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Litschi (Litchi chinensis)

In der Wohnung wird sie zwei Meter hoch, im Freiland bis zu fünfzehn — und für Früchte braucht sie einen kühleren Winter.

Reife rote Litschis (Litchi chinensis) in dichten Büscheln am Baum

Wärmeliebender exotischer Baum mit aromatischen rosa Früchten und dekorativen Blättern

  • Standort: heller, warmer und windgeschützter Platz ohne direkte Mittagssonne
  • Höhe: in der Wohnung bis 2 m, im Freiland bis 15 m
  • Blütezeit: März–Mai
  • Fruchtreife: Juni–August
  • Vermehrung: am zuverlässigsten durch Abmoosen, aus Samen nur Zierpflanzen

Die Litschi (Litchi chinensis) ist ein immergrüner subtropischer Baum aus Südostasien, vor allem aus Südchina, Vietnam und Thailand. In ihrer Heimat erreicht sie Höhen von bis zu 15 Metern und wird sowohl wegen ihrer schmackhaften Früchte als auch als Zierbaum kultiviert. Litschis sind bekannt für ihr fein süßliches Aroma, ihr saftiges, durchscheinendes Fruchtfleisch und die typische rosarote Schale mit höckeriger Oberfläche. Bei uns wird die Pflanze überwiegend als Kübelpflanze gezogen — sie eignet sich für den Wintergarten oder zur Sommerfrische auf einer geschützten Terrasse.

Ansprüche an Standort und Pflege

Die Litschi braucht das ganze Jahr über einen hellen Standort mit viel diffusem Licht. Direkte Mittagssonne kann die zarten Blätter schädigen, vor allem bei jungen Pflanzen. Die optimale Wachstumstemperatur liegt zwischen 20 und 30 °C. Im Winter passt ihr ein kühlerer, aber heller, frostfreier Raum bei sparsamer Wassergabe (mehr dazu im Abschnitt zur Überwinterung). Große Hitze bekommt der Litschi nicht.

Die Erde sollte nährstoffreich, locker und gut durchlässig sein. Ein Substrat mit einem Anteil Torf und Perlit hält die nötige Feuchtigkeit, ohne dass Staunässe entsteht, die die Pflanze sehr schlecht verträgt. Regelmäßiges Gießen ist vor allem in der Vegetationszeit wichtig, wenn die Pflanze aktiv wächst. Das Wasser sollte abgestanden und möglichst weich sein. Im Winter wird weniger gegossen, das Substrat darf zwischen den Wassergaben leicht antrocknen.

Düngung und Wachstumsstimulation

Unreife grüne Litschifrüchte an einem Zweig des Litschibaums

Zur Förderung von Wachstum und Fruchtbildung wird eine regelmäßige Düngung von März bis September empfohlen. Ideal sind natürliche und organische Dünger mit einem höheren Anteil an Kalium und Phosphor. Geeignet ist zum Beispiel der organische Dünger Düngee, den man ins Substrat einarbeitet oder im Gießwasser auflöst. Beim Kultivieren im Kübel ist es wichtig, die Pflanze alle 2–3 Jahre umzutopfen, damit nährstoffreiche Erde und Platz für die Wurzeln nachkommen.

Blüte und Früchte

Abgemooste Pflanzen beginnen nach etwa 4–5 Jahren zu blühen und zu tragen, Sämlinge frühestens um das 10. Jahr und oft gar nicht. Die Blüten sind klein, weißlich grün bis gelblich und stehen in reich verzweigten Rispen. Für eine erfolgreiche Blüte braucht sie im Frühjahr meist deutliche Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht sowie viel Licht. Bestäubt wird sie im Freien auf natürlichem Weg durch Bienen und andere Bestäuber, im Zimmer ist manchmal eine Bestäubung von Hand nötig.

Die Früchte reifen im Sommer und haben eine charakteristisch rosa bis rot gefärbte Schale, die sich bei Reife leicht ablösen lässt. Im Inneren umschließt weißes Fruchtfleisch einen dunkelbraunen Samen.

Der Geschmack der Litschi erinnert an eine Mischung aus Weintrauben und Rosen — süß, saftig und sehr erfrischend. Die Früchte sind reich an Vitamin C, Kalium und Antioxidantien.

