Kamelie (Camellia): Pflege im Kübel und im Garten, Standort und Sorten
Camellia japonica und Williamsii-Hybriden — Standort, Gießen, Düngen, Überwintern und Kamelienöl
Kamelien sind immergrüne Blütengehölze, die als Zimmer- oder Kübelpflanzen gezogen werden. Bekannt sind sie für ihre prachtvolle Blütenpalette und die vielen Zuchtsorten.
- Standort: hell bis leicht sonnig, mit ausreichend frischer und feuchter Luft.
- Wuchshöhe: bis zu 15 m hohe Bäume oder Sträucher; im Handel jedoch nur 30–60 cm.
- Blütezeit: Herbst bis Frühjahr.
- Vermehrung: durch Kopfstecklinge im August oder durch Abmoosen der Triebe.
Die Kamelie stammt aus Ostasien und gehört zur Familie der Teestrauchgewächse (Theaceae). Es gibt rund 10 000 Kultursorten, die Blüten können einfach, halbgefüllt oder gefüllt sein und messen 5–16 cm im Durchmesser. Die Farbpalette reicht von Weiß über Rosa und Rot bis zu mehrfarbigen Kombinationen.
Die allermeisten Sorten, die Ihnen im Handel begegnen, gehören zur Japanischen Kamelie (Camellia japonica). Die zweite große Gruppe sind die Williamsii-Hybriden, die aus der Kreuzung der Japanischen Kamelie mit Camellia saluenensis hervorgegangen sind — sie blühen williger, vertragen mehr Kälte und werfen die verblühten Blüten von selbst ab.
Kamelie im Kübel: Pflege und Standort
Kamelien stellen besondere Ansprüche:
- Luftfeuchtigkeit: Entscheidend sind mindestens 60 %, sonst vertrocknen die Knospen und fallen ab.
- Temperatur: Ideal sind 16–20 °C bei ausreichender Luftfeuchtigkeit.
- Standort: Heller Platz mit milder Sonne, aber ohne pralle Mittagssonne.
- Düngung: DÜNGEE in kleinen Gaben mit dem Gießwasser, vom Beginn des Triebwachstums bis Juli.
- Umtopfen: Am besten nach der Blüte, jedoch nicht mehr ab Ende Juli.
Die Kamelie gehört zu den säureliebenden Pflanzen. Das Substrat sollte einen pH-Wert um 4,5–5,5 haben, also denselben wie für Azaleen und Rhododendren — normale Gartenerde ist ihr zu basisch. Am besten gießt man mit Regenwasser; hartes Leitungswasser hebt den pH-Wert nach und nach an, und die Blätter hellen auf.
Von Herbst bis zum Spätwinter blüht die Pflanze und braucht es kühl — ideal sind 8–12 °C. Im überheizten Wohnzimmer vertrocknen die Knospen, bevor sie sich öffnen können. Im Sommer tut der Kamelie ein Platz im Halbschatten im Freien gut, dort legt sie die Knospen für die nächste Saison an. Organischer Dünger wird nur während des Triebwachstums gegeben, ab Juli wird nicht mehr gedüngt, damit das Holz bis zum Winter ausreift. Weitere Tipps finden Sie in der Übersicht Zimmerpflanzen düngen.
Der häufigste Fehler ist das Drehen und Umstellen der Pflanze mit Knospen. Die Kamelie merkt sich die Lichtrichtung und quittiert einen Standortwechsel während der Knospenbildung damit, dass sie die Knospen abwirft. Sobald sich Knospen zeigen, bewegen Sie den Topf nicht mehr.
Kamelie im Garten: welche Sorten winterhart sind
