Flieder (Syringa)
Arten und Sorten, wann er blüht, wann man ihn schneidet und womit man ihn düngt
Laubsträucher mit herrlichen, stark duftenden Blütenrispen
Standort: sonnige Plätze; tiefgründige Böden
Höhe: 1–5 m
Blütezeit: Mai–Juni
Vermehrung: durch Aussaat, Stecklinge oder Veredelung
In Ostasien und in Südosteuropa kommen etwa 30 Fliederarten vor, die zur Familie der Ölbaumgewächse (Oleaceae) gehören — ebenso wie der Olivenbaum, die Forsythie oder der Jasmin. In Kultur stehen bei uns nur laubabwerfende Sträucher mit gegenständigen, meist ungeteilten, selten gelappten oder gefiederten Blättern. Die kleinen, oft auffällig duftenden Blüten haben eine walzenförmige Kronröhre mit vier abstehenden Zipfeln und stehen in end- oder seitenständigen Rispen an den vorjährigen Zweigen. Die Frucht ist eine längliche, lederige Kapsel.
Häufiger als die Wildarten werden Kultursorten gepflanzt, von denen die meisten zum Gemeinen Flieder (Syringa vulgaris) gehören. Alle Arten und Sorten verlangen tiefgründige, nährstoffreiche Böden, verbrauchen viele Nährstoffe und sind für regelmäßige Düngergaben dankbar. Alle Sorten und auch viele Wildarten werden als veredelte Pflanzen geliefert. Aus der Unterlage treiben häufig Wildtriebe aus, die rechtzeitig an ihrer Ansatzstelle entfernt werden müssen. Fliedersträucher werden nur unmittelbar nach der Pflanzung geschnitten, was besonders für junge Pflanzen mit wenigen Trieben gilt. Später ist ein Schnitt nur selten nötig.
Amur-Flieder (Syringa reticulata var. mandshurica)

3–4 m hoher Strauch, schwach, aber breit wachsend. Die Blätter sind eiförmig bis breit elliptisch, 5–12 cm lang, oberseits dunkelgrün, unterseits bläulich grün. Er hat weiße bis cremefarbene Blüten ohne Duft in endständigen, 10–18 cm langen Rispen, die im Juni erscheinen. Er wächst in der Mandschurei und in Nordchina.
Sweginzows Flieder (Syringa sweginzowii)

Bis 3 m hoher Strauch mit kahlen, purpurbraunen Zweigen. Die Blätter sind eiförmig bis länglich, 5–10 cm lang, dunkelgrün. Er blüht im Juni. Die Blüten sind außen fleischrosa, innen weißlich und in aufrechten, lockeren Rispen von bis zu 20 cm Länge angeordnet.
Kleinblättriger Flieder (Syringa microphylla)

Kleiner, horstiger, breit aufrechter, bis 1,5 m hoher Strauch. Die Zweige sind dünn und weich behaart, die Blätter rundlich eiförmig bis elliptisch eiförmig, 1–4 cm lang. Die stark duftenden Blüten in blassem Lila erscheinen in 4–7 cm langen Rispen. Heimisch ist er in Nordchina. Eine sehr reich blühende Art, häufig wird die Sorte ‚Superba‘ gepflanzt, die sich durch rosarote Blüten und eine sehr lange Blütezeit unterscheidet. Nach der Hauptblüte erscheinen einzelne Rispen bis in den Oktober.
Ungarischer Flieder (Syringa josikaea)

Aufrechter, 3–4 m hoher Strauch. Die Blätter sind breit elliptisch, 6–12 cm lang, oberseits dunkelgrün, unterseits blaugrün bis weißlich. Die dunkelvioletten Blüten in schmalen, 10–15 cm langen, meist aufrechten Rispen entfalten sich im Mai und Juni.
Meyers Flieder (Syringa meyeri)

Kleiner, dicht verzweigter, 1–1,5 m hoher Strauch mit leicht vierkantigen Zweigen. Die Blätter sind elliptisch eiförmig, 2–4 cm lang. Die violetten Blüten trägt er im Mai bis Juni in dichten, etwa 8 cm langen Rispen. Die Sorte ‚Palibin‘ hat purpurrote, später weißlich rosa Blüten in kleinen endständigen Rispen, die im Juni erscheinen.
Chinesischer Flieder (Syringa x chinensis)

