, auch steinigem oder sandig-humosem Boden.

Es eignet sich für Staudengruppen, Steingärten, Heidegärten und Steppenpartien.

Deschampsia caespitosa (L.) P. Beauv. (Aira caespitosa L.) — Rasenschmiele Poaceae — Süßgräser

Anspruchsloses Ziergras mit schmalen, dunkelgrünen Blättern, bildet schön nistförmige Horste und blüht von Juni bis Juli mit einer Fülle sehr feiner, gelblich-brauner, scheinbar in Ähren befindlicher Rispen, die bis in den Herbst ein Schmuck sind. Es erreicht eine Höhe von 80–100 cm.

Die Rasenschmiele gedeiht an sonnigen Standorten und im Halbschatten.

Sie eignet sich für Rabatten, große Steingärten, als Vorpflanzung, Unterpflanzung oder Zwischenpflanzung zwischen Ziergehölzen, für Naturpartien und Heidegärten.

D. c. 'Tardiflora' — Sorte mit gedrängtem Wuchs und hellgrünem Blütenstand. Höhe 20–90 cm.

Festuca L. — Schwingel Poaceae — Süßgräser

F. alpina Suter — ein 15–20 cm hoher Schwingel mit sattgrünem, haarfeinem Laub. Blüht wie alle folgenden Arten und Sorten gewöhnlich mit gelblichen Ährchen von Juni bis Juli.

F. amethystina L. — hübscher Schwingel mit feinem, hellgrünem Laub. Erreicht eine Höhe von 20–30 cm und bildet schön ausladende, immergrüne Horste.

F. cinerea Vill. (F. glauca Lam.) — sehr wertvoller, niedriger Schwingel mit blaugrauem Laub, 15–20 cm hoch. Die Pflanzen bilden hübsche Polster.

Er bevorzugt sonnige Standorte, verträgt auch leichten Halbschatten. Unverzichtbar in Steingärten, Heidegärten, in niedrigeren Staudenbeeten sowie in Natur- und Graspartien.

F. glacialis Miegev. — sehr niedriger, sehr feiner Gletscher-Schwingel mit gelblich-graugrünen Blättern, bildet feine Polster bis 10–15 cm. Eine leichte Winterabdeckung und häufigeres Teilen wird empfohlen.

F. ovina L. — ein 20–30 cm hohes Gras, manchmal graugrün gefärbt. Für Zierzwecke werden seine hervorragenden Sorten gepflanzt, die Heinz Klose in Lohfelden bei Kassel gezüchtet hat:

'Blaufink' — 10–20 cm, silberblau. 'Blaufuchs' — 15–25 cm, stahlblaues Laub. 'Blauglut' — 20–30 cm, sattblaues Laub. 'Meerblau' — 15–20 cm, sattblaue Polster. 'Söhrewald' — 15–25 cm, Laub frischgrün mit silbrigem Schimmer.

F. punctoria Sm. — nur 10 cm hoher Schwingel mit steifen, stechenden, stahlblauen Blättern. Bildet schön kompakte Horste.

Erfordert trockene und sonnige Standorte. Besonders geeignet für Steingärten und xerophytische Partien.

Festuca scoparia Kerner et Hack. (F. crinum-ursi hort. non Ram.) — sehr niedrige Art; bildet schön dichte, smaragdgrüne Polster von etwa 10–15 cm Höhe. Sie gilt als der schönste aller grünlaubigen Schwingel.

Gedeiht in trockenerem Boden in der Sonne und im Halbschatten. Geeignet für Steingärten und zur flächigen Begrünung des Bodens.

Koeleria glauca (Spreng.) DC. — Blauschillergras Poaceae — Süßgräser

40 cm hohe Pflanze mit schmalen, graubläulich-grünen Blättern und grünlichen Ähren.

Bildet dichte Horste, die dem Schwingel — Festuca cinerea — etwas ähneln; geeignet für Staudengruppen, Heidegärten und Graspartien.

'Gracillis' — ist eine feinere Art, 20–30 cm hoch.