Eine Kamelie im Freiland ist in Deutschland möglich, aber nur in den mildesten Lagen und an einem gut gewählten Platz — etwa am Niederrhein, im Rheintal, am Bodensee oder in den Weinbaugebieten. Camellia japonica verträgt zuverlässig Fröste um −10 °C, an geschütztem Standort auch ein paar Grad mehr; Williamsii-Hybriden sind meist etwas härter. Entscheidend ist aber selten der Frost allein, sondern die Kombination aus Frost, Wintersonne und austrocknendem Wind.
Was eine Kamelie im Freiland braucht:
- Halbschattiger Standort, niemals nach Osten. Die Morgensonne taut gefrorene Blätter und Knospen zu schnell auf, sie werden dann braun. Ideal ist die West- oder Nordwestseite unter den Kronen alter Bäume.
- Windschutz. Der Winterwind trocknet die immergrünen Blätter stärker aus als der Frost.
- Saurer, humoser und durchlässiger Boden. Am einfachsten pflanzt man sie in Rhododendronerde.
- Mulch über den Winter. Eine Schicht Nadelstreu oder Rindenmulch hält die Wurzeln frostfrei und feucht.
- Gießen auch im Winter. Bei Frost verdunstet die Pflanze Wasser über die Blätter, kann es aus dem gefrorenen Boden aber nicht nachholen — an frostfreien Tagen wird gegossen.
Eine Kamelie im Kübel überwintert man einfacher in einem hellen, unbeheizten Raum bei 5–10 °C, als sie draußen stehen zu lassen: Der Wurzelballen im Topf friert viel schneller durch als in der Erde. Wenn sie doch auf der Terrasse bleibt, umwickeln Sie das Gefäß mit Luftpolsterfolie und stellen Sie es an die Hauswand. Wie gut Kamelien im Freien alt werden können, zeigt die berühmte Pillnitzer Kamelie bei Dresden — sie steht seit über 200 Jahren im Park, über den Winter allerdings unter einem fahrbaren Glashaus.
Knospenfall und gelbe Blätter: die häufigsten Probleme
Der Knospenfall ist die häufigste Klage bei der Kamelie, und selten steckt nur eine einzige Ursache dahinter. Am häufigsten sind es:
- trockene Luft in der Heizperiode (unter 60 % Luftfeuchtigkeit),
- ein ausgetrockneter oder umgekehrt dauernd nasser Wurzelballen,
- Wärme über 15 °C während der Blüte,
- das Umstellen oder Drehen der Pflanze mit angesetzten Knospen.
Gelbe Blätter mit grünen Blattadern deuten auf eine Chlorose durch Eisenmangel hin. Sie entsteht, wenn der pH-Wert des Substrats durch Gießen mit hartem Wasser steigt — es hilft, in saures Substrat umzutopfen und auf Regenwasser umzustellen.
Braune Flecken an den Blatträndern sind meist Verbrennungen durch die direkte Mittagssonne, braun werdende Knospen an einer Pflanze im Freien dagegen die Folge des schnellen Auftauens in der Morgensonne.
Die Pflanze blüht überhaupt nicht. Die Knospen werden schon im Sommer angelegt, die Ursache liegt also in der vorigen Saison: ein zu schattiger Sommerstandort, Düngung bis in den Herbst oder ein Schnitt zur falschen Zeit. Geschnitten wird die Kamelie direkt nach der Blüte, nie im Sommer.
Die bekanntesten Sorten nach Blütenfarbe (Camellia japonica)
Die Sorten werden traditionell nach der Blütenfarbe und nach dem Füllungsgrad eingeteilt: einfache haben einen Kranz Blütenblätter und sichtbare Staubgefäße, halbgefüllte mehrere Kränze, unregelmäßig gefüllte eine unregelmäßige Mitte und regelmäßig gefüllte gleichmäßig geschichtete Blütenblätter ohne Staubgefäße.
Weiße Kamelien






