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Gewöhnliche Haselwurz (Asarum europaeum) und weitere Haselwurz-Arten

Immergrüner Bodendecker für den Schatten unter Bäumen

Haselwurz – aus dem Wald in den Steingarten und als Bodendecker für den Schatten

(Asarum)

Die Haselwurz (Asarum) ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Osterluzeigewächse (Aristolochiaceae). Diese Pflanzen zeichnen sich durch herzförmige oder nierenförmige Blätter und auffällig geformte Blüten aus, die direkt auf dem Boden oder knapp darüber erscheinen. Haselwurz-Arten sind schattenliebend und werden häufig als Zierpflanzen in Gärten und Parks gepflanzt. Manchmal setzt man sie an schattigen Stellen anstelle von Rasen ein.

So sieht die Haselwurz aus

  • Blätter: Die Haselwurz hat herzförmig geformte oder hufeisenförmig gebogene Blätter. Sie können glänzend oder matt sein und haben meist eine dunkelgrüne Farbe.

  • Blüten: Die Blüten der Haselwurz sind recht ungewöhnlich und haben die Form einer kleinen Röhre oder eines Bechers. Bei manchen Arten liegen die Blüten dicht über der Bodenoberfläche verborgen, bei anderen sitzen sie etwas höher.

  • Früchte: Nach der Bestäubung bildet die Haselwurz Kapselfrüchte, die die Samen enthalten.

Haselwurz pflanzen: Standort und Boden

Die Haselwurz bevorzugt schattige und feuchte Standorte. Sie ist ideal für Gärten mit dichtem Schatten oder Halbschatten, zum Beispiel unter Bäumen oder Sträuchern. Auch der Teil des Steingartens, in dem Sie sie pflanzen möchten, sollte unter Bäumen liegen.

Die Pflanzen mögen humusreichen, gut durchlässigen Boden mit hohem Anteil an organischer Substanz.

Halten Sie den Boden feucht, aber nicht staunass. Lassen Sie den Boden zugleich nie völlig austrocknen.

Versorgen Sie den Boden im Frühjahr mit organischem Dünger, um Wachstum und Vitalität der Pflanze zu unterstützen.

Die Haselwurz wird meist durch Teilung der Horste oder über Rhizome vermehrt. Das lässt sich im Frühjahr oder im Herbst erledigen.

Geschlossener Teppich der Gewöhnlichen Haselwurz: glänzende dunkelgrüne, nierenförmige Blätter bedecken den Boden unter Bäumen
Haselwurz – Blätter und Gesamtbild
Detail der karminroten, glockenförmigen Blüte von Asarum caulescens mit weißer Narbe im Inneren
Haselwurz Asarum caulescens – Blüte

Genau deshalb ist die Haselwurz ein dankbarer immergrüner Bodendecker für den Schatten — sie schafft Stellen, an denen weder Rasen noch die meisten Blumen mehr wachsen. Unter Baumkronen, an der Nordseite des Hauses oder zwischen Sträuchern bildet sie in wenigen Jahren einen geschlossenen Teppich, der auch im Winter grün bleibt, denn die Haselwurz zieht ihr Laub nicht ein. Sie breitet sich langsam aus und überwächst nichts, lässt sich also gut mit anderen Stauden und mit Frühjahrs-Blumenzwiebeln kombinieren, die blühen, bevor die Bäume austreiben. Kaufen Sie die Pflanzen in der Staudengärtnerei und graben Sie sie nicht im Wald aus.

Gewöhnliche Haselwurz (Asarum europaeum)

Blüte der Gewöhnlichen Haselwurz: dunkelpurpurne Glocke mit abstehenden Zipfeln, dicht behaart, dicht am Boden verborgen
Haselwurz Blüte

Die Gewöhnliche Haselwurz (Asarum europaeum) ist ein schattenliebendes Kraut, das in Wäldern und Waldsteppen Europas vorkommt. Sie hat charakteristische herzförmige Blätter und unscheinbare, verborgene Blüten.

So sieht die Gewöhnliche Haselwurz aus

Blätter:

  • Die Gewöhnliche Haselwurz hat herzförmige Blätter, die etwa 5-10 cm lang werden.
  • Die Blätter sind dunkelgrün und oft glänzend.
  • Auf der Blattunterseite sind hellere Blattadern zu sehen.

Blüten:

  • Die Blüten der Gewöhnlichen Haselwurz sind klein und unscheinbar. Sie sind unter den Blättern versteckt und liegen fast am Boden.
  • Die Blüten haben eine hufeisenförmige Gestalt und sind rotbraun oder rötlich gefärbt.
  • Wegen ihrer verborgenen Lage fallen die Blüten der Gewöhnlichen Haselwurz kaum auf und sind oft nur schwer zu entdecken.