Horstiger, bis 3 m hoher und ebenso breiter Strauch mit dünnen, bogig überhängenden Zweigen. Die Blätter sind eiförmig lanzettlich, zugespitzt, 4–8 cm lang. Die duftenden lilafarbenen Blüten erscheinen im Mai in großen, lockeren Rispen. Er stammt nicht aus China, sondern entstand in Frankreich in Kultur. Die reich blühende Form kann sich nach vielen Jahren am Standort zu ausladenden Sträuchern entwickeln.
Julianes Flieder (Syringa julianae)

Kaum über 2 m hoher Strauch von ausladendem Wuchs, die dünnen Zweige sind stark filzig behaart. Die Blätter sind eiförmig länglich bis länglich lanzettlich, 7–15 cm lang. Die purpurvioletten, stark duftenden Blüten erscheinen im Mai bis Juni in 5–10 cm langen Rispen.
Persischer Flieder (Syringa x persica)

Bis 2 m hoher, horstiger Strauch. Die Blätter sind lanzettlich, 3–6 cm lang, zugespitzt, nicht selten gefiedert oder dreilappig. Die purpurlilafarbenen Blüten sind etwa 1 cm lang, stehen in 5–8 cm langen Rispen und erscheinen im Mai.
Preston-Flieder (Syringa x prestoniae)

Große, 3–4 m hohe, ausladende Sträucher mit recht dicken und kahlen Trieben. Die Blätter sind breit eiförmig, 5–15 cm lang, oberseits sattgrün, unterseits blaugrün. Die Blüten erscheinen, leider ohne Duft, im Mai bis Juni in großen überhängenden Rispen.
Sorten von Syringa x prestoniae
| Sorte | Blüten | Anmerkungen |
|---|---|---|
| ‚Coral‘ | Rosa, beim Verblühen heller | Beste rote Sorte, Rispen bis 20 cm lang |
| ‚Donald Wyman‘ | Sattrosarot, hält die Farbe auch beim Verblühen gut | Rispen etwa 15 cm lang und 2 cm breit, dicht geschlossen; sehr schöne Sorte |
| ‚Nocturne‘ | Bläuliches Lila, hält die Farbe gut | Rispen bis 20 cm lang und 10 cm breit, dicht |
| ‚Redwine‘ | Karminrot, in der Knospe dunkler | Am stärksten rote Sorte |
| ‚Royalty‘ | In der Knospe sattviolett, aufgeblüht blaulila, hellen etwas auf | Rispen bis 17 cm lang und 10 cm breit, sehr dicht; dunkelste Sorte |
Überhängender Flieder (Syringa reflexa)

Aufrechter, etwa 3 m hoher Strauch. Die Blätter sind länglich eiförmig, 8–15 cm lang, derb, oberseits dunkelgrün, unterseits graugrün. Die Blüten sind außen weinrot bis fast dunkelrosa, innen nahezu weiß.
Japanischer Flieder (Syringa reticulata)

Hoher Strauch oder kleiner Baum mit kurzem Stamm und eiförmig runder Krone. Die Zweige sind glänzend rötlich. Die gelblich weißen, stark duftenden Blüten wachsen in bis zu 30 cm langen Rispen. Heimisch ist er in Nordjapan.
Flieder 'Josee' (Syringa 'Jose')

Etwa 1,5 m hoher, dicht verzweigter, langsam wachsender Strauch. Die Blätter sind eiförmig elliptisch, 2–4 cm lang. Die lilarosa Blüten in dichten, 8 cm langen Rispen erscheinen im Mai bis Juni. Er blüht schon als junge Pflanze und ist ein schöner, dekorativer Zwergflieder, der an einem sonnigen und eher trockenen Platz stehen sollte.
Gemeiner Flieder (Syringa vulgaris)

