Anemonen: Arten, Pflanzen und Pflege
Buschwindröschen, Herbstanemone, Balkan-Windröschen und Waldanemone – wie Sie sie erkennen, wohin Sie sie pflanzen und wie Sie sie pflegen.
Anemone oder Windröschen: wie sie aussieht und wo sie wächst

Die Anemone ist eine Gattung aus der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae). Es handelt sich um ausdauernde Stauden mit auffälligen Blüten. Im Deutschen heißen sie meist Windröschen. Am bekanntesten ist bei uns das Buschwindröschen (Anemone nemorosa), das in ganz Europa verbreitet ist.
Anemonen werden je nach Art etwa 10 bis 90 cm hoch – die Frühlingsarten aus dem Wald bleiben niedrig, die herbstblühenden Gartenarten werden bis zu anderthalb Meter hoch. Die Blätter sind entweder einfach oder handförmig geteilt. Die Blüten sind einfach oder gefüllt, oft weiß oder rosa. Botanisch besitzen sie keine echte Krone: Was wie Blütenblätter aussieht, sind Perigonblätter. Die Frucht der Anemone ist ein Nüsschen.
Im Garten werden diese Pflanzen häufig wegen ihrer attraktiven Blüten kultiviert und sind bei Gärtnern beliebt. Die meisten Anemonen brauchen einen gut durchlässigen Boden und Halbschatten, und eignen sich daher für Beete, Wegränder oder als Unterpflanzung von Gehölzen.
Zu beachten ist allerdings, dass es sehr viele Arten und Sorten gibt und sich manche von ihnen in Wuchshöhe, Blütenfarbe und Standortansprüchen unterscheiden.
Anemonen pflanzen: Standort, Boden, Gießen und Düngen

Anemonen zu kultivieren ist im Großen und Ganzen recht einfach, sofern die richtigen Bedingungen eingehalten werden. Hier einige Tipps für eine erfolgreiche Kultur:
Standortwahl: Hier gehen die Arten auseinander. Die Frühlingsarten aus dem Wald – Buschwindröschen und Gelbes Windröschen – wollen Halbschatten bis Schatten unter Laubgehölzen, während Herbstanemonen und die Waldanemone auch volle Sonne vertragen, sofern sie nicht austrocknen. Pralle Mittagssonne auf trockenem Boden schadet den Frühlingsarten.
Boden: Anemonen bevorzugen einen feuchten, aber gut durchlässigen Boden. Arbeiten Sie organisches Material ein, etwa Kompost oder Torf, damit sich Bodenstruktur und Wasserhaltevermögen verbessern.
Gießen: Gießen Sie Anemonen regelmäßig, vor allem in Trockenperioden. Halten Sie den Boden feucht, gießen Sie aber nicht übermäßig, damit die Wurzeln nicht in der Nässe stehen.
Düngen: Anemonen brauchen im Allgemeinen keine starke Düngung. Bei Bedarf können Sie während des Wachstums eine kleine Menge eines ausgewogenen Düngers geben. Der passende Dünger ist DÜNGEE, den Sie in den Boden einarbeiten oder als Gießwasser anwenden können.
Vermehrung: Anemonen lassen sich durch Samen, Teilung der Horste oder Ausläufer vermehren. Samen säen Sie im Herbst oder im Frühjahr aus. Geteilt wird üblicherweise im Frühjahr oder im Herbst, wenn die Pflanze nicht in vollem Wachstum steht. Ausläufer trennen Sie von der Mutterpflanze und setzen sie an einen neuen Platz. Knollen- und Rhizomarten wie Balkan-Windröschen und Buschwindröschen werden im Herbst gesetzt – die Knollen weicht man über Nacht in Wasser ein.
Pflege der Pflanzen: Anemonen brauchen keine besondere Pflege. Entfernen Sie welke oder vertrocknete Blätter und Verblühtes, um die Blühfreude zu fördern. Im Herbst können Sie die Pflanzen mit Mulch abdecken, damit sie vor Frost geschützt sind.
Anemonen sind recht anspruchslose Pflanzen und sollten bei richtiger Pflege in Ihrem Garten gut gedeihen. Denken Sie daran: Die Gattung umfasst sehr viele Arten, die sich in ihren konkreten Standortansprüchen unterscheiden können; es lohnt sich also immer, die Ansprüche der gewählten Art nachzuschlagen.
Buschwindröschen – Anemone nemorosa: das weiße Windröschen für den Halbschatten
Das Buschwindröschen (Anemone nemorosa) ist eine ausdauernde Staude europäischer Herkunft. Sie gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae) und ist eine der bekanntesten Anemonenarten.
Das Buschwindröschen zeigt im Frühjahr seine auffälligen Blüten. Sie sind meist weiß, können aber auch rosa überlaufen sein. Gebildet werden sie aus 6 bis 8 Perigonblättern– echte Kronblätter besitzt die Art nicht – und stehen an langen Stielen über den grünen Blättern.
Die Pflanze ist an das Wachstum im Halbschatten angepasst und bevorzugt feuchten Boden mit guter Drainage. Man findet das Buschwindröschen häufig in Wäldern, Hainen und an Waldrändern. In der Natur bildet es ausgedehnte Teppiche, die im Frühjahr eine reizvolle Kulisse ergeben.
Im Garten lässt sich das Buschwindröschen gut kultivieren. Bieten Sie ihm dabei Bedingungen ähnlich denen am Naturstandort. Wählen Sie einen Platz im Halbschatten mit einem Boden, der die Feuchtigkeit gut hält. Nach der Blüte zieht die Pflanze ein und verschwindet bis zum Sommer oberirdisch – das ist normal und kein Krankheitszeichen.