Vermehrung:

  • Die Gewöhnliche Haselwurz vermehrt sich über Rhizome. Diese bilden dichte Teppiche, die sich nach und nach ausbreiten und die Fläche bedecken.
  • Die Pflanze bildet kleine Früchte in Form von Kapseln, die die Samen enthalten.

Insgesamt ist die Gewöhnliche Haselwurz eine attraktive Gartenpflanze, vor allem für schattige oder halbschattige Bereiche. Ihre dekorativen Blätter und die unscheinbaren Blüten können ein interessantes Element in der Gartengestaltung sein, besonders wenn Sie Pflanzen für schattige Plätze suchen. Der Anbau der Gewöhnlichen Haselwurz ist meist recht einfach, weil sie sich an die Boden- und Lichtverhältnisse gut anpasst.

Haselwurz Blüte: wie sie aussieht und wann die Blütezeit ist

Die Blüte der Gewöhnlichen Haselwurz (Asarum europaeum) ist durch ihre Form und ihre Lage besonders. Sie ist sehr unscheinbar und unter den Blättern der Pflanze verborgen. Damit Sie sie überhaupt bemerken, hier eine genauere Beschreibung:

  • Lage: Die Blüte sitzt direkt am Boden und ist vollständig unter den herzförmigen Blättern der Pflanze verborgen. Die Blattform erinnert an einen Hufabdruck, was der Pflanze in einigen Sprachen ihren Namen gegeben hat.

  • Form: Die Blüte der Gewöhnlichen Haselwurz ist hufeisenförmig. Sie besteht aus der Blütenhülle und der Blütenröhre. Die Blütenhülle ist braunrot bis rötlich gefärbt und bildet eine Art schützenden Vorhang um die Blütenröhre. Im Inneren stehen 12 Staubblätter mit Staubbeuteln rund um den Griffel mit der Narbe.

  • Farbe: Die Blütenröhre, der innere Teil der Blüte, kann grün, rötlich oder violett überlaufen sein. Die Farbe kann je nach Standortbedingungen leicht abweichen.

  • Aufbau: Die Blüte der Gewöhnlichen Haselwurz hat meist sechs Zipfel an der Blütenröhre. Sie sind schmal und lang gezogen, was die charakteristische Hufeisenform ergibt.

  • Duft: Die Blüten der Gewöhnlichen Haselwurz können einen zarten, angenehmen Duft haben, der oft als honigähnlich beschrieben wird.

Insgesamt ist die Blüte der Gewöhnlichen Haselwurz gerade durch ihren verborgenen, unscheinbaren Charakter interessant. Auch wenn sie auf den ersten Blick nicht auffällt, verleihen ihre besondere Form und ihre Lage unter den Blättern der Haselwurz ihr charakteristisches und geheimnisvolles Aussehen.

Die Blütezeit beginnt früh, meist von April bis Mai, noch bevor sich das Laubdach der Bäume über ihr schließt. Wer die Blüte sehen will, muss die Blätter vorsichtig anheben — vom Weg aus entdeckt sie niemand. Bestäubt wird sie von kleinen Bodentieren aus der Laubstreu, die Samen verbreiten anschließend Ameisen, denen das fleischige Anhängsel am Samen als Nahrung dient. Daher breitet sich die Haselwurz im Garten langsam und in unregelmäßigen Inseln aus.

Weitere Haselwurz-Arten: kanadische, japanische, sibirische und chinesische

Geschwänzte Haselwurz (Asarum caudatum) mit lang ausgezogenen Blütenzipfeln und herzförmigem Blatt auf dem Waldboden
Haselwurz Asarum caudatum

Es gibt mehrere weitere Haselwurz-Arten, die weltweit vorkommen. Jede Art hat ihre eigenen Merkmale und ihr eigenes Aussehen. Zu den weiteren Arten gehören:

  1. Kleine Haselwurz (Asarum minus): Diese Art fällt durch ihre kleinen, herzförmigen Blätter und die winzigen Blüten auf. Sie wird wegen ihres kompakten Wuchses und ihres dekorativen Aussehens gern gepflanzt.

  2. Kanadische Haselwurz (Asarum canadense): Diese Art stammt aus Nordamerika. Sie hat große, herzförmige Blätter und unscheinbare, purpurbraune Blüten. In Nordamerika gilt die Kanadische Haselwurz als klassische Pflanze naturnaher Gärten und ist bei Liebhabern der dortigen heimischen Flora beliebt.