Rosa Kamelien







Rote Kamelien









Mehrfarbige Kamelien




Williamsii-Hybriden
Die Williamsii-Hybriden (Camellia × williamsii) sind aus der Kreuzung der Japanischen Kamelie mit Camellia saluenensis hervorgegangen. Sie blühen früher und reicher, vertragen Kälte besser und werfen die verblühten Blüten ab, sodass man sie nicht von Hand entfernen muss. Genau aus dieser Gruppe wählt man, wenn die Kamelie im Freien wachsen soll.






Kamelienöl: Verwendung in Kosmetik und Küche

Das Öl der Kamelien wird aus den Samen von Camellia oleifera oder Camellia sinensis gewonnen. Bekannt ist es als Kamelienöl. Kamelienöl hat einen hohen Gehalt an ungesättigten Fettsäuren und Vitaminen, woraus sich seine verschiedenen Eigenschaften und Anwendungen ergeben.
Kamelienöl wird häufig in der Kosmetik für die Haut- und Haarpflege verwendet. Es hat eine leichte Konsistenz, die schnell in die Haut einzieht, und ist reich an den Vitaminen A, E und F. In der Volksheilkunde gilt Kamelienöl als feuchtigkeitsspendend und nährend; es soll die Haut geschmeidig halten, gereizte Haut beruhigen und feine Linien und Fältchen mildern. Verwendet wird es auch in der Augen- und Lippenpflege.
Kamelienöl wird außerdem in der Küche verwendet, vor allem in der asiatischen Küche. Es hat einen milden, angenehmen Geschmack und ist beliebt zum Braten und Backen sowie für Marinaden und Salatdressings. Kamelienöl enthält viele ungesättigte Fettsäuren, die zu einer ausgewogenen Ernährung
beitragen. Wichtig ist, ein hochwertiges Kamelienöl aus einer vertrauenswürdigen Quelle zu wählen, um das Beste daraus zu holen.
Häufige Fragen
Kann man Kamelien ganzjährig im Freien halten?
In den mildesten Lagen ja — an einem geschützten, halbschattigen Platz, in saurem, durchlässigem Boden und mit Mulch über den Winter. Camellia japonica verträgt Fröste um −10 °C, Williamsii-Hybriden sind meist härter. In raueren Lagen ist es sicherer, sie im Kübel zu halten und in einem hellen, unbeheizten Raum zu überwintern.
Warum wirft die Kamelie ihre Knospen ab?
Meist wegen trockener Luft in der Heizperiode, eines ausgetrockneten oder zu nassen Wurzelballens, wegen Wärme über 15 °C während der Blüte oder weil die Pflanze mit angesetzten Knospen umgestellt wurde. Eine Kamelie mit Knospen sollte man weder drehen noch umstellen.
Welche Erde braucht die Kamelie?
Saure, humose und durchlässige Erde mit einem pH-Wert um 4,5–5,5 — am einfachsten ist Rhododendronerde. Gegossen wird mit Regenwasser, hartes Wasser hebt den pH-Wert und die Pflanze bekommt eine Chlorose.
Wann blüht die Kamelie?
Von Herbst bis Frühjahr, je nach Sorte. Die Knospen legt sie aber schon im Sommer an, über die Blüten der nächsten Saison entscheiden also Sommerstandort und Wassergabe.
Wann und wie schneidet man die Kamelie?
Direkt nach der Blüte, bevor die Pflanze neu austreibt. Ein späterer Schnitt entfernt die gerade angelegten Knospen, und die Pflanze blüht im nächsten Jahr nicht.
Womit düngt man die Kamelie?
In kleinen Gaben mit dem Gießwasser, vom Beginn des Triebwachstums bis Juli, mit einem Dünger für säureliebende Pflanzen oder mit organischem Dünger. Ab Juli wird nicht mehr gedüngt, damit die Triebe bis zum Winter ausreifen.
Ist die Kamelie dasselbe wie der Teestrauch?
Es sind zwei Arten derselben Gattung. Zierkamelien sind fast immer Camellia japonica, während Tee aus den Blättern des Teestrauchs (Camellia sinensis) gewonnen wird.
Die Kamelie steht mit ihren Ansprüchen den übrigen säureliebenden Pflanzen nahe — wenn Ihnen Azaleen oder Rhododendren gelingen, schaffen Sie auch sie. Unter den Blütensträuchern gehört sie zu den wenigen, die im Winter blühen, und als Zimmerpflanze belohnt sie ein kühles Winterzimmer mit Blüten zu einer Zeit, in der draußen nichts blüht.