Beim Kultivieren des Buschwindröschens ist vor allem in Trockenzeiten wichtig: regelmäßiges Gießen. Halten Sie den Boden feucht, vermeiden Sie aber Staunässe, die den Wurzeln schaden würde. Eine Mulchschicht um die Pflanze hält die Bodenfeuchte und unterdrückt zugleich Unkraut.
Vermehrt wird das Buschwindröschen durch Teilung der Rhizome. Am besten teilt man im Frühjahr oder im Herbst, während der Ruhephase. Die abgetrennten Teile können Sie an neue Stellen im Garten setzen. Wie die ganze Familie enthält sie Protoanemonin, ist also roh giftig, und ihr Saft reizt die Haut – tragen Sie beim Teilen Handschuhe.
Gelbes Windröschen – Anemone ranunculoides
Das Gelbe Windröschen (Anemone ranunculoides) ist eine Anemonenart, die auch Gelbes Buschwindröschen genannt wird. Es ist eine ausdauernde Staude, die in Europa und Asien vorkommt. Hier einige Informationen zu dieser Pflanze:

- Aussehen: Das Gelbe Windröschen hat grüne Blätter und auffällige gelbe Blüten. Diese sind ähnlich gebaut wie bei den übrigen Anemonen – sie bestehen aus 5 bis 8 Perigonblättern, nicht aus echten Kronblättern. Die Pflanze bildet einen niedrigen Bestand mit den Blüten über dem Laub.
Standort: Das Gelbe Windröschen bevorzugt Halbschatten bis schattige Plätze. In der Natur kommt es an Waldrändern, in feuchten Wäldern oder entlang von Bächen und Flüssen vor. Suchen Sie ihm im Garten einen vergleichbaren Platz.
Boden: Das Gelbe Windröschen mag einen feuchten, gut durchlässigen und humusreichen Boden. Arbeiten Sie organisches Material ein, damit sich Struktur und Wasserhaltevermögen verbessern.
Gießen: Das Gelbe Windröschen braucht regelmäßige Wassergaben, vor allem in Trockenzeiten. Halten Sie den Boden dauerhaft feucht, vermeiden Sie aber Staunässe, die den Wurzeln schaden würde.
Vermehrung: Das Gelbe Windröschen lässt sich durch Samen oder Teilung der Rhizome vermehren. Samen säen Sie im Herbst oder Frühjahr aus, am besten frisch. Geteilt wird am besten im Frühjahr oder im Herbst. Die neuen Pflanzen können Sie an andere Stellen im Garten setzen.
Für Gärtner ist das Gelbe Windröschen attraktiv wegen seiner leuchtend gelben Blüten, die den Frühling auffrischen. Es passt in Beete, unter Gehölze oder an Wasserstellen. Seine Kultur verlangt die richtigen Bedingungen und etwas Pflege, am passenden Standort gedeiht es aber zuverlässig. Mit dem Buschwindröschen kreuzt es sich in der Natur zum hellgelben Anemone ×lipsiensis.
Herbstanemone – Anemone ×hybrida: Pflanzen und Pflege
Die Herbstanemonen (Anemone ×hybrida), auch Japanische Herbstanemonen genannt, sind Gartenhybriden, die vor allem von der chinesischen Anemone hupehensis abstammen. Genau sie finden Sie in den Gärtnereien, und sie sind in Gärten weltweit beliebt. Hier einige Informationen zu ihrer Kultur:
Aussehen: Herbstanemonen haben aufrechte Stängel von 60 bis 120 cm Höhe und geteilte Blätter. Ihre Blüten sind groß und rosa, weiß oder purpurn. Sie bestehen aus zahlreichen Perigonblättern, die auffällige Blütenschalen bilden.
Standort: Herbstanemonen bevorzugen sonnige oder leicht schattige Standorte. Am besten wachsen sie auf einem gut durchlässigen, humusreichen Boden. Meiden Sie zu tiefen Schatten, er würde die Blüte schwächen.
Gießen: Herbstanemonen brauchen regelmäßige Wassergaben, vor allem in Trockenzeiten. Halten Sie den Boden feucht, vermeiden Sie aber Staunässe. Eine Mulchschicht um die Pflanze hält die Bodenfeuchte und unterdrückt Unkraut.
Vermehrung: Herbstanemonen vermehrt man durch Teilung der Horste oder durch Wurzelschnittlinge; Samen der Hybriden geben die Eigenschaften der Mutterpflanze nicht weiter. Geteilt wird üblicherweise im Frühjahr, solange die Pflanze noch in der Ruhephase steht. Wurzelschnittlinge nimmt man im Herbst und wurzelt sie im Frühbeet an.
Pflege der Pflanzen: Herbstanemonen brauchen nur wenig Pflege. Entfernen Sie Verblühtes und vertrocknete Pflanzenteile. Am Saisonende können Sie die Stängel bodennah zurückschneiden. Umpflanzen vertragen sie schlecht, suchen Sie ihnen deshalb gleich einen dauerhaften Platz.