Luzula DC. — Hainsimse Juncaceae — Binsengewächse

L. nivea (L.) DC. — wächst in den Pyrenäen, in Mittelfrankreich, in den Alpen und den Apenninen. 20–40 cm hohe Art mit niedrigen, graugrünen, weiß bewimperten Blättern von grasartigem Aussehen. Bildet hübsche Bestände, blüht im Juni–Juli. Bevorzugt eine halbschattige bis schattige Lage und feuchteren, humushaltigen Boden.

L. silvatica Huds. Gaud. — immergrünes Ziergras mit breiten, glänzenden, stark bewimperten, dunkelgrünen Blättern, 20–40 cm hoch. Von April bis Mai erscheinen bräunliche Blütenstände.

Molinia caerulea (L.) Moench Poaceae — Süßgräser

Niedrigere, nur 20–40 cm hohe Art mit schmalen, blaugrünen Blättern, aus denen ab August auf festen, drahtigen Halmen von 60–80 cm Länge lockere Ährchen wachsen.

Völlig anspruchsloses Ziergras, das an sonnigen und schattigen Standorten sehr gut gedeiht.

Am besten kommt es in Naturpartien von Gärten zur Geltung.

'Variegata' — nur 20–30 cm hohe Sorte mit weißbunten Blättern, die sich an sonnigem Standort besser ausfärben.

Hohe Ziergräser als Solitärpflanzen: Chinaschilf, Reitgras und Federgras

Avena sempervirens Vill. — neuerer Name Helictotrichon sempervirens (Vill.) Pilg. — Hafer Poaceae — Süßgräser

Ein sehr dekoratives, 40–60 cm hohes Gras mit wunderschön ausgebreiteten Horsten, schmalen, bläulich graugrünen Blättern, aufrechten, 50–80 cm hohen Halmen und blassgelben Ähren, die über die Blätter hinausragen. Es blüht von Ende Mai bis Juli.

Der Hafer liebt sonnige Standorte und einen trockeneren, durchlässigen Boden, auch sandigen oder steinigen Gartenboden. In feuchterem Umfeld wächst er zwar rasch, hat jedoch keine lange Lebensdauer.

Der Hafer eignet sich hervorragend als Solitär in größeren Steingärten, Heidegärten, Steppenpartien, Atriumgärten sowie in kleineren oder größeren Staudengruppen.

Calamagrostis × acutiflora (Schrad.) Rchb. 'Karl Foerster' — Reitgras Poaceae — Süßgräser

Es hat schmale, aufrechte Ähren, die anfangs dunkelbraun sind und erst später vergilben. Es wirkt lange Zeit dekorativ. Es blüht im Juli bis August. Es erreicht eine Höhe von 100–150 cm.

C. arundinacea (L.) Roth 'Purpurea' — ein 100–120 cm hohes Gras mit festem, aufrechtem Wuchs. Es hat breite, frischgrüne Blätter und blüht im Juli bis August. Eine schöne Zierde sind die braunroten, dichten Ähren, die bis in den Winter hinein sehr dekorativ wirken.

Das Reitgras gedeiht gut in der Sonne und im Halbschatten in einem guten, eher trockenen Gartenboden.

Miscanthus Anderss. — Chinaschilf Poaceae — Süßgräser

Stattliche, höhere bis hohe Gräser mit schilfartigen, meist hängenden Blättern. Die Pflanzen lieben sonnige Standorte und tiefen, trockeneren, durchlässigen und nährstoffreichen Boden.

M. floridulus und die meisten Sorten

M. sinensis bringen schöne Blütenstände hervor.

Alle finden hervorragende Verwendung insbesondere in Verbindung mit anderen Wasserpartien und als Solitäre. Sie eignen sich auch zum Schnitt für die Winterdekoration von Vasen.

M. floridulus Warb. ex K. Schum. et Lauterb. — wächst in Ostasien. Auffällig, 350 cm hoch, mit grünen, schilfartigen, leicht hängenden Blättern. Eine schöne Solitärpflanze.

M. sacchariflorus (Maxim.) Hack. 'Robustus' — ein üppig wachsendes, 150–200 cm hohes Gras, das in Wuchs und Belaubung dem Schilf ähnelt, mit grünen Blättern und einem bräunlichen Streifen in der Mitte. Eines der wenigen Chinaschilf-Arten. Ein dekoratives Solitärgras, das sich auch für große Staudengruppen eignet.

