Zuckermelone (Cucumis melo)
Honigmelone unter Glas und Folie — Aussaat, Schnitt, Arten und Sorten
Beschreibung: Einjährige wärmeliebende Pflanze aus der Familie der Kürbisgewächse mit zahlreichen Varietäten und Formen.
Standort: Unter Glas oder unter Folie; humoser und nährstoffreicher Boden.
Fläche je Pflanze:1–2 Pflanzen auf 1 m².
Anbauzeit:Anzucht der Jungpflanzen ab Ende März, Pflanzung ab Mitte Mai.
Erntezeit: Ab Juli.
Vermehrung:Durch Aussaat.
Herkunft und Anbaubedingungen der Zuckermelone
Die ursprünglichen Verbreitungsgebiete der Melone aus der Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae) liegen in den Tropen und Subtropen Afrikas und wahrscheinlich auch in Asien. In wärmeren Ländern ist der Melonenanbau weit verbreitet. In Mitteleuropa lassen sich diese sehr wärmeliebenden Pflanzen nur unter Glas oder Folie anbauen.
Neben dem Gießen und dem Düngen ist die wichtigste Kulturmaßnahme der Schnitt:
- Der Haupttrieb wird nach dem 5. Blatt entspitzt.
- Die Seitentriebe werden nach dem 6. Blatt entspitzt.
- Fruchttragende Triebe werden 1–2 Blätter hinter der angesetzten Frucht entspitzt.
- An einer Pflanze bleiben höchstens 4–6 Früchte stehen.
Aussaat und Pflanzung der Zuckermelone
Die Samen werden Ende März bis Anfang April etwa 1 cm tief in kleine Töpfe gesät. Die optimale Keimtemperatur liegt bei 25 °C, unter 12 °C keimen die Samen nicht. Die Jungpflanzen werden Mitte Mai flach gepflanzt, im Abstand von 0,6 m in der Reihe. Im Frühbeet hat sich das Abdecken des Bodens mit schwarzer Folie bewährt. Im Gewächshaus werden die Pflanzen vertikal an Netzen oder Schnüren gezogen.
Anbau im Freien: Standort und Pflanzstellen
Die Zuckermelone braucht mehr Wärme als die Weinrebe. Sie verträgt keinen Dauerregen, keinen Nebel, keine Temperaturschwankungen und keinen starken Wind. Im Freien wählen Sie einen leicht nach Süden bis Südwesten geneigten Hang. Wo Windschutz fehlt, säen Sie auf der Windseite einige Reihen Mais oder Sonnenblumen oder spannen Folie an etwa 50 cm hohen Pfählen.
- Boden: mittelschwer oder leichter, humos. Schwerer und nasser Boden eignet sich nicht.
- Pflanzstellen: Reihen 1,5–2 m auseinander, in der Reihe 80–100 cm. Gruben von etwa 50 cm Breite und 40–50 cm Tiefe ausheben, in jede 2–4 Schaufeln gut verrotteten Mist oder Kompost geben, mit feiner Erde auffüllen und einen Hügel 8–10 cm über dem umgebenden Gelände aufschütten.
- Direktsaat nur in den wärmsten Gegenden: um den 20. April in ein Drittel der Pflanzstelle 4–5 Samen 2–4 cm tief säen, die weiteren Drittel jeweils nach 10 Tagen. Das ist eine Absicherung gegen Spätfröste, die Pflänzchen sterben schon bei −0,5 °C. Nach den Spätfrösten in jeder Pflanzstelle die zwei kräftigsten Pflanzen stehen lassen.
- Jungpflanzen überall sonst: zu zweit in die Pflanzstelle nach dem 20. Mai, abgehärtet, mit 1–2, höchstens 3 echten Blättern. Der Boden sollte nicht längere Zeit unter 15 °C abkühlen. Gegen Kälte mit Hauben oder größeren Töpfen schützen.
Pflege, Bestäubung und Ernte
- Bestäubung: Weibliche Blüten von Hand mit einem Pinsel oder einer männlichen Blüte bestäuben, unter Glas und Folie immer.
- Triebe bewurzeln lassen: Etwa 75 cm von der Wurzel entfernt die Triebe mit einer Schaufel feuchter Komposterde bedecken. Die Triebe bewurzeln sich, die Pflanze hat mehr Wurzeln und der Wind wirft sie nicht herum.
- Lockern und Gießen: flach lockern, die Wurzeln liegen dicht unter der Oberfläche. Im Freien nur bei größerer Trockenheit gießen, immer mit lauwarmem Wasser und etwas entfernt vom Wurzelhals, der leicht fault. Unter Glas wird mehr gegossen.
- Nachdüngen: mit einer schwachen flüssigen Düngung, etwa stark verdünnter vergorener Geflügelmistjauche oder löslichem Dünger nach Anleitung.
- Anzahl der Früchte: Für schöne Früchte 4–5 Früchte an der Pflanze lassen.
- Ernte: nur voll reife Früchte, am besten morgens oder abends. Für Saatgut die besten Früchte lassen, bei F1-Hybriden die Samen nicht verwenden.
Der häufigste Schädling ist die Spinnmilbe, von den Krankheiten der Falsche Mehltau. Gegen Spinnmilben hilft an heißen Tagen Besprühen mit lauwarmem Wasser, gegen den Falschen Mehltau dagegen Blätter, die bis zum Abend abtrocknen.
Arten und Sorten der Zuckermelone: Cantaloupe-Melone, Galiamelone und Netzmelone
Die wichtigsten Varietäten der Melone:
- Cucumis melo var. reticulatus – die Netzmelone mit netzartig-korkiger Oberfläche der Früchte.
- Cucumis melo var. cantaloupensis – die Cantaloupe-Melonen mit gerippten Früchten von köstlichem Geschmack.
- Cucumis melo var. inodorus – die Früchte sind meist glatt, aromatisch und süß.
Für den Anbau im Garten eignen sich die Sorten:
‚Ha’on‘, ‚Ogen‘, ‚Zuckerkugel‘, ‚Honigtopf‘, ‚Charentais‘, ‚Polidor‘, ‚Galia‘, ‚Maja‘.
Die Sorte ‚Sweetheart‘ wächst buschig mit kurzen Trieben.
Zur selben Gruppe der Kürbisgewächse gehört auch die Wassermelone; für Balkon und Balkonkasten eignet sich die kleinfrüchtige Mini-Wassermelone.