In Gärten sind Herbstanemonen beliebt wegen ihrer schönen Blüten und der langen Blütezeit. Sie eignen sich für Beete, Wegränder oder für Blumensträuße. Bei angemessener Pflege und passenden Bedingungen sollten sie gedeihen und Ihrem Garten eine elegante Note verleihen.
Waldanemone – Anemone sylvestris: weiße, duftende Blüten
Die Waldanemone (Anemone sylvestris), auch Großes Windröschen genannt, kommt in Europa und im gemäßigten Asien vor. Es ist eine ausdauernde Staude, die für ihre schönen weißen Blüten und deren Duft bekannt ist. Hier einige Informationen zu dieser Pflanze:

Aussehen: Die Waldanemone hat aufrechte Stängel von etwa 30 bis 40 cm Höhe. Die Blätter sind geteilt und haben gezähnte Ränder. Die Blüten sind weiß, einfach und tragen auffällige goldgelbe Staubblätter in der Mitte. Die Pflanze blüht vom Frühjahr bis zum Frühsommer, ihre Früchte sind dicht wollig behaart.
Standort: Die Waldanemone bevorzugt sonnige oder halbschattige Standorte. Am besten wächst sie auf gut durchlässigem, humosem und eher kalkhaltigem Boden. In der Natur findet man sie in lichten Wäldern, Waldsteppen und an Waldrändern.
Gießen: Die Waldanemone braucht regelmäßige Wassergaben, vor allem in trockenen Zeiten. Halten Sie den Boden feucht, gießen Sie aber nicht übermäßig, sonst droht Wurzelfäule. Eine Mulchschicht um die Pflanze hält die Bodenfeuchte und unterdrückt Unkraut.
Vermehrung: Die Waldanemone lässt sich durch Samen, Teilung der Horste oder Wurzelausläufer vermehren. Samen gewinnen Sie nach der Blüte und säen sie im Herbst oder Frühjahr aus. Geteilt wird am besten im Frühjahr oder Herbst. Ausläufer trennen Sie von der Mutterpflanze und setzen sie neu – am passenden Platz breitet sie sich damit recht willig aus.
Pflege der Pflanzen: Die Waldanemone braucht keine besondere Pflege. Entfernen Sie Verblühtes und trockene Blätter, um die Blühfreude zu fördern. Am Saisonende können Sie die Stängel bodennah zurückschneiden.
Die Waldanemone ist eine schöne Staude für alle, die eine blühende Pflanze für ihre Beete suchen. Ihre weißen Blüten bringen frischen Schwung in den Frühlingsgarten und ihr Duft lockt Schmetterlinge und Bienen an. Bei den richtigen Bedingungen und etwas Pflege sollte sie in Ihrem Garten gedeihen und ihm einen Hauch Natur schenken.
Anemone hupehensis – die Wildart hinter der Herbstanemone
Anemone hupehensis ist eine aus China stammende Art, von der die Garten-Herbstanemonen aus dem vorigen Kapitel abstammen. Diese ausdauernde Staude wird für ihre Blüten und für die Fähigkeit geschätzt, im Spätsommer und im Herbst zu blühen. Hier einige Informationen zu dieser Pflanze:
Aussehen: Anemone hupehensis hat aufrechte Stängel von 60 bis 90 cm Höhe. Die Blätter sind dunkelgrün und dreiteilig. Die Blüten sind kleiner und einfacher als bei den Gartenhybriden: Sie tragen etwa 5 bis 6 rosafarbene Perigonblätter und einen auffälligen Kranz gelber Staubblätter.
Standort: Anemone hupehensis bevorzugt einen sonnigen oder leicht schattigen Standort. Am besten wächst sie auf einem gut durchlässigen, humusreichen Boden. Trockenheit verträgt sie etwas besser als die Frühlingsarten, nasse Winterböden dagegen gar nicht.
Gießen: Anemone hupehensis braucht regelmäßige Wassergaben, besonders in trockenen Phasen. Halten Sie den Boden mäßig feucht, vermeiden Sie aber Staunässe. Eine Mulchschicht um die Pflanze hält die Bodenfeuchte und unterdrückt Unkraut.
Vermehrung: Anemone hupehensis lässt sich durch Samen, Teilung der Horste oder Wurzelschnittlinge vermehren. Samen säen Sie im Herbst oder Frühjahr aus. Geteilt wird am besten im Frühjahr. Wurzelschnittlinge nimmt man im Herbst und wurzelt sie im Frühbeet an.
Pflege der Pflanzen: Anemone hupehensis braucht keine besondere Pflege. Entfernen Sie Verblühtes und trockene Blätter, um die Blühfreude zu fördern. Im Herbst können Sie die Pflanzen bodennah einkürzen. Wie alle Anemonen ist sie giftig und ihr Saft reizt die Haut.
Bei Gärtnern ist Anemone hupehensis beliebt wegen ihrer ausdrucksstarken Blüten und der Fähigkeit, im Spätsommer und im Herbst zu blühen. Sie passt in Beete, an Wegränder oder in Kombination mit anderen blühenden Stauden. Bei ausreichender Pflege und den richtigen Wachstumsbedingungen sollte Anemone hupehensis in Ihrem Garten gedeihen und Schönheit sowie farbigen Glanz in den Spätsommer und Herbst bringen.