M. sinensis (Thunb.) Anderss. — diese

Phalaris arundinacea ist ein sehr dekoratives Gras, das jedoch recht aggressiv ist. Daher muss sein Wachstum eingeschränkt werden, z. B. durch das Einpflanzen in einen in der Erde versenkten Behälter.

Art mit kräftigem Wuchs bis zu 2 m und breiten, hellgrünen Blättern mit einer starken weißen Rippe in der Mitte ist bei uns ohne zuverlässigen Winterschutz nicht vollständig winterhart. In Gärten begegnen wir häufiger seinen widerstandsfähigeren und schöneren Sorten.

'Gracilimus' — eine feinblättrige Sorte, die eine Höhe von 1,50 m erreicht. Sie bildet schöne Horste mit bogenförmig ausgebreiteten, sehr schmalen Blättern mit einer feinen weißen Linie in der Mitte. Sie ist gut winterhart.

Ein ausgezeichneter Solitär, der sich auch für offene Naturpartien eignet.

'Silberfeder' — eine 1,80–2,00 m hohe Sorte mit schmalen, hängenden Blättern. Sie blüht reichlich von August bis September mit silbrig-fächerförmigen Blütenständen.

'Strictus' — eine 150 cm hohe Sorte

mit streng aufrechtem Wuchs und steifen, breiteren, quer gelblich gestreiften Blättern.

'Variegatus' — ein 150 cm hoher Züchtling mit leicht hängendem Wuchs und weiß längs gestreiften Blättern.

'Zebrinus' — eine 150 cm hohe Sorte mit lockerem Wuchs, bogenförmig hängenden und quer gelblich gestreiften Blättern.

Sehr effektvolle Gräser, die eine zuverlässige Winterabdeckung und einen geschützten Standort benötigen.

Panicum clandestinum L. — Hirse Poaceae — Süßgräser

Es ist eine 60–80 cm hohe Art, die im Aussehen an Bambus erinnert. Sie hat breit ovale, recht kurze Blätter und hübsch bräunliche Ähren, die im Juli bis August erscheinen.

P. virgatum L.

'Rehbraun' — eine 1,00–1,20 m hohe Pflanze mit aufrechtem Wuchs, brauner Färbung der Blätter und Ähren, die sich im August bis September entwickeln und anfangs dicht, später luftiger sind.

'Strictum' — eine Sorte mit kräftigerem, streng aufrechtem Wuchs bis 160–180 cm. Sie hat grüne Blätter und sehr starke Halme.

Besonders geeignet als Solitär in der Nähe von Wasserpartien. Sie bevorzugt ausreichend Feuchtigkeit im Boden.

Pennisetum alopecuroides (L.) Spreng. — Lampenputzergras (Pennisetum japonicum Trin.) Poaceae — Süßgräser

Ein interessantes, 50–80 cm hohes Gras mit schmalen, graugrünen Blättern, dessen größte Zierde die recht langen, dichten, sehr fein zylindrischen, leicht hängenden, rötlich braunen Ähren sind. Besonders im Sonnenlicht wirkt es zauberhaft. Die Ähren erscheinen im August bis September. Ein ausgezeichneter Solitär.

'Hameln' — eine sehr reizvolle, etwa 60 cm hohe Sorte. Sie beginnt früh zu blühen, bereits im Juli, und blüht ungewöhnlich lange bis in den September.

Die Grundart sowie neuere Sorten pflanzen wir an einen sonnigen, geschützten und warmen Standort mit einem nährstoffreichen, gut durchlässigen Gartenboden.

Spartina pectinata Link Poaceae — Süßgräser

'Aureomarginata' — bildet kräftige, bis 1,60 m hohe Horste mit schmalen, bogenförmig bis zum Boden hängenden Blättern mit gelb geränderten Rändern. Die Ähren, die im August bis September erscheinen, sind hellbraun und wirken sehr lange dekorativ.

Ein sehr robustes und ausdauerndes Gras für sonnige bis leicht beschattete Standorte und normalen Gartenboden.

