Eukalyptus (Eucalyptus)
Arten, Pflege, Vermehrung, Düngen und Überwintern von Eukalyptus im Topf und im Freiland

Immergrüner Baum oder Strauch mit ausgeprägt aromatischen Blättern.
- Standort: sonnig, warm, windgeschützt
- Höhe: im Topf bis 2 Meter, in der Natur bis 30 Meter
- Wachstumszeit: wächst kräftig von Frühjahr bis Herbst
- Vermehrung: durch Samen oder halbverholzte Stecklinge
- Überwinterung: heller Platz bei 5–10 °C, sparsam gießen
- Verwendung: Luftreinigung, Raumduft, Inhalation, Dekoration
Eukalyptus (Eucalyptus) ist eine Gehölzgattung aus der Familie der Myrtengewächse (Myrtaceae), die mehr als 700 Arten umfasst. Eine Übersicht der einzelnen Arten finden Sie weiter unten in diesem Artikel – im Deutschen ist für Eucalyptus globulus auch der Name Blaugummibaum gebräuchlich. Die Gattung stammt überwiegend aus Australien und Tasmanien, wo sie natürliche Wälder bildet und vielen Tieren, darunter den Koalas, Nahrung liefert. Dank ihres schnellen Wachstums und der großen Menge aromatischer ätherischer Öle hat sich der Eukalyptus über die ganze Welt verbreitet – auch in Europa, wo er als Zier- und zugleich Nutzpflanze kultiviert wird.
Für zu Hause am beliebtesten ist der Blaugummibaum (Eucalyptus globulus), der als Kübelpflanze gezogen wird. Er hat schmale, zart bläuliche Blätter, die bei Berührung intensiv duften. Im Sommer kann er ins Freie, für den Winter empfiehlt sich ein kühlerer, aber heller Raum – die meisten Arten vertragen nämlich keinen Frost.
Eukalyptus-Arten, die bei uns kultiviert werden
Die Gattung Eucalyptus umfasst über 700 Arten, in unseren Bedingungen wird davon aber nur eine Handvoll kultiviert. Sie unterscheiden sich vor allem in der Blattform und darin, wie viel Frost sie vertragen.
- Eucalyptus globulus (Blaugummibaum) – die häufigste Art im Topf. Junge Blätter sind rundlich und blaugrün, ältere schmal und sichelförmig. Frost verträgt er nicht, den Winter verbringt er im Haus.
- Eucalyptus gunnii (Mostgummi-Eukalyptus) – der härteste der gängig angebotenen Arten. An einem geschützten Standort und in durchlässigem Boden übersteht er auch einige Grade unter null. Die niedrige Sorte ‚Azura‘ eignet sich für Kübel und für den regelmäßigen Schnitt.
- Eucalyptus pauciflora subsp. niphophila (Snow Gum) – eine Gebirgsart aus dem Südosten Australiens mit auffällig gefleckter weißer Rinde, einer der frosthärtesten Eukalypten überhaupt.
- Eucalyptus cinerea – silbrig graue, runde Blätter, die nach dem Schnitt lange am Zweig halten. Er wird vor allem für die Floristik und zum Trocknen kultiviert.
- Corymbia citriodora (früher Eucalyptus citriodora) – die Blätter duften nach Zitrone, bei uns ausschließlich als Kübelpflanze.
- Eucalyptus regnans (Riesen-Eukalyptus) – der Rekordhalter der Gattung, für den Garten aber ungeeignet; er wächst nur in den natürlichen Beständen Tasmaniens und Victorias.
Wenn Sie einen Eukalyptus für einen dauerhaften Platz im Freien suchen, halten Sie sich an gunnii oder pauciflora. Alle anderen Arten kultivieren Sie besser als bewegliche Kübelpflanzen.
Eukalyptus pflegen: Standort, Gießen und Schneiden
Eukalyptus liebt Licht und Wärme. Ideal ist ein sonniger Standort mit mindestens 6 Stunden direkter Sonne täglich. Der Boden sollte durchlässig sein, am besten sandig-lehmig und gut dräniert. Die Pflanze verträgt keine Staunässe, deshalb gehört auf den Topfboden unbedingt eine Drainageschicht.