Vermehrung

Am einfachsten ist die Aussaat von Samen aus frischen Früchten. Die Kerne müssen so schnell wie möglich nach dem Entnehmen aus der Frucht ausgesät werden, weil sie ihre Keimfähigkeit rasch verlieren. Die Keimung dauert 2–4 Wochen und gelingt bei Temperaturen über 25 °C. Sämlinge tragen allerdings frühestens um das 10. Jahr, oft gar nicht. Stecklinge bewurzeln praktisch nicht und Veredeln ist schwierig, für fruchtende Pflanzen nutzt man deshalb das Abmoosen (Anleitung weiter unten).

Litschi zu Hause: warum nicht aus dem Kern, wie man sie vermehrt und wann sie trägt

In China wird die Litschi seit über 4000 Jahren angebaut, und der Baum kann bis zu 300 Jahre alt werden. Bei uns bleibt sie eine Pflanze für geduldige Gärtner mit Gewächshaus oder einem hellen, kühleren Wintergarten.

Kern aus dem Supermarkt: Zierpflanze, kein Obst

Keimen wird nur frischer Samen, eingetrocknete Kerne verlieren ihre Keimfähigkeit schnell. Ein Sämling trägt aber frühestens um das 10. Jahr, oft gar nicht. Einen Kern auszusäen ist deshalb eher ein Versuch, eine immergrüne Zierpflanze zu ziehen. Wer Früchte möchte, braucht eine vegetativ vermehrte Pflanze.

Abmoosen: der zuverlässigste Weg

Litschi-Stecklinge bewurzeln praktisch nicht, und Veredeln ist schwierig. Gärtner nutzen deshalb das Abmoosen: An einem gesunden Ast wird ein Rindenstreifen entfernt, die Stelle mit feuchtem Torf oder Moos umhüllt und mit Folie umwickelt. Sobald die Wurzeln die Hülle durchwachsen haben, wird der Ast unterhalb abgeschnitten und eingepflanzt. So gewonnene Pflanzen tragen nach etwa 4–5 Jahren.

Feuchtigkeit und Temperatur

Die Litschi liebt Feuchtigkeit. Sie braucht reichlich Wasser und hohe Luftfeuchtigkeit, Austrocknen verträgt sie schlecht. Große Hitze bekommt ihr nicht. Ältere Bäume vertragen kurzzeitig leichten Frost, eine Kübelpflanze überwintern Sie aber immer frostfrei, am besten in einem hellen Gewächshaus oder Wintergarten.

MethodeErfolgWann sie trägt
Aussaat eines frischen Kernsnur frische Samen keimenfrühestens um das 10. Jahr, oft gar nicht
Abmoosen (Torf, Moos)am zuverlässigstennach 4–5 Jahren
Stecklingebewurzeln praktisch nicht—
Veredelnmöglich, aber schwierig—

Blüten und Früchte

Die kleinen grünlich-weißen bis gelblichen Blüten haben keine Blütenblätter und sitzen in bis zu 30 cm langen Rispen. Aus einer Rispe können bis zu 30 Früchte reifen. Die Früchte reifen etwa 3 Monate nach der Blüte.

Wann man Litschis erntet und wie lange sie halten

  • Ernten Sie erst bei voller Reife, wenn die Schale braun oder rot wird und sich spannt. Zu früh gepflückte Früchte reifen nicht nach und bleiben sauer.
  • Lassen Sie die Früchte nach der Ernte 2–3 Tage liegen.
  • Kühl gelagert halten sie 3–4 Wochen, bei 0–5 °C bis zu etwa 3 Monate.
  • Außer frisch werden Litschis eingemacht, eingefroren oder getrocknet. Getrocknete Früchte erinnern geschmacklich an Rosinen und werden als „Litschi-Nüsse“ verkauft.

Bei der Litschi genügt ein Erziehungsschnitt: In jungen Jahren formen Sie die Krone, später entfernen Sie nur trockene und sich kreuzende Äste.

Überwinterung und Umzug ins Freie

In den wärmeren Monaten kann die Litschi im Freien stehen, am besten an einem geschützten Platz ohne Zugluft. Im Herbst muss die Pflanze rechtzeitig wieder ins Haus, bevor die Temperaturen unter 10 °C sinken. Über den Winter verlangsamt sie ihr Wachstum und braucht nur wenig Wasser. Empfehlenswert ist ein heller, kühlerer und frostfreier Platz, denn im Warmen setzt die Pflanze schlechter Blüten an. Ältere Bäume vertragen kurzzeitig auch leichten Frost, eine Kübelpflanze sollten Sie aber keinem Frost aussetzen.