Stipa L. — Federgras Poaceae — Süßgräser

Es sind grazile, Trockenheit und Sonne liebende Gräser mit sehr schmalen Blättern und anmutigen ährenartigen Blütenständen mit außergewöhnlich langen Grannen.

Die Pflanzen bilden meist ansehnliche Horste, je nach Art 30–100 cm hoch. Sie bevorzugen einen normalen, durchlässigen Gartenboden mit Kalkgehalt.

Sie eignen sich hervorragend besonders in Gruppenpflanzungen, vor dunkleren Gehölzen, in Naturpartien mit Steppencharakter und als Solitäre.

S. barbata Desf. — ein 40–80 cm hohes Federgras mit schmalen, blaugrünen Blättern und sehr langen, silbrigweißen, bogenförmig herabfallenden Grannen.

S. capillata L. — eine 40–60 cm hohe Art mit sehr schmalen, aufrechten, graugrünen Blättern. Die beblätterten Halme enden in Grannen, jedoch ohne silbrige Fäden. Es blüht im Juli bis August.

S. gigantea Lag. — ein kräftiges, 100–180 cm hohes, besonders dekoratives Gras mit schmalen, blaugrünen Blättern, die dichte Nester bilden. Die außergewöhnlich starken Halme tragen große, lockere, bis 60 cm lange, sehr effektvolle Rispen. Die Ähren sind gelb und enden in roten Grannen. Es blüht von Juni bis August.

S. pennata L. emend. Mansf. — ein 30–50 cm hohes Federgras, ähnlich der Art S. barbata, hat jedoch einen niedrigeren Wuchs und blüht früher, in der Regel im Juni bis Juli. Geeignet zum Schnitt.

Segge (Carex): farbige Ziergräser für feuchte und trockene Standorte

Carex L. — Segge Cyperaceae — Sauergrasgewächse

Seggen ähneln Gräsern, von denen sie sich vor allem durch ihre vollen Halme unterscheiden. Meistens nicht ausläufertreibende Pflanzen, die ansehnliche Horste bilden. Die Blüten sind in Rispen oder Ähren angeordnet. Sie werden hauptsächlich wegen ihrer schönen Belaubung kultiviert.

C. buchananii Bergcr. — eine etwas empfindlichere Art mit sehr schmalen rotbraunen Blättern. In Aufbau und Farbe ist sie ungewöhnlich, bildet dichte Horste und blüht im Juli. Die Blüten sind in dünnen, hängenden Rispen oder Ähren angeordnet. Sie erreicht eine Höhe von 40 cm. Sie wird hauptsächlich wegen ihrer schönen Belaubung kultiviert.

Sie bevorzugt eine sonnige Lage und sandigen bis humosen Gartenboden. Eine leichte Winterabdeckung ist empfehlenswert.

Diese Segge pflanzen wir in lockere Staudengruppen, in Steingärten und in naturnahe Bereiche.

C. firma Host — eine völlig anspruchslose, nur 5–10 cm hohe, kalkliebende Art mit breiteren, steifen und spitzen Blättern. Die feste, dicht horstige Pflanze bildet feste Polster und blüht von Juni bis August.

Sie gedeiht in der Sonne, wächst jedoch auch im Halbschatten. Geeignet für Steingärten sowie zur Begrünung kleinerer Flächen.

C. f. 'Variegata' — Sorte mit weißbunten Blättern.

C. grayi Carey — Segge mit dekorativer Belaubung und dekorativen stacheligen Früchten, die sich gut für Trockengestecke eignen. Sie erreicht eine Höhe von 50–70 cm, blüht im Juli bis August und die Früchte entwickeln sich ab September.

Sie wächst gut in der Sonne wie auch im Halbschatten. Sie gedeiht auch im Wasser bis zu einer Wassertiefe von 5 cm.

C. montana L. — schmale, hängende Blätter bilden schöne Horste. Diese 20–30 cm hohe Segge blüht von März bis April mit ockergelblichen Blüten, die in pinselartigen Blütenständen angeordnet sind. Die Herbstfärbung der Blätter wechselt von Goldbraun bis Dunkelbraun.