Gegossen wird regelmäßig, zwischen den einzelnen Gaben sollte die Erde jedoch leicht abtrocknen.
Sehr gut verträgt die Pflanze den Schnitt – gerade das regelmäßige Einkürzen fördert einen kompakten, dichten Wuchs und bremst allzu lange Triebe. Am besten schneidet man im Frühjahr, bevor die neue Wachstumsphase beginnt.
Boden-pH: Eukalyptus bevorzugt leicht saure bis neutrale Böden (ideal sind pH 5,5–6,5). Wer auf alkalischem Boden kultiviert, arbeitet gelegentlich Sägespäne oder sauren Mulch ein.
Eukalyptus vermehren: aus Samen und über Stecklinge
Am zuverlässigsten vermehrt sich Eukalyptus aus Samen. Stecklinge bewurzeln zwar auch, aber deutlich schlechter als bei den meisten Ziergehölzen – rechnen Sie damit, dass nur ein Teil anwächst.
- Aussaat: säen Sie im Frühjahr in ein durchlässiges Gemisch (Substrat mit Sand oder Perlit). Die Samen sind winzig, drücken Sie sie nur an und bedecken Sie sie nicht mit Erde – sie keimen als Lichtkeimer bei 20–22 °C in etwa 2–4 Wochen.
- Stratifikation: Samen der frostharten Gebirgsarten (gunnii, pauciflora) keimen williger nach 4–6 Wochen Kältebehandlung bei rund 4 °C in feuchtem Sand.
- Halbverholzte Stecklinge: schneiden Sie sie im Spätsommer von den ausgereiften diesjährigen Trieben, Länge 8–10 cm. Untere Blätter entfernen, den Steckling in ein Gemisch aus Torf und Sand stecken und unter einer Haube bei 20–24 °C hohe Luftfeuchte halten.
- Nach der Bewurzelung: topfen Sie die jungen Pflanzen in eigene Gefäße und beginnen Sie erst dann zu düngen, wenn sie sichtbar austreiben. Bis dahin reichen die Nährstoffe aus dem Substrat.
Tipp: Eukalyptus verträgt keine Verletzung des Wurzelballens, topfen Sie ihn deshalb so schonend wie möglich um – und lieber ein Jahr zu früh, bevor sich die Wurzeln an der Topfwand entlangdrehen.
Womit Eukalyptus düngen – Eukalyptus düngen mit DÜNGEE und Pflege während des Wachstums
Regelmäßigkeit: Düngen Sie Eukalyptus mit DÜNGEE alle 3 bis 4 Wochen während der Hauptvegetationszeit (April bis September).
Dosierung: Für junge Pflanzen genügen 1–2 Esslöffel (ca. 10–20 g) trockener DÜNGEE rund um die Pflanze oder beim Gießen in die Erde eingearbeitet. Bei größeren Kübelpflanzen können es je nach Topfgröße 3–5 Esslöffel sein.
Anwendung: Streuen Sie den Dünger im Kreis um den Stamm auf die Erdoberfläche (nicht direkt an den Stämmchen), arbeiten Sie ihn leicht ins Substrat ein und gießen Sie gut, damit die Nährstoffe zu den Wurzeln gelangen.
Bewässerung: Nach jeder Gabe immer gründlich wässern. DÜNGEE ist schonend, überdüngen kann man damit nicht, doch regelmäßiges Gießen ist entscheidend für die Verfügbarkeit der Nährstoffe.
In der Ruhezeit (Oktober bis März) nicht düngen: Der Eukalyptus stellt das Wachstum ein, und Düngen würde die Wurzeln nur unnötig belasten.
Eine ausführliche Anleitung, wie Sie einen organischen Universaldünger bei Kübel- und Gartenpflanzen dosieren, finden Sie in einem eigenen Artikel.