Aufrechter Strauch oder kleiner Baum mit stark gedrehten Stämmen. Die Blätter sind eiförmig bis breit eiförmig, 8–12 cm lang, derb. Die blauvioletten Blüten erscheinen im April und Mai in 15–20 cm langen Rispen. Er wächst in Südosteuropa an vollsonnigen bis halbschattigen Standorten auf trockenen, schwach sauren bis kalkhaltigen Böden.
Die wichtigsten Sorten des Gemeinen Flieders (Syringa vulgaris)
| Sorte | Blütenfarbe | Einfach | Gefüllt | Eigenschaften |
|---|---|---|---|---|
| ‚Andenken an Ludwig Späth‘ | Dunkelpurpur | X | Große Blütenrispen, in dieser Farbe unübertroffen | |
| ‚Charles Joly‘ | Purpurrot mit hellerer Mitte | X | Rispen kurz und geschlossen, Blüten groß, blüht reich | |
| ‚Christophe Colomb‘ | Zartes Lila | X | Dichte, volle Rispen, meist in doppelten Paaren | |
| ‚Congo‘ | Purpurrot, auf der Rückseite heller | X | Große, geschlossene, lockere Rispen | |
| ‚Decaisne‘ | Hellblau, Knospen eher lila | X | Rispen locker, mittelgroß bis groß, Blüten groß; blüht reich | |
| ‚G.J. Baardse‘ | Purpurn | X | Rispen groß und schlank | |
| ‚Katherine Havemeyer‘ | Kobaltlila mit rosa Hauch | X | Rispen groß bis mittelgroß; wächst sehr kräftig | |
| ‚Leon Gambetta‘ | Lilarosa, Knospen rot | X | Rispen schmal und lang, Blüten groß; blüht sehr früh | |
| ‚Macrostachya‘ | Zartrosa, beim Verblühen fast weiß | X | Rispen lang, schmal, kegelförmig, aufrecht und locker | |
| ‚Maréchal Foch‘ | Karminrosa, später lilarosa | X | Rispen und Blüten groß; wächst gut und blüht reich | |
| ‚Michel Buchner‘ | Lila, innen weiß | X | Rispen lang und schmal; wächst gut | |
| ‚Miss Ellen Willmott‘ | Schneeweiß | X | Blüten groß und gut geformt, blüht spät | |
| ‚Mme. Antoine Buchner‘ | Zart malvenrosa, Knospen purpurn | X | Rispen mächtig, lang, schmal; blüht spät und lange | |
| ‚Mme. Florentine Stepmann‘ | Weiß | X | Beste mittelfrühe Sorte zum Treiben; hat ‚Marie Legraye‘ abgelöst | |
| ‚Mme. Lemoine‘ | Reinweiß | X | Blüht spät; beste gefüllte weiße Sorte | |
| ‚Monique Lemoine‘ | Weiß | X | Blütenrispen groß | |
| ‚Mont Blanc‘ | Reinweiß | X | Blüht reich und spät | |
| ‚Mr. Edward Harding‘ | Hell purpurrot, beim Verblühen purpurrosa | X | Rispen und Blüten groß; beste der gefüllten roten Sorten | |
| ‚Olivier de Serres‘ | Purpurblau | X | Die Blüten verblassen beim Verblühen | |
| ‚Primrose‘ | Hell primelgelb | X | Für das Freiland und zum Treiben | |
| ‚Ruhm von Horstenstein‘ | Sattes Lilarot, Knospen rot | X | Beste gelbe Sorte | |
| ‚Vestale‘ | Reinweiß | X | Rispen kegelförmig mit breiter Basis; blüht reich und früh |
Fliedertee