Sie gedeiht an sonnigen Standorten. Sie eignet sich für kleinere und größere Staudengruppen, zur flächigen Bodenbegrünung, als Vorpflanzung oder Zwischenpflanzung vor und zwischen Ziergehölzen, in Felsspalten usw.

C. selloana 'Rosea' — ähnelt der Grundart, erreicht eine Höhe von 150–200 cm, der Blütenstand weist jedoch einen ausgeprägten rosa-roten Schimmer auf.

Farne im Garten: Kultivierung, Standort und Boden

Farne

Farne sind Pflanzen, die sich einen festen Platz in Gärten und Kleingärten, besonders bei Landhäusern und Ferienhäusern in naturnaher Umgebung, vollkommen zu Recht verdient haben. Im Frühling ziehen sie die Aufmerksamkeit mit dem lebhaften Austrieb der sich entfaltenden Blätter auf sich, im Sommer begeistern sie mit dem Charme ihres filigranen Laubes, im Herbst leuchten sie meist in goldenen Farbtönen der absterbenden Blätter, und im Winter schmücken sie sich mit dem Grün immergrüner Arten oder mit bereiften vorjährigen Blättern. Die Blätter der Farne sind von anderer Art als die Blätter anderer Pflanzen, da sie keine Fortpflanzungsorgane sind – die Sporen befinden sich in den Sporangien.

Obwohl es einigen Farnen an sonnigen Standorten gut geht, dienen die meisten kultivierten Arten in erster Linie zur Belebung von halbschattigen oder vollständig beschatteten Bereichen. Man kann sie einzeln als auffällige Solitäre pflanzen, andere kommen in gemischten oder Gruppenpflanzungen – sei es in Steingärten oder an vielen anderen Orten, wo die Sonne nur sehr selten scheint – gut zur Geltung.

In helleren Hainpartien können an die Farnbestände anschließend auch Teppiche kleiner Zwiebelgewächse und knolliger Pflanzen folgen, z. B. Blausternchen, Traubenhyazinthen, Schneeglöckchen, Märzenbecher, Krokusse und Lerchensporne, die diese Bereiche mit einer reichen Blütenpracht im Vorfrühling und frühen Frühling beleben.

Viele Farnarten zeichnen sich durch besonders dekoratives Laub aus. Diese pflanzt man vor allem als Solitäre.

Höher wachsende Farne kommen besonders in großen Steingärten oder Gärten zur Geltung, vor allem in Gesellschaft stattlicherer Stauden wie Funkie, Lungenkraut, hohe Glockenblumen, Cimicifuga, Geißraute, Rodgersia sowie schattenliebende Ziergräser – also Pflanzen, denen gleiche oder ähnliche Bedingungen zusagen. Niedrigere Arten, meist mit immergrünem Laub, machen sich gut in Gesellschaft schattenliebender Steingartenstauden und niedrigerer Stauden, z. B. Anemonen, Schlüsselblumen, Nabelnabel und ähnlicher Pflanzen.

Farnen am besten zusagen lockere, mäßig feuchte Walderde, reich an Humus. Wenn man eine solche Erde im Garten nicht hat, kann man sie durch Zugabe von Torf, halbverrottetem Laubkompost und Flusssand selbst herstellen. Der Boden darf auch steinig sein, muss aber in jedem Fall gut durchlässig sein.

Die für Gärtner geeignetste Vermehrungsmethode bei Farnen ist die vegetative Vermehrung, vor allem durch Teilung kräftigerer Pflanzen. Auf diese Weise lassen sich die meisten Arten vermehren, am besten gleich im frühen Frühjahr. Bei der Vermehrung ist es sehr wichtig, die Wurzeln der Pflanzen nicht zu beschädigen.

Große Zierfarne als Solitäre: Frauenfarn, Wurmfarn und Adlerfarn

Aus unserem Farn-Sortiment stellen wir vor:

Adiantum L. — Frauenhaarfarn Adiantaceae — Frauenhaarfarngewächse

A. pedatum L. — ein stattlicher, 50–60 cm hoher, vollkommen winterharter Farn mit exotischem Erscheinungsbild, flacher, fächerförmiger Belaubung auf dünnen schwarzen Stielen. Die drahtartigen Stiele tragen in einer Höhe von etwa 50 cm hellgrüne, zarte, rautenähnliche Blättchen.