Eukalyptus überwintern im Topf und im Freiland
Kübelpflanzen: Am besten bringen Sie den Eukalyptus in einen hellen und kühlen Raum – ideal sind verglaste Veranden, Wintergärten oder ungeheizte Flure, in denen die Temperatur nicht unter 5–8 °C fällt (ein Bereich bis 13 °C ist ebenfalls in Ordnung). Ein kurzzeitiges Absinken unter 5 °C verträgt die Pflanze, längeren Frost dagegen nicht.
Ausgepflanzt im Freien: In Regionen mit milderem Winter überstehen manche Arten den Winter draußen gut, vor allem Eucalyptus gunnii oder pauciflora. Entscheidend ist eine dicke Mulchschicht (Stroh, Laub, Kompost) rund um die Wurzeln im gesamten Umfang der Pflanze und idealerweise noch ein Schutz aus Vlies oder Folie, damit der Boden nicht durchfriert.
Gießen im Winter
Halten Sie den Eukalyptus im Winter eher trocken. Gießen Sie sparsam – etwa alle 2 bis 4 Wochen, je nach Temperatur und Trockenheit der Umgebung. Das Substrat sollte nie völlig austrocknen, darf aber keinesfalls nass stehen – sonst droht Wurzelfäule.
In kühleren Räumen gießen Sie noch sparsamer.
Licht und Luft im Winter
Sorgen Sie für möglichst viel Licht. Ist das nicht möglich, hilft eine zusätzliche Pflanzenleuchte (LED).
Die Pflanze sollte im Winter weder im Zug noch neben Heizkörpern stehen.
Weitere Pflege im Winter
Kein Düngen nötig – Dünger kommt erst wieder zum Einsatz, wenn das Wachstum im Frühjahr neu anläuft.
Bei sehr jungen oder schwachen Pflanzen empfehlen wir, die Triebe auf etwa die halbe Länge einzukürzen – bei der Überwinterung im Raum senkt das Verdunstung und Stress.
Kontrollieren Sie regelmäßig, ob sich auf dem Substrat Schimmel bildet – kurzes Lüften oder ein kühlerer Platz helfen.
Winterharter Eukalyptus im Freien: besondere Empfehlungen für die Freilandkultur

In sehr strengen Wintern kann man die Pflanze tief über dem Boden zurückschneiden und die Basis kräftig mulchen, denn ein Teil der Eukalypten treibt im Frühjahr – wie in der Natur nach einem Feuer – aus der Basis wieder aus.
Wer sich an diese Grundsätze hält, überwintert Eukalyptus nicht nur im Kübel, sondern auch im Beet erfolgreich, sofern die richtige robuste Art gewählt wird. Vermeiden Sie Temperaturen unter dem Gefrierpunkt, Staunässe und lang anhaltende Dunkelheit – das sind die Hauptrisiken der Wintermonate.
Tipp: Bei seltenen oder wertvollen Exemplaren lohnt sich im Spätsommer ein Steckling als Reserve, damit sich die Pflanze bei Winterverlusten leicht ersetzen lässt.
Heilende und praktische Verwendung von Eukalyptus
Eukalyptusblätter enthalten viel Eucalyptol, einen Stoff mit nachgewiesener antiseptischer, antibakterieller und entzündungshemmender Wirkung. Eukalyptusöl wird bei Erkältung, Husten, Schnupfen und Bronchitis eingesetzt. Man findet es in Salben, Balsamen und Inhalationspräparaten.
Eukalyptus ist zugleich eine ausgeprägte Duftpflanze – seine ätherischen Öle riechen intensiv. Getrocknete Zweige in der Vase oder über der Dusche verströmen ihren Duft im Raum und geben bei Kontakt mit Wasserdampf wohltuende ätherische Öle ab.
Getrockneter Eukalyptus und Eukalyptus für die Dusche: Zierwert und moderne Verwendung
Im Innenraum wirkt Eukalyptus ausgesprochen dekorativ. Seine feinen, silbrig grünen Blätter sind derzeit sehr beliebt in minimalistischen wie naturnahen Arrangements. Getrockneter Eukalyptus kommt in Sträuße, Kränze und auch solo in die Vase. Er bleibt viele Monate lang schön und duftend, ganz ohne besondere Pflege.
