Myrte (Myrtus communis)
Immergrüner Strauch mit Hochzeitstradition – die Brautmyrte
Standort: In Mitteleuropa wird sie als Kübelpflanze an sonnigen Plätzen gezogen.
Höhe: Frei wachsend erreicht sie 3–5 m.
Blütezeit: Juli – August.
Vermehrung: Meist durch Stecklinge.
Die Gattung Myrtus aus der Familie der Myrtengewächse (Myrtaceae) umfasst rund 100 Arten, die in wärmeren und gemäßigten Zonen sowie in den Tropen verbreitet sind. Die immergrünen Sträucher haben aromatische, gegenständige, kurz gestielte oder sitzende Blätter. Die Blüten erscheinen einzeln oder zu mehreren in Trugdolden in den Blattachseln. Sie besitzen vier Kelch- und vier Kronblätter sowie zahlreiche lange Staubblätter. Die Kronröhre ist kegelförmig. Die Frucht ist meist eine schwarze Beere von kegeliger bis eiförmiger Gestalt.
Zur selben Familie der Myrtengewächse gehört auch der bei uns kultivierte Eukalyptus, der ebenso aromatische Blätter hat.
Die Myrte als Hochzeitspflanze: Brautmyrte und ihre Herkunft im Mittelmeerraum

Die Myrte ist als unverzichtbarer Schmuck der Hochzeitsgesellschaft bekannt. Zu Kultzwecken wurde sie schon im alten Ägypten, in Persien, Griechenland und Rom verwendet. In der griechischen und römischen Mythologie war sie den Göttinnen Aphrodite und Venus geweiht und galt als Sinnbild für Jungfräulichkeit, Jugend und Schönheit. Sie diente auch weltlichen Zwecken – ihre Blätter enthalten ätherische Öle, die früher in der Heilkunde, als Küchengewürz und in der Kosmetik verwendet wurden. Seit dem 17. Jahrhundert wird die Myrte in Mitteleuropa als Kübelpflanze in Orangerien und Bürgerhäusern gezogen.
Myrtus communis kommt natürlicherweise im Mittelmeerraum, in Südwesteuropa und Westasien vor; da sie seit der Antike kultiviert wird, sind die Grenzen ihres natürlichen Areals allerdings nicht genau bekannt. In ihrer Heimat wächst sie zu dichten, 3–5 m hohen Sträuchern mit ledrigen, glatten und glänzenden Blättern von 2,5–5 cm Länge heran. Diese Blätter sind durchscheinend punktiert und duften zerrieben sehr aromatisch. Die Blüten mit einem Durchmesser von 2 cm öffnen sich im Juli und August und wachsen einzeln in den Blattachseln.
Myrte pflanzen und pflegen im Topf: Substrat, Gießen und Überwintern

Bei uns werden Myrten ausschließlich als Kübelpflanzen gezogen. Sie brauchen ein leicht saures Substrat; junge Pflanzen werden jährlich umgetopft, später nur noch alle 4–5 Jahre. In der Vegetationszeit ist regelmäßiges Gießen mit einer schwachen Lösung von Volldünger nötig. Der Wurzelballen muss gleichmäßig feucht gehalten werden, denn Myrten sind sowohl gegen Trockenheit als auch gegen Staunässe empfindlich. Im Sommer stellt man sie nach draußen an einen sehr sonnigen und warmen Platz, im Winter in ein kaltes Gewächshaus oder einen kühlen, hellen Raum mit Temperaturen unter 10 °C.
Am schönsten sind frei wachsende Myrten, die im Sommer reich blühen; man kann sie aber auch zu kleinen Bäumchen mit regelmäßiger Krone formen. Myrten können sehr alt werden – es gibt über hundertjährige Exemplare, die in Familien von Generation zu Generation weitergegeben werden.
Dasselbe Regime — im Sommer draußen, im Winter in einem hellen kühlen Raum — bekommt auch anderen mediterranen Kübelgehölzen gut, zum Beispiel dem Olivenbaum.
Häufige Fragen
Wie pflanzt und pflegt man eine Myrte?
Bei uns wird die Myrte als Kübelpflanze gezogen. Sie braucht ein leicht saures Substrat, im Sommer einen sehr sonnigen und warmen Platz im Freien und einen gleichmäßig feuchten Wurzelballen — Trockenheit und Staunässe bekommen ihr gleichermaßen schlecht. Junge Pflanzen werden jedes Jahr umgetopft, ältere alle vier bis fünf Jahre.
Wie überwintert man die Myrte?
Über den Winter gehört die Myrte in ein kaltes Gewächshaus oder in einen kühlen, hellen Raum mit einer Temperatur unter 10 °C. Im warmen Wohnzimmer gedeiht sie nicht.
Wann blüht die Myrte?
Die weißen Blüten mit einem Durchmesser von etwa 2 cm öffnen sich im Juli und August und wachsen einzeln in den Blattachseln. Am reichsten blühen frei wachsende, ungeschnittene Pflanzen.
Wie vermehrt man die Myrte?
Die Myrte wird meist durch Stecklinge vermehrt.
Womit düngt man die Myrte?
In der Vegetationszeit braucht die Myrte regelmäßiges Gießen mit einer schwachen Lösung eines Volldüngers. Gut geeignet ist ein natürlicher organischer Dünger — zum Beispiel DÜNGEE, der verdünnt ins Gießwasser dosiert wird. Im Winter, wenn die Pflanze kühl steht, wird nicht gedüngt.