Er gedeiht am besten an leicht beschatteten Standorten in humosem, leicht saurem, mäßig feuchtem Boden mit reichem Humusgehalt. Er kommt gut zur Geltung in Gesellschaft niedrigerer Astilben — Astilbe, edler Windröschen — Anemone, etagenförmiger Primeln — Primula oder im Herbst blühender Krokusse — Crocus.

Athyrium Roth — Frauenfarn Polypodiaceae — Tüpfelfarnartige

A. filix-femina (L.) Roth — dies ist ein sehr dekorativer, 80–150 cm hoher Farn mit länglich-lanzettlichen, an beiden Enden verschmälerten, 2–3-fach gefiederten, hellgrünen, 30–40 cm breiten Blättern. Der an der Basis braun-schwarze und spreuschuppige Stiel ist so lang wie 1/3 bis 1/4 der Blattspreite.

Dieser Farn gedeiht sehr gut in ausreichend feuchtem, humosem Boden im Halbschatten bis Schatten.

'Corymbiferum' — interessante Sorte, 50–70 cm hoch, mit einem regelmäßigen Blättertrichter von etwa 100 cm Durchmesser, die seitliche Kämme und fächerförmige Spitzen ausbildet.

'Fieldiae' — Sorte mit schmalen, aufrechten, nur 3–5 cm breiten Blättern und einem Wuchs bis 60 cm.

'Frizelliae' — einzigartige, sehr anmutige Sorte. Sie hat schmale, nur 1–1,5 cm breite, etwa 30–50 cm lange, halbmondförmig gebogene Blätter.

'Minutissimum' — Sorte mit sehr niedrigem, nur 20–30 cm hohem Wuchs. Sie bildet ein dichtes, vielblättriges Nest. Sie ist steril, wächst recht schnell und bildet bald hübsche Horste. Lässt sich leicht durch Teilung vermehren.

Blechnum L. — Rippenfarn Polypodiaceae — Tüpfelfarnartige

B. spicant L. Roth — dies ist ein sehr zierlicher, immergrüner Farn mit unterschiedlichen sterilen und fertilen Blättern. Die sterilen Blätter sind bis zu 20 cm lang, schmal, einfach gefiedert und tief eingeschnitten. Die fertilen (fruchttragenden) Blätter, die sich später entwickeln und aus der Mitte der Rosette herauswachsen, sind 25–40 cm lang und haben einen ausgeprägten braunen Stiel. Junge Pflanzen haben Blätter, die in ansehnlichen Rosetten angeordnet sind; ältere Pflanzen bilden dichte, nestartige Horste.

Der Rippenfarn gedeiht am besten in feuchten, torfigen Böden ohne Kalkgehalt oder in saurem Nadelhumus.

Dryopteris Adans. — Wurmfarn Polypodiaceae — Tüpfelfarnartige

D. borreri (Newm.) Tavel. (D. pseudo-mas (Wollaston) Holub et Pousar) — der Wurmfarn ist eine schöne Art, 80–100 cm hoch, mit trichterförmig angeordneten Blättern, die noch lange bis in den Winter hinein grün bleiben. Die beschuppten Stiele haben eine goldbraune Farbe.

Er gedeiht an halbschattigen wie auch beschatteten Standorten in mäßig feuchtem, humusreichem Boden.

Er eignet sich als Solitär, zwischen schattenliebenden Stauden in lockeren Gruppen sowie in naturnahen Gartenbereichen.

'Cristata' — eine als die schönste geltende Sorte, wird bis zu 100 cm hoch, hat breit lanzettliche Blätter, deren Spitzen regelmäßig kammförmig verzweigt sind. Wächst üppig.

D. cristata (L.) A. Gray — 30–70 cm hohe Art mit hellgrünen Blättern in lockeren Büscheln, die keinen charakteristischen Trichter bilden. Die Blätter haben dünne, strohgelbe Stiele, die etwa so lang wie die Hälfte der Blattspreite sind und im unteren Teil beschuppt sind.