Balkan-Windröschen – Anemone blanda: das frühe Frühlings-Windröschen

Das Balkan-Windröschen (Anemone blanda), auch Strahlenanemone genannt, stammt aus Südosteuropa, also vom Balkan, und aus Westasien. Diese ausdauernde Staude ist für ihre frühe Frühjahrsblüte und ihre schönen blauen, violetten, rosa oder weißen Blüten bekannt. Hier einige Informationen zu dieser Pflanze:
Aussehen: Das Balkan-Windröschen ist eine niedrige Pflanze, die etwa 10 bis 15 cm hoch wird. Es hat geteilte Blätter mit feinen Lappen. Die Blüten sind einfach und tragen 10 bis 20 schmale Perigonblätter, die sternförmig um eine helle Mitte stehen. Sie können blau, violett, rosa oder weiß sein. Die Pflanze bildet Teppiche, die eine reizvolle Frühlingskulisse ergeben.
Standort: Das Balkan-Windröschen bevorzugt einen sonnigen oder leicht schattigen Standort. Am besten wächst es auf gut durchlässigem Boden, der die Feuchtigkeit dennoch hält. In der Natur kommt es in lichten Wäldern, Hainen, auf Grashängen und entlang von Bächen vor.
Gießen: Das Balkan-Windröschen braucht regelmäßige Wassergaben, vor allem in trockenen Phasen. Halten Sie den Boden feucht, vermeiden Sie aber Staunässe. Eine Mulchschicht um die Pflanze hält die Bodenfeuchte und unterdrückt Unkraut.
Vermehrung: Das Balkan-Windröschen lässt sich durch Samen oder Teilung der Knollen vermehren. Die Knollen werden im Herbst etwa 5 cm tief gesetzt und vor dem Pflanzen über Nacht in Wasser eingeweicht. Samen gewinnen Sie nach der Blüte und säen sie im Herbst oder Frühjahr aus. Geteilt wird am besten im Herbst oder zeitig im Frühjahr.
Pflege der Pflanzen: Das Balkan-Windröschen braucht keine besondere Pflege. Entfernen Sie Verblühtes und trockene Blätter, um die Blühfreude zu fördern. Am Saisonende können Sie die Pflanzen bodennah zurückschneiden.
Bei Gärtnern ist das Balkan-Windröschen beliebt wegen seiner schönen Frühlingsblüten und der Fähigkeit, blühende Teppiche zu bilden. Es passt in Beete, an Wegränder, in Steingärten oder zwischen Frühlingszwiebeln. Das Balkan-Windröschen ist eine angenehme Ergänzung des Frühlingsgartens. Bei ausreichender Pflege und den richtigen Bedingungen sollte es gut gedeihen und Ihnen schöne Frühlingsblüten bringen.
Garten- und Zierpflanzen düngen: womit man Anemonen versorgt
- Sie können ihn in einer dünnen Schicht rund um die Pflanzen ausstreuen.
- Setzen Sie DÜNGEE als Auszug an und gießen Sie damit rund um die Pflanzen, oder sprühen Sie den Auszug über die Pflanzen.