Ein Trend der letzten Jahre ist auch Eukalyptus für die Dusche – ein über dem Duschkopf aufgehängtes Bündel erwärmt sich beim Duschen und gibt Aromastoffe ab, die bei verstopfter Nase helfen und entspannend wirken.
Außergewöhnliche Verwendungen weltweit
In Australien machen Eukalypten über 70 % aller Wälder aus – sie sind entscheidend für die Ökosysteme und als Nahrung der Koalas, denen sie die Entwicklung eines speziellen Verdauungssystems für die toxischen Blätter ermöglicht haben.
In Algerien wurden Eukalypten dank ihres tiefen und schnell wachsenden Wurzelsystems zur Trockenlegung von Sümpfen genutzt und halfen so, die Malaria zurückzudrängen.
Weltweit wird Eukalyptus für die Herstellung von Arzneimitteln, Parfüms und Duftprodukten angebaut, aber auch als schnell nachwachsendes Holz für Möbel, Musikinstrumente oder Papier.
Heilkundliche, aromatherapeutische und volkstümliche Verwendung
Das ätherische Öl hat gut belegte Wirkungen bei Erkältungen – Produkte auf Eukalyptusbasis (Salbe, Zahnpasta, Bonbons, Inhalationsmittel) sind nicht nur in Europa beliebt, sondern auch in Japan und den USA.
In der traditionellen Medizin der australischen Aborigines wurden sowohl Blätter als auch Rinde und Harz („Kino“) bei Wunden, Infektionen, Verdauungsbeschwerden und Schlangenbissen sowie zur Linderung von Blutungen, Fieber und Schmerzen eingesetzt.
In Innenräumen findet Eukalyptus immer mehr Verwendung als natürlicher Raumduft – ein Bündel in der Dusche parfümiert das Bad und gibt aromatische ätherische Öle ab.
Praktische Tipps für die Kultur und Ratschläge ausländischer Gärtner
In den USA und in Großbritannien empfehlen Gärtner, nach der Pflanzung 2 Jahre lang einen gras- und unkrautfreien Streifen um den Baum zu halten und mit Mulch die Feuchtigkeit zu bewahren. Eingearbeitete Schwefelspäne säuern den Boden an – das lohnt sich besonders auf alkalischen Standorten (vor allem für Snow Gums empfohlen).
Ideal ist ein Boden-pH zwischen 5,5 und 7, entscheidend ist gute Drainage, denn Staunässe führt zu Wurzelfäule. Pflanzen im Kübel düngt man am besten einmal monatlich maßvoll, vorzugsweise mit organischen oder ausgewogenen Düngern, jedoch in kleinen Gaben.
Eukalyptus ist zwar trockenheitsverträglich, junge Pflanzen müssen in Hitzeperioden aber regelmäßig gegossen werden; dennoch mögen sie es, wenn das Substrat zwischen den Gaben abtrocknet.
Interessante ökologische und botanische Phänomene
Die Wurzeln des Eukalyptus entziehen dem Boden rasch Wasser – das nutzt man zur Bodenstabilisierung und zur Verringerung der Erosion in Trockengebieten.
Die Blätter enthalten starke antiseptische und antivirale Stoffe, die die Widerstandskraft der Pflanze gegen Pilzkrankheiten erhöhen, zugleich aber für die meisten Tiere giftig sind; Ausnahmen sind Koalas und einige wenige weitere Arten.
Faszinierende Fakten über Eukalypten
- Eukalyptus gehört zu den am schnellsten wachsenden Bäumen der Welt – manche Arten legen bis zu 2 Meter im Jahr zu.
- Der höchste Eukalyptus (die Art Eucalyptus regnans) erreicht bis zu 100 Meter – er ist die höchste Blütenpflanze der Welt.
- Die Blüten des Eukalyptus haben keine Kronblätter – ihre „Blüte“ besteht ausschließlich aus zahlreichen Staubblättern.