Pteridium aquilinum (L.) Kuhn — Adlerfarn Polypodiaceae — Tüpfelfarnartige

Die Pflanze hat ein dickes, kriechendes Rhizom und nicht überwinternde, bis zu 2 m hohe Blätter. Der gelbgrüne Stiel misst bis zu 1 m. Die Blattspreite ist im Umriss dreieckig, 2–3-fach gefiedert, hellgrün mit goldgelbem Herbstfärbung.

Sie wächst gleichermaßen gut in der Sonne wie auch im Schatten.

Sie ist sehr dekorativ und eignet sich nur für natürliche oder künstlich begrenzte Bereiche in großen Gärten oder auf Grundstücken.

Kleine Farne für Steingärten und Mauern: Streifenfarn, Milzfarn und Blasenfarn

Asplenium L. — Streifenfarn Polypodiaceae — Tüpfelfarngewächse

A. ruta-muraria L. — der Mauerrauten-Streifenfarn ist der wohl kleinste bei uns in Steingärten kultivierte Farn. Er wächst sehr flach am Boden und ist nur 5–10 cm hoch. Die Pflanze hat ein kriechendes Rhizom und bis zu 15 cm lange, immergrüne,

korbförmige, 2–3-fach gefiederte, dunkelgrüne bis bräunlich-rote Blätter.

Er eignet sich hervorragend für Steingärten, Steinmauern und in den Fugen alter Mauern, besonders in Gesellschaft niedrigerer, hübsch blühender Anemonen.

A. trichomanes L. emend. Huds. — der Braunstieliger Streifenfarn — ist ein zarter, stets frischer, immergrüner Farn mit rötlich-braunen Blattstielen und schmalen, unpaarig gefiederten, dunkelgrünen Blättern. Er erreicht eine Höhe von 15–20 cm.

Geeignet für Steingärten, Trockenmauern und Pflanzgefäße. In feuchter Umgebung und im Halbschatten wächst er üppiger.

Ceterach officinarum DC. — Milzfarn Polypodiaceae — Tüpfelfarngewächse

Er ist nur 10–20 cm hoch, flach und hat schön geformte, immergrüne, kurz gestielt-schuppige, einfach gefiederte Blätter, die graugrün sind und auf der Unterseite rostfarben-schuppig belegt sind.

Der Milzfarn ist anspruchslos und gedeiht in der Natur auch auf völlig trockenen Felsen und Mauern. Geeignet für Steingärten.

Cystopteris Bernh. — Blasenfarn Polypodiaceae — Tüpfelfarngewächse

C. bulbifera (L.) Bernh. — ein 50–75 cm hoher Farn mit hellgrünen, 2-fach gefiederten Blättern mit überhängenden Spitzen. Im oberen Teil des Blattes bilden sich Adventivknospen, durch die sich die Pflanze vermehrt.

Er gedeiht im Schatten in Gartenerde mit reichem Humusgehalt oder in humosem Waldboden.

C. fragilis (L.) Bernh. — das kurze Rhizom dieses Blasenfarns ist dicht mit büscheligen, 10–40 cm langen Blättern bewachsen, deren Spreite länglich-eiförmig bis breit-lanzettlich und 1–3-fach gefiedert ist.

Eine anspruchslose Art, geeignet für halbschattige bis völlig beschattete Felspartien sowie zur flächigen Begrünung des Bodens.

Polystichum Roth — Schildfarn Polypodiaceae — Tüpfelfarngewächse

P. lonchitis (L.) Roth — die Pflanze hat ein dickes Rhizom und ledrig überwinternde, einfach gefiederte, im Umriss schmal-lanzettliche, nur etwa 4 cm breite Blätter. Der Blattstiel ist kurz und braun beschuppt. Die Pflanze erreicht eine Höhe von 40–50 cm.

Sie benötigt Halbschatten oder einen sonnenabgewandten Standort sowie mäßig feuchten, humosen Boden.

Sie eignet sich für den Steingarten. Sie benötigt Schutz vor den brennenden Strahlen der Wintersonne.

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