Stechapfel (Datura)
Gemeiner Stechapfel und die Zier-Arten der Datura – giftige Pflanzen mit exotischen Blüten für Kübel. Standort, Gießen, Düngen und Überwintern.

Reich blühende und teils stark duftende Kübel- und Gewächshauspflanzen;
Achtung, sie sind giftig!
- Standort: im Sommer sonnig bis halbschattig
- Höhe: je nach Art bis 5 m
- Blütezeit: von Juni bis zum Frost; im Winter blüht die rote Engelstrompete (Datura rosei)
- Vermehrung: Stecklinge oder Samen
Die gärtnerisch bedeutenden Datura-Arten aus der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae) sind frostempfindliche Sträucher aus Südamerika. Der Gemeine Stechapfel (Datura stramonium) ist ein einjähriges Kraut, das auch bei uns wild auf Schuttplätzen und Geröllhängen wächst. Als Kulturpflanze spielt er keine Rolle. Samen und Früchte aller Arten sind sehr giftig.
Über die Stellung der Gattung Stechapfel (Datura) im botanischen System sind sich die Fachleute nicht einig. Während vor allem amerikanische Botaniker die baum- und strauchförmigen Arten der Gattung Engelstrompete (Brugmansia) zuordnen wollen, halten besonders deutsche Botaniker an der weit gefassten Gattung Stechapfel (Datura) fest. Unter diesem Namen haben die schönen Nachtschattengewächse bei Hobbygärtnern viele Freunde gefunden, und gerade denen wäre die bisherige Bezeichnung lieber.
Gemeiner Stechapfel (Datura stramonium): Aussehen und Giftigkeit
Der Gemeine Stechapfel ist bei uns der verbreitetste Vertreter der Gattung, im Garten pflanzt man ihn aber nicht an – er hat sich als Unkraut auf Schuttplätzen, Aufschüttungen, Feldrändern und in gut gedüngten Gemüsebeeten eingebürgert.
- Wuchs: einjähriges Kraut von 30–120 cm Höhe, mit gabelig verzweigtem, hohlem Stängel.
- Blätter: groß, eiförmig, grob buchtig gezähnt, zerrieben riechen sie unangenehm.
- Blüte: weiß bis violett überlaufen, trompetenförmig, 6–10 cm lang und vor allem aufrecht stehend – daran unterscheidet man ihn am schnellsten von den Zierarten und Engelstrompeten, deren Blüten hängen.
- Frucht: eine eiförmige stachelige Kapsel von 3–5 cm Länge, die bei der Reife mit vier Klappen aufspringt und Dutzende schwarzer Samen ausstreut. Eine einzige Pflanze bringt mehrere Hundert davon hervor.
Giftigkeit: alle Pflanzenteile enthalten Tropanalkaloide (Hyoscyamin, Scopolamin, Atropin), am meisten davon steckt in den Samen. Eine Vergiftung mit Stechapfel ist ein ernster Zustand, der ärztliche Hilfe erfordert; verwenden Sie die Pflanze deshalb niemals zur Selbstbehandlung und arbeiten Sie beim Entfernen vom Grundstück mit Handschuhen. Besondere Vorsicht ist dort geboten, wo Kinder spielen – die stacheligen Kapseln wirken verlockend.
Zur selben Familie der Nachtschattengewächse gehören auch viele gängige Kulturpflanzen, etwa Nachtschatten, Tabak oder Petunien. Mit ihnen teilt die Datura die typische Trichterblüte und die Empfindlichkeit gegenüber Staunässe.
Datura-Arten: Engelstrompete, Baum- und rote Engelstrompete

Am bekanntesten und wohl auch am schönsten ist die duftende Engelstrompete (Datura suaveolens) („Engelstrompete“) aus Brasilien. Die bis zu 30 cm langen gelben Blüten duften stark, vor allem am Abend. Unter dem Namen Datura sanguinea wird im Handel manchmal die Art rote Engelstrompete (Datura rosei) angeboten, die im Winter blüht. Ihre Blüten sind 15 cm lang, schmal, orange bis rötlich und duftlos. Datura sanguinea wird nur selten kultiviert. Die Baum-Engelstrompete (Datura arborea) aus Peru und Chile hat 18 cm lange weiße Blüten; bei der Art Datura aurea aus den Bergregionen Kolumbiens und Ecuadors werden sie bis zu 30 cm lang.
Weiße Engelstrompete (Datura x candida)

ist eine Kreuzung der Arten Datura aurea und Datura versicolor und trägt große weiße Blüten. Die Namen ihrer verschiedenen Formen mit einfachen oder gefüllten Blüten in Gelb, Pfirsich, Rosa und Rot sind im Handel meist frei erfunden. Nur selten lassen sie sich einer bestimmten Art zuordnen; in der Regel handelt es sich um Hybriden, Varietäten und Sporte unbekannter Herkunft, was ihrer Schönheit jedoch keinen Abbruch tut.
Pflege: Gießen, Düngen und Überwintern

Alle Daturas lassen sich an einem vollsonnigen Platz kultivieren, im Halbschatten blühen sie jedoch länger. Der Blühbeginn hängt von der Art der Überwinterung ab: frühestens ab Juni, danach blühen sie mit Unterbrechungen bis zu den ersten Frösten.
Voraussetzung für reichen Blütenflor sind reichliches Gießen und regelmäßiges Düngen. An heißen Sommertagen muss bis zu dreimal täglich gegossen werden. Einmal wöchentlich sollte mit einem flüssigen Mehrnährstoffdünger nachgedüngt werden. Das Substrat für Kübel sollte weder zu leicht sein noch zu viel Torf enthalten, damit es nicht zu schnell austrocknet.
Am besten gedeihen Pflanzen, die in Kunststoffkörbe gesetzt werden; darin bringt man sie Ende des Sommers zum Überwintern in einen frostfreien, aber kühlen Raum (hell oder dunkel). Vor Saisonbeginn, ab Mitte Mai, können die Pflanzen tief zurückgeschnitten werden. Eine Ausnahme ist die Art Datura sanguinea, die von September bis April blüht und deshalb keine Winterruhe braucht. Am besten kultiviert man sie im Wintergarten.
Durch das schnelle Wachstum und die riesige Blattfläche hat die Datura einen hohen Nährstoffbedarf. Gut bewährt hat sich auch eine regelmäßige Gabe des organischen Düngers DÜNGEE, oberflächlich ins Substrat eingearbeitet – die Nährstoffe werden nach und nach frei und der Kübel trocknet nicht so schnell aus wie bei reiner Flüssigdüngung.