  3. Japanische Haselwurz (Asarum sieboldii): Sie stammt aus Japan und hat große, runde Blätter mit auffälliger Aderung. Die Blüten sind klein und sitzen bodennah unter den Blättern. Die Japanische Haselwurz ist in japanischen Gärten beliebt und hat eine ganz eigene Ästhetik.

  4. Sibirische Haselwurz (Asarum heterotropoides): Diese Art stammt aus Sibirien und Ostasien. Sie hat größere Blätter mit auffälliger Aderung und kleine Blüten, die denen der übrigen Haselwurz-Arten ähneln.

  5. Chinesische Haselwurz (Asarum caudigerellum): Diese Art stammt aus China und hat herzförmige Blätter und kleine Blüten. Sie ist für ihren kompakten Wuchs bekannt und in der Gartengestaltung beliebt.

Jede Haselwurz-Art hat ihre eigenen Besonderheiten und kann für Gärtnerinnen und Gärtner aus ganz unterschiedlichen Gründen reizvoll sein. Wenn Sie Haselwurz pflanzen möchten, wählen Sie die Art, die zu Ihren Bedingungen und Ihrem Geschmack am besten passt.

In Gärtnereien kommt dazu noch die Geschwänzte Haselwurz (Asarum caudatum) aus dem Westen Nordamerikas, erkennbar an den lang ausgezogenen Zipfeln der Blütenhülle, sowie buntlaubige asiatische Arten wie Asarum splendens mit silbrig marmorierten Blättern. Alle vertragen dieselben Bedingungen wie die Gewöhnliche Haselwurz: Schatten, humusreichen Boden und gleichmäßige Feuchtigkeit.

Garten- und Zierpflanzen düngen

  • Sie können in einer dünnen Schicht rund um die Pflanzen streuen.
  • Setzen Sie DÜNGEE als Auszug an und gießen Sie damit rund um die Pflanzen, oder besprühen Sie die Pflanzen mit dem Auszug.

Die Haselwurz wächst im Wald in der Laubstreu, deshalb passt zu ihr am besten ein organischer Universaldünger mit langsam fließenden Nährstoffen — zum Beispiel DÜNGEE (ein Teelöffel auf einen Liter Wasser). Gedüngt wird im Frühjahr, zu Beginn des Austriebs; im Sommer nur dann, wenn der Bestand sichtbar schwächelt. Das Falllaub der umstehenden Bäume sollten Sie nicht aus dem Bestand harken, es dient der Haselwurz als natürlicher Mulch. Das gesamte Sortiment finden Sie in unserem Katalog.

Häufige Fragen: Haselwurz

Ist die Haselwurz giftig?

Ja, in geringem Maß. Die ganze Pflanze enthält ein ätherisches Öl mit Asaron, das die Schleimhäute reizt und in größeren Mengen Erbrechen auslöst — früher wurde die Haselwurz deshalb als Brechmittel verwendet. Im Garten ist das kein Problem, es handelt sich um eine Pflanze, die niemand zum Essen sammelt; für den Hausgebrauch eignet sie sich aber nicht, und Kinder sollten sie nicht pflücken.

Wann blüht die Haselwurz?

Im April und Mai, noch bevor die Bäume über ihr austreiben. Die Blüten sitzen direkt am Boden und sind unter den Blättern versteckt, Sie finden sie also nur, wenn Sie die Blätter vorsichtig anheben.

Wo wächst die Haselwurz in der Natur?

Die Gewöhnliche Haselwurz wächst in schattigen Laub- und Mischwäldern, vor allem in Buchenwäldern und Auwäldern auf feuchterem, humusreichem und eher kalkhaltigem Boden. Am häufigsten begegnet sie Ihnen im Unterwuchs zusammen mit dem Leberblümchen und anderen Frühjahrs-Waldkräutern.

Wie schnell breitet sich die Haselwurz aus?

Langsam. Die Rhizome wachsen nur um wenige Zentimeter im Jahr, ein geschlossener Teppich aus Einzelpflanzen entsteht daher erst in drei bis fünf Jahren. Wenn Sie die Fläche schneller schließen wollen, pflanzen Sie dichter, etwa acht bis zehn Pflanzen pro Quadratmeter.

Verträgt die Haselwurz Trockenheit und volle Sonne?

Weder noch. In der Sonne bleichen die Blätter aus und verbrennen, bei ausgetrocknetem Boden lichtet sich der Bestand und erholt sich unter Umständen nicht mehr. Sie gehört in den Schatten oder tiefen Halbschatten mit einem Boden, der feucht bleibt.