Fliedertee ist ein köstliches und gesundes Getränk, das sich aus den Blüten oder Früchten des Flieders zubereiten lässt. Dieser Tee hat einen süßen Duft und Geschmack und ist vor allem in Gegenden beliebt, in denen Flieder häufig wächst. Fliedertee hat dank der Vitamine und Mineralstoffe in den Fliederblüten und -früchten auch einige gesundheitliche Vorzüge.
Zubereitung von Fliedertee:
Fliedertee aus Blüten:
- Sammeln Sie frische und saubere Fliederblüten. Sie können sie von Fliedersorten mit duftenden Blüten gewinnen, etwa vom Gemeinen Flieder (Syringa vulgaris) oder vom Japanischen Flieder (Syringa reticulata).
- Spülen Sie die Blüten unter fließendem Wasser ab, um eventuellen Schmutz zu entfernen.
- Bereiten Sie eine Teekanne oder eine Tasse mit kochendem Wasser vor.
- Geben Sie die Fliederblüten in das Gefäß und übergießen Sie sie mit kochendem Wasser.
- Lassen Sie die Blüten etwa 5 bis 10 Minuten im heißen Wasser ziehen.
- Seihen Sie den Tee anschließend ab und servieren Sie ihn heiß. Sie können ihn nach Geschmack mit Honig oder Zucker süßen.
Fliedertee aus Früchten:
- Sammeln Sie reife und saubere Fliederfrüchte. Die Früchte sind dunkelrot bis violett und haben die charakteristische Form kleiner Kapseln.
- Spülen Sie die Früchte unter fließendem Wasser ab und entfernen Sie eventuellen Schmutz.
- Bereiten Sie eine Teekanne oder eine Tasse mit kochendem Wasser vor.
- Geben Sie die Fliederfrüchte in das Gefäß und übergießen Sie sie mit kochendem Wasser.
- Lassen Sie die Früchte etwa 10 bis 15 Minuten im heißen Wasser ziehen.
- Seihen Sie den Tee anschließend ab und servieren Sie ihn heiß. Sie können ihn nach Geschmack mit Honig oder Zucker süßen.
Gesundheitliche Vorzüge: Fliedertee ist reich an Vitaminen, vor allem an Vitamin C, und enthält außerdem Flavonoide mit antioxidativen Eigenschaften. Dadurch hat dieser Tee mehrere gesundheitliche Vorzüge, etwa die Unterstützung des Immunsystems, die Linderung von Entzündungen, Beruhigung und Entspannung. Er kann auch bei Erkältungen helfen, die Verdauung unterstützen und das allgemeine Wohlbefinden verbessern. Wie bei jedem Nahrungsergänzungsmittel oder Tee gilt jedoch: in Maßen genießen und bei gesundheitlichen Beschwerden oder der Einnahme von Medikamenten den Arzt fragen.
Flieder düngen: womit und wann
Flieder gehört zu den Sträuchern, die viele Nährstoffe verbrauchen — im Text oben gilt das für alle Arten und Sorten. Am meisten brauchen sie im Frühjahr, wenn sie die Blütenrispen anlegen, und dann noch einmal nach der Blüte, wenn sie das Holz für das nächste Jahr ansetzen.
- Im Frühjahr vor dem Austrieb streuen Sie DÜNGEE im Umfang der Krone rund um den Strauch — nur ein feines Bestäuben, keine dicke Schicht.
- Nach der Blüte wiederholen Sie die Gabe; sie hilft dem Strauch, die Triebe anzusetzen, an denen er im nächsten Jahr blüht.
- Aufs Blatt eignet sich eine Spritzung: Rühren Sie einen Teelöffel in 1 Liter Wasser ein und seihen Sie die Lösung ab.
- Flieder mag tiefgründige, nährstoffreiche und eher basische Böden — an einem sauren Standort tut ihm eine Kalkunggut.
Eine ausführliche Anleitung zur Dosierung finden Sie beim Universaldünger, die allgemeinen Regeln für Gehölze dann im Beitrag über Sträucher.
Häufige Fragen zum Flieder
Wann blüht der Flieder?
Die meisten Fliederarten blühen im Mai bis Juni. Der bekannteste Gemeine Flieder (Syringa vulgaris) macht den Anfang, schon im April bis Mai, späte Arten wie der Japanische Flieder oder Sweginzows Flieder blühen erst im Juni. Der Kleinblättrige Flieder treibt nach der Hauptblüte bis in den Oktober einzelne Rispen nach.
Wann schneidet man Flieder?
Gleich nach der Blüte — die verblühten Rispen werden entfernt, damit der Strauch keine Samen ansetzt und lieber neue Triebe bildet. Ein grundlegender Schnitt gehört vor allem zur Pflanzung, besonders bei jungen Pflanzen mit wenigen Trieben; später ist ein Schnitt nur selten nötig. Veredelte Sorten treiben zudem Wildtriebe aus der Unterlage, die man rechtzeitig direkt an der Ansatzstelle entfernen muss.
Wie vermehrt man Flieder?
Auf drei Wegen: durch Aussaat, Stecklinge oder Veredelung. Sorten werden üblicherweise als veredelte Pflanzen geliefert, weil sie aus Samen die Eigenschaften des Mutterstrauchs nicht behalten. Der Gemeine Flieder lässt sich auch über Wurzelausläufer vermehren, die der Strauch selbst rund um den Stamm bildet.
Ist Flieder giftig?
Flieder gilt nicht als giftige Pflanze — aus seinen duftenden Blüten wird sogar Tee zubereitet. Die Früchte sind trockene Kapseln ohne Fruchtfleisch und nicht zum Verzehr bestimmt. Wie bei jeder Pflanze gilt: Empfindliche Menschen können allergisch reagieren.
Wie schnell wächst Flieder?
Mittelschnell — beim Gemeinen Flieder in der Regel um 20 bis 40 cm pro Jahr. Je nach Art wird er 1 bis 5 Meter hoch: Zwergflieder wie Meyers Flieder oder ‚Josee‘ bleiben unter 1,5 m, der Amur-Flieder und der Preston-Flieder werden 3 bis 4 m hoch.
Womit düngt man Flieder?
Am besten mit einem langsam wirkenden Naturdünger im Frühjahr vor dem Austrieb und ein zweites Mal nach der Blüte. Flieder verbraucht viele Nährstoffe und dankt regelmäßige Gaben mit reicherer Blüte. An basische Böden ist er gewöhnt, an einem sauren Standort tut ihm eine Kalkung gut.
